Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, (griech.) etymología, (lat.) etymologia, (esper.) etimologio
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany, (esper.) Germanujo
Rotwelsch, Jerga del Hampa, Argot du milieu, Gergo dei Vagabondi, Thieves' Latin, (esper.) ruga anariko

A

B

balcab - Reden die Jenischen Rotwelsch?

(E?)(L?) http://home.balcab.ch/venanz.nobel/ausstellung/Rotwelsch.htm
Der Artikel weist darauf hin, dass es eine eigenständige Sondersprache "Rotwelsch" nie gegeben hat. Es gab eine Sprache, der Landstrassen und besonderer Berufs- und Bevölkerungesgruppen, die aus vielen "Teil-Sonder-Sprachen" bestand. Die Wörterbücher des Rotwelschen entstanden in den Schreibstuben - vor allem der Polizeidienststellen - wo man diese Sprachengewirr in verstehen wollte und den Versuch unternahm es zu systematisieren.

Vergleichbar sind z.B. die Sprachmischungen auf heutigen Grossbaustellen, wo Arbeiter verschiedener Nationalitäten sich vertändigen müssen und eine Mischung aus Deutsch, Türkisch, Italienisch, ... "erschaffen" je nach den beteiligten Nationalsprachen.

besserwisserseite.de
Rotwelsch

(E?)(L?) http://www.besserwisserseite.de/begrifflichkeiten.phtml

Rotwelsch ist eine Geheimsprache der Nichtsesshaften und Gauner im deutschen Sprachraum. Es enthält Elemente aus dem Jiddischen und den Zigeunersprachen. Viele rotwelsche Begriffe sind in unsere Umgangssprache eingegangen.


boronk
Kleines Lexikon des Rotwelschen

(E?)(L?) http://www.boronk.de/LARP/Rotwelsch.txt


Bulle

Das Kosewort für Exekutivorgane kommt nicht vom Rindvieh, sondern vom rotwelschen Wort "Puhler" für Polizist.

Buxen (W3)

Die "Buxen" (auch "Büx", "Büxen", "Buxe") = dt. "Hosen" wurden aus dem Rotwelschen in die deutsche Umgangssprache übernommen. Sie entwickelte sich aus der Lederhose aus "Bocksleder" mit ndt. "buk", "bok" = dt. "Bock" woraus dann umgangssprachlich "Büx", "Buxe", "Buxen" wurde.

(E?)(L?) http://www.deutsche-biographie.de/

Buxemacher, Johann


(E?)(L?) http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/unterbuxe.html

"Unterbuxe" - "Unterhose" bei männlicher Benutzung, "Schlüpfer" bei weiblicher;

"Schlüpfergummi" - dehnbares Band zur Arretierung desselben; nach häufigem Waschen oft ausgeleiert


(E3)(L1) http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/

buxen


(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

...
Nachdem in den vorangehenden drei Kapiteln der begriffliche Wortsinn im Fokus steht, geht Erdmann nun genauer auf diese zusätzlichen Werte ein und stellt zu Beginn des Kapitels den Ausgangspunkt seiner Überlegung dar:

Es erscheint auf den ersten Blick widerspruchsvoll, zu behaupten, daß Wörter, die ganz offenbar »dasselbe« bezeichnen, einen verschiedenen Eindruck auf den Hörer machen, daß Wörter zwar gleichen begrifflichen Inhalt und Umfang, aber doch verschiedene »Bedeutung« haben.

(Erdmann 1925: 103)

Um diese Feststellung zu veranschaulichen, stellt er zwei Wörter mit identischem begrifflichem Sinn und unterschiedlicher Bedeutung gegenüber: den poetischen Ausdruck "Leu" und sein allgemeinsprachliches Pendant "Löwe". Erdmanns zentrale Frage ist nun, ob es sich hier um Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung oder um Wörter mit derselben Bedeutung aber mit unterschiedlichem Gebrauch handelt (vgl. Erdmann 1925: 104).

Die Frage bleibt zunächst unbeantwortet, da Erdmann von poetischen Wörtern Abstand nimmt und den Vergleich zweier Wörter der alltäglichen Sprache vorzieht: "Hose" und "Beinkleid". Hier sieht Erdmann den Unterschied im verschiedenen Gebrauch und gibt mit "Buxen", "Unaussprechliche" und "Inexpressibiles" weitere Gebrauchsvarianten an (vgl. Erdmann 1925: 105).

Mit dem Beispiel "Hose" gelangt Erdmann zur Lösung seiner Frage, indem er eine strikte Unterscheidung zwischen dem begrifflichen Inhalt und der Gesamtbedeutung eines Wortes fordert. Unter den begrifflichen Inhalt fasst er alle objektiven Bedeutungsmerkmale, unter die Gesamtbedeutung hingegen die Wortbedeutung, die außer dem begrifflichen Inhalt noch andere Werte enthält (vgl. Erdmann 1925: 105). Diese Werte trennt er vom begrifflichen Inhalt ab und bezeichnet sie als Nebensinn, Gefühlswert oder Stimmungsgehalt. Der Nebensinn eines Wortes umfasst alle Begleitvorstellungen, die ein Wort gewohnheitsmäßig und unwillkürlich auslöst. Unter dem Gefühlswert oder Stimmungsgehalt versteht Erdmann alle reaktiven Gefühle und Stimmungen, die ein Wort erzeugt (vgl. Erdmann 1925: 107).

In einer Übersichtstabelle sieht Erdmanns Dreiteilung der Wortbedeutung wie folgt aus:
...


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

"buxen", pl. "braccae", "hosen", nd. "boxen", nnl. "boksen", isl. "buxur", schw. "böxor", dän. "buxer". Adelung bringt dies wort unter "büchse", wovon es sich aber durch den mangelnden umlaut scheidet, wie es auch vom nd. "busse", nnl. "bus", schw. "bössa", dän. "bösse" absteht. wahrscheinlich ist es von "bock" und "bockleder" abzuleiten. man sagt nd. dat harte fallt em in die boxen, das herz fällt ihm in die hosen, der mut ist ihm gesunken, altn. aptarla hiarta hygg ek at þitt s?. Sœm. 144b; isl. hann er nû â buxunum, jam virum se praestat, er hat jetzt hosen an; nd. enem de boxen upbinden, einem die hosen aufbinden, ihn wegjagen.


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

spendierbuxen


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Buxen
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Buxen" taucht in der Literatur um das Jahr 1830 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2017-02

C

D

detlev-mahnert - Teigaffe schlägt Leichenbrühe - SPRACHE / Rotwelsch, Geheim-Vokabular der Gauner, ist nur noch in Redewendungen lebendig

(E?)(L?) http://www.detlev-mahnert.de/rotwelsch.html


E

ethnologue.com - Linguistic Lineage for Yeniche (YEC)

(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=DE


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/14/show_iso639.asp?code=ger


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_lang_family.asp?code=yec


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_lang_family.asp?code=YEC


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=yec


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/14/show_lang_family.asp?code=YEC


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/14/show_language.asp?code=YEC


ezetta - Rotwelsch

(E?)(L?) www.ezetta.de/rubriken/wissen/wiss_html/0301_wiss_rotwelsch_susa.htm


(E?)(L?) http://www.ezetta.de/rubriken/wissen/wiss_html/0301_wiss_rotwelsch_susa.htm


F

G

H

Henese Fleck, Hennesse-Fleck, Hennese Flick (W3)

"Henese Fleck" ist ein Rotwelschdialekt aus Breyell (Lkr. Viersen) am Niederrhein. Die Bezeichnung geht zurück auf rotwelsch "hensese fleck" = "schöne Sprache". Es entstand als Geheimsprache der Handelsleute (Hausierer und Fuhrleute) (deshalb auch "Krämerlatein"). Heute ist diese Sondersprache völlig verschwunden, ohne in der Alltagssprache der Breyeller Spuren hinterlassen zu haben.

In Albrecht Klose: "Sprachen der Welt" werden auch die alternativen Schreibweisen "Hennesse-Fleck" und "Hennese Flick" angegeben.

Hundeshagener Cochum, Cochum, Koochum (W3)

Das Hundeshagener Cochum ist der Rotwelsch-Dialekt von Wandermusikanten aus dem Eichsfeld (Thüringen). Forschungen zu dieser interessanten Sondersprache, die zu DDR-Zeiten auch bei Telefonüberwachung durch die Stasi als Geheimsprache verwendet wurde, lagen bisher nur ansatzweise vor. Die Feststellung der schriftlichen Quellen und deren lexikographische Dokumentation sind weitgehend geleistet. Neben dem Archiv der schriftlichen Quellen (Archiv der Arbeitsstelle Sondersprachenforschung: Hundeshagen SQ/T 1ff., G 1ff.) gibt es erste Sprachproben (Archiv der Arbeitsstelle Sondersprachenforschung: Hundeshagen PH 1ff.).
Bibliographie:
Spangenberg, Karl: Die Musikantensprache von Hundeshagen
in: Siewert, Klaus (Hg.): Rotwelsch-Dialekte

In Albrecht Klose: "Sprachen der Welt" wird direkt zu "Cochum" verwiesen. Dort findet man auch die Schreibweisen "Koochum". Was jedoch "Cochum" oder "Koochum" bedeuten konnte ich nicht ermitteln.

I

J

Jenisch (W2)

(E1)(L1) http://home.balcab.ch/venanz.nobel/ausstellung/Rotwelsch.htm


(E?)(L?) http://home.balcab.ch/venanz.nobel/ausstellung/jangy.htm

...
Dass "Jenisch" aber nicht gleich "Rotwelsch" ist, ergibt sich für mich u.a. daraus, dass das Wort "Jenisch" ein jenisches Wort ist, das auch auf das Sanskrit zurückgeführt wird und laut Kennern des Sanskrit "wissend", "sehend" bedeutet, während "Rotwelsch" eine germanische Wortschöpfung ist.
...
Die Jenischen als Leute und das Jenische als Sprache tauchen zwar auch schon im 16. Jahrhundert als Randnotizen der Chronisten auf. Sie waren für die Chronisten aber offenbar immer schwieriger eindeutig zu identifizieren als z.B. die Roma, waren offenbar weniger "augenfällig", weshalb sie oft einfach in den allgemeinen Beschreibungen des Bettelvolkes, der Diebe und des übrigen Gesindels ohne namentliche Erwähnung mitgezählt wurden. Wir Jenischen heute müssen uns also dagegen wehren, dass unsere Sprache einfach mit dem Rotwelsch gleichgesetzt wird, im Extremfall gar neueste Rotwelsch-Bücher sich mit dem Titel "jenisches Wörterbuch" schmücken!

Nun zur jenischen Sprache: Genau so, wie es "Rom" gibt, die keinerlei "Romnes" mehr sprechen und genau so, wie sich auch "Manisch", "Romanes" und wie all die (soll ich jetzt "Dialekte" sagen?) "Varianten" im Verlauf der Zeiten verändert haben und immer noch verändern (woraus die Sprachhistoriker dann ihre "Landkarten der Wanderreisen" basteln), genau so wenig gibt es das eine reine und wahre "Jenisch".
...


Jenische Sprache

(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Jenische_Sprache


(E?)(L?) http://www.giengen-burgberg.purespace.de/guenter%20danzer%20ueber%20sein%20Buch.htm


(E?)(L?) http://www.rsleinzell.aa.bw.schule.de/seiten/jenisch.html


(E?)(L?) http://www.giengen-burgberg.purespace.de/guenter%20danzer%20ueber%20sein%20Buch.htm

Das Jenische (language code "YEC"; auch: "Krämersprache", "Rotwelsch", "Gaunersprache") ist eine im deutschsprachigen Raum und Frankreich entstandene Geheimsprache, die für einige auch Muttersprache ist. Es enthält Elemente des Deutschen, Jiddischen, Romani und Rotwelsch.
Die Sprecher, die Jenischen, sind, anders als oft vermutet, keine Sinti und Roma.



Siedlungsgebiet, geographische Lokalisierung: alte BRD, Schweiz
Gruppe der Fahrenden oder Peripatetiker mit eigener Sprache ("jenisch" = "klug", "gescheit"). Jenisch wurde etwa im schwäbischen Matzenbach, in Burgdorf bei Giengen, in Leinzell und in Schillingsfürst gesprochen. Die Jenischen haben schon im XVII. und XVIII. Jhd. eine eigenständige Identität entwickelt [Piasere 1992: 197]. Das Jenische ist eine Mischsprache aus Deutsch, Jiddisch, Romani und Rotwelsch. In Deutschland wird das Jenische heute noch von einigen Menschen gesprochen ["The Carrier Pidgin" 1977, cit. in Grimes 1984: 316].
(E?)(L?) http://www.uni-mannheim.de/mateo/hist/walter.htm
1899 verfasste Trüdinger im Rahmen der vom Verein für Socialpolitik angeregten "Untersuchungen über die Lage des Hausiergewerbes in Deutschland" einen Beitrag über "Das Hausiergewerbe in Württemberg", in dem er auch auf die Hausiergemeinden auf den "Wäldern" im Oberamtsbezirk Crailsheim einging, nämlich auf Unterdeufstetten, Matzenbach, Wildenstein, [Fichtenau] und Lautenbach. Ferner finden dort Lützenhardt (OA Horb) und Burgberg (OA Heidenheim) eingehendere Behandlung. Ähnlich angelegt ist der Beitrag von Fritz Loser über "Die Bedeutung von Händler- und Hausiergemeinden für die Entwicklung der württembergischen Industrie, aufgezeigt an charakteristischen Beispielen". Loser bezieht sich auf das Verhältnis Eningen-Reutlingen, Jebenhausen-Göppingen, Hechingen-Tailfingen und auf die Hausiergemeinde Schloßberg. Zu Eningen fertigte S. Ebensperger an der Universität Tübingen eine Diplomarbeit über "Die Bedeutung und der Umfang des Eninger Hausierhandels im 19. Jahrhundert 1803 - 1878". "Der Leinwandwanderhandel der Rauhen Alb, insbesondere der Orte Gerstetten und Laichingen" ist von Eugen Nübling eingehend behandelt worden. Mit der Eigenschaft von Hausiererzügen als ländliche "Kulturbringer" im südlichen Württemberg im 19. Jh. setzte sich 1982 Angelika Bischoff-Luithlen auseinander.

(E?)(L?) http://www.swr.de/lsunterwegs/service/2001/09/22/
Über die Dörfer Matzenbach und Unterdeufstetten im Hohenlohischen gibt es einen Fernsehbericht des SWR: "Jeden Tag im Morgen- grauen starten Wagen voller Lebkuchenherzen, Eisstände, Koffer mit Socken, eingeklappte Kinderkarussells, Gewürzstände und fahrende Schießbuden. Tag für Tag, Sommer wie Winter. Seit mehr als 300 Jahren sind die "Karreleut", wie sie früher genannt wurden, in beiden Dörfern zu Hause. Doch das Zuhause ist für sie lediglich eine Station von vielen. Allerdings: Die Familie ist immer zusammen, die Kinder auf der Wanderschule. Es ist ein hartes Geschäft. Dennoch wollen sie alle weitermachen: die Schaustellerfamilie der Boxautos, die Chefin der Schießbude, das ältere Ehepaar mit der Unterwäsche auf den Jahrmärkten, die Hausiererin mit den Hemden. Offenbar liegt es im Blut: Wer auf der Reis' geboren sei, der kenne nichts anderes und der wolle auch nichts anderes, sagen sie im Film von Ursula Schwedler".
Quelle: Landesschau unterwegs vom 22.09.2001, Ein Film von Ursula Schwedler. Literatur: Haldenwang, Hasso: Die Jenischen - Erinnerungen an die Wildensteiner Hausiererhändler. Crailsheim: Baier 1999

Das "fahrende Volk der Jenischen" wurde bis in die 70er Jahre systematisch verfolgt. Eine Untersuchung über den Zeitraum von den 30er bis in die 70er Jahre ergab, dass über 600 Kinder ihren Eltern weggenommen und in Pflegefamilien, Waisenhäusern, psychiatrischen Kliniken und Strafanstalten verbracht wurden. Dort seien die Kinder häufig mißhandelt und sexuell mißbraucht worden. Jenische leiden bis heute unter dem Stigma des Kriminellen, Arbeitsscheuen, Verwahrlosten und erblich Belasteten.
Mit der "Aufspürung", "Verfolgung und Behandlung" der Jenischen wurde innerhalb der "Jugendstiftung Pro Juventute" eigens ein sogenanntes Hilfswerk eingerichtet. Dieses Hilfswerk wurde von der Schweizer Regierung finanziell, politisch und moralisch unterstützt. Der Gründer und langjährige Leiter des Hilfswerks sei in seiner Tätigkeit von einer nazi-nahen Ideologie mit rassistischen, eugenischen und nationalistischen Elementen geleitet worden. Die jetzige Präsidentin der Stiftung Pro Juventute, Christine Beerli, zeigte sich tief betroffen und entschuldige sich bei den Jenischen.
Die Schweizer Präsidentin Ruth Dreifuss hatte schon als Innenministerin von einem dunklen Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte gesprochen. Die inzwischen veröffentlichte Untersuchung Untersuchung war vom Schweizer Parlament vor acht Jahren bei der Universität Zürich in Auftrag gegeben worden. Nach Schätzungen gibt es in der Schweiz noch etwa 35 000 Angehörige des Fahrenden Volkes."
Bargunsch -> Berner Mattenenglisch -> Fahrende -> Fatzersprache -> Henese Fleck -> Humpisch -> Hundeshagener Cochum -> Köddinger Maurersprache -> Lachoudisch -> Leinzeller Jenisch -> Lekoudesch -> Lepper Talp -> Lingelbacher Musikantensprache -> Loosdorfer Jenisch -> Lützenhardter Jenisch -> Manisch -> Masematte -> Nassauer Rotwelsch -> Pfedelbacher Jenisch -> Rothenburger Rotwelsch -> Rotwelsch -> Schillingsfürster Jenisch -> Schlausmen -> Schloßberger Jenisch -> Vogelsberger Maurersprache -> Weimerskircher Lakerschmus -> Wiener Galerie


K

Kaff (W3)

Der umgangssprachliche Ausdruck "Kaff" für ein "kleines Dorf" entstammt dem Rotwelschen, das es aus dem hebräischen "kafar" = "Dorf" übernommen hat.

Das abwertende dt. "Kaff" = dt. "kleines Dorf" wird auf eine Herkunft aus der Zigeunersprache zurück geführt, "gaw" = dt. "Dorf". Und wie viele Wörter aus der Zigeuenersprache bzw. Gaunersprache geht auch "Kaff" zurück auf ein jidd. "kefar", hebr. "kafar" = "Dorf".

Ein anderes "Kaff" gibt es im mhd., mniederd. "kaf" mit der Bedeutung "Spreu", "wertloses Zeug", "Plunder".

Es ist durchaus denkbar, dass beide letztlich auf den gleichen Ursprung zurück gehen. Es könnte sich aber auch um eine Gleichlautung ("Homonym") ohne inhaltliche Übereinstimmung handeln.

Adelung schreibt dazu:


Das "Kaff", des -es, plur. inus. ein am meisten in Niedersachsen übliches Wort, denjenigen Abgang von dem gedroschenen Getreide zu bezeichnen, welcher im Hoch- und Oberdeutschen die Spreu heißt. Bey den Schwäbischen Dichtern "Kafs", im Angels. "Ceaf", im Engl. "Chaff", im Pers. "Khah", welches sich dem Oberdeutschen "Agen" nähert.


Arno Schmidt, Schriftsteller (18.01.1914 (Hamburg) - 03.06.1979 (Celle)), Werke:

(E?)(L?) http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-hoerspiel-pool.shtml

Françoise Cactus: Autobigophonie - 24.07.2009

Mit Françoise Cactus, Patrick Catani, Brezel Göring, Chris Immler, Felix Kubin, Beth Love, Gina d´Orio, Deborah Schamoni
Komposition: Brezel Göring
Regie / Realisation: Brezel Göring, Françoise Cactus
BR 2004 / Länge: 59'10
Gut erfunden ist halb erlebt. Françoise Cactus erzählt, wie alles gewesen sein könnte. Die Kindheit verbringt sie im Schloß ihrer Ahnen in einem französischen "Kaff" namens La Grenouillère, wo sie Zeugin der Leberzirrhose ihres Großvaters wird. Erste Jugendlieben fallen in die Zeit der Mairevolution `68, an der sie sich mit der Plünderung der dörflichen Bäckerei beteiligt, und werden mit der Abschiebung ins Mädchenpensionat beendet. Sie verlässt die französische Provinz und geht ins geteilte Berlin, wo sie unter anderem Schlagzeugerin der Mädchenband Die Bomben wird. Auftritte in leeren Clubs und skurrilen Wohngemeinschaften im Berlin/Kreuzberg der achtziger Jahre folgen. Dem Hörspiel Autobigophonie liegt der comichaft-absurde Text ihres gleichnamigen Buches zugrunde. Viele der über hundert kurzen Kapitel, von denen manche nicht mehr als fünf Zeilen lang sind, wurden von Françoise Cactus und Brezel Göring in Songs umgewandelt, Szenen mit befreundeten Berliner Musikern und Schauspielern umgesetzt, die Handlung eingebettet in ein Register, das Figuren, Schlagwörter und Sponsoren verwaltet - von A wie "Anonyme Alkoholiker" über V wie "Verzweifeltes Mädchen, das Wasser aus einer Pfütze trinkt" bis Z wie "Zig Zag, Zigarettenblättchen".

„Für die Arbeit an unserem Hörspiel waren Jacques Demys gesungene Filme sehr inspirierend. Ich bewundere Jacques Demys unschuldigen Ton und seinen Optimismus. Die Lieder, die in seinen Filmen gesungen werden, haben einen experimentellen Charakter. Meistens reimen sie sich nicht, oft haben sie eine fragliche Metrik, aber was sie charmant und unvergesslich macht, ist, dass sie natürliche Dialoge widerspiegeln. Dadurch, dass solche Sätze wie: "Guten Tag, ich möchte eine Tasse Kaffee" gesungen werden, wird das ganze Leben zur Poesie.“ (Françoise Cactus)

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(E?)(L?) https://www.dw.com/de/vokabeln-f%C3%BCr-angehende-berliner/a-3947351

"Kuhkaff" - "kleiner Ort"


(E?)(L?) http://www.etymologie-occitane.fr/2011/07/cafo/

Posté par Robert Geuljans le 25 juil 2011

"Cafo" "gousse" [dt. "Hülse", "Schote"] (Cantal), "escafar" "écosser les légumes", "écaler les noix, les amandes" (M), "escafijar" "casser", "broyer" (Die, Schook). L’étymologie est   d’après le FEW  l’ancien francique "kaf" "gousse", "vannures". Panoccitan et Alibert citent la forme "cafi" nom m. 1. "détritus"; 2. "débris", "balayures", "résidus".

Ces mots ne se trouvent que dans le nord occitan et viennent du domaine d’oïl où cette famille a connu un très grand développement, mais elle n’est plus représentée en français moderne. Vous trouverez plusieurs attestations en moyen français dans le DMF voir sous l’étymon "kaf".

Cf. allemand "Kaff" et néerlandais "kaf" "balle", anglais "chaff" [dt. "Spreu", "Häcksel"] "balle de blé" [dt. "Weizen-Spelze", "Weizen-Spreu"], "détritus" [dt. "Abfall"]


(E?)(L?) http://faustkultur.de/1307-0-Gerhard-Stickel-Fisimatenten.html#.Vukk36D2ZUS

...
Weniger bekannt ist die Herkunft mancher deutscher Wörter aus dem Jiddischen und Hebräischen. Kurios ist zum Beispiel das Wort "Pleitegeier" in Wendungen wie "Über dieser Firma kreist schon der Pleitegeier", womit auf den drohenden Bankrott der betreffenden Firma angespielt wird. Mit dieser heutigen Bedeutung wird das Wort manchmal auch ironisch auf die Pfandsiegel angewendet, auf denen ein Bundesadler abgebildet ist. Seiner Herkunft nach hat aber der "-geier" in "Pleitegeier" gar nichts mit einem aasfressenden Vogel zu tun, sondern geht auf die jiddische Entsprechung von "-geher" zurück. Pleite kommt vom hebräischen "pelejtá", mit der Bedeutung "Flucht". Ein "Pleitegeier" war also früher einmal jemand, der "Pleite geht" und der vielleicht aus Geldnot flüchten muss. Zum Verständnis des heutigen Wortgebrauchs hilft diese etymologische Herleitung nicht. Es ist lediglich ein Beispiel für viele andere deutsche Wörter, die aus dem Jiddischen übernommen sind so wie "Ganove", "Kaff", "Knast", "mies", "Macke", "Maloche", "Schlamassel", "Reibach", "zocken", auch "Hals- und Beinbruch" (hebr. "hazlóche un bróche" = "Glück und Segen") und andere. Ich könnte deren Herleitung freilich nicht aus dem Stand angeben, zumal die entsprechenden jiddischen Wörter meist auch auf hebräische zurückgehen. Interessant ist, dass manche dieser Jiddismen heutzutage wieder gebräuchlicher werden, und zwar oft, ohne dass die Sprecher ihre Herkunft kennen. Sie waren ja schon vor dem Dritten Reich und erst recht währenddessen als „undeutsch” verpönt, dies auch unter dem Einfluss mancher Germanisten (wie Alfred Götze). Darauf will ich aber nicht weiter eingehen. Die Sprachpolitik im Dritten Reich wäre wie auch die der DDR ein Thema für einen anderen Artikel.
...


(E?)(L?) http://www.handlungsreisen.de/buch.php?id=7310

KAFF auch Mare Crisium

Der Roman handelt auf zwei mit einander verbundenen Handlungsebenen, einmal im Oktober 1959 in dem (fiktiven) "Kaff" Giffendorf am Rand der Lüneburger Heide, zum anderen 1980 auf dem Mond: Der Lagerbuchhalter und Autodidakt Karl Richter besucht mit seiner Freundin, der Musterzeichnerin Hertha Theunert, per BMW Isetta seine verwitwete Tante Heete in Giffendorf. Während des zweitägigen Besuchs erdenkt und erzählt Richter eine utopische Geschichte, die in den 1980er Jahren nach einem Atomkrieg auf dem Mond spielt...


(E?)(L?) http://www1.ndr.de/kultur/plattdeutsch/woerterbuch/index.html?C=K


(E?)(L?) http://www.owid.de/wb/elexiko/start.html

Heimatkaff


(E3)(L1) https://www.redensarten-index.de/register/k.php


(E6)(L1) http://masematte.susisoft.de/
"Kaff": Dorf
"kaff": 20 ( zwanzig )

(E?)(L?) http://etymologie.tantalosz.de/

"Kaff" nennen wir oft umgangssprachlich ein gottverlassenes trostloses verschlafenes kleines Dorf, das irgendwo fernab der Zivilisation liegt. Das Wort kommt aus dem Hebräischen über das Jiddische zu uns: "kefar" bzw. "kafar" bedeutet hier einfach "Dorf" - ohne jede negative Konnotation.


(E3)(L1) http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/


(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

Bauernkaff Kaff Kuhkaff


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

"Kaff", (das) ein am meisten in Niedersachen übliches Wort, denjenigen Abgang und Staub von dem gedroschenen Getreide zu bezeichnen, welcher im Hoch- und Oberdeutschen die "Spreu" heißt; Fr. Bourriers.

Bey den schwäbischen Dichtern "Kafs", im Angels. "Ceaf", im Engl. "Chaff", im Pers. "Khah", welches sich dem Oberdeutschen "Agen" nähert.


(E1)(L1) http://www.besserwisserseite.de/begrifflichkeiten.phtml


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

kaff


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/RhWB/

Haferkaff

"Kaff" I = "Kerbe" s. "Kaft".

"Kaff" II "kaf" Verbr.; "kaf" u. "kaft" Rhfrk, Mosfrk, Siegld Sg. t. n.: [Bd. 4, S. 32]

"Kaff" III Allg., u. zwar Rhfrk Nahe u. Bernk-Merschd "kap" [Birkf "karp"; Birkf-Nohf -?r-]; Simm, Zell (Hunsr-Orte) "k?p"; Goar-Corb Leining "kef" ("kew"); Ottw -?-; WMosfrk in Saarl "kaf"; n. einschl. Merz-Mond Mechern Menning Merching Riml Wahlen bis einschl. Saarbg-Büschd Tünsd Weiten Rodt Hamm Greimerath zum Hochw hin u. ausserdem n. u. w. einschl. Saarbg-Kreuzw Sinz Faha Collesleuken Cahren Lisd Manneb -?:-; innerh. einschl. Saarbg-Eft Heilend Orscholz Kessl Buschd Wies -u·?.-; sonst an der uSaar, Trier bis Koch, SWDaun, Wittl, Bitb, SPrüm, Aden-Virnebg -?:-, -?·a.-, -o·a.- u. ohne Schärfung [Trier-Stdt -a-, Dat. -a:-; Merz-Becking, Trier-Langsur, Goar-Herschwiesen "kaft"]; sonst "ka:f"; wo keine Schärfung herrscht -a- [Siegld "gaw" u. "kaw"; Altk-Dernb "ka"; Sieg-Fussh "k?:f" u. -a:-; Gummb-Stdt Lantenb "kaw?"; Lennep-Filderheide -w?r; Klev, Rees auch "kaf" (auch Goar-NGondershsn)] Sg. t. f. [Köln-Stdt, Elbf m., Gummb n.]:

1. ursprüngl. "Spreu", "Deckblätter des Hafers u. Spelzes, beim Dreschen oder Wannen sich absondernd", an der uSaar, WEif, auch im Hunsr, uMos u. Westerw hier u. da noch deutlich vom "Fuder" ("Futter") = "Roggenspreu" u. den "Pälen" = "Weizenspreu" geschieden; Howerkof get gesunn (gesunde) Beter (Betten) man füllt die Kopfkissen damit, um sich vor Kopfweh zu wahren; Spelzek. as gut Perdsfuder fir innert't Gehäk (Häcksel) Bitb; die Hawwerkäf werd geredd (gesiebt), dann es et Sprau Zell-Buchenbeuren; gereckelte K. (gereinigte, gerüttelte Haferk.) zum Füllen von Kissen u. Matratzen Bitb; de K. köllen reinigen Grevbr-Wickrathh; Ewerk. "grobe Spreu", "ganze Halme", die vor dem Fruchtreinigen mit einem Rechen abgekehrt wird Trier-Mehring. — Sonst jede "Getreidespreu", "Hülsen von Roggen, Weizen, Hafer, Gerste, Buchweizen, beim Wannen sich absondernd" (nicht Stosshäcksel), "Korkaff", "Wessenkaff", "Howerkaff", "Gerschtenkaff", "Bockesk"; dazu "Bettkaff", "Futterkaff". — Im rhfrk. Saargeb. "Spiesse an der Kornähre" (die "Spreu" hier "Sprie"). — "Langgedroschenes, geschnittenes Stroh" Rees-Wesel. — RA.: Su? lech (leicht) wie K. SNfrk; rott (morsch) wie K. Heinsb; su vell (viel) wie K. Dür; die Böm hange voll wie K. Eusk, Köln; sin Härssen (Gehirn) sin as K. Mörs-Orsoy; et liet (liegt) alles durchenanner wie Häcksel un K. Daun-OBetting; dat es Häckels wie K. der eine wie der andere taugt nichts Wippf; he äs esu freich (frech) wie e Klömpche Beich (Pech) on esu brav wie e Schöttelche K. er ist unverschämt wie sich anhängendes Pech u. sehr unruhig wie sich leicht bewegende K. Ahrw; hehin, dohin, wie der K. en der Wannmüll Köln-Stdt. Dreck on K. schurt (scheuert) der Mag Aach, Jül. He hürt mer de K. falle sagt man, wenn es in einem Zimmer oder einer Gesellschaft sehr still ist Altk-Horhsn. Et es bester, für sech selver K. opdrage äs für ander Löck (Leute) Wess (Weizen) die kleinste eigene Arbeit für sich selber bringt den meisten Lohn Sieg, Bo, Rheinb; et es besser egene Lücks K. zo drage als andere Lücks Wess ze fahre Bo. Wer K. sät, bruch op kene Wess ze lure Sülzt. De het K. open Söller er ist reich Dinsl-Sterkr. De hät de Kopp voll K. ist dumm Dür-Pier. Samt om Lif (Leibe) on K. drennen Sol. De friss K. us der Hand einer, der zu allem ‘ja’ sagt Bo. Die häbben ömmer jet te quiddele (klagen); häbbe se genug Wet (Weizen), donn häbbe se Mongel (Mangel) a K. Kemp. De Möss (Müsche ‘Vogel’) es te alt, öm op de K. te gohn Geld. Ihr furz (furzt) bei Tije (Zeiten) en de K.! ihr geht früh ins Bett Kref-Linn. De ös och net möt K. gefodert (gefüttert) er sieht gut aus, ist sehr schwer Sieg. Al (alte) (lus kluge Köln) Mösche (Vügel, Kormöschen) fängk mer net met K. alte Leute lassen sich nicht überlisten Rip, Allg.; en al Huhn lesst (lässt) sich net mat (mit) K. locken Trier, Monsch; met dauwer (tauber) K. loten sech ale Müs (Mäuse) nit fange Mettm, Elbf. Dat es jo im de K. gedanzt der Gewinn hat die Mühe nicht gelohnt Siegld. De wor net va K. der Schlag sass Prüm-Reuth. Häcksel blif für K. Börg der Bürge besitzt selber nichts Rip, Mosfrk, Rhfrk. — Volksbr. Enem K. streuen nach dem ersten Aufgebot dem Bräutigam oder der Braut, die ein früheres Eheversprechen gelöst habt, vom Hause bis zum H. der früheren Verlobten den Weg mit K. streuen; ist der Betreffende von einem andern Orte, so wird der Weg nach der Richtung hin noch 20 Schritte ausserhalb des Wohnortes bestreut Eif; sonst wurde auch dem Mädchen, das sich vor der Hochzeit mit einem eingelassen hatte, am Hochzeitsmorgen der Raum vor ihrem Hause mit K. bestreut. —

2. übertr. verächtl.
a. sachl.
a. Knoppen (Knospen) en K. ungeniessbare Speise Sol.
ß. leeres Geschwätz; dat es K., watsde (was du) säs (sagst) Kref.
b. persönl. arme Leute, Gesindel; dat es mar K. Klev, Kobl-Kapellen.

"kaffachtig" -e?ti? Sieg-Fussh Adj.: "spreuähnlich".

"Kaffbenne" -ben Mörs, Klev, Rees f.: -korb.

"Kaffbett" (s. S.) Allg. n.: B., aus Haferspreu bestehend, das als gesund gilt.

"Kaffbotte" -bot Aach-Euchen Vorweiden f.: -korb.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Kaff
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Kaff" taucht in der Literatur um das Jahr 1740 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2017-02

Kiberer

Das Wort stammt aus dem Wiener Rotwelsch und steht für "Polizei". Es stammt wie alles, was mit "cyber" anfängt, vom griechischen "Kybernetis" = "Staatsmann", "Steuermann" ab ("Kyberniseis" = "Regierung").

(E?)(L?) http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=view&id=000100000708


Klesmer, Klesmerisch, Klezmer, Klesmersprache, Klesmorim (W3)

(E?)(L?) http://www.aufwindmusik.de/index-deu.htm


(E?)(L?) http://www.baerentatze.de/files/05/bknm03.html#kom


(E1)(L1) http://www.etymonline.com/


(E?)(L?) http://www.klezmer.de/


(E?)(L?) https://www.dictionary.com/


(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Klezmer
"Klesmerisch" oder einfach "Klesmer" ist/war eine Rotwelschsprache der Wandermusikanten aus Salzgitter (Niedersachsen).

"Klesmer" dürfte wohl mit "Klezmer" der amerikanischen Form (hebr.-jidd.-amerik.) für eine aus Osteuropa stammende traditionelle jüdische Instrumentalmusik stehen.

Das Wort "Klezmer" geht dabei zurück auf jidd. "klesmer", hebr. "klezemer" = "Musikinstrumente". Entsprechend werden die "Klezmer spilenden" Musiker auch einfach "Klezmer" genannt.

Neben der Bezeichnung "Klesmer" für die salzgitterer Musikantensprache gibt es auch die "Klesmersprache" einer russisch-jüdischen Sondersprache, die ebenfalls - wie nicht anders zu erwarten - von russisch-jüdischen Musikanten, den "Klesmorim" gesprochen wurde.

Köddinger (W3)

Die "Köddinger" Maurersprache ist ein Rotwelschdialekt aus dem Vogelsberg in Hessen.
(Gibt es einen Ort "Köddingen" in Hessen?)

Kofferisch (W3)

"Kofferisch" ist eine Rotwelschsprache der Musikanten aus "Kofferen" (Kreis Euskirchen), die die Sprache zur Abgrenzung von konkurrierenden Musikantengruppen benutzten.

Kohldampf
Kohldampf schieben (W3)

Die Bezeichnung dt. "Kohldampf" ("Kolldampf", 1835) für dt. "Hunger" ("Heißhunger", "Riesenhunger", "Bärenhunger", "Mordshunger") entstammt einer Art Geheimsprache. In der Gaunersprache "Rotwelsch" stehen sowohl rotw. "Kohler" als auch rotw. "Dampf" für dt. "Hunger". Damit gehört es auch zu den Wortdoppelungen, den "weißen Schimmeln", "Tautologien" oder "Pleonasmen".

Das rotw. "Kohler" = dt. "Hunger" geht vermutlich weiter zurück auf zig. "kalo" = dt. "arm", "schwarz", "mittellos" und daher (mangels Geld) auch "hungrig", aus der Sprache der Zigeuner. Eine weitere Beziehung könnte zu griech., lat., ital., ("veraltet) dt. "Kalo" mit der Bedeutung "Schwund", "Gewichtsverlust von Waren oder Material durch Auslaufen, Eintrocknen u. a." bestehen. Dazu findet man weiterhin ital. "calo", zu lat. "calare", "chalare" = dt. "herablassen", "fallen lassen", griech. "chalãn" = dt. "losbinden", "loslassen".

Die erweiterte Wendung dt. "Kohldampf schieben", (Kohldampf haben) = dt. "großen Hunger haben", "sehr hungrig sein", "starken Appetit haben", enthält ein weiteres Wort aus der Gaunersprache. Das Verb "schieben" geht zurück auf rotw. "schefften" = dt. "machen", "tun", rotw. "scheffen" = dt. "sitzen bleiben", "sich befinden". Diese wird weiter auf hebr. "jaschab" = dt. "sitzen bleiben" zurück geführt.

Den Eingang in das Alltagsdeutsch soll "Kohldampf" vor etwa hundert Jahren über den Umweg durch die Kasernen gefunden haben.

(E?)(L?) http://kollokationen.bbaw.de/htm/idioms.html

jmd. hat/schiebt Kohldampf

Nennform: jmd. hat/schiebt Kohldampf (typischer Beleg)

Paraphrase: jmd. hat Hunger

Gebrauchsangaben: umgangssprachlich

nachgewiesener Zeitraum: 1906-2000 (Erstbeleg) (Letztbeleg)


(E?)(L?) http://www.besserwisserseite.de/fragen_7.phtml

Kannst du mir erklären warum "heimlich" von der Wortbedeutung her nicht das Gegenteil von "unheimlich" ist?

Und gleich noch eine Frage zu dem Wort "heimlich": Woher kommt eigentlich das Wort "klammheimlich"? "clam" ist ein lateinischen Wort und heißt übersetzt "heimlich". Also "klammheimlich" = "heimlichheimlich", oder wie?

"Heimlich" kommt von "Heim", also "zum Hause gehörig", "vertraut", "vertraulich". Ähnliches gilt natürlich auch für "geheim". "unheimlich" ist also schon das genaue Gegenteil "unvertraut", nur dummerweise benutzen wir "heimlich" heute nicht mehr mit diesem Wortsinne.

Und "klamheimlich" ist wie du schon korrekt festgestellt hast eine "Verstärkung durch Verdopplung".

Ähnliches gibt's auch bei "Kohldampf", das setzt sich auch aus zwei Wörtern für "Hunger" zusammen "Kohler" und "Dampf" sind rotwelsche Begriffe für Hunger.


(E?)(L?) http://www.besserwisserseite.de/lebensmittel.phtml

Kohldampf

Der Begriff "Kohldampf" leitet sich weder von Gemüse noch von siedendem Wasser ab.

"Kohl" leitet sich wahrscheinlich vom Rotwelschen "Kohler" = "Hunger" ab, was wiederum vom Zigeunerischen "kalo" = "arm" abstammt. "Dampf" stammt ebenfalls aus dem Rotwelschen und bedeutet auch "Hunger".

Wer "Hunger-Hunger" hat, braucht also wirklich dringend eine Mahlzeit.


(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-02-11-07

"Kohldampf schieben"

Die Fügung ist umgangssprachlich gebräuchlich und bedeutet "Hunger leiden".

Das Wort "Kohldampf" ist eine tautologische Bildung, deren Bestandteile auf die rotwelschen Bezeichnungen "Kohler", "Koler", "Koller" und "Dampf" zurückgehen, die beide "Hunger" bedeuten. Auch der zweite Bestandteil der Fügung, das Verb "schieben", ist der Gaunersprache entnommen und stammt vom rotwelschen Begriff "schefften" (= "machen", "tun") ab.


(E?)(L?) https://www.dw.com/de/nachbarschaft/a-480558

...
Der Ausdruck "Kohldampf" stammt ursprünglich aus der Sprache der kleinen Diebe und Gauner, bei denen sowohl das Wort "Kohl" als auch das Wort "Dampf" ein Synonym für "Hunger" waren. Durch die Koppelung dieser beiden Begriffe sollte dann dem besonders großen Appetit Ausdruck verliehen werden. Über den Umweg durch die Kasernen fand der "Kohldampf" vor rund einhundert Jahren Einlass in das Alltagsdeutsch.
...


(E?)(L?) https://www.ettinger-phraseologie.de/pages/buchinhalt/b/b.1/b.1.4.php#4

...
4. "Kohldampf schieben"
...


(E?)(L?) https://www.geo.de/geolino/redewendungen/8780-rtkl-redewendung-kohldampf-schieben

Redewendung: "Kohldampf schieben"
...
Es gibt mehrere Ausdrücke, die auf die Gaunersprache zurückgehen: "Wache schieben" kommt also auch vom rotwelschen "scheffen", und auch das Wort "ausbaldowern" für "erkunden" oder "nachforschen" stammt ursprünglich aus dem Rotwelschen.


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/EDEL-HP/edel.htm

Etymologisches Deutsches Elementarlexikon (EDEL)

"Kohl" (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. "Kohl" (M.) (2), "Unsinn", "Geschwätz"; ne. "rubbish", "nonsense";

Verweise: -;

Hinweis: s. "Kohldampf";

Quellenangaben: Mitte 18. Jh.;

Interferenz: romani Lw.?;

Etymologie: Wort der Gaunersprache, Herkunft ungeklärt, vielleicht von romani "kálo", Adj., "schwarz";

Literaturhinweise:

GB.: seit der mittleren Neuzeit Bezeichnung für "Unsinn"; BM.: ?; F.: "Kohl, Kohls, Kohles, Kohle, Kohlen" + FW; Z.: "Kohl"

"Kohldampf", nhd., M., (19. Jh.): nhd. "Kohldampf", "Hunger"; ne. "hunger" (N.);

Verweise: -;

Hinweis: s. "Kohl" (2);

Quellenangaben: 1835;

Interferenz: rotw. Lw.;

Etymologie: die Herkunft des Vordergliedes ist unklar, vielleicht von romani "kálo", Adj., "schwarz"; rotw. "Dampf", Sb., "Hunger", "Angst"; von nhd. "Dampf" (2);

Literaturhinweise:

GB.: seit der späteren Neuzeit Bezeichnung für ein starkes Hungergefühl; BM.: ?; F.: "Kohldampf, Kohldampfs, Kohldampfes" + FW; Z.: "Kohldampf"


(E?)(L?) https://www.nextz.de/glossen/kohldampf-schieben.htm

Kohldampf schieben
...
rotwelsch "Koller" oder "Koll" war die "Wut", "der wütende Hunger", und auch "Dampf" bedeutete "Hunger". "Schieben" haben wir auch in "Wache schieben". Es ist mit dem rotwelschen "schelten", also "sein", "machen", "sitzen", verwandt. Von der Gaunersprache gelangte der Ausdruck in die Soldatensprache und verbreitete sich im Ersten Weltkrieg in der Bevölkerung.


(E?)(L?) https://www.oldphras.net/olui/search/




(E?)(L?) https://www.peterlang.com/abstract/title/53621

Geheimsprachen in Mittel- und Südosteuropa

Edited By Christian Efing and Corinna Leschber

Nicht selten verwenden wir im Alltag Wörter wie "pennen" ("schlafen") oder "Kohldampf" ("Hunger"), ohne zu wissen, dass sie ursprünglich aus sogenannten Geheimsprachen und Sondersprachen stammen. Dabei werden bzw. wurden solche Geheimsprachen fast überall in Europa gesprochen. Dieser Band versammelt Aufsätze vor allem zu Geheimsprachen in Mittel-, Ostmittel- und Südosteuropa und deckt thematisch die ganze Bandbreite der Sondersprachenforschung ab – von theoretischen Fragen wie der Einordnung der Sondersprachen in das Varietätensystem über Sondersprachliches in der Literatur, historische Quellen von Sondersprachen, die lexikographische Erfassung rotwelschen Wortgutes in Dialektwörterbüchern und die empirische Erhebung letzter, heute noch feststellbarer Reste verschiedener Sondersprachen bis hin zu geheimsprachlichen Strukturen im aktuellen Sprachgebrauch von Roma.

Erscheinungsdatum: 16 Aug 2011, ISBN: 9783653004892


(E?)(L?) https://www.redensarten-index.de/

"Kohldampf haben" / "Kohldampf schieben"

umgangssprachlich; Diese Wendung ist ganz aus Elementen des Rotwelschen zusammengesetzt. "Koll" und "Dampf" bedeuten beide "Hunger"; "Schieben" ist eine volksetymologische Veränderung von "scheffen" ("sein", "sich befinden"). Wie viele Ausdrücke aus dem Rotwelsch ist auch diese Wendung zuerst in der Gauner- und Soldatensprache verbreitet gewesen und erst im 19. Jahrhundert in die Umgangssprache eingedrungen. Zu Rotwelsch siehe auch "etwas kommt einem spanisch vor"


(E?)(L?) https://www.sprichwoerter-redewendungen.de/redewendungen/kohldampf-haben/

Kohldampf haben, Kohldampf schieben

Herkunft:

Diese Redewendung kommt aus dem Rotwelschen. Rotwelsch entwickelte sich früher aus mehreren Dialekten unter Gaunern und Landstreichern. Da standen die Worte "Koll", "Koller" und "Dampf" beide für "Hunger", daraus entstand "Kohldampf". Und aus "scheffen", was "sein" oder "machen" heißt, wurde irgendwann "schieben". Erst im 19. Jahrhundert hat sich diese Redensart in der Umgangssprache durchgesetzt. Es gibt noch einige andere Ausdrücke aus dieser Sprache, wie "Wache schieben".


(E?)(L?) https://wortschaetze.uni-graz.at/de/wortschaetze/nahrung/belegdatenbank/k/kohldampf/

Kohldampf, Kohldampf haben

Umschreibung: (großen) Hunger haben [Kü, S. 15198]

Historische Analyse: "Kohldampf" hat nichts mit dampfendem Kohl zu tun [vgl. Gu, S. 135]. Das Wort kommt aus dem Rotwelschen - der „Geheimsprache“ des fahrenden Volkes - und ist eine tautologische Bildung [DURW]. Sowohl das Wort "Kohl" (aus dem rotwelsch "koll" von "Koller" = "starker Hunger") als auch rotwelsch "Dampf" meint "Hunger". "Koller" liegt wahrscheinlich das zigeunersprachliche Wort "kalo" zugrunde, das "schwarz", "arm", "mittellos" und daher auch "hungrig" bezeichnet [Gu, S. 135]. - Entstehungszeit: seit 1835 belegt [Gu, S. 134] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW]


(E?)(L?) https://de.wiktionary.org/wiki/Kohldampf_schieben

"Kohldampf schieben"
...


(E?)(L?) https://www.wissen.de/wortherkunft/kohldampf

Kohldampf


(E?)(L?) https://www.wissen.de/wortherkunft/kohldampf-schieben

WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

"Kohldampf schieben"
...
Das Adjektiv "welsch", das in dem Wort "Kauderwelsch" enthalten ist und auch die Wurzel des Wortes "Wallach" darstellt, bezeichnet im Deutschen ursprünglich "eine unverständliche Sprache sprechende" nichtgermanische Nachbarstämme und wird heute noch (regional begrenzt) abwertend für "romanisch" verwendet.
...


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=RhWB&mode=Vernetzung&lemid=RK12206#XRK12212

...
Kohl-dampf -damp u. damf Verbr. aus der Soldatenspr. m.: Hunger; K. han (schieben).
...


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Kohldampf
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Kohldampf" taucht in der Literatur um das Jahr 1900 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-04

L

Lachoudisch, Lekoudesch, Lachodisch, Schopflerisch (W3)

"Lachoudisch", "Lekoudesch", "Lachodisch" oder "Schopflerisch" ist ein Rotwelschdialekt in Schopfloch b. Ansbach/Franken (Dinkelsbühl, Bayern). Die Bezeichnung der westjiddischen Sondersprache (aus Deutsch, Hebräisch und Rotwelsch) geht zurück auf hebr. "leshon-kodesh" = "heilige Sprache" (bzw. auf den Herkunftsort. Sie wurde vermutl. auch im schwäbischen Mönchsroth gesprochen.

1835 waren von den 1390 Einwohnern Schopflochs 332 Juden. Urspr. Vielleicht eine Viehhändlersprache.

Lekoudesch (W2)

(E?)(L?) http://www.hagalil.com/deutschland/baden-wuerttemberg/rexingen.htm
Die jüdische Viehhändlersprache ist benannt nach "leshon-kodesh" = "heilige Sprache". Westjüdisch gerägte Form der Regionalsprache, z.B. im schwäbischen Buttenhausen (bei Münsingen) und Rexingen (Landkr. Freudenstadt).

Juden, die vor den Chmielniecki-Massakern in Polen geflüchtet waren, siedelten sich 1650 in Rexingen an. 1710 bauten sie eine Synagoge und 1760 kauften sie Land für einen Friedhof. Die Emanzipation im 19. Jahrhundert ermöglichte den Rexinger Juden, Land zu kaufen, es zu bewirtschaften, Handel zu treiben, auch mit Pferden und Rindern, oder Bäcker, Fleischhauer und Gastwirte zu werden.

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Hälfte der Bevölkerung Rexingens jüdisch, aber danach schrumpfte die Jüdische Gemeinde und 1933 gab es nur mehr 262 Juden in Rexingen. Davon konnten etwa vierzig Prozent nach Palästina auswandern, wo sie Shawej-Zion in der Nähe von Naharijah gründeten. 126 Juden aus Rexingen wurden deportiert, nur drei überlebten." In den 1980er Jahren lebten in Rexingen noch etwa zwei Dutzend Nichtjuden, die Lekoudesch sprachen. Im Rexinger Nachbarort Lützenhardt wird eine Händlersprache gesprochen, die die Rexinger als "Jenisch" bezeichnen. Darüber hinaus wird Lekoudesch noch von einigen Rexinger Juden in Schawej Zion/Palästina, gesprochen.

Lepper Talp (W3)

Rotwelschdialekt der Backofenbauer in Bell/Niedereifel.

Lingelbacher Musikantensprache (W3)

Rotwelschdialekt im Vogelsberg (Alsfeld-Lingelbach, Hessen)

Lotegorisch (W3)

(E?)(L?) http://www.lotegorisch.de/
Rotwelschsprache aus Carlsberg bei Grünstadt/Rheinand-Pfalz (Händlersprache im Leininger Land).

lvr
Geheimsprachen

(E?)(L?) http://www.lvr.de/FachDez/Kultur/Landeskunde/Alltagskultur/kompetenz/Sprache/sprache/geheimsprachen.htm

Es gibt sie tatsächlich: Geheimsprachen im Rheinland - und es sind (oder besser: waren) viel mehr, als man sich gemeinhin vorzustellen mag. Die Karte gibt nur einen ungefähren Überblick über ehemalige und aktuelle Orte, in denen Rotwelsch gesprochen wird oder wurde:
...
Für den heutigen Rheinländer kaum mehr vorstellbar: Vor nicht allzu langer Zeit gab es im Rheinland nicht wenige Orte, in denen Wandlerhändlerge-meinschaften lebten, die einen für Uneingeweihte unverständlichen Rotwelschdialekt sprachen. Die Abteilung für Sprachforschung ist unablässig auf der Suche nach den Resten dieser alten Geheimsprachen und ihrer Sprecher im Rheinland.

Rotwelsch ist ein Synonym für Geheimsprache, Händlersprache, Krämerlatein, Gaunerspache oder Kundensprache. Wie auch immer diese Sondersprachen genannt werden, sie haben Spuren hinterlassen in der Alltagssprache aller Rheinländer, ohne dass ihnen dies jedoch bewusst ist. Wer weiß schon, dass er, wenn er von malochen, schnorren, Knast, zappenduster, betucht, Pustekuchen, Pleite oder "Kohldampf" spricht oder Redewendungen wie es zieht wie Hechtsuppe, unter aller Sau oder zeigen, was eine Harke ist benutzt, sich ehemals gaunersprachlichen Wortinventars bedient, denn um nichts anderes handelt es sich hier. All diese Wörter sind Reflexe einer einmal weit verbreiteten,aus dem Mittelalter stammenden und Rotwelsch genannten Sprache, die schon Luther erforscht und dokumentiert hat.
...
Ein kleiner Auszug aus dem dokumentierten Wortschatz soll beispielhaft für die vielen Rotwelschdialekte im Rheinland stehen:
...


M

Manisch, Giessen-Jenisch, Yeniche (W3)

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Manische_Sprache
Rotwelscher Dialekt, der in Gießen und in Eislingen/Württemberg gesprochen wurde. Auch "Giessen-Jenisch" oder "Yeniche".


Manisch ist eine in Gießen in sozialen Randgruppen entstandene Geheimsprache. Es ist ein Vokabular von ca. 800 Worten dokumentiert, das stets in Verbindung mit dem lokalen Dialekt (Mittelhessisch) gebraucht wird. Es basiert u.a. auf Elementen des Jiddischen, Jenischen und Rotwelschen (siehe auch: Sintitikes).

Die Sprache wird seit vielen Jahren auch in der Wohngemeinschaft Bonameser Weg (nahe dem Frankfurter Berg), einem wilden, von der Stadt Frankfurt/M. geduldeten Wohnwagenstellplatz, gesprochen. Auch im Koblenzer Raum ist diese Sprache beheimatet.

Obgleich die Sprache im Aussterben begriffen ist und nur noch wenige Personen über einen nennenswerten Wortschatz verfügen, leben einige Begriffe in der lokalen Jugend-Umgangssprache fort, z.B.:
...


Masematte, Bunkensprache, Boofkenrackewehle (W3)

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Masematte
Eigenbezeichnung: "Bunkensprache" oder "Boofkenrackewehle"
Rotwelschdialekt in Münster mit besonders hohem Anteil an hebräischen Wörtern, v.a. in den Vierteln Kuhviertel, Sonnenstraße, Herz-Jesu-Viertel und Pluggendorf. Wurde im 19. Jhd. in Münster ortsfest, was mit der Niederlassung wandernder Viehhändler zusammenhängt. Masematte wurde von westfälischen Juden, Zigeunern und der sozialen Unterschicht gesproche. Ausgestorben im Zweiten Weltkrieg durch Verschleppung und Vernichtung der Sprecher und Zerstörung der Sprecherviertel, heute leben noch einige ehemalige Sprecher, sowie auch, in moderner Form, Szene-, Jugend- und Thekensprache.

Mattenenglisch (W3)

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Mattenenglisch

"Mattenenglisch" (Dialekt: "Matteänglisch", "mattenenglisch": "Itteme-Inglische") ist eine Geheimsprache, welche im Mattequartier in Bern gesprochen wurde. Oft wird der ursprünglich in der Matte gesprochene Dialekt als "Mattenenglisch" bezeichnet; streng genommen gilt die Bezeichnung aber nur für eine von den Mattenbewohnern konstruierte Geheimsprache.

Inhaltsverzeichnis: Der Dialekt der Matte
Während die Innenstadt Berns auf einem Hügel auf der Aarehalbinsel liegt, befindet sich das Mattequartier direkt am Aareufer und ist von der restlichen Stadt deutlich abgetrennt, so dass sich hier eine eigenständige Kultur mit einem eigenständigen Dialekt herausbilden konnte. Die Matteler waren ursprünglich niedrigere Leute wie Taglöhner, Fischer, Fuhrmänner uvm., welche nicht den Bürgerstand bekamen. Fremdarbeiter und Handelsleute brachten Einflüsse aus dem Französischen, dem Jiddischen und dem Rotwelsch. So entstand ein Soziolekt, der sich deutlich vom Stadtberndeutsch der gehobenen Schicht unterschied.

Ein bekanntes Beispiel für den Mattendialekt ist "Tunz mer e Ligu Lehm" (Gib mir ein Stück Brot). Der Beginn dieses Satzes stammt von griechischen Wörtern ab: dos = gib, oligon = ein wenig. "Lehm" ist hingegen aus dem hebräischen lechem = Brot abgeleitet. Zwar sind die Dialektunterschiede zwischen Matte und dem restlichen Bern heute verschwunden, doch sind viele Ausdrücke aus der Matte ins Berndeutsche eingeflossen, so z.B. Gieu (Knabe) oder seckle (rennen).
...


meschugge (W3)

Laut "Duden: Jiddisches Wörterbuch" wird es "meschúge" geschrieben und heisst "verrückt", "tollwütig"

Möse (rotwelsch) (W3)

(E?)(L?) http://www.physiologus.de/moese-b.htm#rotwelsch


N

Nassauer Rotwelsch (W3)

Rotwelschdialekt in Nassau.

O

P

Penis (rotwelsch) (W3)

(E?)(L?) http://www.physiologus.de/penis.htm


petermangold
Rotwelsch-Lexikon

(E1)(L?) http://www.petermangold.de/rotwelsch.asp


(E1)(L2) http://www.petermangold.de/lexikon_rd.asp?rotwelsch
Lexikon Rotwelsch - Deutsch - Die Datenbank mit ca. 1.700 Worten wurde mir von Frau Gisela Dix zur Verfügung gestellt.

physiologus - Rotwelsch - Gaunersprache

(E?)(L?) http://www.physiologus.de/phys-q.htm#Rotwelsch


Pump - auf Pump kaufen - jdn. anpumpen, pumpen

Der "Pump" = "Kredit" geht zurück auf einen rotwelschen bzw. Studentensprache Ausdruck "pompen", "pumpen".

(E?)(L?) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

Pump, der Kredit; einen guten Pump haben, einen guten Kredit; der Hauspump, der Kredit bei den Wirthsleuten. Pumpen, auf Kredit nehmen


(E?)(L?) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl
Hauspump, Hausduhmen, der Credit beim Wirthe

Q

R

Ranzen (W3)

Das Wort dt. "Ranzen" (engl. "satchel") = dt. "Rucksack", "Tornister" wurde aus der Gaunersprache (15. Jh.) übernommen, als Bezeichnung für die die "auf dem Rücken getragene Schulmappe besonders eines jüngeren Schülers". Das Verb "ranzen" bezeichnet in der Jägersprache dt. "sich paaren, sich begatten (beim Haarraubwild, Füchse und andere Raubtiere)" und geht zurück auf spätmhdt. "rantzen" = dt. "ungestüm springen" und zu mhdt. "ranken" = dt. "sich hin- und herbewegen". Diesem liegt wieder zu Grunde mhdt. "ranc" = dt. "schnelle drehende Bewegung", zu "renken", dazu auch dt. "Rank", "Ränke".

Ich könnte mir vorstellen, dass das Hin und Herschwanken des Ranzens auf dem Kinderrücken zu der Bezeichnung "Ranzen" führte. Es könnte aber auch sein, dass die Bezeichnung auf eine andere Verwendung in der Welt der Gauner Bezug nimmt - vielleicht das Schwanken des, mit Diebesgut gefüllten, Behälters auf der Flucht.

Eine weitere Möglichkeit zur Benennung des "Schulranzens" könnte über den Umweg des Ledermaterials (z.B. Kalbsleder) führen. Ein Hinweis erklärt z.B. den "Dachsranzen" als "Jagdtasche, die aus der Dachsschwarte gefertigt wurde".

Als "Ranzen" kann umgangssprachlich sowohl der "Rücken" als auch der "Bauch" bezeichnet werden. Daraus könnte sich also auch ganz direkt ergeben: "Ranzen" ist der auf dem "Ranzen" getragene Behälter.

Adelung schreibt dazu:


Die "Ranze", plur. die -n, nur in einigen Gegenden, z. B. in Schlesien, eine "Sau", ein "Schwein" weiblichen Geschlechtes. Die "Ranze" läuft der Magd mit ihren Ferklein nach, Opitz. Im Wendischen gleichfalls "Ranza"; ohne Zweifel mit dem an andern Orten, üblichen, gleichbedeutenden "Range" aus Einer Quelle, nähmlich als Nachahmung des eigenthümlichen Lautes dieser Thiere, welchen man mit vorgesetztem Gaumenlaute auch durch grunzen, und in einigen Fällen durch brähnen ausdruckt, S. "Ranzen", das Zeitwort. Im Schwed. ist daher "Rone" der Eber.

Der "Ranzen", des -s, plur. ut nom. sing. Dimin. das "Ränzchen", Oberd. "Ränzlein", und zusammen gezogen "Ränzel", ein Wort, welches überhaupt den Begriff der Versammlung, der Masse hat, aber nur noch in zwey Fällen üblich ist.

1) Der "Reisebündel" eines Wanderers zu Fuße, der Sack, worin derselbe enthalten ist, er sey nun von Fellen, wie ihn die Soldaten haben, oder aus einer andern Materie; der "Reisebündel", der "Reisesack". In diesem Verstande ist im Hochdeutschen so wohl "Ranzen" als auch, und zwar noch häufiger, "Ränzel" üblich, doch hat dieses meisten Theils den Begriff eines kleinen Ranzen. Seinen "Ränzel" auf den Buckel nehmen. Ein großer mit einem Schlosse verwahrter "Ränzel", welchen man auch zu Pferde und Wagen gebraucht, ist unter dem Nahmen eines "Felleisens" bekannt. ( S. auch "Schnappsack".)

2) Der "Leib", der "Körper" eines Menschen oder Thieres; doch nur im niedrigen und verächtlichen Verstande, und mit dem Nebenbegriffe der Größe und Ungestaltheit, da denn im Hochdeutschen "Ränzen", im Niederd. aber "Ränzel" am üblichsten ist. Es war ihm ungelegen, daß er seinen "Ranzen" aus dem Bette heben sollte. In manchen Fällen versteht man darunter in engerer Bedeutung den "Bauch". Seinen "Ranzen" füllen. In andern aber den "Rücken". Jemanden etwas auf den "Ranzen" oder "Ränzel" geben, auf den "Buckel".

Anm. In der ersten Bedeutung im Nieders. "Rentsel", "Renzel", im Holländ. "Rentser", im Schwed. "Ränsel", im Wend. "Ronz", und selbst im Chaldäischen "Rawzel", und im Arabischen "Razamon". In "Ränzel" ist die Endsylbe "-el" nicht allemahl ein Zeichen eines Diminutivi, sondern mit "-en", und "-er" oft gleichbedeutend, ein Subject, ein Ding zu bezeichnen. Das Wort hat überhaupt den Begriff der Verbindung, der Masse, welcher Begriff eine Figur von der "schnellen Bewegung" ist. ( S. "Rennen", "Rinnen" und das folgende). Wachter leitet es von dem Griech. "???", ein "Fell" ab; allein ein "Ränzel" darf nicht eben immer aus Fellen bestehen. In vielen Gegenden ist "Ranne", "Rone" noch ein Stamm, "Truncus", welches Wort selbst zu der Verwandtschaft gehöret und mit dem Deutschen gleichfalls den Begriff der Masse, der Verbindung hat. In den Monseeischen Glossen ist "Grant" ein geronnener Körper. Das Nieders. "Ranzel", "Randsel", ein "Kothsaum" an den Kleidern, gehöret nicht hierher, sondern zu "Rand".

"Ranzen", verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist nur in den gemeinen Sprecharten üblich, wo es in dreyfacher Bedeutung vorkommt.

1) "Lärmen", viele ungeordnete mit einem lauten Getöse verbundene Bewegung machen; als ein Neutrum. Den ganzen Tag im Hofe herum "ranzen", d.i. "laufen", "springen", "lärmen". Im Bette herum "ranzen", heftige und unnütze Bewegungen machen. Ingleichen als ein Activum, das Bett zu Schanden "ranzen", es durch solche Bewegungen aus seiner Lage bringen, verderben. (S. auch "Verranzen".)

2) Sich "ranzen", sich auf eine ungeschickte, dem Wohlstande zuwider laufende Art dehnen, sich "recken"; eine besonders im Oberdeutschen übliche Bedeutung, wo dieses Wort auch "stranzen" lautet.

3) Von vielen Thieren, wen sie sich "begatten", oder ungestümm nach der Begattung verlangen, sagt man, daß sie "ranzen". Die Jäger gebrauchen dieses Wort so wohl von den Hunden, als von allen vierfüßigen Raubthieren. Auch hier sticht der Begriff des Geräusches und besonders des Geschreyes merklich hervor, wie denn auch die gleichbedeutenden, aber von andern Thieren üblichen "rammeln", "rollen", "brauschen", "brunften" u. s. f. eben darauf abzielen. Wenn die Schweine läufisch sind, so sagt man, daß sie "brähnen", siehe dieses Wort.

Anm. Schon die Endsylbe "-zen" zeiget, daß dieses Wort ein Intensivum ist, welches von einem veralteten "rahnen" abstammet, welches überhaupt ein lautes Getöse oder Geschrey machen bedeutet hat, und dieses Getöse selbst nachahmet. Noch im Arabischen ist "rana" "tönen", und im Isländ. "kreina", Schwed. "vrena", "wiehern". (S. auch "Dröhnen", "Grunzen", "Krahnich", "Brähnen" u. s. f.) welche insgesammt dahin gehören, und sich nur durch die Vorlaute unterscheiden. Von dem Begriffe des Getöses ist der Begriff der heftigen Bewegung eine sehr natürliche Figur. Für "ranzen" in der ersten Bedeutung ist in manchen Fällen auch "rasen", und in den gemeinen Sprecharten auch "rammeln", "ranken", "ranten" üblich, welche sich nur durch die Endlaute unterscheiden. Im Holländischen ist "randen" und "ranten" "mit einem Getöse herum rennen", und in Franken und Schlesien, dem Frisch zu Folge, der "Rant" ein "Lärm", "Getöse". In der Rothwälschen Diebessprache ist der "Ranzen" eine "Katze".


(E?)(L?) http://www.1000-maerchen.de/fairyTale/877-der-ranzen-das-ha-tlein-und-das-ha-rnlein.htm

Brüder Grimm - Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein


(E?)(L?) http://www.atlas-alltagssprache.de/wp-content/uploads/2012/05/Schulranzen.jpg

Schulranzen / Schultasche / Schulmappe


(E?)(L?) https://www.bayrisches-woerterbuch.de/ranzen-der/

"Ranzen", der: 1. Schulranzen 2. dicker Bauch, Wampe


(E?)(L?) http://kollokationen.bbaw.de/cgi-bin/view.pl?id=1496

"auf den Ranzen"

Paraphrase: "Prügel"

Gebrauchsangaben: "umgangssprachlich"

nachgewiesener Zeitraum: 1998-2000 (Erstbeleg) (Letztbeleg)

weitere Kommentare: Es gibt im Corpus nur jeweils einen dialektalen Beleg einmal für das Idiom "es gibt was auf den Ranzen" und "(eins) auf den Ranzen kriegen".

Letzte Aktualisierung: 2008-02-18


(E?)(L?) http://deutsches-jagd-lexikon.de/index.php?title=Abranzen

"Abranzen", bezeichnet das "Ende der Ranzzeit" bei den Wildarten, deren Begattung "Ranz" genannt wird.


(E?)(L?) http://deutsches-jagd-lexikon.de/index.php?title=Dachsranzen

"Dachsranzen": Jagdtasche die entweder vollständig aus der "Dachsschwarte" gefertigt wurde oder nur das Obermaterial.


(E?)(L?) https://www.ettinger-phraseologie.de/pages/buchinhalt/e/e.38.php#13

13. "jmdm. den Ranzen voll hauen" / "jmdm. eins auf den Ranzen geben" (ugs.)

Beide Varianten sind äußerst selten im Internet belegt.

Das Phrasem "jmdm. den Ranzen voll hauen" darf nicht mit dem Phrasem "sich den Ranzen vollhauen" (= "viel essen". - B.1.4,1 ) verwechselt werden.

"jmdn. verprügeln" (Duden - Redewendungen, ³2008)


(E?)(L?) https://www.ettinger-phraseologie.de/pages/buchinhalt/b/b.1/b.1.4.php

1. "sich (Dativ) den Bauch / Ranzen / Wanst voll schlagen / voll hauen" (ugs.)

"sich satt essen"; "viel essen" (Duden - Redewendungen, ³2008)


(E?)(L?) http://www.etymologiebank.nl/trefwoord/ranzen

"ranzen" ["paren", i.h.b. van bunzings] {1901-1925} - hoogduits "ranzen" - middelhoogduits "rantzen" ["wild springen"] (middelnederlands "ransen" [worstelen]) - "ranken" [draaien], van "ranc" [snelle draai], middelnederduits "wranck" [het handenwringen, strijd], vgl. engels "wrench" [ruk, het draaien]; verwant met "wringen", "ranselen".


(E?)(L?) https://www.idiotikon.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=273&Itemid=195&suchwort=Ranzen

Lemmata


(E?)(L?) http://lwp.ids-mannheim.de/art/st/1136

slov. "ronc" - dt. "Ranzen"


(E?)(L?) http://lwp.ids-mannheim.de/art/meta/3530

Graphendarstellung zugehöriger Wortformen und ihrer Relationen


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/ahd-as-anfrk-mhd-mnd-HP/ahd+as+anfrk+mhd+mnd20140502.htm
(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/ahd-mhd-HP/ahd+mhd20140502.htm
(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/as-anfrk-mnd-HP/as+anfrk+mnd20140502.htm
(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/mhd-mnd-(mitteldeutsch)-HP/mhd+mnd-14834S-5907227Woe-sort_zgw_20140506.htm

"ranz" (1), mhd., st. F.: nhd. "Mutterschwein";

Etymologie: ?;

Weiterleben: s. nhd. (ält.) "Ranze", F., "Mutterschwein", DW 14, 109;

Literaturhinweise:

Lexer 164a ("ranz")

"ranz" (2), mhd., st. M.: nhd. "heftige Bewegung", "Streit";

Quellenangaben: MinnerII (um 1340) (FB "ranz"), Hätzl;

Etymologie: s. "ranzen";

Weiterleben: nhd. DW-;

Literaturhinweise:

Lexer 164a ("ranz")

"ranzen", mnd., sw. V.: nhd. "herumlaufen", "herumrennen";

Hinweis: vgl. mhd. "ranzen";

Etymologie: s. mhd. "ranzen", V., "ranzen", "ungestüm hin und herspringen", "brünstig sein" (V.); s. spmhd. "ranzen", V., "ungestüm springen"; vgl. mhd. "rensen", "renzen", sw. V., "die Glieder dehnen", "strecken", "sich strecken", "winden"; weitere Herkunft unklar;

Literaturhinweise:

MndHwb 2, 1858 ("ranzen");

Sonstiges: jünger, örtlich beschränkt, Fremdwort in mnd. Form

"ranzen", mhd., sw. V.: nhd. "ranzen", "ungestüm hin und herspringen", "umherspringen", "necken", "Glieder dehnen", "strecken";

Hinweis: vgl. mnd. "ranzen";

Quellenangaben: OvW (2. Viertel 15. Jh.);

Etymologie: s. "rangen";

Weiterleben: nhd. (ält.) "ranzen", V., "ranzen", DW 14, 111;

Literaturhinweise:

Lexer 164a ("ranzen"), Hennig ("ranzen")


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/EDEL-HP/edel.htm

"ranzen" (1), nhd., V., (17. Jh.): nhd. "ranzen" (V.) (1), "brünstig sein" (V.); ne. "be in rut";

Verweise: s. an-;

Hinweis: s. Rabatz;

Quellenangaben: 17. Jh.;

Interferenz: Lw. -;

Etymologie: mhd. "ranzen", sw. V., "ranzen", "ungestüm hin und herspringen", "umherspringen", "necken", "Glieder dehnen", "strecken"; mnd. "ranzen", sw. V., "herumlaufen", "herumrennen"; mhd. "rangen", sw. V., "hinspringen und herspringen"; vgl. ahd. "ringan"*, "hringan"*, st. V. (3a), "ringen", "kämpfen", "streiten", "hadern"; germ. "*hrengan", st. V., "biegen", "bewegen"; idg. "*skrengh-", "*krengh-", V., "drehen", "biegen", Pokorny 936; vgl. idg. "*sker-" (3), "*ker-" (10), V., "drehen", "biegen", Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.);

Literaturhinweise:

Kluge 1. A. s. u. "ranzen", Kluge s. u. "ranzen" 1, DW 14, 111, Duden s. u. "ranzen"; GB.: "brünstig sein" (V.); BM.: "drehen"; F.: "ranzen", "ranze", "ranzst", "ranzt", "ranzest", "ranzet", "ranzte", "ranztest", "ranzten", "ranztet", "geranzt", "geranzt", "ranzend", "ranzend", "ranzende", "ranzendes", "ranzendem", "ranzenden", "ranzender", "ranz" + EW; Z.: "ra-nz-en"

"ranzen" (2), nhd., sw. V.: nhd. "ranzen" (V.) (2), "anranzen", "derb anfahren"; ne. "snarl" (V.) at;

Verweise: s. an-;

Hinweis: -;

Quellenangaben: ?;

Interferenz: Lw. -;

Etymologie: Herkunft ungeklärt?;

Literaturhinweise:

Kluge s. u. "ranzen" 2, Duden s. u. "ranzen"; GB.: "in barschem Ton zurechtweisen"; BM.: ?; F.: "ranzen", "ranze", "ranzst", "ranzt", "ranzest", "ranzet", "ranzte", "ranztest", "ranzten", "ranztet", "geranzt", "geranzt", "geranzte", "geranztes", "geranztem", "geranzten", "geranzter", "ranzend", "ranzend", "ranzende", "ranzendes", "ranzendem", "ranzenden", "ranzender", "ranz" + EW; Z.: "ranz-en"

"Ranzen", nhd., M., (15./16. Jh.): nhd. "Ranzen", "Reisesack"; ne. "satchel";

Verweise: -;

Hinweis: -;

Quellenangaben: 1471-1528 (Brandis);

Interferenz: Lw. -;

Etymologie: s. mnd. "rensel", "rentzel", "renzel", M., "Ränzel", "Beutel für Reiseproviant", "Reisesack", "Beutel"; vgl. rotw. "rantz", "ranz", M., "Sack"; weitere Herkunft ungeklärt;

Literaturhinweise:

Kluge 1. A. s. u. "Ranzen", Kluge s. u. "Ranzen", EWD s. u. "Ranzen", DW 14, 110, Duden s. u. "Ranzen", "Bluhme" s. u. "Ranzen";

Sonstiges: vgl. nschw. "ränsel", Sb., "Ranzen"; nnorw. "ransel", M., "Ranzen"; GB.: seit dem Spätmittelalter Bezeichnung für einen "auf dem Rücken getragenen Sack"; BM.: "Sack"; F.: "Ranzen", "Ranzens" + EW; Z.: "Ranz-en"


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/mnd/mnd.html

"ranze", mnd., F.:

Verweise: s. "ranse"

"ranzen", mnd., sw. V.: nhd. "herumlaufen", "herumrennen";

Hinweis: vgl. mhd. "ranzen";

Etymologie: s. mhd. "ranzen"?, V., "ranzen", "ungestüm hin und herspringen", "brünstig sein" (V.); s. mhd. "ranzen", V., "ungestüm springen"; vgl. mhd. "rensen", "renzen", sw. V., "Glieder dehnen", "strecken", "sich strecken", "winden"; weitere Herkunft unklar;

Weiterleben: s. nhd. (ält.) "ranze"n, V., "ranzen", DW 14, 111?;

Literaturhinweise:

MndHwb 2, 1858 ("ranzen");

Sonstiges: jünger, örtlich beschränkt, Fremdwort in mnd. Form


(E?)(L?) http://www.labbe.de/lesekorb/index.asp?themakatid=11&themaid=66&titelid=624

Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein

[von den Brüdern Grimm]


(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/
nicht mehr erreichbar (2022-09-05)


"anranzen": "jemanden ausschimpfen", "anmeckern", "blöd anmachen" - Nachdem der mir in die Karre gefahren war, wurd ich von dem Kopp doch glatt noch angeranzt!

"Ranzen": (dicker) Bauch Mann, wat hat der ein dicken Ranzen.


(E?)(L?) https://www.mundmische.de/bedeutung/16365-ranzen

"Ranzen": Ein anderes Wort für Bauch


(E?)(L?) https://www.mundmische.de/synonyme/Ranzenstanzer

"Ranzenstanzer": Betreiber eines Piercing- oder Tatto-Studios


(E?)(L?) https://www.mundmische.de/bedeutung/3364-rumranzen

"rumranzen": wird dann benutzt wenn etwas nicht funktioniert oder wenn sich jemand schlecht benimmt.


(E?)(L?) https://www.mundmische.de/bedeutung/5099-Wohlstandsranzen

"Wohlstandsranzen": dicker, runder Bauch


(E?)(L?) https://www.owid.de/nav/gehezu/Schulranzen?module=elex

Schulranzen

Belege (automatisch ausgewählt)


(E?)(L?) https://www.redensarten-index.de/

"jemanden anranzen" / "jemanden anraunzen" - umgangssprachlich, salopp; Die Herkunft des Ausdruckes ist nicht bekannt. Das ältere "anranzen" ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. "Ranzen" als Verb bedeutete früher "laufen", "springen", "lärmen" und bei Tieren "sich paaren".

"einen Ranzen haben" - "einen dicken Bauch haben"

"sich den Ranzen vollschlagen" - "viel essen"

"jemandem den Ranzen vollhauen" - "jemanden verprügeln"

"sich den Ranzen vollhauen" - "viel essen"


(E?)(L?) http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_deutschland/brueder_grimm/derranzen.html

Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein


(E?)(L?) https://www.textlog.de/37793.html

Johann August Eberhards - Synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprache (1910)

1155. "Ranzen", "Felleisen" (1). "Ränzel" (2). "Tornister" (3). "Mantelsack" (4). "Quersack" (5). "Ranzen", dessen Verkleinerungswort "Ränzel" oder "Ränzchen" ist, bezeichnet überhaupt den gewöhnlich aus Fellen, Leder usw. gefertigten, sackförmigen Behälter, in welchem ein Pußwanderer seine Habseligkeiten mit sich führt, z. B. "Schulranzen", "Büchsenranzen", "Jägerranzen", "Bücherranzen" usw. "Tornister" heißt ein solcher "Ranzen", wenn er von Fellen oder aus Leder gefertigt, zu einer viereckigen Form aufgesteift ist und auf dem Rücken getragen wird. Derselbe wird namentlich von den Soldaten gebraucht. Ein "Ranzen" aus Fell, der verschließbar ist und nur zum Reisegebrauch dient, wird zuweilen auch "Felleisen" (mhd. "vells", aus mlat. "vallegia", "valesia", "Ranzen", frz. "valise", was von den Handwerksburschen in Fell und Eisen umgedeutet wurde) genannt; das Wort wird gegenwärtig aber nur noch von dem "Ranzen" der Handwerksburschen und an manchen Orten noch von dem der Briefträger ("Postfelleisen") gebraucht. Ein "Quersack" ist aus grober Leinwand, an beiden Enden geschlossen und mit einer schlitzartigen Öffnung in der Mitte; er wird über die Schulter gehängt, so daß die Öffnung auf die Achsel zu liegen kommt. Ein "Mantelsack" (eig. ein sackförmiges Behältnis für den Mantel) ist ein "Reisesack", der so eingerichtet ist, daß ihn namentlich ein Reiter auf dem Pferde mit sich führen kann.


(E?)(L?) https://www.textlog.de/40092.html

Jakob und Wilhelm Grimm - Kinder- und Hausmärchen (1812/15)

Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein


(E?)(L?) https://www.typografie.info/3/artikel.htm/wissen/apple-emoji-objekte

🎒 "Schulranzen", engl. "School Satchel"


(E?)(L?) http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=lemmata&term=ranzen*&darstellung=u

"Ranzenjahr", n.: letztes der drei Karenzjahre eines neu eingetretenen Stiftsfräuleins


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

"Ranzen", der,

"Ranzen",

"Ranzenreuter", ein "Postknecht", welcher die Briefe von einer Post zur andern in einem "Ranzen" befördert.


(E?)(L?) http://www.wdw.uni-trier.de/onlinewb/index.php3

"Ranzen-beißer" [m.]: "sehr saurer Wein", Frank. 05. Lit.: DEI 3205; KHK-Notiz. 16, 14; WürzbMda. 100. [der also den Magen / Bauch / Ranzen belastet]


(E?)(L?) https://www.wissen.de/rechtschreibung/anranzen

"anranzen": hat angeranzt; mit Akk. "barsch anreden", "barsch tadeln"


(E?)(L?) https://www.wissen.de/rechtschreibung/koranzen

"koranzen": V. 1, hat koranzt; Nebenform von "kuranzen"


(E?)(L?) https://www.wissen.de/fremdwort/kuranzen

"kuranzen" V.; umg.; veraltet = "kujonieren" [mlat. "carentia" "Bußübung mit Fasten, Geißeln usw."]


(E?)(L?) https://www.wissen.de/synonym/ranzen

Ranzen


(E?)(L?) https://www.wissen.de/synonym/ranzen-0

ranzen


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB#0&mode=Vernetzung&lemid=GR00703#XGR00703

"ranzen", m.

1) tragesack zum umhängen, lederner oder stoffener behälter zum tragen auf dem rücken: bair. tirol. "ranzen", kärntn. schweiz. nassauisch "ranze"; einst nur ein niedrig mundartliches wort der bettler dieser gegenden (in einem volksmäszigen vierzeiler wird es dem bettelsack gleichgestellt, vergl. th. 1, 1731) und wandernder krämer, schriftlich auch in derber rede solcher leute gebraucht: derowegen nam ich einen wecken aus meinem ranzen. Simpl. 3, 324 Kurz;
...
erst seit dem 17. jahrh. berücksichtigen es wörterbücher in der form "ranzen": ein "ranzen", bulga, vidulus, ein raucher ranzen, vidulus hispidosus Stieler 1522; der "ranzen", sacciperium, mantica, der "ranzen" hängt auf dem rücken, mantica est in tergo Steinbach 2, 216; oder "ranze": "ranze", mantica, pera, ascopera Kirsch cornuc. Hederich 1817; "ranze", bulga viatoris, ascopera, mantica peditum, ein sack von fellen, den die reisenden auf dem rücken tragen. Frisch 2, 86b; und es wird ein allgemein schriftdeutsches wort, auch in edler sprache gebraucht; als "ranzen" des bettlers:
...
2) "ranzen" in grober rede, der "bauch", sofern er gefüllt ist oder gefüllt wird; so wieder in den oben angeführten mundarten, und danach schriftdeutsch: "ranzen", dicker leib, abdomen Steinbach 2, 216; im zustande der schwangerschaft: sie hat den ranzen voll, gestat in alvo, praegnans, gravida est. Stieler 1522; oder bei völlerei: ich will dir den ranzen heute voll saufen,
...
3) "ranzen" für "buckel", "rücken": jemanden etwas auf den ranzen geben, ihn prügeln. Adelung. vergl. dazu das zweite verbum ranzen 2.
...
4) die herkunft des wortes ist dunkel; auch wenn im niederdeutschen "renzel" (vergl. oben "ränzel") nach der schreibung "rent-sel", "rent-ser" ein niederd. stamm "rant", der hochd. "ranz" sein müste, steckt, ist bei der sonstigen unbezeugtheit dieses stammes nichts gewonnen. nur so viel ist klar, dasz die zweite bedeutung von "ranzen" (der auch niederd. "renzel" für "bauch" entspricht, brem. wb. 3, 480) ein bild der ersten ist, nicht umgekehrt, wie schon die stelle aus Abr. a S. Clara oben unter 1 lehrt. ein mhd. "rans", "bauch", "wanst" (aufgeführt bei Lexer mhd. wb. 2, 342 aus dem buche von guter speise 4, 8), von dem man bei erklärung unseres wortes ausgegangen ist, gibt es nicht, "rans" heiszt vielmehr nur "rüssel", "saurüssel", und ist offenbar nicht verwandt: findet sie (die sau) ienen im garten ein bauren feiel und kegel, denn stoszet sie das maul oder "rans" darein. Keisersberg seelenpar. 228a; sie (die nachreder) sein die sauw, die ee den "ransz" in dreck stoszet dan in blumen. narrensch. 199a; in derber rede vom menschlichen munde:
...
ranzen, verb. in mehreren bedeutungen.

1) "balgend und stoszend rennen", "einen anrennen": schweiz. "ranzen", mit jemand spielend seine kräfte üben, wie es die muntere jugend zu thun pflegt. Stalder 2, 257; hennebergisch "ranse", "ranze", "herumschwärmen", "ausgelassen springen", von kindern, toben Fromm. 2, 415; hess. "sich ranzen", sich wie die buben herumbalgen.
...
2) namentlich "in geilheit balgen und rennen"; auch für "coire", vergl. Schm. 2, 127 Fromm.; schles. "ranzen", "sich üppig und heftig bewegen". Weinhold 76a; in Leipzig "sich ranzen", sich auf der strasze herumtreiben, "ranzbesen" namentlich das erwachsene mädchen, das dieses thut. Albrecht 190a; "ranzen", "herumlaufen", "auf buhlschaft ausgehen". Kindleben studentenlexicon (Halle 1781) 172; vergl. "herumranzen" th. 42, 1181; und (das mädchen) hette den ganzen tag nichts anders gethan, wenn sie nur prave hette mit ihnen herumb ranzen sollen. Schoch stud. leb. D 4.

3) in der jägersprache "ranzen", von thieren in der begattungszeit: "ranzen", heiszet bei denen raubthieren so viel als "laufen" oder "sich begatten".
...
4) "ranzen", "sich strecken", "faul dehnen"; oberdeutsch weit verbreitet, bairisch Schm. 2, 127; tirol. Schöpf 533; in Kärnten "ranzen", "strecken", aber auch "wiegen" und "schaukeln" Lexer 204 (auch schwäbisch ist "ranzen" "wiegen" Schmid 425); in der ältern sprache als "rannsen" und "rensen" erscheinend: alare, rensen, [Bd. 14, Sp. 112]
...
5) "ranzen", filzig handeln. Schmid 425; "ranzen", handel treiben, dingen, unterhandeln.
...
6) "ranzen" in "anranzen" th. 1, 423, "anfahren", "schelten", "schimpfen", vergl. dazu schweiz. "ränzen", "knurren", "keifen" Stalder 2, 258; "einen ranzen", "ihm übel mitspielen"
...
7) dasz in allen bedeutungen des wortes der grundbegriff einer bewegung heraustritt, ist hervorgehoben (Lexer kärntn. wb. 204). ob es, das noch im mhd. unbezeugt ist, aus früherem "rankzen" entsprang, und von "rank" (sp. 99) "wendung", "drehung" als iterativ gebildet wurde, ist zweifelhaft; eben so gut kann es mit "rennen" zusammenhängen, worauf die formen "rannsen" und "rensen" (oben 4) führen würden. das schwäbische hat "rantschen" in der bedeutung "müszig umherlaufen". Schmid 424.

"ranzen", verb., ableitung des masc. "ranzen".

1) "auf dem rücken tragen". schwäbisch. Schmid 425, wie man einen ranzen oder in einem ranzen trägt.

2) "ranzen", "tüchtig durchprügeln". Kehrein 322; hennebergisch "ranzen", "durchprügeln" (neben "herumrasen"). Fromm. 3, 135. vergl. dazu "ranzen" 3.

"ranzen", verb., von Göthe für "modern", "verfaulen" gewagt (vergl. dazu "ranzig"):
...
"ranzen", verb. für "ranzionieren". Frisch 2, 86b (aus Stumpfs Schweizerchronik).

"ranzenreiter", m. postknecht, welcher die briefe von einer post zur andern im ranzen befördert: "ranzenreuter" Jacobsson 7, 31b.


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB#0&mode=Vernetzung&lemid=PR00330#XPR00330




(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=RhWB&mode=Vernetzung&lemid=RR00874#XRR00875




(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=Wander&mode=Vernetzung&lemid=WR00086#XWR00086




(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=Wander&mode=Vernetzung&lemid=WR00086#XWR00086




(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

ABRANZEN | ANRANZEN | BEFRANZEN | BETTELRANZEN, m. | DACHSRANZEN, m. | DOPPELRANZEN, m. | GELDRANZEN, m. | ranzen, m. | ranzen, verb. | ranzen, verb. | ranzen, verb. | ranzen, verb. | ranzenreiter, m. | säugranzenkraut, n. | schäferranzen, m. | schulranzen, m. | soldatenranzen, m. | wanderranzen, m. | wasserranzen, m.


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/GWB/

"Dachsranzen": mit Dachsfell überzogener Rucksack


(E?)(L?) http://www.woerterbuchnetz.de/LothWB/

Ranzen | ranzen, intr. v.


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/RhWB/

Büchsenranze | Buckelranzen | Geigenranzen | Heulranzen | ranzen | Ranzen | ranzen | Ranzen-bohnen | ranzenieren I | ranzenieren II | Ranzenknebel | Ranzenkor | Ranzenkorb | Ranzenmänner | Ranzenmann


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Ranzen
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Ranzen" taucht in der Literatur um das Jahr 1640 / 1750 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-02

Rothenburger Rotwelsch (W3)

Rotwelschdialekt in Rothenburg ob der Tauber (Bayern).

Rotwelsch (W2)

"Rotwelsch" ist eine Bezeichnung für die deutsche Gaunersprache. Schon um 1250 versteht man unter "rotwalsch" Worte, die geheimen oder arglistigen Sinn haben. Die Bestandteile des Wortes sind "Rot" und "welsch". "Rot" war die Bezeichnung für Bettler, Spielleute, Possenreißer und Gaukler, also Menschen, denen nicht recht zu trauen ist. "Welsch" ist (auch) die Bezeichnung für die romanischen Sprachen und darüber hinaus für jede nicht verständliche Redeweise.

Das Wort "Kauderwelsch" bezeichnet noch heute eine Sprache, die nicht verständlich ist bzw. erscheint. Die "kauderwelschen Lamparter" (vgl. Robert Schneiders Roman "Schlafes Bruder", in dem eine vorarlbergische Familie den Namen "Lamparter" trägt) sind die den Geldwechsel betreibenden "Lombarden".

(E?)(L1) https://www.dw.com/de/rotwelsches/a-4256261

"Rot" ist heute nur noch die Haarfarbe, die punkige Frisur mittlerweile schon salonfähig und der "Spinatwächter" zu "Deinem Freund und Helfer" avanciert. Im Wortschatz geblieben sind "Knast", "Kluft" & Co.

Die Sprachwissenschaftler bezeichnen die deutsche Gaunersprache noch heute als "Rotwelsch". Dieses Wort gibt es schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Was man darunter versteht? "Rot" war so eine Art Sammelbegriff für das fahrende Volk, für Spielleute, Gaukler, aber auch für Bettler, Hausierer, Tagediebe, und eben für Gauner. "Rot" waren die am Rande oder außerhalb der Gesellschaft Stehenden; die stets auf der Hut sein mussten, die sich mitunter versteckten und die "Welsch" sprachen, denn niemand sollte verstehen, was sie sagten. Als "welsch" galten im Mittelalter die romanischen Sprachen und jede Art von unverständlicher Sprache oder Redeweise.

über:


Rotwelsch
Argot du milieu
Thieves' Latin
Lunfardo (W2)

Die Bezeichnung geht wahrscheinlich zurück auf niederl. "rot" = "verrottet", "verfault". Der Name bedeutet vermutlich "dreckiges Französisch".

Rotwelsch (auch: "Gaunersprache") ist eine Händler- und Geheimsprache z.B. der "Jenischen", bestehend aus einem deutschen Grundwortschatz und Elementen aus dem Jiddischen (Hebräischen) und aus der Zigeunersprache. Die Sprecher waren vom bürgerlichen Stadtleben und von der ländlichen Seßhaftigkeit ausgeschlossen. Ihre Nachkommen übten häufig ein bestimmtes Gewerbe aus.

Befunde des Rotwelsch liegen für eine Reihe von Orten vor:
Für die verschiedenen Rotwelschdialekte gibt es auch unterschiedliche Bezeichnungen:

Bargunsch | Berner Mattenenglisch | Fahrende | Fatzersprache | Henese Fleck | Humpisch | Hundeshagener Cochum | Köddinger | Kofferisch | Lachoudisch | Leinzeller Jenisch | Lepper Talp | Lingelbacher Musikantensprache | Loosdorfer Jenisch | Manisch | Masematte | Maurersprache | Nassauer Rotwelsch | Pfedelbacher Jenisch | Preßnitzerisch | Rothenburger Rotwelsch | Schallerer Sprache | Schillingsfürster Jenisch | Schlausmen | Schloßberger Jenisch | Stotzheimer Händlersprache | Vogelsberger Maurersprache | Weimerskircher Lakerschmus | Wiener Galerie

Im Französischen und Englischen gibt es die Bezeichnung "Argot du milieu" und "Thieves' Latin" ("Cant") für das deutsche "Rotwelsch" bzw. für ähnlich Sondersprachen in diesen Ländern. In Argentinien gibt es eine Gaunersprache "Lunfardo".

Die Sondersprachen des Rotwelschen sind heute nur noch in Resten erhalten. Viele Begriffe wurde allerdings in die Hochsprache übernommen (z.B. mies, Sore, Wisch, schummeln).

(E?)(L?) http://www.google.de/search?q=rotwelsch&hl=de&lr=&start=30&sa=N


Rotwelsch, rot, Pleite, meschugge, kess, Kluft, Kohl, Schmiere, Schmiere stehen, Schmus, schmusen, schofel, Stuss, Zoff (W3)

Das Deutsche hat nicht nur aus dem Griechischen, Lateinischen, Englischen, Französischen und Italienischen Wortgut übernommen, sondern auch aus anderen europäischen und außereuropäischen Sprachen. Diese Entlehnungen sind jedoch sehr viel weniger zahlreich. Einige Wörter kamen über das Jiddische und die Gaunersprache (das so genannte "Rotwelsche", aus rotwelsch "rot" = "falsch" und veraltet "welsch" = "romanisch", also eigentlich etwa "unechte romanische Sprache") aus dem Hebräischen ins Deutsche und fanden vor allem in der Umgangssprache Verbreitung, wie z. B,
Die Sprache der Verbindungsstudenten [...] hat hier besonders im 18. und 19. Jh. vermittelnd gewirkt.
vgl. auch: "Studentensprache"

Entnommen dem Newsletter des Duden-Verlags vom 02.11.2001. der widerum zitiert nach: Duden 7, Das Herkunftswörterbuch, 3. Auflage. Mannheim 2001.

Rotwelsches Glas (W3)

(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7693.html
Warum genau dieses Glas "Rotwelsches Glas" genannt wird, geht aus dem Artikel nicht hervor. Möglicherweise wird hier "rot" wörtlich genommen, da es sich um ein Glas mit opaker, rotbrauner Färbung handelt. Die mehr oder weniger stark geäderte Glassorte kommt aus der Harrachschen Hütte in Neuwelt im Riesengebirge (* Böhmische Gläser). Und diese Äderung könnte zur Assoziation "unechtes, verottetes Rot" Anlass gegeben haben. Demnach wäre "Rottrotes Glas" eigentlich die "richtige" Bezeichnung, ... Der Teil "welsch" könnte auf die Herkunft aus "Böhmen" bezogen sein, ...
Aber das ist alles nur Spekulation.
Vielleicht kennt ein Besucher den wahren Grund zur Namensgebung.


Rotwelsches Glas entstand im Schmelzofen infolge der Inhomogenität des mit Kupfer gefärbten * Rubinglases und wurde vorwiegend für die Herstellung von Lithyalingläsern (* Steinglas) verwendet. Eine Variante des Rotwelschen Glases ist das so genannte siegellackrote Glas, das in den gräflichen Buquoyschen Hütten in Südböhmen erzeugt wurde und auch unter der Bezeichnung roter Hyalith bekannt ist.


S

Schallerer Sprache (W3)

Rotwelsche Sprache der Wandermusikanten ("Schaller") im erzgebirgischen Preßnitz (heute Prisecnice i. Tschechien).

Schillingsfürster Jenisch (W3)

Rotwelschdialekt in Schillingsfürst. Eine Form des Schillingsfürster Jenisch wurde im benachbarten Matzenbach gesprochen.

Schlausmen (W3)

Rotwelschdialekt der sauerländischen Sensenhändler (Winterberg Hausierersprache, Nordrhein-Westfalen).

Schlossberger Jenisch (W3)

Schloßberg bei Bopfingen (Baden-Württemberg)
Die Erkundungen in Leinzell brachten auch eine unveröffentlichte Wörterliste des Schloßberger Jenisch ans Licht. Damit ist das Rotwelsch-Vorkommen in Schloßberg als solches gesichert (Archiv der Arbeitsstelle Sondersprachenforschung: Schloßberg SQ/G 1). Feststellungen zu den Sprechern/Gewährsleuten sind im Gange.

schwänzen - die Schule schwänzen (W3)

(E?)(L?) http://www.gfds.de/beratung3-4_04.html
Ganz eindeutig ist der Ausdruck "die Schule schwänzen" wohl nicht nachvollziehbar. Die Bedeutung von "schwänzen" als "sich vor dem Unterricht drücken" ist bereits im "Studenten-Lexikon" von Christian Wilhelm Kindleben, Halle 1781, aufgeführt.
Anfang des 20. Jahrhunderts fand es den Weg von der Studentensprache in die schulische Pennälersprache.
Das Wort "schwänzen" geht letztlich wohl auf "swanzen", "swenzen" = "schwenken", "schwanken" zurück. Direkt könnte man also das "hin- und herbewegen" beim spazieren gehen, statt des Schulbesuchs vorstellen. Im Rotwelschen gab es - allgemeiner gesehen - ein "swensen", "schwentzen" mit der Bedeutung "gehen", "über Land ziehen", also "hin- und herziehen". Durch diesen Hintergrund hatte "schwänzen" auch den Beigeschmack "betrügen", "hintergehen". In direktem Bezug auf "Schwanz" bedeutet "schwänzen" auch "schwänzeln", "mit einem Schwanz versehen sein" wobei der "Schwanz" sprachgeschichtlich als Rückbildung zu "swanzen" = "hin und her schwanken" angesehen wird.

Aus meiner Schulzeit scheint mir die Bedeutung "hin- und herziehen" noch am naheliegendsten zu sein - und sei es von einer kneipe in die andere. (Was allerdings nicht allzuoft vorkam - und wenn dann nur in Ausnahmesituationen wie Fasching oder Abiturfeier.)

schwarz
Schwarzarbeit

(E2)(L1) https://www.nextz.de/glossen/schwarz.htm
"schwarz" hängt etymologisch zusammen mit "schmutzig".

Die Bezeichnungen "Schwarzarbeit" oder "jemanden. anschwärzen" lassen sich auf das rotwelsche "schwärzen" = "schmuggeln" = "etwas bei Nacht tun" zurückführen.

Spinatwächter (W3)

Im Rotwelschen wird der "Landpolizist" als "Spinatwächter"bezeichnet.

(E?)(L1) https://www.dw.com/de/rotwelsches/a-4256261

...
Dass "Trittling" "Schuh" bedeutet, "Windfang" "Mantel" heißt und das rotwelsche Wort für "Landpolizist" "Spinatwächter" ist, das konnten eben nur Eingeweihte wissen.
...


Stotzheimer Händlersprache (W3)

Rotwelschsprache der Händler von Stotzheim (Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen). Früher lebten dort Korbflechter und Kesselflicker, die als Hausierer die Produkte im ganzen Rheinland vertrieben. Noch heute werden in der Alltagssprache rotwelsche Wörter benutzt.

Studentensprache, Backfisch, burschikos (W3)

Die Sprache der Verbindungsstudenten hat bei der Aufnahme der Gaunersprache (dem sogenannten "Rotwelsche"), hier besonders im 18. und 19. Jh. vermittelnd gewirkt.
Aus dieser Studentensprache sind ebenfalls viele Ausdrücke in die Allgemeinsprache übergegangen, so z. B.: .
vgl. auch: "Rotwelsch"

Entnommen dem Newsletter des Duden-Verlags vom 02.11.2001. der widerum zitiert nach: Duden 7, Das Herkunftswörterbuch, 3. Auflage. Mannheim 2001.

T

Traveller Rasende, Traveller Danish, Traveller Norwegian, Traveller Swedish (W3)

(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/14/show_iso639.asp?code=dan


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=DK


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/14/show_language.asp?code=RMD


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=rmd


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=NO


(E?)(L1) http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=rmg


(E?)(L?) http://www.travellersrest.org/


(E?)(L?) http://www.travellersrest.org/shelta.htm


(E?)(L?) http://www.travellersrest.org/Travellers.htm
Die "Traveller Rasende" Skandinaviens haben schon im XVII. und XVIII. Jh. eine eigenständige Identität entwickelt (Piasere 1992: 197).
"Traveller Danish" ("Rodi", "Rotwelsch"), eine Sprache auf dänischer Basis mit starkem Einfluß der "Northern Romani", wird in Dänemark gesprochen, Travellergruppen auch in Norwegen (Traveller Norwegian) und Schweden (Traveller Swedish).
Bibliographie:
Piasere, Leonardo:" Peripatetics," in: Bennett, Linda A. (ed.): Encyclopedia of World Cultures, Volume IV, Europe. G.K. Hall & Co, Boston/Mass., 1992: 195-197.

U

V

Vogelsberger Maurersprache (W3)

Rotwelschdialekt im Vogelsberg.

W

Weimerskircher Lakerschmus, Lakersprache (W3)

Rotwelschdialekt in Luxemburg.

Auch genannt: "Lakersprache", "Lakerschmus", "Weimerskircher Lakerschmus". Bibliographie:
Klaus Siewert (Herausgeber): Es war einmal ein kurantes anim...

welsch (W2)

(E1)(L1) http://home.balcab.ch/venanz.nobel/ausstellung/Rotwelsch.htm

...
Der Wortteil "welsch" kommt, entgegen viel Gehörtem, sicher nicht aus dem französischsprachigen Teil der Schweiz. Das germanische Wort "welsch" bedeutete nämlich "fremd" und wurde im Verlauf der Zeit immer stärker mit den romanischsprachigen Leuten und Ländern (Italien, Frankreich, usw.) verknüpft, sodass die Deutschschweizer eben ihr damaliges französischsprachiges Untertanenland "Welschland" nannten, eben Land, wo "welsch", also "fremd" gesprochen wird. Rotwelsch bezeichnete einfach eine für die damaligen Sprachforscher unbekannte "Fremdsprache".
...


Westjiddisch (W3)

Dialekt des Jiddischen (Deutschland, Niederlande, Schweiz, Elsaß, Böhmen). Zu Beginn des XX. Jhd. wurde Westjiddisch noch in einigen Landgemeinden des Elsaß und im Schweizer Surbtal gesprochen.

Wiener Galerie (W3)

Rotwelschdialekt in Wien.

wikipedia
Jenische Sprache

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Jenische_Sprache
Das "Jenische" (language code "YEC"; auch: "Krämersprache") ist eine im deutschsprachigen Raum und Frankreich entstandene, von Linguisten pejorativ "Geheim- oder Sondersprache" genannte Muttersprache für jenische Menschen. Es enthält Elemente des Deutschen, Westjiddischen, Romani und Rotwelsch, wobei die wechselnden gegenseitigen Einflüsse der Sprachen, insbesondere des Rotwelschen und des Jenischen, ungeklärt sind. Gewisse Wörter lassen darauf schließen, dass sie ihren Ursprung im Keltischen haben könnte. Regionale Dialekte des Jenischen in Österreich, der Schweiz, Deutschland, den Benelux-Staaten und Frankreich lassen auf unterschiedlich enge Kontakte zwischen Jenischen und jüdischen Leuten oder Angehörigen der Sinti und Roma schließen.

Die Sprecher, die Jenischen, sind eine eigenständige Gruppe und anders als oft vermutet, keine Sinti oder Roma. Die Jenischen sind traditionell Hausierer, Kesselflicker, Scherenschleifer, Bürstenmacher, Schrotthändler, Schausteller und Artisten. Die vermuteten keltischen Wurzeln ihrer Sprache lassen zu, sie als Urnomaden Europas zu bezeichnen.

Da die Jenischen oft in ihrer Umgebung gut verwurzelt waren und Kontakte zu anderen Händlern pflegten, wurden Varianten des Jenischen im südwestlichen Deutschland bis vor einigen Jahren als Handelssprache von Viehhändlern und Metzgern benutzt. Einige ältere Händler und Metzger beherrschen diese Sprache heute noch.

Lokal (z.B. in Leinzell) wird Jenisch noch von jungen Menschen gelernt; sie nehmen einzelne Wörter der Jenischen Sprache in die Jugendsprache auf.
...

wikipedia - Rotwelsch

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Gaunersprache


(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Rotwelsch


(E?)(L?) http://nds.wikipedia.org/wiki/Rotwelsch


wispor - Rotwelsch

(E6)(L?) http://www.wispor.de/wpx-rotw.htm


(E?)(L?) http://www.wispor.de/wpx-k-r.htm

Rotwelsch ("fremde, unverständliche Sprache").
Eine Geheimsprache (von Nichtseßhaften, auch von Gaunern...), die aus einer Mischung von: dt. Begriffen, Jiddisch, Jenisch, Zigeunersprache und weiteren entstanden ist.
Die wohl älteste Quelle: "Liber vagatorum" wurde um 1528 von Martin Luther erneut herausgegeben.
...
(Es folgt eine kleine Tabelle mit Wort-Beispielen.)


(E?)(L?) http://www.zum.de/psm/decker/decker21.php?suchbegriffe=liber+vagatorum
Hier findet man einige Abschnitte aus dem Anhang des
"Liber Vagatorum" - ein Bettel-Lexikon aus dem 16. Jahrhundert
Worterklärungen aus dem Anhang:
...

X

Y

yauh - Rotwelsch (Seminararbeit)

(E?)(L1) http://linguistik.yauh.de/rotwelsch.html


(E?)(L1) http://linguistik.yauh.de/rotwelsch/


(E?)(L1) http://www.yauh.de/files/hausarbeiten/rotwelsch.pdf
Das komplette PDF-Dokument umfasst 35 Seiten.

Z

zappenduster

Kürzlich las ich einen Artikel über den Aufbau des Auges. Demnach gibt es im Auge "zapfenförmige" Sehzellen, die für die Farbwahrnehmung zuständig sind und "stäbchenförmige" Sehzellen, die nur auf Helligkeitsunterschiede reagieren. Bei Dunkelheit reicht die Lichtmenge nicht mehr für die "Zapfen", so dass man keine Farben mehr wahr nimmt, sondern eben nur noch verschiedene Graustufen.
Demnach könnte "zappenduster" so dunkel sein, dass man nur noch "grau" erkennen kann.
Dies ist allerdings nicht die etymologische Erklärung für "zappenduster". Aber es erklärt, warum "nachts alle Katzen grau" sind.

Eine andere Erklärung könnte sein, dass es auf den "Zapfenstreich" zurück geht. Das war der Schlag eines Offiziers auf den Zapfhahn, um dem Wirt und den Soldaten das Ende des Ausschanks anzuzeigen. Dies dürfte wohl immer schon zu vorgerückter Stunde passiert sein, zumindest dürfte es schon dunkel, eben "zappenduster" gewesen sein. Und da es in früheren Zeiten weniger Laternen auf den Strassen gab, ...

Aber auch diese Erklärung ist wahrscheinlich zu weit hergeholt.
Jedenfalls besagt der Kluge, dass "zappenduster" vermutlich auf das rotwelsche "zofon" = "Mitternacht" zurück geht. D.h. es ist einfach "mitternachtsdunkel".

Bücher zur Kategorie:

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, (griech.) etymología, (lat.) etymologia, (esper.) etimologio
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany, (esper.) Germanujo
Rotwelsch, Jerga del Hampa, Argot du milieu, Gergo dei Vagabondi, Thieves' Latin, (esper.) ruga anariko

A

Ave-Lallemant, Friedrich Christian Benedict
Das deutsche Gaunertum in seiner sozialpolitischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande

Das deutsche Gaunertum
von Friedrich Christian Benedict Ave-Lallemant
Gebundene Ausgabe - Fourier Verlag
Erscheinungsdatum: Juni 1999
ISBN: 3925037950


Kurzbeschreibung
Kriminal-historische Untersuchung aus dem 19. Jahrhundert. Das deutsche Gaunertum in seiner sozialpolitischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande. Reprint der Schrift von 1858-1862 nach der überarbeiteten Ausgabe von 1914. Der Jurist Avé-Lallemant beschreibt das historische Gaunertums und das seiner Gegenwart, befaßt sich mit Literatur über das Gaunertum und mit der Gaunerpraxis, d.h. mit damals üblichen Verbrechensmethoden, Geheimzeichen und -sprache etc. Avé-Lallemant, Das deutsche Gaunertum in seiner sozialpolitischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande.


Die folgende Beschreibung gehört zu einer anderen Ausgabe, die aber wohl vergriffen ist:

Vollständiger Reprint der Ausgabe Lübeck 1858, 2 Bände (3 Tle.) in einem Bd.(komplett)]
Wiesbaden, Ralph Suchier o.J. (um.1975). 2 Bde.i.1, Illustr.Pappbd.
255 S., 29 Bildbeigaben u. 306 S., 13 Bildbeigaben u. 37 Illustr.i.Text.
Aus dem Inhalt: DAS HISTORISCHE GAUNERTUM:
Allgemeiner Begriff des Gaunertums/ Etymologische Ableitung des Wortes "Gauner"/ Die Elemente des deutschen Gaunertums / Erstes Auftreten der Juden in Deutschland / Erstes Auftreten der Zigeuner in Deutschland / Entwicklung des deutschen Bettler-und Gaunertums: 1. Das deutsche Heidentum / 2. Das Bettler-und Gaunertum seit Einführung des Christentums in Deutschland / LITERATUR DES GAUNERTUMS: Das Baseler Ratsmandat. Brants "Narrenschiff" und Geilers "Predigten" / Der "LIBER VAGATORUM" und die Rotwelsche Grammatik / Pamphilus Gengenbach und die poetische Gaunerliteratur / Die Anekdoten, Biographien und Schelmenromane / Die freiere psychologische Bearbeitung und rationelle Darstellung u.a./ DIE REPRÄSENTATION DES GAUNERTUMS: Die persönlichen und sozialen Verhältnisse / Psychologische Wahrnehmungen/ DAS GEHEIMNIS DES GAUNERTUMS: Die gaunerische Erscheinung / Die Simulationen / Die körperlichen Entstellungen und ihre künstlichen Merkmale / Die Schwangerschaft / Die Epilepsie / Die Taubstummheit / Die Schwerhörigkeit / Geisteskrankheiten / Die Gaunersprache / Das Zinken / Die Jadzinken / Die Kenzinken / Die graphischen Zinken / Die Gaunernamen / Der Zinkplatz / Der Vertuß / Das Schrekenen / Das Meistern / Das Zuplanten / Das Brennen / Das Kaspern / Die Kassiwer / Das Badowern / Die Kawure / Die Kutsche / DIE GAUNERPRAXIS (Schränken, Pegern, Makkenen, Neppen, Stippen, Chalfenen, Kittenschieben...) / DIE PARALYSE DES GAUNERTUMS: Die Verständigung des deutschen Bürgertums mit der Polizeigewalt / Die Verfolgung des Gaunertums / Die Gauneruntersuchung

B

C

D

E

Efing, Christian - WdG
Siewert, Klaus
Wörterbuch deutscher Geheimsprachen
Rotwelschdialekte

(E?)(L?) https://buchfindr.de/buecher/woerterbuch-deutscher-geheimsprachen-2/

Das Wörterbuch bietet den Verdunkelungswortschatz von deutschen Geheimsprachen, die in den letzten 20 Jahren im Zuge der Neubelebung der Sondersprachenforschung dokumentiert worden sind. Dabei handelt es sich um sogenannte Rotwelsch-Dialekte, die durch die Integration von Wörtern aus Spendersprachen wie etwa dem Jüdisch-Deutschen, Romanes, romanischen und slavischen Sprachen sowie dem mittelalterlichen Rotwelsch als Geheimsprachen funktionieren konnten. Das Wörterbuch beruht auf Sprecherbefragungen und schriftlichen Quellen und ist nach Wortfamilien geordnet. Die einzelnen Artikel bieten neben dem Kopflemma schreibsprachliche Varianten, Bedeutungsangaben, Verwendungsbeispiele und Angaben zur Herkunft der Wörter.

ISBN-10: 3110217481, GTIN-13: 9783110217483


Erstellt: 2020-11

F

Franke, Hartwig
Es war einmal ein kurantes anim...

Textbuch Masematte I
von Hartwig Franke, Klaus Siewert (Herausgeber), Werner Neuhaus (Herausgeber), Christian Frieling (Herausgeber), Silke Becker (Herausgeber), Mirka Dickel (Herausgeber), Ingrid Faber (Herausgeber), Frauke Plate (Herausgeber), Christina Salmen (Herausgeber), Britta Walkenfort (Herausgeber)
Taschenbuch - Waxmann Verlag GmbH, Münster/New York
ISBN: 3893250670

G

Girtler, Roland
Rotwelsch. Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden

Gebundene Ausgabe: 255 Seiten
Verlag: Böhlau Wien (Oktober 1998)
Sprache: Deutsch

(E?)(L?) http://www.buchkritik.at/kritik.asp?IDX=3200
Gebundene Ausgabe - Böhlau Wien
Erscheinungsdatum: Oktober 1998
255 Seiten
ISBN: 3205989023

Günther, L.
Deutsche Gaunersprache - Rotwelsch

351 Seiten - Area

Klappentext
Woher kommt der Begriff "Stromer"? Seit wann kann man mit "Kies" und "Moos" bezahlen? Und wieso bezeichnet man einen Bettler auch als "Schnorrer"? Antworten auf diese Fragen finden sich in diesem sachkundigen Werk über die deutsche Gaunersprache. Das sogenannte "Rotwelsch" wurde im Mittelalter von findigen Gaunern und Dieben als Geheimsprache entwickelt, um von der Obrigkeit nicht verstanden zu werden. In der Folge bekam diese Sprache den Namen "die Jenische" oder "Chochem Loschen" - kluge Sprache - und wurde bis in das 20. Jahrhundert gepflegt. Vom Jiddischen und der deutschen Mundart beeinflußt, erhielt die Gaunersprache eine eigenständige Grammatik und ein eigenes Vokabular. Ludwig Günther erforscht in seinem Buch "Deutsche Gaunersprache und verwandte Geheim- und Berufssprachen" die Herkunft und Bedeutung einzelner Wörter. Das Standardwerk aus dem Jahre 1919 gibt einen Einblick in die vielfältigen Gauner- und Geheimsprachen wie die sogenannte Kundensprache bzw. "Speisekarte des Landstreichers" oder die Scharfrichterspra-che. Bereits 1833 hat J. K. v. Train in seinem "Wörterbuch der Gauner- und Diebessprache" über 10 000 Wörter, Redewendungen, Zahlen und Eigennamen der Gaunersprache zusammengetragen. Eine Szene aus einem rotwelschen Stück spiegelt den authentischen Gebrauch der Gaunersprache wider. Auch im 21. Jahrhundert wirkt die Gaunersprache zum Teil im Sprachgebrauch fort. Erstmals gemeinsam in einem Band veröffentlicht, vermitteln die beiden Werke dem Leser ein umfas-sendes Bild von dieser faszinierenden Geheimsprache und lassen die spannende, fast verges-sene Welt der deutschen Gauner und Ganoven wieder lebendig werden.

H

Honnen, Peter
Geheimsprachen im Rheinland

(E?)(L?) https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/publikationen_4/buecher/geheimsprachen_im_rheinland.html

Eine Dokumentation der Rotwelschdialekte in Bell, Breyell, Kofferen, Neroth, Speicher und Stotzheim. Mit CD. (= Rheinische Mundarten, Band 10). Köln: Rheinland-Verlag 1998. 2. Aufl. 2000.

249 Seiten, ISBN 3-7927-1728-X

"Rotwelsch", "Gaunersprachen", "Krämerlatein", "Geheimsprachen": heute hat man - wenn überhaupt - nur ganz vage Vorstellungen von dem, was sich hinter diesen Bezeichnungen verbirgt. Vielleicht sind es undeutliche Vorstellungen von Räuberbanden, die - heute beliebte Objekte regionalhistorischer Heimatliteratur - einst im Rheinland für Spannung sorgten und die sich angeblich untereinander in einem seltsamen Kauderwelsch verständigten; vielleicht erinnert man sich an fliegende Teppichhändler, die früher mit der schweren Ware auf der Schulter plötzlich vor der Haustüre standen und sich in einer ungewöhnlichen Sprache unterhielten, oder man denkt an wandernde Scherenschleifer und Lumpensammler, die ihren mitreisenden Familienangehörigen auf der Straße unverständliche Befehle zuriefen.

Das Werk von Peter Honnen räumt mit solchen Vorstellungen auf, in dem für sechs rheinische Orte, in denen Sprecher von Geheimsprachen zu Hause waren, präzise Darstellungen der Sprache und ihrer Verwendung erfolgen. Ergänzt werden diese Beschreibungen durch Wortlisten und Tonaufnahmen der jeweiligen Orte.


Erstellt: 2019-04

I

J

K

Klose, Albrecht
Sprachen der Welt
Languages of the World

Ein weltweiter Index der Sprachfamilien, Einzelsprachen und Dialekte, mit Angabe der Synonyma und fremdsprachigen Äquivalente.
A Multi-lingual Concordance of Languages, Dialects and Language-Families

Sprache: Englisch
Sondereinband - 556 Seiten - Saur
Erscheinungsdatum: Dezember 2001
Auflage: 2nd Rev&Ex

Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 870 Seiten
Erscheinungsdatum: 1987

Kluge, Friedrich - R
Rotwelsches Quellenbuch
Quellen und Wortschatz der Gaunersprache und der verwandten Geheimsprachen

(E?)(L?) https://www.degruyter.com/view/product/139926
Sondereinband - Gruyter
Erscheinungsdatum: 1987
Auflage: (Nachdr. d. Aufl. 1901)
ISBN: 311010783X

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Puchner, Günter - DSdV
Die Sprache der Vagabunden
Eine Geschichte des Rotwelsch und das Geheimnis meiner Familie

(E?)(L?) https://www.rhenania.de/sprachwissenschaft/die-sprache-der-vagabunden-eine-geschichte-des-rotwelsch-und-das-geheimnis-meiner-familie.html

Von Martin Puchner. München 2021. 13,5 x 21,5 cm, 288 S., 28 s/w-Abb., geb.

Sie hinterließen geheime Zeichen, um den Nachfolgenden anzuzeigen, wo man willkommen war und wo nicht. Und sie benutzten einen geheimen Code, um auf der Straße zu überleben. Man nannte sie Vagabunden, Ausgestoßene, fahrendes Volk. Ihre rätselhafte Sprache, das Rotwelsch, hat Martin Puchner schon in den siebziger Jahren als Kind in der fränkischen Provinz fasziniert. Viel später, als Professor in Harvard, wird er diesen Code als Wissenschaftler erforschen - und erkennen, dass auch seine eigene Familie mit dieser Sprache auf unheilvolle Weise verbunden ist. Ein bewegendes und anrührendes Buch über die unheimliche Macht der Worte - und ein dunkles Familiengeheimnis.


Erstellt: 2023-06

Puchner, Günter - SSR
Sprechen Sie Rotwelsch?

(E?)(L?) http:///

2448 Wörter und Redewendungen der deutschen Gaunersprache
München 1975 (Heimeran)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3776502029
ISBN-13: 978-3776502022


Erstellt: 2017-02

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Siewert, Klaus - Ewe
Es war einmal ein kurantes anim...

Textbuch Masematte I
von Hartwig Franke, Klaus Siewert (Herausgeber), Werner Neuhaus (Herausgeber), Christian Frieling (Herausgeber), Silke Becker (Herausgeber), Mirka Dickel (Herausgeber), Ingrid Faber (Herausgeber), Frauke Plate (Herausgeber), Christina Salmen (Herausgeber), Britta Walkenfort (Herausgeber)
Taschenbuch - Waxmann Verlag GmbH, Münster/New York
ISBN: 3893250670

Siewert, Klaus - RD
Rotwelsch-Dialekte

Symposion Münster
10. bis 12. März 1995
Harrassowitz, Otto
Taschenbuch
207 Seiten, 5 Abb., br

Siewert, Klaus - RGoS
Rotwellsche Grammatik oder Sprachkunst
Frankfurt am Mayn 1755

(E?)(L?) https://buchfindr.de/buecher/rotwellsche-grammatik-oder-sprachkunst-frankfurt-am-mayn-1755/

Herausgegeben und kommentiert von Klaus Siewert

Die hier als Faksimile-Edition vorgelegte „Rotwellsche Grammatik“ von 1755 ist vom Herausgeber in den Beständen eines privaten Antiquariats entdeckt worden. Das weltweit nur noch in wenigen Exemplaren erhaltene Buch, das in die Tradition der sog. Enthüllungsschriften gehört, diente zur Dekodierung des Rotwelschen, einer Geheimsprache, die bereits im hohen Mittelalter entstanden ist und in deutschen Landen über Jahrhunderte hinweg existiert hat. Mit dieser Ausgabe soll ein bedeutendes sprach- und kulturhistorisches Dokument für die Wissenschaft, Schulen und andere Bildungsträger wieder verfügbar sein.

ISBN-10: 3947218087, GTIN-13: 9783947218080


Erstellt: 2020-11

Siewert, Klaus - SSP
Sondersprachenforschung

(E?)(L?) http://www.harrassowitz.de/verlag/Language/Sondersprachenforschung.htm

Herausgegeben von Klaus Siewert in Verbindung mit Robert Jütte, Yaron Matras und dem Deutschen Sprachatlas, Universität Marburg / Lahn




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Veldtrup, Josef
Bargunsch oder Humpisch
Die Geheimsprache der westfälischen Tiötten
Eine Untersuchung

Broschiert - Aschendorff, Münster
Erscheinungsdatum: Mai 1998
ISBN: 3402059851


Klappentext
Bargunsch oder Humpisch. Die Geheimsprache der westfälischen Tiötten, der wandernden Kaufleute aus dem Tecklenburger Land. Eine etwa 250 Wörter umfassende Liste dieser Sprache und eine zusammenhängende Darstellung.


"Bargunsch" oder "Humpisch" nannten die wandernden Kaufleute aus dem Tecklenburger Land ihre Geheimsprache, die so geheim gewesen sein soll, daß nicht einmal die Ehefrauen von ihr wußten.

[Sprache, Sprachgeschichte, Etymologie, Rotwelsch, Plattdeutsch, münsterländisches, westfälisches, Platt, Münsterland, Sondersprache, Argot, Slang, Krämersprache, Philologie, Niederdeutsch, Wortschatz, Hochdeutsch, Wortschatz, Wortbildung]

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Wolf, Siegmund Andreas
Deutsche Gaunersprache

Gebundene Ausgabe - Buske
Erscheinungsdatum: Januar 1993
ISBN: 3871187364

Wolf, Siegmund Andreas
Deutsche Gaunersprache
Wörterbuch des Rotwelschen

(E?)(L?) https://buske.de/worterbuch-des-rotwelschen.html
1985. Unveränderter Print-on-Demand-Nachdruck der Auflage von 1985. 432 Seiten. 978-3-87118-736-0. Gebunden


Die "Gaunersprache", bzw. das "Rotwelsche" (das bedeutete ursprünglich dasselbe) heißt je nach Gegend auch "Jenisch", "Lachoudisch", "Kochemer Loschen" u.a.

Es handelt sich um eine Sprache, die sich ab dem 13. Jahrhundert wohl aus einer Art lingua franca des Fahrenden Volks entwickelte, eine Schöpfung der mittelalterlichen Landstraßen. In den folgenden Jahrhunderten wurden Beweglichkeit und Wandelbarkeit zu einem hervorstechenden Merkmal von Sprache und Sprechern.

Das Rotwelsche war eine Geheimsprache, deren Hauptzweck darin bestand, von Unbefugten (i.d.R. waren das Sesshafte) nicht verstanden zu werden, und um diesen Zweck zu erreichen, waren die Outlaws früherer Zeiten findig - sie integrierten in ihre Sprache, die zunächst "normale" Ausdrücke durch andere Aussprache verfremdete, was nur irgend passend war: Das waren Begriffe aus wenig verbreiteten Dialekten, oder auch solche die in der jeweiligen Gegend nicht verstanden wurden, aufgeschnappte fremdsprachliche und zigeunersprachliche Ausdrücke und vor allem Jiddisches - vornehmlich jener Teil des jiddischen Vokabulars, der aus dem Hebräischen stammte und für Sprecher des Deutschen unverständlich war. Und oft wurden die ursprünglichen Wortbedeutungen auch noch verändert - sicher ist sicher...

Bemerkenswert ist allerdings, dass das Rotwelsche nie eine eigene Grammatik herausgebildet hat - andererseits aber auch wieder logisch, wenn man bedenkt, dass sich die Zusammensetzung der Sprecher in ständigem Wandel befand.

Rotwelsch war also eigentlich ein bewundernswerter linguistischer Drahtseilakt: Einerseits musste man sich untereinander zuverlässig verständigen können, auch wenn man aus völlig verschiedenen Gegenden stammte, und andererseits durfte kein Uneingeweihter etwas verstehen. Die Sprache musste sich also schneller als üblich verändern, aber so, dass auch versprengte Eingeweihte Schritt halten konnten. Erstaunlich, dass das geklappt zu haben scheint; dazu beigetragen haben sicher die vielen anschaulichen bis drastischen Ausdrücke, die sich mit ein wenig Übung sicher gut merken ließen; Grinsen angesichts besonders bildhafter Formulierungen nicht ausgeschlossen...

Allerdings, so ganz scheint das mit der Geheimhaltung nicht geklappt zu haben, denn beim Durchblättern von Wolfs Lexikon stößt man doch auf erstaunlich viel Bekanntes aus der Umgangssprache.
...

Was das Wörterbuch selber angeht: Es handelt sich hier um ein echtes, umfangreiches Wörterbuch, so vollständig wie irgend möglich. Bei jedem der knapp 6500 Einträge werden nicht nur die Wortbedeutung(en) mit ihren Varianten erläutert, sondern auch die Etymologie (sprachgeschichtliche Entwicklung), die mögliche Herkunft des Wortes, und die Quelle(n), auf die Wolf sich bezieht. Ein Übriges tut das zusätzliche Wortregister am Ende, das knapp 20.000 Wörter verzeichnet und auf die entsprechenden Wörterbuch-Einträge verweist.


(E?)(L?) https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41120614.html

27.02.1957

SPRACHE / ROTWELSCH

Wörterbuch für Gauner

Auf der Essener "Internationalen Polizeiausstellung" im vergangenen Herbst war zwischen Verbrecherwerkzeug und Sicherheitsschlössern auch ein Buch ausgestellt, das zum größten Teil unbedruckte Seiten enthielt. Der ehemals in Leipzig, nun aber in Mannheim stationierte Verlag "Bibliographisches Institut AG" durfte mit einiger Zuversicht glauben, daß bereits der Titel des noch unfertigen Buches bei den Besuchern der Ausstellung nachhaltiges Interesse finden würde. Er hieß: "Wörterbuch des Rotwelschen", Untertitel: "Deutsche Gaunersprache".
...


Wolf, Siegmund Andreas
Deutsche Gaunersprache
Wörterbuch des Rotwelschen

Gebundene Ausgabe - 430 Seiten - Bibliogr. Inst., Mannh Erscheinungsdatum: Oktober 1985 ISBN: 3411009942


Kurzbeschreibung
Rotwelsch ist die im 13. Jahrhundert entstandene Geheimsprache der Gauner, deren Wortschatz zum Teil auf Sonderbedeutungen bekannter Worte, vor allem aber auf umgedeuteten Anleihen aus dem Jiddischen und aus Zigeunersprachen basiert. "Bereits Vorwort und Einleitung lassen erkennen, daß hier der gegenwärtig unzweifelhaft beste Kenner eines der schwierigsten Gebiete der Deutschkunde am Werk gewesen ist. Die deutsche Lexikographie und Sprachforschung darf sich zu diesem Wörterbuch beglückwünschen."
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Wolf, Siegmund Andreas - Grosses Wörterbuch der Zigeunersprache (romani tsiw)

Gebundene Ausgabe - 287 Seiten - Bibliograph. Institut
Erscheinungsdatum: 1960

Gebundene Ausgabe - Buske
Erscheinungsdatum: 1993
ISBN: 3871187771

Wolf, Siegmund Andreas - Wörterbuch des Rotwelschen

Gebundene Ausgabe - 430 Seiten - Bibliograph. Institut
Erscheinungsdatum: 1956
ISBN: B0000BPSA3

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