Reduplikationsbildungen mit Ablaut
Wir bewegen uns im "Zickzack" durch die Welt der sogenannten Reduplikationsbildungen.
Bei Reduplikationsbildungen handelt es sich um Wörter, bei denen eine Silbe schlicht und einfach verdoppelt, also redupliziert wurde. Dabei entstehen Wörter wie "Bonbon", "Tamtam" oder "Zickzack". Doch halt – beim "Zickzack" scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen, denn sonst müsste es ja "Zickzick" heißen. Andererseits sieht die Sache doch nach Methode aus, wenn man Bildungen wie "Wirrwarr", "ticktack" oder Ausdrücke wie "ritsch, ratsch" und "schnipp, schnapp" betrachtet.
Der "Singsang" führt schließlich auf die richtige Spur, denn diese Kombination ist uns vertraut: "ich singe, ich sang". Diesen Vokalwechsel, der bei vielen unregelmäßigen Verben vorkommt, bezeichnet man als "Ablaut". Obwohl es auch andere Ablautkombinationen gibt (beispielsweise in "fahren – fuhr" oder "schreiben – schrieb"), hat sich der Wechsel von "i" zu "a" für die Reduplikationsbildungen im Deutschen durchgesetzt und ist die mit Abstand häufigste Kombination.
Im Englischen ist übrigens der Wechsel von "i" zu "o" am beliebtesten, wie die Beispiele "tipptopp", "Hip-Hop" oder "Flipflop" zeigen.
Wer "sich verfranzt", verirrt sich und findet den Weg nicht. Das kuriose Wort entstand im Ersten Weltkrieg in der Fliegersprache. Denn der Beobachtungsoffizier, der für die Navigation zuständige zweite Mann im Cockpit, wurde militärisch "Franz" genannt.
Eigenname zu Gattungsbezeichnung: "verfranzen"
Sich verfranzen
Wenn sich jemand verirrt oder mitten in einer Rede nicht mehr weiter weiß, so sagt man manchmal: "Jetzt hat er sich total verfranzt!" Dieses "Verfranzen" hat nichts mit "Fransen" zu tun; das Wort kommt aus der Fliegersprache. Ursprünglich bedeutete es "sich verfliegen". Im Ersten Weltkrieg nannte man nämlich den Beobachter eines deutschen Flugzeugs "Franz", den Piloten "Emil". Wenn nun Franz einen falschen Kurs angab und Emil sich verflog, so hatte sich das Flugzeug verfranzt.
"sich verfranzen" - "sich verirren"
umgangssprachlich; Im Ersten Weltkrieg nannte man den Navigator in den Flugzeugen "Franz" (Flugrouten-Anzeiger). Wenn dieser sich verirrte, hieß es, er habe sich "verfranzt"
"verfranzen": urspr.: "sich verfliegen", dann allg.: "sich verfahren", "sich verirren" - nach "Franz", dem soldatensprachlichen Beinamen des Beobachters im Flugzeug
Alliterationen
Gerade Dichter und Denker sind oft "Feuer und Flamme" für Sprachspiele, und so begegnet man in der Literatur oft der Alliteration. Doch nicht nur dort – auch in der gesprochenen Sprache ist dieses Stilmittel gang und gäbe.
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Berauscht euch an der Liebe
Von Liebe, Lust und Leiden
Doppelform (Formvariante) mit Bedeutungsdifferenzierung:
aasen / asen | Alarm / Lärm | Atem / Odem | Ball / Ballen | Banner /Panier | Bibel / Fibel | Born / Brunnen | Bude / Baude | Bursche / Börse | Drache / Drachen | drücken / drucken | fahl / falb | Fahrt / Fährte | Fleck / Flecken | Getöse / Getose | hübsch / höfisch | Knabe / Knappe | Kork / Korken | Lump / Lumpen | Magd / Maid | Meister / Magister | Monstrum / Monster | Mücke / Mucken | normen / normieren | Pack / Packen | Partei / Partie / Party | Posse / Possen | Post / Posten | quaken / quäken | Quast / Quaste | Quell / Quelle | Reiter / Ritter | Schippe / Schüppe | schlürfen / schlurfen | Schnauze / Schnute | schwül / schwul | Stadt / Statt / Stätte | Tropf / Tropfen | verflucht / verflixt | Waffe / Wappen | Zeit / Tide | Zicke / Ziege
Dopplung:
Blabla | Bonbon | Heckmeck | Hickhack | Hokuspokus | killekille | klickklack | Klimbim | Kribskrabs | Krickelkrakel | Krimskrams | Kukkuck | Kuddelmuddel | Mama | Mischmasch | Papa | Picknick | Popo | Schnickschnack | Schorlemorle | Singsang | Techtelmechtel | Tingeltangel | Tricktrack | Wirrwarr | Zickzack
1. * Der "Kegel", des -es, plur. ut nom. sing. "ein uneheliches Kind"; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche nur in der im gemeinen Leben üblichen R. A. "Kind und Kegel" vorkommt, d. i. eheliche und eheliche Kinder, oder die ganze Familie. Mit Kind und Kegel davon gehen, mit seiner ganzen Familie. Er hat weder Kind noch Kegel, keine nahen Erben. Weib, Kind und Kegel drang an Port, Und keims verstand sein eigen Wort, Günth. In einem alten Vocabulario von 1482 bey dem Frisch, wird Kegel oder Kotzen Sun durch Spurius gegeben.
Wenn wir heute von "Kind und Kegel" sprechen, sollten wir vorsichtig sein. Das Wort "Kegel" ist nämlich abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort "Kekel" und bedeutet "uneheliches Kind".
(© blueprints Team)
mit Kind und Kegel (scherzh.) G.7,9
Mit Kind und Kegel
Kind und Kegel
- Brüderchen und Schwesterchen
- Der Müller und die Nixe
- Der undankbare Sohn
- Des Märchens Geburt
- Die kluge Else
- Die Lichter
- Die Störche
- Die zwölf Brüder
- Hänsel und Gretel
- Peiter, Peter und Peer
- Rüberzahl und der Glashändler
Mit Kind und Kegel
"Mit Kind und Kegel" bedeutet etwa "mit der gesamten Verwandtschaft, mit Sack und Pack": Im 13. Jahrhundert nannte man unartige Kinder "Kegel" (ahdt. "kegil" - Knüppel, Pflock), später auch uneheliche, vor allem von Mägden und ihren Herren. Auch diese wurden im Hause des Vaters aufgezogen, hatten allerdings weniger Rechte. Die Magd war also "mit Kind und Kegel" unterwegs, wenn sie ihre ganze Kinderschar - von ihrem Mann und von ihrem Herrn - dabeihatte. Heute kennt man den Begriff nur noch im Thüringischen als "Keschel" (ungezogenes, flegelhaftes Kind), im Hochdeutschen ist nur die Redewendung erhalten. Im "Grimm" heißt es dazu: "diesz zeugnis reicht übrigens wol ins 13. jh. zurück. doch auch hier erscheint es nicht mehr selbstständig, sondern schon in der verbindung mit kind; diese verbindung, meist "kind und kegel", ist eine jener formeln, in denen ein sonst erstorbenes wort sich noch lange mit fortschleppt, und diese gerade, die noch heute lebendig ist, wird mit ihrem stabreim bis in die zeit der ältesten alliterierenden dichtung zurückreichen". Der Franzose verreist übrigens nicht "mit Kind und Kegel", sondern "avec armes et bagages" - mit "Waffen und Gepäck".
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Redensarten mit Stabreim: "über Stock und Stein" oder mit "Kind und Kegel" (wer weiss heute schon noch, was "Kegel" bedeutet - dennoch verwenden wir den Ausdruck nicht selten!), Endreim-Paare wie "Herz und Schmerz", die wir unwillkurlich als miteinander in Beziehung stehend betrachten. Wir glauben, dass formal vergleichbare Formen auch semantisch in einer näheren Beziehung stehen.
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Wortschatzetymologie lautet der Titel dieses Kapitels deshalb, weil im Prinzip samtliche formalen Teile der Sprache etymologisierbar sind; z.B. kann man auch der Geschichte der Genetiv-Singular-Endung "-es", "-s" nachgehen wie z.B. in dt. "des Hauses", oder derjenigen der Vorsilbe "ge-" in "geboren". Auch grammatische Kategorien (z.B. "Dativ"), syntaktische Mittel (z.B. "Nebensatz") und dergleichen konnen etymologisiert werden, ja, sogar die an sich bedeutungslosen Laute (Phoneme). Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft tut das tatsachlich auch. Aber wir beschränken uns hier weitgehend auf die Wörter des Wortschatzes, die sog. Lexeme, weil sich in allen jenen anderen Sparten jeweils noch zusatzliche Probleme stellen. Allerdings ist auch der Wortschatz nichts leicht Eingrenzbares. Sind nicht z.B. auch Redensarten wie "mit Kind und Kegel" oder "die Flinte ins Korn werfen" in gewisser Weise Lexeme? ("Kegel" hat keine eigene Bedeutung mehr, und um die Flinte ins Korn zu werfen braucht es weder eine "Flinte" noch "Korn"!)
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Mit Kind und Kegel — mit großer Begleitung. „Kegel“ wurden die unehelichen Kinder genannt
Kind und Kegel
Vom "A und O" über "Hand in Hand", "Kind und Kegel", "tot oder lebendig" bis "zwicken und zwacken" reicht die unten abrufbare Zwillingsformel-Liste, die über 1.300 Einträge umfasst.
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Kind Kind und Kegel Ho Mü 586
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Vermutlich entspricht der Begriff ähnlich gewendeten und gleichfalls geringschätzigen Bezeichnungen wie "Bengel", "Prügel", "Stift".
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"Mit Kind und Kegel": "Mit der ganzen Familie"
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Pendantfiguren, französisch, Gegenstückfiguren.
Zusammengehörige Figuren gab es schon in der Antike, besonderer Beliebtheit aber erfreuen sie sich im Barock. Bekannte Pendantfiguren sind:
- * Abraham und * Isaak,
- * Adam und * Eva,
- * Apollon und * Daphne,
- * Apollon und * Marsyas,
- * Atalante und * Meleager,
- * David und Goliath,
- * Demokrit und * Heraklit,
- * Herakles u. * Omphale,
- * Herakles tötet einen * Philister,
- * Kain und Abel,
- * Josef und Potiphars Frau,
- * Paris und * Aphrodite,
- * Paris und * Helena,
- * Perseus und * Medusa,
- * Perseus errettet * Andromeda (durch den Kampf mit einem Seeungeheuer),
- * Herakles errettet * Hesione (durch den Kampf mit einem Seeungeheuer),
- * Simson und * Delila u. a.
Über Stock und Stein
Schon um 1300 benutzte man diese Alliteration.
Die bekannten Literaturstellen beschreiben Situationen auf Waldwegen, wo Wurzelstöcke und Steine den Weg für die Wanderer unbequem machen.
Grenzmarkierungen (Steine und Stöcke) werden in den alten Texten nicht erwähnt.
Über "Stock und Stein" : die indogermanischen Variationen eines universalen Phraseologismus / Michael Janda.
Main Author: Janda, Michael.
Language(s): German
Published: Dettelback : J.H. Röll, c1997.
Subjects:Physical Description: 210 p. ; 21 cm.
- Indo-European languages > Semantics.
- Indo-European languages > Idioms.
ISBN: 3927522295
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Viewability: Limited (search only) (original from University of Michigan)
Die Gruppe Novalis nannte eins ihrer Werke "Über Stock und Stein ".
"stoc", mhd., st. M.: nhd. "Stock", "Pfahl", "Knüttel", "Stab", "Grenzpfahl", "Baumstamm", "Baumstumpf", "Holzklotz", "Weinstock", "Opferstock", "Sockel", "Brunnenstock", "Ambossstock", "Almosenstock", "Bienenstock", "Fußbank", "Götze", "Gefangenenblock", "Gefängnis", "Recht in den Stock zu setzen", "Mauerstock", "Stockwerk", "Salzstock", "Teil der Geschützausrüstung", "Zahnstumpf", "Zahnstorren";
Verweise: s. "apfelstoc", "bantstoc", "balsamstoc", "bendelstoc", "binstoc", "bramelstoc", "brantestoc", "diepstoc", "geltstoc", "huotstoc", "kerzestoc", "liehtstoc", "rebestoc", "rosenstoc", "samstoc", "strichstoc", "valstoc", "winstoc";
Hinweis: vgl. mnd. "stok";
Quellenangaben: Kchr (um 1150), RWchr, LvReg, Enik, TürlWh, DSp, SchwPr, Secr, HTrist, Vät, Märt, HvBurg, HvNst, Apk, Ot, EckhII, BDan, Hiob, EvSPaul, Tauler, Seuse, Teichn, SAlex, Cranc (FB stoc), Albrecht, Chr, JTit, Kolm, Krone, KvWPant, KvWTroj, Martina, Myst, Parz, PassI/II, Renner, StRMünch, Suchenw, Trist, WälGa, Wh, Wig;
Etymologie: ahd. "stok" 75, "stoc", st. M. (a), "Stock", "Stumpf", "Block um die Füße der Gefangenen"; germ. "*stukka-", "*stukkaz", st. M. (a), "Stock", "Stumpf"; s. idg. "*steug-", "*teug-", V., "stoßen", "schlagen", Pokorny 1032; vgl. idg. "*steu-" (1), "*teu-" (1), V., "stoßen", "schlagen", Pokorny 1032;
Weiterleben: nhd. "Stock", M., "Baumstumpf", "Stock", DW 19, 10;
Redewendungen: "stoc und stein": nhd. "Stock und Stein";
Literaturhinweise:
Lexer 212a ("stoc"), Lexer 448c ("stoc"), Hennig ("stoc")
"stok", "stock", mnd., M.: nhd. "Stock", "Wanderstock", "Gehstock", "Stecken (M.) des Hirten", "Stab zum Losen", "Kerbstock", "Streichbrett", "Weinstock", "Baumstumpf", "Wurzelstock", "junger Stamm", "junger Baum", "Stamm einer Staude", "Schößling", "Ast", "rohes Holz", "Stange", "Pfahl", "Geräteteil", "Sprosse einer Leiter" (F.) (Bedeutung örtlich beschränkt), "Schaft", "Fackelstock", "Schaft des Pfeiles", "rundes oder flaches Holz zum Glattstreichen der Butter", "Stock zum Rühren", "Maßstock des Leinwandmessers" (M.), "Stange zum Aufreihen der Felle", "Gerte als Züchtigungsmittel", "Vorderpflock des Wagens", "in die Erde gesteckter Stock als Stütze für Pflanzen", "Pflock als Grenzzeichen", "Marterpfahl" (Bedeutung örtlich beschränkt), "Galgen" (Bedeutung örtlich beschränkt), "Ständer", "Pfosten im Fachwerk", "Brunnenstock", "Röhrenbrunnen", "Pumpe", "Münzstock" (Bedeutung örtlich beschränkt), "Bienenstock", "Opferstock", "Almosenstock", "schwerer Behälter zur Aufbewahrung von Geld sowie Urkunden", "Heiligenstock", "Sockel für ein Heiligenbild", "Totenstock", "Sarg", "Gefangenenstock", "Schließblock", "Gefängnis", "von Holz aufgerichtetes Ständerwerksgebäude", "ein Maß Gerste oder Malz" (= drei Wispel), "Elle";
Verweise: s. "beddestok", "bedestok", "benstok", "benenstok", "bentstok", "berstok", "bienstok", "blasstok", "botterstok", "bungenstok", "burstok", "devesstok", "dihselestok", "dincstok", "dingestok", "dodenstok", "drefstok", "drevestok", "dumstok", "garnwindenstok", "geltstok", "hilligenstok", "holtstok", "h?vetstok", "immenstok", "kannenstok", "kerstok", "kerfstok", "kernestok", "kervestok", "kervenstok", "klederstok", "kolstok", "korstok", "kriststok", "leverstok", "lübbestok", "lindenstok", "lovestok", "luntenstok", "mangelstok", "meltestok", "middelstok", "molderstok", "müntestok", "opperstok", "ovenstok", "plantstok", "perneckelstok", "polexenstok", "rackestok", "reckenstok", "renstok", "rimstok", "rullenstok", "rungestok", "scharstok", "scherstok", "scherestok", "schirstok", "schotstok", "schufstok", "schupstok", "schurstok", "smedestok", "solestok", "spanstok", "stempelstok", "swepestok", "vangen, veltstok", "vennikolstok", "verstok", "wanderstok", "waterstok", "winstok", "windenstok", "wolstoc";
Hinweis: vgl. mhd. "stoc";
Quellenangaben: Ssp (1221-1224);
Etymologie: s. as. "s-to-k" 6?, "s-to-kk"*, st. M. (a), "Stock", "Stängel", "Stengel"; germ. "*stukka-", "*stukkaz", st. M. (a), "Stock", "Stumpf"; s. idg. "*steug-", "*teug-", V., "stoßen", "schlagen", Pk 1032; vgl. idg. "*steu-" (1), "*teu-" (1), V., "stoßen", "schlagen", Pk 1032;
Redewendungen: "witter stok": nhd. "weißer Stock", "Bettelstab";
Redewendungen: "üver stok unde sten": nhd. "über Stock und Stein", "querfeldein", "gewaltsam", "rücksichtslos";
Redewendungen: "vordörren also en stock": nhd. "verdorren wie ein Stock", "spindeldürr werden";
Literaturhinweise:
MndHwb 3, 494f. ("stok"), Lü 381b ("stok");
Sonstiges: langes "ö", "stöcke" (Pl.)
Über Stock und Stein
Querfeldein; durch die freie Natur; über alle Hindernisse hinweg.
...
Englische Übersetzung: "over hedge and ditch"
über Stock und Stein
MSB: Münchener Studien zur Sprachwissenschaft Beiheft 18 (1997)
Artikel-Nr.: 978-3-927522-29-9
... Janda, Michael: Über "Stock und Stein"
Softcover, 210 S.
Diese Studie, im Sommer 1995 an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien als Dissertation eingereicht und für den Druck geringfügig überarbeitet, gilt der Entdeckung und Beschreibung eines Universales, seiner Geschichte und seiner Variationen.
Ein Universale ist der Ausdruck "Stock und Stein" in vieler Hinsicht. Es gab und gibt ihn und seine Verwandten (fast) überall.
In den indogermanischen Sprachen ist er ebenso verbreitet wie in den semitischen. Zu allen Zeiten, oder jedenfalls: Von der ausgehenden Steinzeit bis heute. Und er bedeutet auch soviel wie alles (und noch mehr).
Über Stock und Stein
...ging es schon um 1300 in dieser Alliteration zu Waldwegen, auf denen Wurzelstöcke und Steine den Weg für die Wanderer unbequem machen. Deutungen über Grenzmarkierungen (Steine und Stöcke) wären allerdings auch möglich.
Über Stock und Stein
Mountainbike im Lamer Winkel und Bayerischen Wald
Von "ab und an" über "Hand in Hand", "Kind und Kegel", "tot oder lebendig" bis "zwischen Tür und Angel" reicht die unten abrufbare Zwillingsformel-Liste, die über 650 Einträge umfasst und damit die bislang umfangreichste einschlägige Sammlung darstellen dürfte. Sie entstand 2001 als kleines Projekt im Rahmen einer Vorlesung über die deutsche Phraseologie und wurde von mir mittlerweile kritisch redigiert und stark erweitert.
Die folgende Definition ist meinem neuen Artikel „Zwillingsformel“ für das Historische Wörterbuch der Rhetorik entnommen:
Die "Zwillingsformel" (auch "Paarformel", "Wortpaar", "Binomiale") stellt eine phraseologische, nicht satzwertige Verbindung aus zwei Wörtern derselben Wortart dar, die vor allem durch Synonymie oder Antonymie aufeinander bezogen sind, meist verbunden durch eine Konjunktion (bevorzugt ‹und›), Präposition oder Vergleichspartikel und angeordnet gemäß dem Prinzip gleicher oder ansteigender Silbenzahl bzw. Silbenlänge.“
Das Kennzeichen von "Zwillingsformeln" (auch "Paarformeln" oder "Binomiale" genannt) ist ein formelhaftes, gemeinsames Auftreten zweier durch "und" (oder andere Konjunktoren) verbundener Worte in der Form "A und B".
"Zwillingsformeln" sind Ausdrücke, die stets oder überwiegend als Phraseologismen auftreten. Dabei können sie semantisch in unterschiedlicher Beziehung zueinander stehen: als "Antonym" ("heiß und kalt", "gut und böse"), als "Synonym" ("Angst und Bange", "Pech und Schwefel") oder als "Homonym" ("Hand in Hand", "Seite an Seite"). In der älteren Rechtssprache fassen sie oft zwei verwandte, aber zu unterscheidende Begriffe zusammen ("Leib und Leben", "Kind und Kegel", "Haus und Hof").
Kurzbeschreibung
Was sind Zwillingsformeln? Wie werden sie verwendet? Was macht sie so beliebt? Ein Beispiel ist "Mann und Maus". Man kann mit "Mann und Maus" untergehen, aber auch etwas angehen, eine Arbeit anpacken, eine Bastion verteidigen und beim Fußball mit "Mann und Maus" "hinten drinne stehen". Wie kommen solche Zwillingsformeln zustande, und gibt es Regeln oder Tendenzen, nach denen sie gebildet werden? Warum sagt man nicht umgekehrt "Maus und Mann"? All diesen Fragen wird hier nachgegangen und zwar bei etwa zweitausend Formeln, die der Autor sorgfältig gesammelt, tabellarisch geordnet, erläutert und wissenschaftlich analysiert hat. Diese Abhandlung ist nicht nur ein übersichtliches Nachschlagewerk und eine unterhaltsame Fundgrube, sondern schließt zugleich eine sprachwissenschaftliche Lücke.
Aus dem Inhalt:
- Definition des Begriffs Zwillingsformel
- Paarformel
- Binomial
- Abgrenzung zu anderen sprachlichen Ausdrücken
- Verwendung und Bedeutung der Zwillingsformeln
- Regeln/Tendenzen zu ihrer Bildung
- Zweitausend Zwillingsformel - Beispiele aus Umgangssprache und Literatur
- Einbettung in Kontexte
Liebespaare - wie haben sie gelebt und geliebt? Gleiche und ungleiche Paare: Künstlerinnen und Politiker, Literaten und Freiheitskämpferinnen, Philosophen und Filmstars. Von Adam und Eva über Antonius und Kleopatra zu Goethe und Christiane und Jack und Rose auf der Titanic . Von der Antike über das Mittelalter zur Postmoderne. Von Liebespaaren zur Zeit der Französischen Revolution über Paare im Exil zu Paaren der Generation X. Berauschende Leidenschaft, unüberwindliche Hindernisse, Liebe, Eifersucht, Sehnsucht - davon erzählen uns die Geschichten der Paare. Sie werden ergänzt durch die Lebensdaten beider Partner, eine Liste ihrer Werke sowie Lese-, Hör- und Filmtipps. Abgerundet wird das Buch durch ein ausführliches Personenregister und ein kleines Glossar der Ethik.
Liebespaare - wie haben sie gelebt und geliebt? Gleiche und ungleiche Paare: Künstlerinnen und Politiker, Literaten und Freiheitskämpferinnen, Philosophen und Filmstars. Von Adam und Eva über Antonius und Kleopatra zu Goethe und Christiane und Jack und Rose auf der Titanic . Von der Antike über das Mittelalter zur Postmoderne. Von Liebespaaren zur Zeit der Französischen Revolution über Paare im Exil zu Paaren der Generation X. Berauschende Leidenschaft, unüberwindliche Hindernisse, Liebe, Eifersucht, Sehnsucht - davon erzählen uns die Geschichten der Paare. Sie werden ergänzt durch die Lebensdaten beider Partner, eine Liste ihrer Werke sowie Lese-, Hör- und Filmtipps. Abgerundet wird das Buch durch ein ausführliches Personenregister und ein kleines Glossar der Ethik.
»Liebe und Leidenschaft satt, aber auch viel Tragik und Unglück. In dem einfallsreichen Band 50 Klassiker Paare wird Witziges ergänzt durch Fakten, Tipps und kluge Essays von Barbara Sichtermann.« Brigitte
Barbara Sichtermann, geboren 1943 in Erfurt, wuchs in Kiel auf und besuchte nach dem Abitur die Schauspielschule in Bochum, wo sie 1965-68 am Theater tätig war. Anschließend zog sie nach Berlin und studierte Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Seit 1978 arbeitet sie als freie Autorin und widmet sich vorrangig den Themen Frauenpolitik, Leben mit Kindern, Geschlechterbeziehung, Literatur und Medien. Barbara Sichtermann lebt in Berlin.
Einband: Hardcover mit Lesebändchen
Seitenzahl: 240 Seiten
Erscheinungstermin: Oktober 2013
Verlag / Label: Süddeutsche Zeitung Edition
ISBN: 978-3-86497-144-0
Beschreibung
Endlich! Das Gemischte Doppel erscheint als Buch. Die gesammelten Wortverdreher der wöchentlichen Erfolgskolumne im SZ-Magazin als umfassende Anthologie. Mit 108 Wortpaaren, sorgsam ausgewählt und liebevoll bebildert. Natürlich mit den Klassikern „Powershoppen-Showerpoppen“, „Mastferkel-Fastmerkel“ oder „Schweinsteiger-Steinschweiger“. Und mit einem Essay von Christian Gottwalt, der sich die Kolumne vor zehn Jahren ausgedacht hat. Ein bibliophil ausgestattetes Lyrikbändchen für Liebhaber konkreter Poesie und alle, die Sinn für Unsinn haben.
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