Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, (griech.) etymología, (lat.) etymologia, (esper.) etimologio
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany, (esper.) Germanujo
Ismus, Ismo, Isme, Ismo, Ism, (esper.) ismoj
FR-Ismen

A

B

C

D

dw.com - WfH
Wörter französischer Herkunft

(E?)(L?) https://www.dw.com/de/w%C3%B6rter-franz%C3%B6sischen-ursprungs/a-1116125

Appetit, Chaiselongue und auch Kantine - französische Wörter haben ihren Platz in der deutschen Sprache seit Jahrhunderten. Meist sind sie in Aussprache und Schreibweise eingedeutscht worden und fallen kaum noch auf.
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E

F

frisieren (W3)

Das Wort dt. "frisieren" = dt. "die Haare herrichten" wurde im 17. Jh. über ndl. "friseren" von frz. "friser" = dt. "kräuseln", "frisieren" entlehnt. Zunächst bezeichnete es wie zu dieser Zeit üblich das Kräuseln der Haare. Andere Bezeichnungen aus der Körper-, Bart- und Haarpflege, die im 17. Jh. aus Frankreich importiert wurden sind "Puder", "rasieren", "Pomade", "Perücke".

Im 18. Jh. kamen die Ableitungen dt. "Friseur", "Frisur" auf. Im 20. Jh. kam die französierende Bildung der weiblichen Berufsbezeichnung dt. "Friseuse" auf. In Frankreich spricht man hingegen von "coiffeur", "coiffure" und "coiffeuse", zu frz. "coiffe" = dt. "Frauenhaube".

Die Bedeutungsentwicklung lief entsprechend der konkreten Bedeutung von frz. "friser" = dt. "kräuseln" nicht völlig geradlinig und bedeutete ursprünglich u.a. auch "eine Kleidung mit Rüschchen oder Krausen versehen". Auf diese Bedeutung ("verschönern", "beschönigen") gehen wohl auch "einen Motor frisieren" und wohl vorher dt. "eine Bilanz frisieren" zurück, das man in der Kaufmannssprache schon im 19. Jh. im Sinne von "zu eigenen Gunsten fälschen" findet.

Zur weiteren Vergangenheit von frz. "friser" wird eine germanische Wurzel angenommen. Demnach wäre dt. "frisieren" ein Reimport aus Frankreich. Hier findet man z.B. den Hinweis auf friesisch "frisle", "fresle" = "Haarlocke", nordfriesisch "friesle", "fresle" = "Haar", "Pferdeschwanz".

Ein Verwandter könnte auch lat. "frigere" = dt. "backen", "braten" sein, da sich Fleisch beim Backen "kräuselt". Man findet auch den Hinweis auf die "Friesen", die eventuell gekräuseltes Haar hatten. Das engl. "frizzle" = dt. "rösten" dürfte in diesen Zusammenhang passen.

Ein weiterer Verwandter ist / war altfrz., frz. "frire" = dt. "backen", "braten", das aus lat. "frigere" = dt. "braten", "rösten", "am Feuer dörren" hervorgegangen ist. Die Bedeutungsentwicklung zu "kräuseln" könnte wohl auf die Verformung, das Krummwerden der Speisen beim Rösten und Braten zurückgehen.

Der dt. "Fries" = dt. "ornamental ausgestalteter Gesimsstreifen an antiken oder historischen Bauten"; "gliedernder, schmückender Wandstreifen" kam im 17. Jh. ebenfalls aus Frankreich, wo frz. "frise" eigentlich dt. "krause Verzierung" bedeutet.

Soweit wären alle Herleitungsversuche einigermaßen konsistent. - Wäre da nicht ein anderer Hinweis, der gar nicht zu diesen Herleitungsversuchen passt. - Das gleichlautende frz. "frise" = dt. "krauses Wollzeug"; "bestimmte Art Stickerei", und dt. "Fries" = dt. "krauses Wollzeug", "Gewebe" wird auf mlat. "frisium", eine Nebenform von lat. "frigium", "phrygium" = dt. "Stickerei", "Franse", verwiesen und dann weiter - ??? - auf lat. "Phrygiae vestes" = dt. "golddurchwirkte Kleiderstoffe", eigentlich "Kleiderstoffe aus Phrygien". Hierzu passt zumindest ital. "frigio" = dt. "phrygisch" und ital. "berretto frigio" = dt. "Phrygische Mütze".

Herkunft nicht mehr auffindbar:


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Zunächst ist zu erwähnen, dass die einschlägige Berufsorganisation, der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (Köln), als weibliche, dem "Friseur" entsprechende Bezeichnung seit den 70er Jahren "Friseurin" verwendet. In den älteren Ausbildungsordnungen zwischen 1940 und 1973 findet sich nur die männliche Version "Friseur"; erst danach kam in den offiziellen Texten die weibliche, movierte Form "Friseurin" hinzu.

"Friseuse" wurde - und wird - parallel gebraucht. Das Schlüsselverzeichnis für die Angaben zur Tätigkeit in den Versicherungsnachweisen (Bundesanstalt für Arbeit) verzeichnet übrigens in der Ausgabe von 1990 noch "Friseuse", in der von 1992 allerdings "Friseur(in)". In die spezielle Fachliteratur können wir hier nicht eindringen, ein Blick sei aber geworfen in das Brockhaus-Konversations-Lexikon von 1893:

»Friseur ... Gewerbetreibender, dessen Thätigkeit von alters her im Anfertigen von Straßen- und Theaterperücken, im Theaterfrisieren und im Damen- und Herrenfrisieren besteht. Besondere Gruppen bilden die "Herrenfriseure" ("Cabinetiers"), die "Damenfriseure", "Theaterfriseure" und die "Tischarbeiter" ("Posticheurs") ... Die Glanzperiode des Gewerbes fiel in die Zeit der Allongeperücke und der Puderfrisur mit dem Zopf ... Damals waren unter den Friseuren viele Franzosen ... In neuerer Zeit beschränkt sich die Thätigkeit der F. immer mehr auf das Frisieren des natürlichen Haars sowie auf Anfertigung und Erfindung von Haararbeiten für Damen.«

Zugrunde liegt sprachlich das französische Verb "friser", das eigentlich ›kräuseln‹ bedeutet, vgl. heute "Frisé", und in der Stoffbehandlung bzw. im Tuchmachergewerbe üblich war und ist. (So beschreibt J. Ch. A. Heyse in seinem Fremdwörterbuch, 11. Auflage 1853, "Frisur" auch als »krause Besetzung eines Frauenkleides«.) So wird verständlich, dass unter den Erläuterungen bzw. Verdeutschungsvorschlägen nach 1800 auch "Haarkräusler" kursierte. "Frisieren" ist seit Ende des 17. Jahrhunderts für das Deutsche belegt, "Friseur" seit Ende des 18. Jahrhunderts.

Dem Sachzusammenhang nach und auch dem Einfluss des Französischen jener Jahre entsprechend lautete die weibliche Form zunächst "Friseuse". Im Laufe der Zeit kam die eindeutschende Form "Friseurin" hinzu, die sich schon in Daniel Sanders’ Fremdwörterbuch aus dem Jahr 1871 findet! Der Rechtschreib-Duden bucht sie - neben "Friseuse" - seit 1941. Belegen in unserer Dokumentation zur Gegenwartssprache ist zu entnehmen, dass die Version "Friseurin" in den 60er Jahren auffiel und dass die konkurrierenden Bezeichnungen "Friseuse" bzw. "Friseurin" aber auch ganz unterschiedlich beurteilt wurden. Dies gilt, wenn wir richtig beobachten, noch heute.
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Richtig dürfte die Bemerkung von Els Oksaar in ihrer Arbeit Berufsbezeichnungen im heutigen Deutsch aus dem Jahr 1976 sein: »Das Suffix "-in" erweitert sein Gebiet auf Kosten von ... "-euse "... Neben "Friseuse" findet sich "Friseurin", neben "Masseuse" "Masseurin".« Das heißt, dass die eingedeutschten Formen - die Schreibung mit "ö" kommt hinzu - sich gegenüber der fremdsprachlichen Version zunehmend durchsetzen. Es gibt also keine feste Abfolge, kein striktes Nacheinander "Friseuse" - "Friseurin". Noch heute bestehen beide Varianten nebeneinander, mit unterschiedlichem Gebrauchsschwerpunkt, zudem begleitet von der eingedeutschten Form "Frisörin", "Frisöse" - und gelegentlich tritt daneben die Mischform "Friseusin" ("Frisösin") auf. Proben im Internet (bezogen auf Seiten aus Deutschland) belegen, dass quantitativ weit vorn "Friseuse" und dahinter "Friseurin" rangieren, und mit sehr großem Abstand folgen "Frisöse", "Frisörin", "Friseusin" und "Frisösin".


(E?)(L?) http://web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

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4. Sprachpuristische Haltung zu den frz. Einflüssen

Besonders kritisiert wurden (und werden) die hybriden Bildungen bei Fremdwörtern, die als unrechtmäßig abgetan werden. Hybride Bildungen sind Zusammensetzungen, deren Einzelteile aus verschiedenen Sprachen stammen. Diese Kritik wirkt aber wenig sinnvoll, weil hybride Bildungen zum Wesen einer jeden Sprache gehören. Bsp.: "unmodern", "übersensibel", "Exgatte", "entmilitarisieren", "Abendtoilette", "Nationalgefühl" ("das Nationalgefühl ist eine hybride Bildung"); besonders beliebter Verbsuffix "ier": "hofieren", "hausieren", "integrieren", "parlieren" usf., wobei durch weitere Suffixe wieder neue Wörter entstehen können. Bsp.: "Hausierer".

Ebenfalls ein sprachpuristischer Begriff ist der der Scheinentlehnung. Bsp.: (heutiges Deutsch) "Handy"; (damals) "Blamage", "Exporteur", "Installation", "Raffinesse", "Adressat", "bandagieren", "Dressur". Das Vorbild für die Entlehnung ist in der anderen Sprache nicht existent.

Ein etwas komplizierter Fall ist der "Friseur": "coiffeur" ist das frz. Wort für diesen Beruf. Frz. "friser" hingegen meint "kräuseln", "eine Kleidung mit Rüschchen oder Krausen versehen". Diese Bedeutung erinnert an "eine Bilanz frisieren" im Sinn von "beschönigen".

Die übliche Etymologie für "frisieren" (von Haaren) verweist über nndl. "friseren" auf frz. "friser" [so auch im Kluge]. Vom frz. Wort aus kann eine germ. Wurzel angenommen werden. Auch "coiffeur" stammt vielleicht aus dem Germanischen. Weiters gibt es gewissermaßen ein mögliches lat. Vergleichswort in lat. "frigere" = dt. "backen", "braten" (Fleisch "kräuselt" sich möglicherweise beim Backen). Jedenfalls gibt es Ende 17. Jh. zwei Formen: "Friseur" und "Frisierer"; die frz. setzt sich durch. "Friseur" könnte auch mit "Fries" = "krauses Wollzeug", auch "Wandverputz" etymologisch verwandt sein. Sogar ein Zusammenhang mit den "Friesen" (Haben Friesen gekräuseltes Haar?) kann nicht ausgeschlossen werden, scheint aber doch eher sehr unwahrscheinlich.

Kritik am Alamode-Wesen kommt auf jeden Fall von verschiedenen Seiten und auf verschiedene Arten. Johann Rist beschwert sich über die Fremdwörter, die sogar von Spinnmägden und Knechten statt dem Deutschen verwendet würden. Christian Thomasius argumentiert ähnlich: Das ganze niedere Volk, Schuster, Schneider, Kinder, Gesinde, spricht bereits französisch. Herder äußert sich 1793 in seinen Briefen zur Beförderung deutscher Humanität etwas differenzierter zur Problematik: Nicht die Sprache ist für die politischen Verhältnisse verantwortlich, sondern sie ist nur eine Folge (nicht die Ursache!) der kulturellen Zustände.
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(E?)(L?) https://conjd.cactus2000.de/showverb.php?verb=frisieren

Deutsche Konjugationstabellen: "frisieren"


(E?)(L?) https://www.dwds.de/wb/frisieren

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Etymologie

"frisieren" · "Friseur" · "Frisur"

"frisieren" Vb. ‘das Haar kunstvoll, gefällig ordnen’ (Ende 17. Jh.), "friseren" (Anfang 17. Jh.). Das vielleicht durch Vermittlung von nl. "friseren" (vgl. "ongefriseert" 1629) aus frz. "friser" ‘kräuseln’ (von Haar, Stoff, Wasseroberfläche) entlehnte Verb steht anfangs auch (von der Perückenkunst übertragen?) für ‘(ein Kleidungsstück) mit Rüschen oder Krausen versehen, kräuseln’. Diesem Gebrauch folgt wohl die in der Kaufmannssprache entstandene Wendung "eine Bilanz frisieren" ‘beschönigen, zu eigenen Gunsten fälschen’ (19. Jh.). Mfrz. frz. "friser" schließt sich an im Mfrz. aufkommende Flexionsformen mit s-Erweiterung von afrz. (frz.) "frire" ‘backen, braten’ an, das aus lat. "frigere" ‘braten, rösten, am Feuer dörren’ hervorgegangen ist. Die Bedeutungsentwicklung zu ‘kräuseln’ ist wohl im Hinblick auf die Verformung, das Krummwerden der Speisen beim Rösten und Braten entstanden.

"Friseur" m. ‘Haarpfleger, -künstler, -schneider’ (Ende 17. Jh., neben "Frisierer"), französierende Bildung zum Verb (vgl. frz. "coiffeur").

"Frisur" f. ‘Haartracht’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. "frisure".
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(E?)(L?) https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/frisieren

frisieren


(E?)(L?) https://www.oldphras.net/olui/search/?stxt=frisieren




(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/406493

Deutsches Fremdwörterbuch

"frisieren"

V. trans., im frühen 17. Jh. unter Einfluss von niederl. "friseeren", "friseren" entlehnt aus frz. "friser" ‘kräuseln, fälteln, streifen, aufrauhen’ (zu (mittel-)frz. "frise" ‘krause Verzierung; krauses Wollzeug’, eventuell zurückgehend auf galloroman. "*fretiare" ‘kräuseln’; vgl. "Fries").

a) Zunächst als veralteter Terminus der Tuchmacher in der Bed. ‘wollige Stoffe aufkratzen, damit sie rau, haarig werden’, dann auch ‘etwas zurechtmachen, einem bestimmten Zweck anpassen’, insbes. ‘Kleidungsstücke, Vorhänge mit Rüschen, Krausen, Band, Spitzen, Fransen usw. versehen, verzieren’, daneben vereinzelt auch ‘eine Serviette in besonderer Weise falten’ (s. Beleg 1715) und ‘einen Apfel auf besondere Weise schälen, schneiden’ (s. Belege 1689–97, 1714).

b) Seit spätem 17. Jh. wohl über ‘die Haare (ursprünglich auch Perücken) durch Kräuseln wollig machen, dass sie nicht plattliegen, sondern herausstehen’ weiterentwickelt zu der nur im Dtsch. bezeugten Bed. ‘jmdm./sich das Haar kämmen, legen, stecken, zu einer Frisur formen, die Haare (kunstvoll) herrichten, ordnen’, auch reflex. verwendet, vgl. Syntagmen wie sich sorgfältig, schön, hübsch, modern, eigenwillig frisieren, öfters adj. in der Part. Perf.-Form "frisiert", z. B. "unfrisiert", "auffrisiert", "hochfrisiert", "wohlfrisierte Haare", häufig als Bestimmungswort in subst. Zss. wie "Frisiercreme" ‘Creme, die widerspenstigem oder zu lockerem Haar Halt, Sitz verleihen soll’, "Frisierhaube", "Frisierhocker", "Frisierkamm", "Frisierkommode", "Frisiermantel" ‘Umhang, den der Friseur dem Kunden zur Schonung seiner Kleidung umlegt’, "Frisierspiegel", "Frisiertoilette" ‘kleine Kommode mit Schubfächern und einem großen Spiegel, an der man sich frisiert’, "Frisiersalon"; vereinzelt bildlich (s. Beleg 1776).

Dazu im 17./18. Jh. vereinzelt "Frisierer" M. (-s; -), im 19. Jh. auch "Frisiererin" F. (-; -nen), gleichbed. mit der im späteren 18. Jh. aufkommenden französisierenden Berufsbezeichnung "Friseur" M. (-s; -e, früher auch -s), seit späterem 19. Jh. auch "Friseurin" F. (-; -nen) und "Friseuse" F. (-; -n), eingedeutscht auch "Frisör"/"Frisörin" und "Frisöse" ‘jmd., der beruflich anderen das Haar, männlichen Kunden auch das Barthaar schneidet, pflegt und frisiert’ (? "Barbier", "Figaro", vgl. "Coiffeur"), öfters in Wendungen wie "zum Friseur gehen", "einen Termin beim Friseur haben", als Bestimmungswort in Zss. wie "Friseurgeschäft", "Friseurladen", "Friseursalon", "Friseurhandwerk", "Friseurkittel", "Friseurgeselle", "Friseurinnung", "Friseurmeister", "Friseurbedarf", "Friseurbesuch".

c) Seit spätem 18. Jh. übertragen gebraucht, zunächst wohl im kaufmännischen Bereich in der Bed. ‘etwas beschönigend überarbeiten, etwas so ändern, dass es eine gewünschte Wirkung vortäuscht oder erzielt, Veränderungen an etwas vornehmen, um dadurch einen ungünstigen Sachverhalt zu verschleiern’, im 20. Jh. (auch in der Präfixbildung "umfrisieren") meist ‘etwas äußerlich (in betrügerischer Absicht) so herrichten, dass es eine unerlaubte Veränderung darstellt’ (s. Belege 1933, 1939, 1952, 1972, 1988, 2000), häufig in Syntagmen wie "eine Bilanz, Statistik, Rechnung frisieren", "einen Bericht frisieren", "frisierte Meldungen", "etwas auf neu frisieren", "einen Etat frisieren" ‘durch Kürzung und Streichung zahlreicher Ausgaben nachträglich den veränderten Umständen anpassen’, und "ein gestohlenes Auto frisieren" ‘die Wagennummer ändern’. In neuerer Zeit auch ‘die Leistung eines Kfz-Motors durch unerlaubte technische Eingriffe steigern’ (s. Beleg 1985; vgl. "tunen"), z. B. einen Motor, ein Auto (‘den Motor eines Autos’) frisieren.

Dazu seit Ende 17. Jh. das mit latinisierender Endung zu "frisieren" gebildete (vgl. frz. "frisure" ‘Kräuselung der Haare’) Subst. "Frisur" F. (-; -en) in der nur im Dtsch. entwickelten Bed. ‘Art und Weise, wie jmds. Haar frisiert ist, Haartracht’, als Bestimmungs- und Grundwort in Zss. wie "Frisur(en)beratung", "Frisurdouble", "Frisurmode", "Frisurschau", "Frisurtrend", "Frisurstyling", "Frisurmodell", "Frisurpräsentation", "Frisurtipp", "Frisurwechsel", mit Bezug auf die Machart "Aufsteckfrisur", "Fönfrisur", "Gelfrisur", "Hochsteckfrisur", "Lockenfrisur", "Pferdeschwanzfrisur", "Ponyfrisur", "Schüttelfrisur", "Kurzhaarfrisur", die Ähnlichkeit "Bienenkorbfrisur", "Brikettfrisur", "Bürstenfrisur", "Fusselfrisur", "Hahnenkammfrisur", "Igelfrisur", "Pagenfrisur", "Pilz(kopf)frisur", "Wischmopfrisur", "Vogelnestfrisur", den Anlass "Abendfrisur", "Galafrisur", oder die Ähnlichkeit mit der Frisur bekannter Personen wie "Brian-Jones-Frisur", "Angela-Davis-Frisur", "Brecht-Frisur", "Cäsaren-Frisur", "Eisenherz-Frisur", "Elvis-Frisur", "Mecki-Frisur", "Struwwelpeterfrisur", sowie Strömungen wie "Punk-Frisur", "Rasta-Frisur", "Irokesen-Frisur", "Skinhead-Frisur", "Yuppiefrisur", "50er-Jahre-Frisur", "70er-Frisur", "Mode-Frisur", "Trendfrisur", häufig in Syntagmen wie eine andere, neue, praktische, moderne Frisur, die Frisur sitzt nicht mehr ‘hat keine gute Form mehr’, dazu in jüngster Zeit die adj. Gelegenheitsableitung "frisur(en)mäßig" ‘im Hinblick auf die Haartracht, den Schnitt oder die Länge der Haare’ (zu b); seit Mitte 20. Jh. auch übertragen ‘Beschönigung, Verschleierung’ (zu c); dazu in jüngster Zeit die adj. Gelegenheitsableitung "frisierbar" (zu b und c).

Belege


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/402918

Verlaufsformen-Datenbank

"frisieren"

2 Belege


(E?)(L?) https://www.redensarten-index.de/

"etwas frisieren" (umgangssprachlich) - "etwas fälschen", "beschönigen", "manipulieren", "etwas so verändern, dass es nicht mehr dem Originalzustand entspricht"


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB#1

"FRISIEREN", "friesieren", "capillos comere", "die haare kräuseln", vgl. "fresieren" sp. 132. den Friesen hiesz "frisle", "fresle" = "eine haarlocke" (Richthofen 767b), engl. "frizzle", nordfriesisch ist "friesle", "fresle" = "haar" und "pferdeschwanz" (Outzen 87), wahrscheinlich bedeutet "frisan" vîfe im cod. exon. 339, 18 = Grein 2, 342, 6 mulieri comatae und das im romanischen wurzellose fr. "friser" mag fränkischen ursprung haben, vielleicht mit dem namen der "Friesen" selbst in berührung stehn. vgl. "fries" sp. 203:

und du kannst keinen fluch bei dem friesieren thun.

Zachariä verwandlungen 2, 112.

"FRISIERER", m. "capillorum concinnator", fr. "friseur", poln. "fryzyer": ich sehe aus ihren haaren, mein herr, dasz sie schon mit einem frisierer versorgt sind. J. E. Schlegel 2, 249.


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB#1

"frisieren", "frisiren"; ‘das Frisierte’ WA 38,155,19

a) jdm die Haare, die Perücke (nach der herrschenden Mode) herrichten, jdm eine kunstvolle (Perücken-)Frisur machen; zur Toilette vorwiegend adliger od bürgerlicher Personen gehörende Prozedur; PartPrät mehrf in der Beschreibung einer den Stand signalisierenden Aufmachung Ich habe mir in den Kopf gesezt mich heut wohl anzuziehen .. Mein Perückenmacher hat eine Stunde an mir frisirt und wie er fort war riss ich’s ein, und schickte nach einem andern WA B2,305,20 Gfin Stolbg 21.[9.75] Ich muß dir wieder unter dem F. schreiben WA B6,336,13 ChStein 14.8.84 [Herm:] Denn sie [die Mädchen der Nachbarschaft] tadelten stets an mir .. | Gar zu lang war mein Rock .. und die Haare nicht recht gestutzt und gekräuselt. | Endlich hatt’ ich im Sinne, mich auch zu putzen .. Hatte den neuen Rock .. | Angezogen und war frisirt wie die übrigen Bursche HermDor II 217 hofmäßig gekleidet .. Frisirt und gepudert .. so trat der Bejahrte [Prz Pallagonia] .. einher WA 31,122,4 ItR WA 22,302,27 Lj VI Schöne Seele WA 12,236 Ungl Hausgenossen 288 WA 26,78,11 DuW 2 Der neueParis uö ‘sich f.’ WA 29,232,7 DuW Plp Aristeia dMutter [Bettina/G] als Gelegenheit zu Annäherungsversuchen [Philine] nöthigte Wilhelmen .. sich in ihrer Gegenwart f. zu lassen .. übernahm sie selbst die Bemühung, und kräuselte die Haare unsers Freundes mit großer Leichtigkeit und Zierlichkeit .. indem sie nicht vermeiden konnte, mit ihren Knien die seinigen zu berühren WA 21,146,20 Lj II 4 WA 52,46,21 ThS IV 9 WA 52,82,15 ThS IV 14

b) im Bild mBez auf die als unnatürl u gekünstelt empfundene Dichtungsweise des Rokoko [Crugant:] Alle Balladen, Romanzen, Bänkelgesänge werden jetzt eifrig aufgesucht .. [Gonzalo:] etwas Unglaubliches, daß sie wieder zur Natur kehren; denn sonst pflegen sie immer das Gekämmte zu f.; das Frisirte zu kräuseln; und das Gekräuselte am Ende zu verwirren WA 38,155,19 Claud1

s. "bestfrisiert" "wohlfrisiert"

Syn "coiffieren" GWb "kräuseln" (Haare k.) Caroline Vollmann

"Frisierschürze" -ir- ein Knabe, der eine F. umgegürtet und ein weißes Jäckchen anhatte WA 21,142,4 Lj II 4 Caroline Vollmann

"Frisierzeug" Von Frankfurth aus mitzunehmen .. Rasierzeug | F. WA 342,74,25 ReiseSchweiz 1797 Fasz 1 Caroline Vollmann


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Meyers#1

"Frisieren" (franz.), die Haare kräuseln, die Haartracht ordnen;

"Friseur", Haarkräusler, Haarpfleger, »Strähler« (von dem in Süddeutschland früher gebräuchlichen »Strähl« oder »Strähle« für Kamm, »strählen«, kämmen);

"Frisur", Haartracht; krauser, faltiger Besatz an Damenkleidern. Vgl. Barbier.

"Frisiermühle", soviel wie Ratiniermaschine.


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB#1

"frisieren" schw.:

1. wie schd., "frisiere", "friseere" (zu -ie-/-ee- s. PfWb "probieren" ) [verbr.]; die Hoor f. [LU-Opp, verbr.]; sich f. [KU-Bedb, verbr.]; vgl. PfWb kämmen, PfWb strählen. —

2. Duwak f. 'Tabak büscheln' [GH-Leimh]. — SHW Südhess. II 964; RhWb Rhein. II 818; BadWb Bad. II 234.

"Frisör" m. : nach dem Schd., "Frisee" ("fri'se") [verbr.]; vgl. PfWb Balbierer, PfWb Verschönerungskommissar. SHW Südhess. II 965; RhWb Rhein. II 819; BadWb Bad. II 234.

"Frisör-laden" m. : nach dem Schd., "Friseerlade" [verbr.]. —

"Frisör-salon" m. : nach dem Schd., "Friseer-", "Frisiersaloon" [verbr.].

"Frisöse" f. : nach dem Schd., "Frisees" [verbr.]. SHW Südhess. II 965; RhWb Rhein. II 819.


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB#1

"frisieren" Allg. schw.:

1. wie nhd.; sich fr., sich für einen ungewöhnlichen Besuch bes. sorgfältig kleiden, kämmen; sech (de Hor) fr. RA.: Ove do es et wie e Pöppche frisert, ongen do es et met Kohdress beschmert! Bergh-Hüchelhv. Enem de Schnäuzer fr. ihm aufs Maul schlagen MüEif. De Steng (Steine) fr. herumschlendern Aach. —

2. übertr. einen fr., prügeln Sieg-Fussh. /Bd. 2, Sp. 819/

"Frisör" PfWb -?r [im Entrundungs-Geb. -?r; Birkf -ir] ??, Pl. -r?(n) Allg. m.: wie nhd., immer mehr vordringend. En Keckpädd (Frosch) ging spazieren, do woll e sich rasieren; do sät de Fr.: do häs jo gar ken Hör Mörs.

"Frisöse" PfWb -?:s (-e:s), Pl. z?(n) f.: wie nhd.

"Frisur" PfWb ??, Pl. -r?(n) Allg. f.: wie nhd.; en huh (modesche) Fr. RA.: Die hät en Fr. [ein Wort fehlt] ene Hahnekamm Aach.


(E?)(L?) https://synonyme.woxikon.de/synonyme/frisieren.php

DESYNONYME FÜR "FRISIEREN": 519 gefundene Synonyme in 33 Gruppen
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=frisieren
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "frisieren" taucht in der Literatur um das Jahr ???? / nicht signifikant auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/de/res?corpusId=deu_news_2021&word=frisieren

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Synonym: vernebeln, kämmen, verändern, verstecken, verbergen, durchkämmen, manipulieren, ändern, verschleiern, verdunkeln, vertuschen, beschönigen, einlegen, verhüllen, ondulieren, verbessern, verwischen
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Erstellt: 2022-07

G

Großvater (W3)

(E?)(L?) web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

dt. "Großvater" ist eine Lehnübertragung aus frz. "grand-pêre"


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Großvater
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Großvater" taucht in der Literatur um das Jahr 1650 / 1750 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2020-05

H

I

J

K

Kalauer
le calembour (W3)

Die Herkunft von dt. "Kalauer" = dt. "geistreicher Witz, meist in Form eines Wortspiels", ist nicht eindeutig. Zugrunde liegt wohl franz. "calembour" allerdings unter volksetymologischer Anlehnung an die Stadt "Calau" (Niederlausitz in Brandenburg).

Die Herkunft von frz. "calembour" ist ebenfalls unsicher.

(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/318405

Kalauer

M. "Wortspiel", "Wortwitz" um 1850 in Berlin aufgekommen (1), als scherzhafte Umbildung des älteren "Calembour(g)", das schon im 18. Jahrh. aus frz. "calembour(g)" entlehnt war (2).

Vgl. Gombert, Alter einiger Schlagworte S. 14.
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(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Meyers#1

"Kalauer", eine an "Calembour" anklingende Bezeichnung für witzige Wortspiele, vor allem solche, die nicht allzuviel Witz erfordern.

"Calembour", sinnreiches Spiel mit Wörtern von gleichem oder ähnlichem Laut, aber ungleicher Bedeutung. Das Wort stammt nach einigen von einem Pariser Apotheker, namens "Calembourg", her, der zu Anfang des 18. Jahrh. lebte /Bd. 3, S. 701/ und durch seinen Reichtum an dergleichen Witzen Aufsehen erregte, nach andern von dem Ort "Calembourg" bei Diedenhofen oder auch von einem westfälischen Grafen "Calemberg", der durch fehlerhafte Aussprache des Französischen am Hofe Ludwigs XV. die drolligsten Verwechselungen zum Vorschein brachte. Philarète Chasles brachte das Wort mit dem deutschen Volksbuch vom »Pfaffen von Kalenberg« in Verbindung. Nach Darmestetter kommt es vom pejorativen "calem" ( = "schlecht") und "bourde" ( = "Flause"). Franzosen und Engländer waren bisher am glücklichsten im "Calembour": unter erstern gelangte namentlich der Marquis de Bièvre (s. d.) darin zu großem Ruf. Als z. B. Laharpes »Brames« auf der Bühne durchfielen, während Bièvres »Séducteur« gut aufgenommen wurde, sagte er: »Quand le Séducteur réussit, les bras me tombent«. Die deutsche Sprache hielt man lange Zeit solcher Gelenkigkeit nicht für fähig, bis endlich Saphir, Öttinger, Glaßbrenner und namentlich die Berliner Komiker ihren Reichtum an dergleichen Klangspielen dartaten. Im Deutschen klingt der Ausdruck "Kalauer", der eine besonders gewöhnliche Sorte von Witzen bezeichnet, an "Calembour" an.

Vgl. Larchey, Les joueurs de mots (Par. 1867); Derselbe, L'esprit de tout le monde (das. 1892–93, 2 Tle.); La Pointe und Le Gai, Dictionnaire des Calembours et des jeux de mots (das. 1884).


(E?)(L?) https://www.wissen.de/wortherkunft/Kalauer

"Kalauer": einfaches Wortspiel - aus frz. "calembour" „Wortspiel“, vielleicht verkürzt aus frz. "calembredaine" „lächerliche Bemerkung, Ausflucht, Schwindelei“, zu lothring. "berdaine" „Geschwätz“, weitere Herkunft sowie Bedeutung des ersten Wortteiles nicht bekannt; im Dt. wurde das Wort in lautlicher Anlehnung an die Stadt "Calau" in der Niederlausitz volksetymologisch umgebildet.


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander#1

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Wir bezeichnen mit dem Worte auch das französische "Calembourg". Dieses Wort stammt nach dem französischen Lexikographen Phil. Châles von dem deutschen um das Jahr 1580 erschienenen Schwankbuch des Phil. Frankfurter, "Der Pfaffe von Kalenberg", ab. (Vgl. Büchmann, X, 107.)
...


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Kalauer
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Kalauer" taucht in der Literatur um das Jahr 1820 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2022-02

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M

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O

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Präsident (W3)

Wie dt. "präsidieren" geht dt. "Präsident" zurück auf lat. "praesidere" = dt. "vorsitzen", "leiten", "befehligen", und setzt sich zusammen aus lat. "prae" = dt. "voran" und lat. "sedere" = dt. "sitzen". Im 16. Jh. wurde er von frz. "président" = dt. "Vorsitzender" übernommen.

Adelung schreibt dazu:


Der "Präsident", des -en, plur. die -en, aus dem Latein. "praesidere", "den Vorsitz haben", derjenige, welcher in einem Collegio den Vorsitz hat, das Haupt eines Collegii, welcher die Geschäfte anordnet und vertheilet, und in manchen Fällen auch entscheidet; Franz. "President". Dessen Gattinn, die Präsidentinn. Ehedem gebrauchte man das gute Deutsche Wort "Stabhalter" dafür, so fern der "Stab" das Ehrenzeichen der vorsitzenden Person in einem jeden, besonders Rechts-Collegio war.


(E?)(L?) https://www.hanisauland.de/lexikon/p/praesident.html

Präsident/in

Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Vorsitzender". Wir kennen es als Bezeichnung für unser Staatsoberhaupt, den "Bundespräsidenten". Den Titel gibt es auch in vielen anderen Bereichen, zum Beispiel gibt es den "Bundestagspräsidenten", die "Gerichtspräsidentin" oder den "Polizeipräsidenten". Auch vielen Verbänden und Vereinen sitzt ein "Präsident" oder eine "Präsidentin" vor (als Beispiel: der Präsident des Deutschen Sportbundes). Manchmal wird dieser Titel auch nur für eine kurze Zeitspanne vergeben: So kann ein Mann oder eine Frau etwa zum "Tagungspräsidenten" oder "Kongresspräsidenten" ernannt werden.


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/der/DERP.pdf

"Präsident", M., "Vorsitzender", "Organ einer Personengesamtheit" (z.B. Staat), 16. Jh. (Roth 1571) Lw. frz. "président", M., "Vorsitzender", aus dem subst. Part. Praes. ("praesidens") von lat. "praesidere", V., "vorsitzen", "leiten", "befehligen", zu lat. "prae", Präp., Präf., "voran", lat. "sedere", V., "sitzen".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Präsident
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Präsident" taucht in der Literatur um das Jahr 1650 / 1700 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2020-07

Q

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S

Sitzung (W3)

(E?)(L?) web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

dt. "Sitzung" ist eine Lehnprägung nach frz. "session"


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Sitzung
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Sitzung" taucht in der Literatur um das Jahr 1560 / 1750 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2020-05

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Uni Wien
Wörter aus dem Französischen

(E?)(L?) web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

E. Französische Einflüsse während der höfischen Zeit (1150 - 1250)

Das ständige Bestreben der deutschen Höfe, dem französischen Ideal zu entsprechen, evoziert auch viele sprachliche Entlehnungen. Das ideale Rittertum bzw. die Idee vom idealen Rittertum wird zuerst im altprovenzalischen Minnesang betont. Über das nördliche Altfranzösisch gelangt die neue Vorstellung von Gesellschaft in den deutschsprachigen Raum. Der rege Kulturaustausch passiert durch Reisen, Festlichkeiten etc.

Wieder lassen sich verschiedene Bereiche unterscheiden, denen besonders viele Entlehnungen zugeordnet werden können:

Geselligkeit: Kampf und Ritterspiel: Kleidung: Wohnung: Handel: Verben: Adjektiva: Suffixe: deutsche Wortbildungen: z. Bsp. Lehnbedeutung:

...
2. Französisch (und Italienisch)

Nachdem während der Frühbürgerlichen Zeit kaum frz. Entlehnungen zu verzeichnen waren, kommt es ab 1500 und verstärkt ab 1560 wieder zu mehr frz. Lehnwörtern im Deutschen:

Kriegswesen: Wirtschaft und Verkehr: Verwaltung und Politik: Geselligkeit und Ethik: Architektur, Kunst, Literatur, Musik: Manche Entlehnungen werden durch die Dominanz des Lateins latinisiert: Aus dem Französischen stammt außerdem die Endbetonung der Wörter "Herodót", "Homér", "Kritík" und "Politík".
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I. Absolutismus, bildungsbürgerliche Sprachkultivierung (17., 18. Jh.)
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Französisch wird wieder Hofsprache, dementsprechend viele Lehnwörter stellen sich ein. Das Deutsche wird sogar vom Preußenkönig Friedrich II. in seinem Buch "De la litterature allemande" verspottet. Latein bleibt weiterhin die (amtliche) Wissenschafts- und Rechtssprache. Es herrscht eine alamodische Vielsprachigkeit der Oberschicht, die sich aus Deutsch, Latein, Französisch, Spanisch, Italienisch und im NW Europas auch aus Niederländisch zusammensetzt. Je nach Situation und Absicht wird eine andere Sprache verwendet. Zudem entsteht eine oberschichtliche Dreisprachigkeit, welche die drei Hauptsprachen Französisch, Deutsch und Latein umfasst. Durch das "Reichssprachenrecht" sind "Deutsch" und "Latein" seit dem Mittelalter die offiziellen Reichssprachen. Auf Reichstagen wird daher verlangt, dass anderssprachige Texte (so auch franz.) ins Lateinische oder ins Deutsche übersetzt werden. Bei zwei Reichstagen im 17. Jh. führt dies zu Streitigkeiten und Konflikten. Später nehmen die Bemühungen um die dt. Sprache zu: Von allen dt. Beamten wird gefordert, Deutsch zu beherrschen und 1687 wird die erste dt. Vorlesung angekündigt. Darin werden die Deutschen u. a. dazu ermahnt, die eigene Sprache besser zu erlernen; eine ähnliche Forderung formuliert Leibnitz (der selbst alle seine Werke in lat. oder franz. Sprache abfasst).

Trotzdem bleibt vorerst Französisch die bestimmende Sprache; Voltaire (um 1750 in Potsdam): "Ich bin in Frankreich. Man spricht nur unsere Sprache. Das Deutsche ist nur für die Soldaten und die Pferde."
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I. Absolutismus, bildungsbürgerliche Sprachkultivierung (17., 18. Jh.)
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Als Gegenpol zum Alamode-Wesen, zur alamodischen Vielsprachigkeit und zur Sprachmengerei (v. a. Frz., Lat., Dt., Span., It.), steht der Versuch, Deutsch als Unterrichtssprache einzuführen. 1687 hält Christian Thomasius eine dt. Vorlesung und Leibnitz betont in einer Ermahnung an die Deutschen die Bedeutung der dt. Sprache. 1771 erscheint das erste Fremdwörterbuch, der "Deutsche Dictionarius" von Simon Roth. Die dominierende Sprache ist Französisch, sie wird von adeligen Erziehern, Briefstellern etc. verwendet. Im 18. Jh. werden mindestens 400 Lehrwerke zur frz. Grammatik in Umlauf gebracht. Sämtliche gesellschaftlichen Aktivitäten der oberen Gesellschaftsschichten sind eng mit dem Französischen und mit Frankreich (als Stilvorbild) verknüpft.

Der Einfluss des Französischen wird ebenfalls bestärkt durch die Hugenotten, die in Brandenburg leben (20000, 7000 allein in Berlin; ein Fünftel der Bevölkerung). Es entsteht generell ein partieller Bilingualismus, je nach Situation wird eine andere Sprache verwendet. Französisch nimmt insbesondere eine bedeutende Rolle in der Diplomatie ein. Erst in heutiger Zeit wird es aus dieser Position langsam aber doch vom Englischen verdrängt.

1. Funktionale Felder der französischen Lehnwörter

• Lehnwörter füllen oft eine Lücke im Wortfeld. Bsp.:

Süßigkeiten: Kleider: Farbadjektive: sonstige:

• Ein Fremdwort kann auch eine semantische Differenzierung offerieren:

"Resultat" (institutionale Zusammenhänge, technisch-wissenschaftlicher Bereich; Bsp.: "Resultat einer Rechnung") zu "Ergebnis" (eher nicht formale Zusammenhänge; Bsp.: "Ergebnis einer Diskussion").

• Das Lehnwort bezeichnet einen engeren Bedeutungsgehalt als die dt. Entsprechung: Die Fremdwörter umfassen einen stärker eingeschränkten Bedeutungsbereich.

• Fremdwörter mit pejorativem Beigeschmack im Vergleich zum dt. Wort:

Lehnwörter sind also oft der eher wertende Terminus im Gegensatz zu den meist relativ neutralen dt. Entsprechungen. Ergo: Es gibt keine nicht notwendigen Fremdwörter! Die Funktion des Fremdworts kann unterschiedlicher Natur sein. Beispielsweise kann es der sozialen Maskierung dienen: Manchmal fällt es schwer, den Unterschied in Worte zu fassen: Ebenfalls der sozialen Maskierung könnte man das Paar Warum überhaupt nicht "1. Stock" statt "Erdgeschoß" oder "Parterre" gesetzt wird, erklärt sich (vermutlich) aus Bauvorschriften früherer Zeiten: Häuser in der Innenstadt sollten nicht mehr als drei oder vier Stockwerke hoch sein. Bsp.: "Tiefparterre" - "Parterre" - "Mezzanin" - "Hochparterre" usf. > kein Stockwerk statt vier Stockwerke.
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2. Bedeutungsveränderungen bei der Entlehnung

Eine Statistik gibt 726 Entlehnungen (frz.???) für das 17. oder 18. ??? Jh. an. Nur bei 190 bleibt die ursprüngliche Wortbedeutung erhalten. Bsp.: Mehrere frz. Entlehnungen bekommen ein Konnotat, das auf die Oberschicht (die Französisch spricht) verweist; Französisch als Prestigesprache: Eine Bedeutungsverbesserung ist festzustellen bei

Eine eigenartige Bedeutungsverschiebung ist bei folgenden Wörtern zu beobachten:

3. Aussprache - Grad der Integration von Fremdwörtern, Betonungsverhältnisse

An der Aussprache der Fremdwörter ist im Allgemeinen der Grad der Integration ablesbar. Ein Beispiel wäre die frz. Nasalierung, die in Österreich kein Problem für den Sprecher darstellt. Deutsche Bundesbürger hingegen haben mit diesem für sie unüblichen Sprachgebrauch zu kämpfen. Man unterscheidet bzgl. der Integration in Nicht-, teilweise und totale Integration. Beispiele für totale Integration wären: Partiell integriert ist der stimmhafte Sibilant entspricht nicht der korrekten frz. Aussprache.

Die Betonungsverhältnisse in Fremdwörtern stellen oft Ausnahmen zu den Betonungsnormen im Deutschen dar. Es gilt: Die letzte schwere Silbe erhält den Hauptton, wobei eine schwere Silbe entweder sein kann ein Langvokal, ein Diphthong oder ein Kurzvokal mit zwei Konsonanten. Man erhält daher: Ein etwas komplizierterer Fall ist das Wort "Ingenieuer". Das aus it. "ingegnere" = "Kriegsbaumeister" stammende Wort lautet im Französischen "ingénieur" (vgl. lat. "ingenium" = "Fähigkeit", "Talent", "geistreiche Erfindung" usf. zu "ingignere" = "hervorbringen"). Trotzdem ist die frz. Aussprache unüblich. Der Duden schlägt vor, das Österreichische Wörterbuch "scheniör" (doch das apikale "r" scheint eher unwahrscheinlich).

4. Sprachpuristische Haltung zu den frz. Einflüssen

Besonders kritisiert wurden (und werden) die hybriden Bildungen bei Fremdwörtern, die als unrechtmäßig abgetan werden. Hybride Bildungen sind Zusammensetzungen, deren Einzelteile aus verschiedenen Sprachen stammen. Diese Kritik wirkt aber wenig sinnvoll, weil hybride Bildungen zum Wesen einer jeden Sprache gehören. Bsp.: besonders beliebter Verbsuffix "ier": wobei durch weitere Suffixe wieder neue Wörter entstehen können. Bsp.:

Ebenfalls ein sprachpuristischer Begriff ist der der Scheinentlehnung. Bsp.: Das Vorbild für die Entlehnung ist in der anderen Sprache nicht existent. Ein etwas komplizierter Fall ist der "Friseur": "coiffeur" ist das frz. Wort für diesen Beruf. Frz. "friser" hingegen meint "kräuseln", "eine Kleidung mit Rüschchen oder Krausen versehen". Diese Bedeutung erinnert an "eine Bilanz frisieren" im Sinn von "beschönigen". Die übliche Etymologie für "frisieren" (von Haaren) verweist über nndl. "friseren" auf frz. "friser" [so auch im Kluge]. Vom frz. Wort aus kann eine germ. Wurzel angenommen werden. Auch "coiffeur" stammt vielleicht aus dem Germanischen. Weiters gibt es gewissermaßen ein mögliches lat. Vergleichswort in lat. "frigere" = "backen", "braten" (Fleisch "kräuselt" sich möglicherweise beim Backen). Jedenfalls gibt es Ende 17. Jh. zwei Formen: "Friseur" und "Frisierer"; die frz. setzt sich durch. "Friseur" könnte auch mit "Fries" = "krauses Wollzeug", auch "Wandverputz" etymologisch verwandt sein. Sogar ein Zusammenhang mit den "Friesen" (Haben Friesen gekräuseltes Haar?) kann nicht ausgeschlossen werden, scheint aber doch eher sehr unwahrscheinlich.

Kritik am Alamode-Wesen kommt auf jeden Fall von verschiedenen Seiten und auf verschiedene Arten. Johann Rist beschwert sich über die Fremdwörter, die sogar von Spinnmägden und Knechten statt dem Deutschen verwendet würden. Christian Thomasius argumentiert ähnlich: Das ganze niedere Volk, Schuster, Schneider, Kinder, Gesinde, spricht bereits französisch. Herder äußert sich 1793 in seinen Briefen zur Beförderung deutscher Humanität etwas differenzierter zur Problematik: Nicht die Sprache ist für die politischen Verhältnisse verantwortlich, sondern sie ist nur eine Folge (nicht die Ursache!) der kulturellen Zustände.

5. Exkurs: Integration von Fremdwörtern

Diese nimmt im Lauf der Zeit zu. Während im 17. Jh. etwa noch "piquant" geschrieben wird, heißt es heute "pikant". Ähnlich: Die originale Schreibung hat sich aber bewahrt in beispielsweise Verschiedene Möglichkeiten der Realisierung bieten Vor der Rechtschreibreform standen einander widersprechend gegenüber. Zuletzt wird noch "Belletristik" erwähnt; ein Wort, das eigentlich falsch geschrieben wird (frz. "lettres").




Erstellt: 2020-05

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wikipedia.org - LvG
Liste von Gallizismen

(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Gallizismen

Dies ist eine Liste von Gallizismen, d. h. von Wörtern französischer Herkunft, die in der deutschen Sprache benutzt werden. Beim Benutzen und Erlernen von im Deutschen und Französischen ähnlicher oder scheinbar ähnlicher Worte müssen Scheingallizismen und falsche Freunde beachtet werden.

Die französischen Wörter stammen zum Teil ihrerseits aus anderen Sprachen, so zum Beispiel "balcon" aus dem Italienischen "balcone", "kiosque" aus dem Türkischen / Persischen, "mannequin" aus dem Niederländischen / Niederdeutschen, "sporadique" aus dem Griechischen.

A: à jour | à la, besonders küchensprachlich: à la carte, à la maison, à la saison usf. | à la longue | à la minute | à tout prix | Abonnement, abonnieren | Absence | Accessoire | Adieu | Adresse | Adjutant | Affäre | Affront | Agent provocateur | Agraffe | Akkord | akkreditieren | Akquise, Akquisition | Akrobatik | Akteur | Allee | Allianz | Allüren | Amateur | Ambition, ambitioniert, ambitiös | Amouren | Amüsement, amüsieren | Amuse-Bouche, Amuse-Gueule | Ancien Régime | Animateur, animieren | Annonce | Apanage | apart | Aperitif | Appartement | Appell | apportieren | Appretur | Après-Ski | Apricot (Farbe) | apropos | Arabeske | Armagnac | Argot | Armee | Arrangement, arrangieren | arrogant | Arrondissement | Artillerie | Artist | Assoziation | Atelier | Atout | Attaché | Attacke, attackieren | Attitüde | Attrappe | Aubergine | Au-pair | Autofrettage | Avancen | avancieren | Avantage | Avantgarde | avec | Aventurin | Avers | Avis | Aversion

B: Bagage | Bagatelle | Baguette | Bain-Marie | Baiser | Baisse (Börse) | Bajonett | Balance / balancieren | Balkon[1] | Ballade | Ballon | Bande | Bandage/bandagieren | Bankett | Bankier | Baracke | Barré[2] (Guitare) | Barriere | Barrikade/barrikadieren | Bassin | Baste | Bataillon | Batist | Batterie (Militär) | Batterie (Technik) | Beau | Béchamelsauce/soße beige | Belami | Belesprit | Beletage | Belle Epoque (Geschichte) | Belletristik | Bellevue | beordern | Bergere | Bergerette | Berlocke | Bête | Beton | BH (Büsten-Halter) | Bidet | bigott | Bijou/Bijouterie | Billard | Billett | Biskuit | Bistro | Biwak | bizarr | Blamage / (sich)blamieren– blanchieren | Blessur | Blouson (Kleidung) | blümerant | Bluse | Bohème | Bombage | Bombardement | bombieren | Bon | Bonbon | Bonbonniere | Bonhomme | Bonmot | Bonvivant | Bordeauxrot (Farbe) | Bordero (Bordereau) | Bordüre | Bosse | Bouclé/Buklee | Boudoir | Bougie | Bouillabaisse (Gericht) | Bouillon | Boule (Spiel) | Boulevard | Bouquet/Bukett (Wein) | Bourgeoisie | Boutique | Branche | mit Bravour[3] | bravourös | Bredouille | Brikett | brillant | brillieren | Brimborium | Brioche | Brisanz | Brocheur | Broschüre | Brouillon | brüskieren | Budget | Buffet | B(o)ulette | Bulletin | Bürette | burlesk | Burleske | Büro | Büste[4] | Büsten-Halter | Bustier

C: Cabochon | Cabriolet/Cabrio | Café | Caisson | Camembert | Camouflage | Canapé (Sofa) | Can-Can | Caprice | Chaise | Chaiselongue | Chalet | Chambriere | Chambre Séparée | Chamois | Champagner | Champignon | Championat | Chance | changieren | Chanson | Chansonnier | Chantage | Chanteuse | Chapeau![5] | Chapeau claque | Charakter (Charakter#Frankreich) | Charge | Charité | Charme | Charmelaine | Charmeur | Charmeuse | Chartreuse | Château | Chaton (-fassung) –chatrieren | Chauffeur/ chauffieren | Chaussee | Chauvinist | Chef | Chemisette | Chevrolet (Automarke) | Chic | Chicorée | Chiffon | Chiffre | Chiffreur- chiffrieren | Chose | Cineast– Claqueur | Clementine | Clique | Citroën (Automarke) | Clochard | Cloche[6] | Clou | Cognac | Coiffeur / Friseur | Collage | Collier | Concierge | Confiserie | Confiseur | Contenance | Conférencier | Cordon | Cordon bleu | Cordon sanitaire | Cornichon (Gewürzgürkchen) | Corps de ballet | Corvette | Couleur | Coup | Coup d’État | Coupé | Coupon | Courage | Courtage | Cousin | Couture (Haute Couture) | Couturier | Crapaudine | Pflege-Creme | Creme (Farbe) | Crème brûlée | Crème de la crème | Crème double | Crème fraîche | Crème légère | Creole[7] | Crêpe | Crêpe Suzette | Croisé | Croissant | Croupier (Glücksspiel) | Croûton | Culotte | Cuvée (Wein)

D: d’accord | Dame | Debakel | Debatte | debattieren | Debüt | Debütant | debütieren | dechiffrieren | Decollement (Medizin) | Defensive | Defilee / defilieren[8] | Defizit | defizitär | Déjà-vu | deklassieren | Deko | Dekolleté | Dekorateur | Dekoration | dekorativ | dekorieren | Delegation | delegieren | delikat | Delikatesse | deliziös | delogieren | de luxe | Dementi | dementieren | demolieren[9] | Demontage | Dentist | Departement | Dependance | Depesche | Depot | deportieren[10] | Depression[11] / depressiv - derangieren | Dernier Cri | Desaster | desaströs | desavouieren | Desavouierung | Deserteur | Desertion | desillusioniert | Dessert | Dessous | Detail | detaillieren | Digestif | Dilettant | dilettantisch | Diner | dinieren[12] | Diskothek[13] | diskret | diskutabel[14] | Disput | Distanz | distanzieren | Distanzierung | Dividende | Division (Militär) | Divisionär | Divisionist | Domäne | Dorade (Fisch) | Dossier | dossieren | Dossierung | Double (Doppelgänger) | Doublé / doublieren (Metallverarbeitung) | Dragée / dragieren | Drainage | dressieren | Dressur | Droge[15] | Drogerie | Drogist | Dublette | Duchesse (Stoff) | düpieren | dutzend

E: Eau de Cologne | Eau de Javel | Eau de Parfum | Eau de Toilette | Eau de vie | echauffieren | Eclair | Effet (Drall) | ecru | egalisieren | Egoutteur[16] | einquartieren | Eklat | eklatant | Elan[17] | elanvoll | elegant | Eleve- elitär | Elite | Emaille | embetieren | eminent- Emotion | Empire | Emblem | en bloc[18] | en detail[19] (Handel) | Energie (?) | energisch | en garde | en gros[20] (Handel) | Enfant terrible | Engagement (Theater) / Engagement (sich einsetzen) | engagieren | en masse[21] ("on mass") | Ennui | ennuyieren | enorm | en passant | Ensemble | Entente cordiale | Entourage | En-tout-Cas | Entrecôte | Entrée | Entrechat | Entrelac | Entremetier | Entrepreneur | en vogue | entrieren | en vogue | Epaulette | Episode | Éprouvette | Ermitage - erotisch | Eskadron | Eskapade | Eskorte | essenziell | etablieren | Etablissement | Etage | Etagere | Etappe | Etat | Etikette (Gesellschaft) | Etikett (Schildchen) | Etui | excellent[22] | Exercice | Experte | Expertise | Exporteur | Exposé | Exterieur | extraordinär | extravagant | Extravaganz | Exzellenz

F: Fabrik | Facette | Façon | fade | Faible | Fait accompli | famos | fanatisch | Farce | Fasanerie | Fassade | fatigant | Fatige /Fatigue (Medizin) | fatigieren | Fauteuil (Möbelstück) | Fauxpas | favorisieren | Favorit | Femme fatale | Festival | Fête | Fetisch[23] | Fetischist | Feuillage | Feuilleton | feuilletonisieren | feuilletonistisch | Figur | Filet | Filou | Fin de siècle (Geschichte) | Finesse | Finissage | Firlefanz | Fisimatenten | Flair | Flakon | flambieren | Flanell | Flaneur | flanieren | Flatteur | flattieren | Flic | Flickflack (Überschlag) | Florett | Foie gras (Küche) | Folie à deux / Folie à trois (Psychiatrie) | Fond | Fondant | Fondue | Fontange[24] (Frisur) | Force[25] (Stärke, Gewalt, Zwang) | forcieren | Fourage | Fourier-Transformation (Mathematik) | Fourré | Fontäne | formidabel | Foyer | der Frack | frappant | Frappé | frappierend | Franchising | frank (und frei) | frenetisch | Frikadelle | Frikassee | Frisée | Friseur | Fritten | Fritteuse | frittieren | Front | Frotté | Frotteur | fulminant | Furnier | furnieren | Füsilier | füsilieren

G: Gage[26] | Gala | Galan | galant | Galoschen | Garage | Garant | Garde[27] | Gardemanger | Garderobe | Gardine | garnieren | Garnitur (Essen) | Garnitur (Militär) | Garnison | Gelatine | Gelee | Gelée royale | Gendarm (gens d’armes) | General- Generalität | Gendarmerie | Genie | genieren / genant | Genre | gentil | Gigolo[28] | Girlande/Guirlande | Glacé / glacieren (gefrieren) | Glacis (Militär) | Gobelin | Godemiché | Godron | Gourmand | Gourmet | Gouvernante | Gouvernement –Gouverneur | graduell | graduieren | Grand Cru | Grand-Tourisme-Rennen | Grande Dame | Granden[29] (Titel) | Grandeur | Grand Prix | Grandseigneur | Gratin[30] (Auflauf) | graziös | Grenadier | Grenadine | Gros[31] (en gros) | Groteske | grotesk | Guerilla | Guerillero | Guilloche | Guillotine | guillotinieren

H: Hangar | Hasardeur | Haschee | Hausse (Börse) | Haute Couture | Haute Cuisine | Hautevolee | Hautgout | Hommage | honett | Honneurs | Hors d’œuvre | Hotel | Hotelier | Husse

I: Idee[32][33] | Illusion | Illustration | illustre | illustrieren | Illustrierte | imaginär[34] | imponieren | imposant[35] | Imprägnierung | Impression | indigniert | Infekt | Ingenieur | Initiative | inoffiziell | Insolvenz | Interieur | Intervention | invalid /e | Invalid er/in Invasion | irisieren

J: Jabot | Jackett[36] | Jalousette | Jalousie | Jargon | Jeton | Jeunesse dorée | Jongleur / jonglieren | Journaille | Journal | Journalist | Jour fixe | Jupe | Jupon | Jury

K: Kabale | Kabarett | Kabarettist /in | Kabel | Kabine | Kabinett | Kader | Kaffee | Kai | Kaliber | Kalkül | Kalotte | Kamelott (Gewebeart) | Kampagne | Kanaille | Kanapee (Essen) | Kanari | Kandidatur | Karaffe | Karambolage | Karavelle | Karosse | Karree | Karriere | Karton | Kartonage | Karussell | Kasematte | kaschieren | Kaserne | Kaskade | Kaskadeur | Kassette[37] | Kautschuk | Kavalier | Kavallerie | Kinkerlitzchen | Kino | Kiosk | Klassement[38] | klassieren | Klavier | Klischee | koalieren | Koalition | Kokett(erie) | Kokon | Kokotte | Kolibri | Kollaborateur | Kolonnade | Kolonne | Kolportage | Komitee | Kommandant | Kommandeur | Kommode | Kommuniqué | Kompagnon | Kompanie | komplett | Komplize | Komtess | Kondukteur | Konfitüre | Konstrukteur | Kontrolleur | Kontur | konvertieren | Konvoi | Kornett | Korps | Kapriolen schlagen | Korsage | Korsett | Kostüm | Koryphäe | Kotelett (Fleisch) | Koteletten (Bart) | Krakelee | Krawatte | Kreation / kreieren (Mode/Kunst etc.) | Kreolen (Sprachvermischungen) | Kreolsprachen | Krepp (Stoff) | Kretin | kriminell | Kritik[39] | krokant | Kulisse | kupieren / kupiert | Kupon | Kürassier | Kurier | kurios | Kurtisane | kuscheln | Kusine | Kuvert | Kuvertüre

L: Lafette | Laissez-faire | Lakai | lakaienhaft | Lamé | Lamelle | Lampion | lancieren | lanciert (bei Stoffen) | l’art pour l’art | Laplace-Transformation (Mathematik) | Lavoir | leger | Leutnant | Liaison | liieren | Likör | Limette | Limonade/Limo | Limonelle | Limousine | Linette[40] | Lingerie | Linon[41] | Lisene | Livree | Loge | logieren | Longe / longieren | Lorgnon (Lorgnette) | loyal | Loyalität[42] | Lünette[43] | Lupe

M: Madame | Mademoiselle | Maitre | Major | Majorität | makaber | malad(e) | Malaise | Malesche | Malheur | maliziös | malträtieren | Manege (Zirkus) | Mamsell | Mangan | Marschall | Mannequin | Mandarine | Manier | Manöver | manövrieren | Manschette | Margarine | Marge | Marinade | Marine | Marionette | markant | Markise | Marone | marode | Marodeur | Marotte | Marquise | Marsch | marschieren | Maskerade | Maskottchen | Massage | Massaker | Masseur | massieren | Matinee | Mätresse | mauve | Mayonnaise | Medaille | Melange | Melasse | meliert | Memoiren | Menage | Ménage-à-trois | Menagerie | (ooh/ach) menno | Menü | Menuett | merci | Meringue/Meringe | Metier | Miene | Migräne | Milieu | Militär | Milliarde | Mineur | Minister | Minorität | Mirabelle | miserabel | Misere | Mitrailleuse | mobil[44] | Möbel[45] | Moderne[46] | Mode | Modelleur | Moiré | mokieren | Molton | monetär | Monokel | Monsieur/Messieurs (Pl.form) | monströs[47] | Montage | montieren | Moral | morbid /e | Mosaik | Motivation | motivieren | Mousse au Chocolat | Munition | Musette | Muskete | Musketier

N: Naturell[48] | Necessaire | Negligé | nervös | Nicotin | Nippes | Nische | Niveau | niveauvoll | Noblesse (noblesse oblige) | Nocturne (Musik) | Noisette | nonchalant | Nougat | Nuance | nuanciert

O: Oboe | Odeur | Œuvre | Offensive | offerieren | Offerte | offiziell | Offizier | Opportunismus / opportunistisch | Ombré | Omelett | Omnibus | ondulieren | Onkel | Orange | Orangeat | Orangerie | Orchideen | ordinär | Order | originell[49] | Orgie | Originalität | ouvert | Ouvertüre

P: Page[50] | Paillette | Paket | Paladin | Palais | Palaver | Palette | Paletot[51] (Kleidung) | Pampelmuse | panieren | Palisade[52] | Panne | Pantoffel | Papa[53] | Papeterie | Parade[54] / paradieren | Paraplü | Parasol | Paravent | par avion | parbleu | Parcours | par distance | Pardon (Entschuldigung) | par excellence | par exemple | par exprès | Parfait | par force | Parforceritt | Parfüm (Parfum) | Parkett (Boden)[55] | Parkett (Theater) | Parlament | parlieren | Parodie[56] / parodieren | par ordre | par ordre du mufti | par pistolet | par préférence | par renommée | Partei | Parterre | parterre | Partie | Partisan | Partizipation | partout | Parvenü | paspelieren | Passage | Passagier | passé/passee[57] | Passepartout | passieren[58] | Passion | passioniert | pasteurisieren | Pastiche | Pâtisserie | Pâtissier | Patrone | Patriotismus | Patrouille | Pavillon | Pazifist | pazifistisch | pedantisch[59] | Pelerine | Peloton | Pendant | Pensionär | Pensionat | perdu | perfide | Peridot | Perron –Perücke | pervers[60] | Petitesse | peu à peu | Peugeot (Automarke) | Phase | Phrase | pikant | Pilot | Pinasse –Pinzette | Pionier[61] | Pipette | Piqué | Pirouette | Pissoir | pittoresk | Plädoyer | Plafond | Plakette | Plantage | Plaque | Plateau | Plattitüde | Pöbel | Plagiat[62] | Plattitüde | platzieren | Pli | Plissee | Plombe– Plörre | Plumeau | Plüsch | poelieren | Poesie[63] | Pointe | Pointillismus | Polemik | Police | Polonaise / Polonäse | Pomade | Pommes frites | Pompon | pompös | Ponton | Popeline (Stoff) | populär | Pornografie[64] | Porree | Portage | Portefeuille | Portemonnaie | Portemanteau | Portepee | Portier | portieren | Porträtist | Portierung | Portrait/Porträt | porträtieren | Pose | posen | Postillon | Postillon d'Amour | Potage | Potaufeu | Potpourri | poussieren | Praline | Pralines | Prärie | Präsent | präsentieren | Präsident | Präservativ (Verhütungsmittel) | prätentiös | Präzision (Précision)[65] | prekär | Prekarität | Presse (Medien) | pressieren[66] | Prélude[67] | Premiere[68] | Prestige | Prêt-à-porter | preziös | Prise | Privileg | Profession | professionell | Profil | profilieren | Profiteur | Projektil | Promenade | promenieren | Protegé | protegieren | public | Puder | Püree

Q: Quadrille | Querelen | Queue | Quarantäne | Quartier / einquartieren | quartieren | Quiche | Quivive

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Erstellt: 2020-10

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Heitz, Raymond (Herausgeber)
Mix, York-Gothard (Herausgeber)
Mondot, Jean (Herausgeber)
Gallophilie et gallophobie dans la littérature et les médias en Allemagne et en Italie au XVIIIe siècle
Gallophilie und Gallophobie In der Literatur und in den Medien in Deutschland und in Italien im 18. Jahrhundert

Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
Verlag: Universitätsverlag Winter; Auflage: 1 (Oktober 2010)
Sprache: Deutsch, Französisch


Die Frage nach der Beziehung zu Frankreich und seiner Kultur ist im 18. Jahrhundert in Europa allgegenwärtig. Im deutschsprachigen Raum lassen sich seit der frühen Neuzeit gegensätzliche Tendenzen einer Gallophilie und Gallophobie ausmachen. Auch in Italien oszilliert das Frankreichbild zwischen Attraktion und Dégout und gerade mit Blick auf diese Dichotomie ist das Jahrhundert der Aufklärung als Schlüsselepoche zu begreifen. Der Nachahmung und Verehrung, die die französische Kultur auf der einen Seite hervorruft, stehen Ablehnung und Widerstand gegenüber, nicht zuletzt aus einer diffusen Angst vor Entfremdung. Bewundernde Anerkennung und heftige Missbilligung kommen so auf polarisierende Weise zum Ausdruck und sind meist strategische Funktionalisierungen, die von der eigenen Identitätssuche bestimmt sind.

York-Gothart Mix, geboren 1951, Studium der Germanistik, Geschichtswissenschaft und Soziologie in Berlin und in München, ist a. o. Professor am Institut für Deutsche Philologie an der Universität München.


Erstellt: 2021-04

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