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Polysemie, Polisemia, Polysémie, Polisemia, Polysemy

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Polysemie (W3)

Bei der "Polysemie" handelt es sich um Worte mit mehreren Bedeutungen. Im Unterschied zur "Homonymie" können die Worte bei der "Polysemie" auf die gleichen Wurzeln zurückgeführt werden.

Die Bezeichnung "Polysemie" setzt sich zusammen aus griech. "poly" = dt. "viel" und griech. "sema" = dt. "Zeichen".

(E?)(L?) http://www.etymologiebank.nl/trefwoord/polysemie

"polysemie" - (verschijnsel dat een woord meerdere betekenissen heeft)
...
"polysemie" [met veel betekenissen] {na 1950} - frans "polysémie", van grieks "polus" ["veel"] + "sèmainein" ["door een teken duidelijk maken", "meedelen", "betekenen"].
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"polysemie": verschijnsel dat een woord meerdere betekenissen heeft 1950 [GVD] - Frans
...


(E?)(L?) http://hispanoteca.eu/Linguistik/po/POLYSEMIE%20Polisemia.htm

"POLYSEMIE" "Polisemia"

(comp.) Justo Fernández López

Diccionario de lingüística español y alemán

www.hispanoteca.eu

Vgl.: "Homonymie" / "Synonymie" / "Hyponymie" / "Hyperonymie" / "Heteronymie" / "Kohyponymie" / "Paronymie" / "Ambigüität" / "Homophon" / "Sympleronym" / "Antonym" / "Semantik" / "Literatursoziologie" / "Semiotisches Trapez"

"Polysemie" > "Mehrdeutigkeit"

„Polysemie [griech. "sema" = "Zeichen"] Terminus von M. Bréal [1897]: P. ("Mehrdeutigkeit") liegt vor, wenn ein Ausdruck zwei oder mehr Bedeutungen aufweist, die allesamt etwas gemeinsam haben und sich meist aus einer Grundbedeutung ableiten lassen. Der Unterschied zu "Homonymie" liegt nach traditioneller Auffassung darin, dass bei letzterer die verschiedenen Bedeutungen auf verschiedene etymologische Wurzeln zurückgeführt werden und man somit von verschiedenen Wörtern reden muss, während die Bedeutungsvarianten polysemer Ausdrücke auf die gleiche Wurzeln zurückgeführt werden und man somit von verschiedenen Wörtern reden muss, während die Bedeutungsvarianten polysemer Ausdrücke auf die gleiche Wurzel zurückgehen. Das etymologische Kriterium ist jedoch prinzipiell unscharf und führt bei konsequenter Anwendung zu Ergebnissen, die nicht der Intuition entsprechen. Dass die Trennung zwischen "Polysemie" und "Homonymie" überhaupt nicht exakt durchführbar ist, zeigt sich auch an den unterschiedlichen Entscheidungen verschiedener Wörterbücher.“ [Bußmann, S. 593]
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(E?)(L?) https://grammis.ids-mannheim.de/terminologie/534

"Polysemie" (zu griech. "poly" = "viel" und "sema" = "Zeichen") ist wie die "Homonymie" und die "Synonomie" ein Phänomen der Bedeutungslehre.

Polysem sind Wörter, die aus einer Grundbedeutung heraus in ganz verschiedenen Kontexten verwendet werden können, z.B. "Wurzel" in Bezug auf Pflanzen, Zähne, Nasen oder Zahlen. Die Bedeutungsvarianz besteht dabei häufig in einer bildlichen Übertragung.

Andere Bezeichnungen: "Äquivokation"

Übersetzungen


(E?)(L?) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu_p.htm#Polysemie

"Polysemie": "Mehrdeutigkeit"; Ggs. "Monosemie";


(E?)(L?) http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=2095

"Polysemie": von dem französischen Sprachwissenschaftler Michel Bréal 1897 geprägter Terminus aus griech. "polys" = "viel", "zahlreich" + "sema" = "Zeichen"

In der linguistischen Semantik (Bedeutungslehre) ist mit "Polysemie" oder "semantischer Mehrdeutigkeit" das Phänomen gemeint, dass ein sprachlicher Ausdruck – ein Wort wie "Pferd" oder "Wurzel" – mehrere Bedeutungen aufweisen kann, die um einen gemeinsamen Bedeutungskern gelagert sind.

Im Zuge der Semiotisierung der Kommunikationswissenschaften findet der Begriff auch Anwendung (z.B. durch John Fiske) in der Film- und Fernsehwissenschaft: Visuelle und akustische Bedeutungsträger können "polysem" sein, so dass divergierende Interpretationen durch verschiedene Betrachter möglich werden. Die Mehrdeutigkeit der Texte ist ein wichtiger Indikator nicht nur für unterschiedlich flexible Differenzierungsniveaus, die Individuen und Publika bei der Entschlüsselung von Kontexten für filmisches Material aufweisen (Fiske spricht von unterschiedlichen „Nutzungsvergnügen“ [pleasures]), sondern vor allem für unterschiedliche Interpretationssysteme der verschiedenen sozialen Bezugsgrößen (Klasse, Alter, Geschlecht etc.).

Jeder Text ist polysem in dem Ausmaß, wie die Menge seiner Bedeutungen von Gebrauchskontexten und Benutzern abhängig ist. Gleichzeitig schränken die unterschiedlichen Kontexte die Vielfalt der Bedeutungszuschreibungen ein. "Polysemie" in ihrer reinen Form kann darum nur als theoretische Größe angenommen werden, ohne dass deshalb aber die Existenz einer „eigentlichen“, verbindlichen Bedeutung unterstellt werden dürfte. Hinzu tritt eine historische Perspektivierung: Im Laufe der Zeit können bisher nur theoretisch mögliche Bedeutungen zu aktualen werden, andere, bisher geltende und möglicherweise sogar die von den Filmemachern intendierten können dagegen hinter neuen Kontextualisierungen zurücktreten oder verblassen.

"Polysemie" eröffnet die Spielräume, die notwendig sind, damit rhetorische Mittel wie "Metapher", "Metonymie", "Synekdoche", "Ironie" und "Witz" textuell überhaupt nutzbar werden.

Literatur:


(E?)(L?) http://linguistik.uni-regensburg.de:8080/lido/Lido

Definition:

A linguistic sign is "polysemous" if it has more than one sense, cf. "cold" (physically vs. emotionally). The senses bear some semantic relation to each other. To the extent this is not so, there are rather several homonymous signs instead of one polysemous one.

"Polysemy" is the property of being "polysemous".




(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Polysemie
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Polysemie" taucht in der Literatur um das Jahr 1880 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


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Amrhein, Jürgen
Die Semantik von werden
Grammatische Polysemie und die Verbalkategorien Diathese, Aspekt und Modus

(E?)(L?) http:///

1996, Taschenbuch: 140 Seiten, Verlag: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier (März 1996), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3884761897, ISBN-13: 978-3884761892


(E?)(L?) http://www.wvttrier.de/top/Beschreibungen/ID234.html

Das deutsche Verb "werden" ist nicht nur Vollverb und Kopula, sondern auch Auxiliar zur Bildung von Modal-, Futur-, Konjunktiv- und Passivkonstruktionen. Die bisherige Forschung ignorierte diese Variantenvielfalt mit dem Argument der "Homonymie" und der scharfen Grenze zwischen Voll- und Hilfsverben. Dementgegen weist die vorliegende, typologisch orientierte Studie für "werden" "grammatische Polysemie" nach: Es besitzt eine lexikalische Kernsemantik, die in überraschender Weise und in je spezifischer Ausprägung die funktionale Leistung der grammatikalisierten Varianten mitbestimmt. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Verbalkategorien Diathese und Aspekt.


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König, Ekkehard
Polysemie, Polaritätskontexte und überhaupt

(E?)(L?) https://www.degruyter.com/view/books/9783111661643/9783111661643.160/9783111661643.160.xml

1983, In: Weydt, Harald (Hg.): Partikeln und Interaktion. Tübingen: Niemeyer. S. 160-171. (Reihe germanistische Linguistik 44)


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