Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
Euphemismus, Eufemismo, Euphémisme, Eufemismo, Euphemism

A

Abflug
einen / den Abflug machen (W3)

(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/lesen.php?Bereich=ae

"Abfluch", "Abflug" meint nicht den Start in den Urlaub, sondern den freiwilligen oder erzwungenen "Abschied": Auch als "Euphemismus" für "sterben", "abkratzen": "Der hat en Abfluch gemacht" ("er ist übern Jordan", "abgekratzt", "draufgegangen").


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Abflug
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Abflug" taucht in der Literatur um das Jahr 1750 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Ankerzentrum (W3)

"AnkER" steht für "Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung"

(E?)(L?) http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=112

2018

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"Ankerzentrum": Der Ausdruck "Ankerzentrum" findet sich im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD und bezeichnet besondere Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, die dort eine „Bleibeverpflichtung“ haben, bis sie auf die Kommunen verteilt oder abgeschoben werden oder freiwillig in ihre Heimat zurückkehren. Im Koalitionsvertrag wird durch die Schreibweise noch verdeutlicht, dass der erste Bestandteil des Ausdrucks eigentlich eine Abkürzung ist: "AnKER" steht dort für „Ankunft, Entscheidung, kommunale Verteilung bzw. Rückführung“. Durch die inzwischen fast durchgängige Klein- und Zusammenschreibung (= "Ankerzentrum") wird der Ausdruck zu einem aus unserer Sicht unangemessenen "Euphemismus", der die komplizierten Prüfverfahren in diesen Zentren und zudem die strikte Aufenthaltspflicht für Flüchtlinge verschleiert, indem die positiven Assoziationen des Ausdrucks "Anker" (u.a. Festmachen in einem Hafen, Sicherheit, zudem christliches Symbol der Hoffnung) gezielt ausgenutzt werden. Der Ausdruck Ankerzentrum wurde 13x eingesandt.
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(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Ankerzentrum

Ankerzentren sind bestimmte Aufnahmestellen für Asylbewerber in Deutschland. Die Bezeichnung erscheint im Koalitionsvertrag der Großen Koalition von 2018 und steht für "Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung" ("AnkER"). In einem "Ankerzentrum" sollen Flüchtlinge unterkommen, bis sie in Kommunen verteilt oder aber in ihr Herkunftsland abgeschoben werden.

In einem "Ankerzentrum" sollen verschiedene Behörden zusammenarbeiten, wie ein Jugendamt oder das "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" ("BAMF"). Grundsätzlich bestehe eine „Bleibepflicht“. Menschen mit positiven Aussichten auf einen Asylstatus sollen rasch auf die Kommunen verteilt werden, die übrigen im Ankerzentrum bis zur Abschiebung oder freiwilligen Rückkehr bleiben.

Die ersten sieben Ankerzentren entstanden zum 1. August 2018. Es handelt sich um bereits bestehende Einrichtungen in Bayern (in Bamberg, Schweinfurt, Deggendorf, Donauwörth, Zirndorf, Regensburg, Manching), deren Bezeichnung geändert wurde; teilweise trifft dies bereits auch für das Konzept zu. Im August entstanden auch Ankerzentren in Sachsen; später zog auch das Saarland nach. Manche Einrichtungen anderer Bundesländer, etwa in Baden-Württemberg, heißen zum Beispiel „Landesaufnahmestellen“ und werden teils als funktionsgleich mit Ankerzentren betrachtet.
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(E?)(L?) https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-08/asylpolitik-ankerzentren-bayern-fluechtlinge

Asylpolitik : Was Flüchtlinge im Ankerzentrum erwartet

Bayern hat als erstes Bundesland Ankerzentren für Flüchtlinge eingerichtet. Was läuft da nun anders als bisher?

Von Katharina Schuler
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Ankerzentrum
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Ankerzentrum" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

arm im Geiste (W3)

"arm im Geiste" ist heute ein "Euphemismus" für Menschen von geringer Intelligenz. Jesus meint ursprünglich in seiner berühmten Bergpredigt mit den "Armen im Geiste" noch jene, die sich bewußt sind, wie gering ihre Kräfte im Vergleich zu denen Gottes sind: "Beati pauperes spiritu quoniam ipsorum est regnum cælorum". - "Selig sind, die da geistlich arm sind, Denn das Himelreich ist ihnen".

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=arm im Geiste
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "arm im Geiste" taucht in der Literatur um das Jahr 1770 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

ausbaldowern (W3)

Dt. "baldowern" kommt hauptsächlich als "ausbaldowern" vor. Es geht zurück auf einen Ausdruck der Gaunersprache "baldower" = dt. "Auskundschafter" in dem das hebr. "ba'al" = dt. "Herr" und "davar" = dt. "Sache" steckt. Somit ist der "baldower" also dt. "Herr der Sache", weil er sich vorher "sachkundig" gemacht hat.

Etwas "ausbaldowern" gehört zu den wichtigsten Vorbereitungen eines Spitzbuben - das Auskundschaften des potentiellen Opfers oder Tatorts, das Aushecken einer günstigen Gelegenheit für Missetaten. Das Wort geht auf das hebr. "ba'al-da-war" zurück, was dt. "Herr der Sache" bedeutete und im Mittelalter ein "Euphemismus" für den Teufel war. Daraus entwickelte sich der rotwelsche "Baldowerer", der dt. "Auskundschafter", der im 19. Jahrhundert in der Berliner Mundart aufging.

(E?)(L?) https://www.mundmische.de/synonyme/ausbaldowern

"ausbaldowern": "aushecken", "tüfteln", oft taktisch gesehen


(E?)(L?) https://www.redensarten-index.de/register/a.php

etwas ausbaldowern


(E6)(L1) http://masematte.susisoft.de/

ausbaldowern - ausdenken


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/RhWB/

ausbaldowern

PfWB "baldowern" Elbf, Ess, MGladb, Zell-Trarb schw.: "etwas auskundschaften", "nach Neuigkeiten sich umhören und überbringen". — Günstige Gelegenheit zum Stehlen auskundschaften MGladb-Rheind. Der "Baldowerer".

PfWB "ausbaldowern": "etwas ausbaldowern", "auskundschaften", "die Gelegenheit erspähen".


(E?)(L?) http://www.sachsenwelt.de/sachsen/mundart/woerterbuch-a.html

"ausbaldowern" - "auskundschaften", "herausbekommen"


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=ausbaldowern
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "ausbaldowern" taucht in der Literatur um das Jahr 1890 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

B

Bahnhof (W3)

(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/lesen.php?Bereich=ae

"Bahnhof" (gesprochen "Bannoff") in der Wendung "am Bahnhof winken": Du kannst mich mal am Banoff winken! ("Euphemismus" für "am Arsch lecken").

"nur Bahnhof verstehen": Ich versteh immer nur Bahnhof, kann mir ma einer wat erklären? ("nichts verstehen können").


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Bahnhof
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Bahnhof" taucht in der Literatur um das Jahr 1800 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Bank
eine Bank sein (W3)

"eine Bank sein" heißt, daß man sich auf jemanden oder etwas unbedingt verlassen kann. Einst ging es wohl um die Bank zum Sitzen, die - anders als ein einfacher Schemel oder Stuhl - nicht so leicht umgeworfen werden kann. Als "Bank" bezeichnen Totospieler auch eine Tippreihe, in der durchgehend dasselbe Ergebnis vorhergesagt wird, weil man sich über den Ausgang eines Spiels völlig sicher ist. Und nicht zuletzt meinte man auch, sich auf die Geldinstitute selbigen Namens verlassen zu können - diverse Bankenkrisen machten die bekannte Metapher hier allerdings eher zum "Euphemismus" ...

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=eine Bank sein
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "eine Bank sein" taucht in der Literatur um das Jahr 1830 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

bescheiden (W3)

(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/lesen.php?Bereich=ae

"bescheiden": "Euphemismus" für "beschissen" Dat Wetter is ja wieder bescheiden heute. Deine Laune is ja ma widder bescheiden. Das Leben war bescheiden schön (Zitat).


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=bescheiden
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "bescheiden" taucht in der Literatur um das Jahr 1640 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

C

Callgirl (W3)

"Callgirl" = Euphemismus für "Prostituierte".

(E?)(L?) http://web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

"Callgirl" - "Prostituierte"; [das FW fungiert als "Euphemismus", weshalb es wohl bleiben wird].


(E?)(L?) http://www.etymologiebank.nl/trefwoord/callgirl

"callgirl" zn. "(per telefoon) te bestellen prostituee"

Nnl. "call-girl" "prostituee die telefonisch besteld wordt" [1968; Reinsma 1975].

Ontleend aan Engels "call girl", gevormd uit het werkwoord "call" "roepen", "opbellen", zie "raaskallen", en het zn. "girl" "meisje", van onduidelijke herkomst.

"callboy" zn. "per telefoon te bestellen mannelijke prostituee". Nnl. "callboy" ‘id.’ [1984; Dale]. Pseudo-Engelse, analoog aan "callgirl" onstane term voor de mannelijke tegenhanger in dit beroep; in het Engels betekent "call boy" "piccolo" of "jongen die in het theater de acteurs oproept".
...


(E?)(L?) http://anw.inl.nl/article/callgirl

"callgirl" 1.0

vrouw die werkt als telefonisch of via het internet te contacteren prostituee


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/405772?module=ctx.all&pos=5

"Callgirl"

N. (-s; -s), Mitte 20. Jh. entlehnt aus gleichbed. engl. "callgirl" (aus "call" "telefonieren" und "girl" "Mädchen"), gelegentlich auch in der Schreibung "Call-girl".

In der Bed. "junge Frau, die auf telefonischen Anruf hin Besuche macht oder Besucher empfängt und gegen Bezahlung deren sexuelle Wünsche befriedigt", bes. seit den 60er Jahren verbreitete verhüllende Bezeichnung (im Unterschied zu "Hure", "Dirne", "Freudenmädchen", "Straßenmädchen", "Prostituierte"), als Bestimmungswort in Zss. wie "Callgirl-Chefin", "Callgirl-Prozeß", "Callgirl-Report", "Callgirl-Ring", "Callgirl-Service", "Callgirl-Skandal" und in der Präfixbildung "Ex-Callgirl".

Vgl. das in neuerer Zeit in Analogie dazu gebildete Subst. "Callboy" M. (-s; -s), auch "Call-boy" "junger Mann, der auf telefonischen Anruf hin Besuche macht oder Besucher(innen) empfängt und gegen Bezahlung deren sexuelle Wünsche erfüllt", als Bestimmungswort in Zss. wie "Callboy-Ring" ("Dressman", "Gigolo", "Playboy").


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Callgirl
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Callgirl" taucht in der Literatur um das Jahr 1960 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

D

dahingegangen (W3)

Wer "dahingegangen" ist, ist nicht einfach weg, sondern "tot".

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=dahingegangen
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "dahingegangen" taucht in der Literatur um das Jahr 1640 / 1780 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Daus
ei der Daus (W3)

"ei der Daus" sagen wir seit dem 15. Jahrhundert als Ausdruck der Verwunderung, aber auch des Fluches, Erstaunens oder Schreckens. Zunächst bedeutete es "Betrüger", niederdeutsch auch "Teufel", seit dem 18. Jahrhundert ist die Bedeutung "Teufelskerl" (von mittellatenisch "dusius" - dt. "Dämon"), traditionell ein "Euphemismus" für den "Teufel" oder "Henker" bezeugt. Grund ist der verbreitete Aberglaube, daß die Nennung des Teufels ihn höchstselbst herbeirufen könnte. Bei Klabund (1890-1928) heißt es im "Totengräber":

Ich rede frisch von der Leber Weg, zum Parlieren Und Zieren Ist keine Zeit.
Ein armer, wandernder, stellenloser Totengräber Bittet um Arbeit.
Habt ihr keinen Toten zu begraben?
Keine Leiche im Haus?
Ei der Daus!
Keine Mutter? Keine Tochter? Keinen Mann?
Ich begrabe sie, so gut ichs kann.
Bei mir ist jeder gut aufgehoben,
Das Werk wird seinen Schöpfer loben.
Ich trage die Schaufel stets bei mir Und begrabe Sie auf Wunsch im Garten hier.
Die Erde leicht und lau fällt Auf Ihre Rippen Wie Schnee.
Ein Grab ist schnell geschaufelt.
Die Lippen Lächeln: Ade


Möglich wäre auch die entgegengesetzte Herleitung über "Deus" (lateinisch "Gott").

Eine andere Deutung: Im Kartenspiel wird eine Karte mit hohem Wert auch als "Daus" (vom nordfranzösischen "daus", französisch "deux" - "zwei", weil zwei Symbole und ein Glücksschwein zu sehen sind) oder "Sau" bezeichnet.

Das Ausspielen der Karte wird oft mit Überraschung aufgenommen, dementsprechend folgt gelegentlich dieser Ausruf.

"Daus" waren darüber hinaus auch zwei Augen beim Würfelspiel (mittelhochdeutsch "dus", lateinisch "duo").

Bei Adelung findet man:


Das "Aß", oder "Äß", des Asses, oder Ässes, plur. Asse oder Ässe, ein Wort, welches heut zu Tage noch in einem dreyfachen Gebrauche vorkommt. Denn so bezeichnet

1) das "Äß" oder "As", die "Eins", so wohl auf den Würfeln, als auch auf den Karten, welches letztere auch das "Daus" heißt. Niedersächs. "Esken", das Engl. "Ace", das Schwed. "Aes", das Ital. "Asso", und das Franz. "As", haben gleiche Bedeutungen.

2) Weil die Eins die kleinste Zahl ist, so hat man auch so wohl in den Gold- und Silbergewichten das kleinste Gewicht, deren 15 einen Grän, 17 einen Pfennig Cölnisch Gold- und Silbergewicht, 64 einen Ducaten, und 126 einen Louisd'or machen, als auch in manchen Arten der Maße, welche eine große Schärfe und Genauigkeit haben sollen, die kleinste Einheit ein "Aß" oder ein "Äß", im gemeinen Leben ein "Eß", oder "Eßchen" genannt.

3) Wird auch das Apothekerpfund, welches 24 Loth hält, ein "Aß" genannt. Im diesem letzten Falle ist das Wort zwar zunächst aus dem Latein. "Assis" entlehnet, allein auch diese gehöret mit zu der allgemeinen Übereinstimmung der Mundarten, und zeiget, daß "Aß" nicht allein die Zahl "Eins", sondern auch eine besondere Sache als ein Ganzes betrachtet, bedeutet habe. Das Griech. "???", "Eins", gehöret gleichfalls hierher. Wenn es in den beyden letzten Bedeutungen ein Zahlwort vor sich hat, so bleibt es im Plural, wie so viele andere dieser Art, unverändert. Der Ducaten ist um sechs "Aß" zu leicht. Es sind diesen Monath 600 "Aß" Wasser gefallen.

Das "Daus", des -es, plur. die Däuser, in der Deutschen Spielkarte, dasjenige Blatt, welches zwey Augen hat; ingleichen in dem Würfelspiele, diejenige Seite des Würfels, welche zwey Augen weiset. In beyden Fällen ist dieses Wort eine verderbte Aussprache des Franz. "deux". In der Deutschen Karte ist "Daus" dasjenige, was in der Französischen das "Aß" ist. Wie ein "Daus", wie ein "Däuschen", im gemeinen Leben, "niedlich", "vortrefflich". Er ist geputzt wie ein Däuschen. In einem vermuthlich andern Verstande begleitet es wohl einen verwundernden Ausruf. "Was der Daus! Müssen die Leute mit einander vorhaben?" In welchem Falle man auch wohl "der Dausend" und "der Deutscher" gebraucht. S. diese Wörter.

Das "Eicheldaus", des -es, plur. die Eicheldäuser, in der Deutschen Karte, das "Daus" aus der mit Eicheln bezeichneten Farbe. Nieders. "Eckerndaus".

...
2) In der Deutschen Karte wird die grüne Farbe, weil sie das Blatt eines Baumes vorstellet, Laub genannt. Daher der Laubkönig, der Laubober, das "Laubdaus" u. s. f.
...
In der Deutschen Karte führen die auf der Spitze stehenden Quadrate, ohne eben Rauten in der folgenden Bedeutung zu seyn, den Nahmen der Raute; Franz. "Carreau", eigentlich "Quarreau". Daher der "Rautenkönig", der "Rautenober", das "Rautendaus" u. s. f. Auch die viereckigen Felder eines Bretspieles heißen noch im gemeinen Leben "Rauten", daher "rautenweise" zuweilen auch noch für "geschachtet", d. i. in solche Felder getheilt, gebraucht wird. Im Schwed. ist "Ret" und "Ruta", im Isländ. "Reitr", und im Finnländ. "Ruutu", ein jedes Quadrat oder Viereck.
...
Die "Spadille", (Sprich Spadilje) plur. die -n, aus den Franz. "Espadille", und dieß wieder aus dem Spanischen, im l'Hombre Spiele, der erste und vornehmste Matador, welches in allen Farben das "Pik Daus" ist. Ohne Zweifel dem Spanischen "Spado". Deutsch "Spaten", weil die Pik-Farbe in der Deutschen Karte "Schüppen" oder "Spaten" genannt wird.
...
(a) In den Kartenspielen sticht eine Karte die ander, wenn sie mehr ist, als diese, sie überwindet, und daher die gestochene von dem, der die höhere Karte hatte, eingenommen wird. Das "Daus" sticht den König, der König die Dame u. s. f. (Siehe auch Abstechen.)
...


(E?)(L?) http://faql.de/etymologie.html#neune

Woher kommen die Ausrufe "ach, du grüne Neune!" und "ei der Daus!"?

Über die Herkunft dieser beiden Ausrufe des Erstaunens oder der Verwunderung besteht keine Einigkeit. Einigen Quellen zufolge soll die "grüne Neune" eine Spielkarte bezeichnen ("Grün" im deutschen Blatt entspricht "Pik"), der "Daus" vielleicht verhüllend den "Teufel". Andererseits steht das "Daus" (aus mhd. "dûs", "tûs", mfrz. "deus", altfrz. "doues", lat. "duo") auch für "zwei Augen" im Würfel- und Kartenspiel sowie für das "As". Auch im Englischen wird "deuce" in all diesen Bedeutungen und Redewendungen gebraucht.

Als weitere mögliche Erklärung für die "grüne Neune" nennt Röhrich ein Berliner Vergnügungslokal "Conventgarten" in der Blumenstraße 9 mit Haupteingang am Grünen Weg, das nach 1852 »ein billiges Tanzcafé und Stätte mancher Handgreiflichkeiten« geworden sein soll. Andere Quellen berichten von einem in besagter Blumenstraße 9 in Friedrichshain gelegenen Theater (Königstädtisches Vaudeville-Theater), das 1855 von Franz Wallner übernommen wurde und in dem »Halbwelt-Dramen« gespielt worden sein sollen. Der »Grüne Weg« heißt heute »Singerstraße«.


(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/d.php

Ei der Daus!


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

LaubDaus


(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Redewendungen

"Ei der Daus!" – Ausdruck der Verblüffung, des Zorns oder der Verwunderung. Der/das "Daus" ist im deutschen Kartenspiel das "Ass", also die höchste Spielkarte. Vermutlich hat der Ausdruck aber dennoch nichts damit zu tun, sondern vielleicht eher mit dem niederdeutschen "Dus" für "Tausend". "Daus" könnte auch vom mittellateinischen Wort "dusius" = "Dämon" abstammen und einem Ausruf wie "Oh, mein Gott" nahekommen.


(E?)(L?) https://de.wiktionary.org/wiki/Verzeichnis:Deutsch/Redewendungen

ei der Daus!


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/RhWB/

PfWB "Daus" II -o·u.- m.:

1. "Teufel", in Flüchen. Dat dech der D.! uWupp; der Dausicht noch emol! Ei, der Dausicht! Der Dausicht holl dich! Bitb, Prüm, Daun; Dausenfilijinchen (-veilchen) wie schön! Daun-Strohn. — E schlift (schläft) wie en Daus Prüm-Mürlenb. —

2. "Daus" ein Kartenspiel Bo. —

3. "Daus-chen" Kosewort für "Kind" Wittl-Steinborn.


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

DAUS, n. | DAUS

"daus", n. die zahl "zwei", binio, ahd. "dûs" Graff 5, 229, mhd. "tûs", engl. "deuce", altnord. "daus", dän. "duus", von "dyas", nicht erst von dem französ. "deux", wie Frisch und Adelung annehmen.
...
"daus", m. niederd. "duus", engl. "deuse", ein ausgezeichnetes und treffliches wesen, ein mensch den man mit wolgefallen ansieht. man sagt, wenn man einen loben will, "er ist wie ein daus".
...
"herzdaus", "herzendaus", n. das "daus der herzfarbe" im kartenspiel (vgl. DWB herz II, 5 sp. 1223): "herzdaus" Frisch 1, 187c; das rothe oder "herz-tausz". Wesenigk spielsieben (1702) 132; das rothe oder "herzentausz". 133;
...
"kleedaus", n. "daus in kleefarbe", s. das vor.
...
"rautendaus", n. "daus von der raute" im kartenspiel.
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"schellendaus", n. das "daus der farbe schellen" im deutschen kartenspiel. Frisch 1, 187c, eigentlich die "zwei", dann aber auch das "asz". vgl. DWB "daus" oben theil 2, 855. als scherzhafter eigenname für einen spieler Clas Schellendaus. H. Sachs 5 (1579), 357a.
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=der Daus
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "der Daus" taucht in der Literatur um das Jahr 1850 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Diätenanpassung (W3)

Im Jahr 1995 wurde "Diätenanpassung" für "Beschönigung für die Diätenerhöhung im Bundestag" zum Unwort des Jahres gekürt.

(E?)(L?) https://www.dw.com/de/so-ein-luxus/a-18677239

Audio anhören, 06:33

So ein Luxus!

Es gibt in der deutschen Sprache Wörter und Ausdrücke, die haben – wie man im Schwäbischen sagt – ein „G’schmäckle“. Damit ist – im übertragenen Sinne natürlich – so etwas wie „Beigeschmack“ gemeint, eine Nebenbedeutung, die unausgesprochen bleibt und meist negativ ist.

Was hat "Diätenanpassung" mit Luxus zu tun?

Eine besondere Form des Luxus: sich selbst die Bezüge in einer angespannten wirtschaftlichen Lage zu erhöhen

Es kommt jedoch immer darauf an, in welcher Situation solche Wörter verwendet werden. Ein Beispiel ist "Diätenanpassung", ein Wort, das 1995 sogar zum Unwort des Jahres gekürt wurde. Wäre die gesamte wirtschaftliche und soziale Situation in Deutschland damals besser gewesen, hätte sich wohl kaum jemand über die so bezeichnete "Erhöhung der Abgeordnetenbezüge" aufgeregt.

So aber empfanden viele die von den Abgeordneten des Deutschen Bundestages selbstverordnete Aufbesserung als ziemliche Unverschämtheit. Eine große deutsche Boulevardzeitung sprach sogar von "Luxus". Was aber hat das mit "Luxus" zu tun?
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(E?)(L?) http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=114

1995: "Diätenanpassung": Beschönigung der "Diätenerhöhung im Bundestag".

Die "Diätenerhöhung für Bundestagsabgeordnete" 1995 (die beinahe zu einer »Anpassung« des Grundgesetzes geführt hätte) hatte in jenem Jahr viele Wochen die deutsche Öffentlichkeit beschäftigt. Der Zorn über die Absichten und Beschlüsse einer Bundestagsmehrheit unter Einschluss der sonst oppositionellen SPD schlug sich auch in den Einsendungen zur Unwort-Suche 1995 deutlich nieder: Die mit Abstand größte Gruppe von Zuschriften (153) hatte kaum zufällig »Diäten« und »Diätenerhöhung« als Unwörter vorgeschlagen.

Dennoch lag hier (wie in anderen Fällen) eine Verwechslung von Sach- und Sprachkritik vor. Die Kritik an der Sache, hier der Diätenerhöhung, läßt sich nicht durch eine Schelte der dafür verwendeten (sachlich angemessenen) Wörter »Diäten/-erhöhung« leisten. Eine wesentliche Absicht der sprachkritischen Aktion »Unwort des Jahres« ist die Rüge von sachlich grob unangemessenen Benennungen, also von Wörtern, die über den wahren Charakter einer Sache hinwegtäuschen (siehe Satzung).

Für die Wahl zum »Unwort des Jahres« kam nur ein Begriff in Frage, der den negativen Eindruck, den die Diätenerhöhung geweckt hat, durch eine verharmlosende Umschreibung herunterzuspielen versuchte. Eine solche Beschönigung ("Euphemismus") liegt aber in der Koppelung von "Diäten" mit dem scheinneutralen Wort "Anpassung" vor. "Anpassung" spiegelt (auch in vielen anderen Fällen; z. B. "Gebührenanpassung", "Preisanpassung", "Tarifanpassung") eine fast naturnotwendige, unausweichliche Veränderung von finanziellen Forderungen im Hinblick auf neue Sachbedingungen vor (man vergleiche auch die Bedeutung von "Anpassung" von Lebewesen an veränderte Umweltbedingungen im Darwinismus!).


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Diätenanpassung
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Diätenanpassung" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

E

Erweiterte Verhörmethoden (W3)

Mit "Erweiterte Verhörmethoden" wird euphemistisch "Folter" bezeichnet.

(E?)(L?) https://www.heise.de/tp/features/Unwort-des-Jahres-Luegenpresse-3369509.html

...
Der Begriff "Erweiterte Verhörmethoden", der im Hinblick auf die Foltermethoden der CIA in den Medien Gebrauch fand, habe sich "in der Berichterstattung zu einem dramatisch verharmlosenden Terminus Technicus entwickelt." Der Ausdruck sei ein "Euphemismus, der unmenschliches Handeln, nämlich Folter, legitimieren soll." Dass deutsche Medien den Begriff auch unter distanzierenden Anführungszeichen verwendet haben, ändere nichts daran, dass man sich die Sprache der Täter mit dieser Übernahme zu eigen mache und somit auch akzeptiere.
...


(E?)(L?) http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=112

2014

Erweiterte Verhörmethoden: Aktuell geworden durch den CIA Bericht 2014, hat sich der Begriff „erweiterte Verhörmethoden“ in der Berichterstattung zu einem dramatisch verharmlosenden Terminus Technicus entwickelt. Der Ausdruck ist ein "Euphemismus", der unmenschliches Handeln, nämlich Folter, legitimieren soll. Auch wenn er in deutschen Medientexten in distanzierenden Anführungszeichen steht, dient er letztlich dazu, das in seiner Bedeutung sehr klare Wort „Folter“ zu umgehen. Dass man sich die Sprache der Täter mit dieser Übernahme zu eigen macht und damit akzeptiert, ist bedauerlich.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Erweiterte Verhörmethoden
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Erweiterte Verhörmethoden" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Euphemia (W3)

Der weibliche Vorname "Euphemia" setzt sich zusammen aus griech. "eu" = dt. "schön", "gut" und griech. "phemi" = dt. "sprechen" und bedeutet somit dt. "gute Benennung", "Schönsprecherin", "Frau von gutem Ruf".

"Euphemia" fand im Mittelalter als Heiligenname Eingang in die deutsche Namengebung. Namensvorbild war die heilige Euphemia, Märtyrerin (3./4. Jh.); Namenstag: 16. September.

(E?)(L?) https://heilige.de/de/urkunde/saints.47.html

Euphemia (17.6.)


(E?)(L?) https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/index.html




(E?)(L?) https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Euphemia.html

...
Name bedeutet: "Frau von gutem Ruf" (griech.)
...


(E?)(L?) https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026524/2004-04-08/

Maria Euphemia Dorer


(E?)(L?) https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/049053/2014-03-03/

Maria Euphemia Zurlauben


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Euphemia
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Euphemia" taucht in der Literatur um das Jahr 1770 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-11

euphemismen.de
Euphemismen-Sammlung

Die große Sammlung von Euphemismen auf "www.euphemismen.de" war am 01.12.2019 leider nicht mehr erreichbar.




Am 2005-12-12 waren folgende Euphemismen mit kurzen "Übersetzungen" aufgeführt:

A-Fall | Aal | Aal | aalglatt | Abandon | Abbalgen | Abbau von Bürokratie | abbauen | abbauen | abbefördern | abberufen werden | abbürsten | ABC-Schütze | ABC-Schütze | abdanken | abdirigieren | abdrücken | Abendsegen | Abendsonne | Abenteuer | abenteuerlich | Abfahrt | Abfahrthalle | Abfallbehandlung | Abfallentsorgung | Abfallerfassung | Abfallverwertung | abfangen | abfassen | abfedern | Abfertigung | abfeuern | abfingern | abfliegen | Abflusszentrale | abführen | abführen | abfüllen | Abgang | Abgang | abgebrannt | abgehen | abgemeldet | abgenicken | Abgeordneter | abgerüstet bis auf die Pelle | abgeräumt | abgestoßen | abgetakelt | abgewandert werden | abgrasen | abheesen | Abholer | abhäcksen | abhäsen | abknallen | abknicken | Abkocher | abkommandieren | abkämmen | abladen | ableben | Ablösung | abmelden | abmischen | abnibbeln | abnicken | Abort | Abortprinzessin | abpellen | Abplatzung/-en | abpuhlen | abrasieren | abrechnen | Abrechnung mit den Juden | abreißen | abrudern | abrücken | abrüsten | absahnen | Absatzbelebung | abschaffen | abscheiden | abschirmen | abschlagen | abschleudern | abschmieren | Abschmiervogel | Abschreckunngsmittel | abschreiben | Abschub | abschussreif | abschwirren | abschärfen | Abschöpfung | Absence | Absetzbewegung | Absiedler | absolut | absondern | abspritzen | abstauben | Abstieg | abstottern | abstürzen | abtanken | abtragen | abtreten | abwandern | Abwehrbollwerk | Abwehrdienst | Abwehrerfolg | abweiden | abzupfen | Accessoire | Achsenfett | Achtersteven | Acker | Ackerbauvernichtungslatsche | ad infinitum | Adlatus | adstringierend | Afrikaner | Airconditioning | Aktion T-4 | Aktivist | Alleinunterhaltung | allerhand | Allerwertester | Allgemeinplatz | Allianz der Willigen | Alte Schlange | alter Denker | Altersforscher | Altgeige | Althandel | Althistoriker | Altist | Altwarenhandel | Aluminiumgewinnung | am Riemen reißen | Ambrosia | Amors Pfeil | Amüsierbetrieb | Amüsierfleisch | Amüsiergrotte | Amüsierknüppel | An der ist was dran. | an die Wand stellen | anbacken | | Andenken | andere Fachschaft | andere Fakultät | anderer Bahnsteig | anders | andersrum | anfahren | Anforderungsprofil | Angebotsumstellung | angeheitert | angeigen | Angelhaken | angespannte Beziehung | angestoßen | angesäuselt | Anglerin | Anglerlatein | Anhang | Anhängsel | Animateur | Animiermädchen | Ankerplatz | Anklopfgerät | Anklopfmaschine | Ankratz haben | anlassen | Anliegen | anmeiern | Anpassung | Anpfiff | anreichern | Anreiz für Wachstum | Anrennen | Anschaffe | Anschluss | Anschluss suchen | ansetzen | anstechen | Anstifter | anstoßen | ansumpfen | antanzen | Antenne | Antichrist | Antifaschistischer Schutzwall | Antiquitätenhandel | Antiquitätenliebhaber | Antiquitätensammler | Anweiserin | Anwendung körperlichen Zwanges | anzapfen | Apparat | | Arbeiter der Stirn | Arbeiter- und Bauernstaat | Arbeitersekt | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Arbeitsanzug für einen Gentleman | Arbeitsbeschaffung | Arbeitsbiene | Arbeitslager | Arbeitsmaterial | Arbeitsmütze | Arbeitssieg | | Arbeitsvermittlerin | Arena | Arisierung | Armatur | Armband | Arrivierter | Artfremdes Eiweiß | Artistengepäck | Artus-Plan | Asiatenteller | Asphaltbiene | Aspik | Ast | Astlochastronom | Athletenhonig | atomare Artillerie | atomare Gefechtsfeldwaffen | Atzel | auf den Arm nehmen | auf den Federball gehen | auf den Matratzenball gehen | auf der Flucht erschossen | auf der Straße stehen | auf der Strecke bleiben | auf die Jagd gehen | auf die schiefe Bahn geraten | auf etwas sitzen bleiben | auf Fang gehen | auf Hasenjagd gehen | auf jmd. herumreiten | auf Lehrgang sein | auf Tour gehen | auf Touren bringen | auf Touren kommen | auf Tournee | Aufbau Ost | aufbügeln | Aufenthaltsbeendende Maßnahmen | auferstehen | Aufhupferl | aufmachen | aufmischen | Aufmunterung | aufmöbeln | | aufschließen | Aufsichtsbeamter | aufsitzen | Auftakt | aufzäumen | Augapfel | Augennummer | Augenpflege betreiben | aus dem Verkehr ziehen | aus der Feder fließen lassen | aus der Hand von Vorbesitzern | auseinander gegangen | Ausfall | ausfegen | Ausflug | Ausflugsdampfer | Ausgehhut | ausgelaufene Kokosnuß | Ausgliederung | auskleidsam | ausklinken | auskämmen | auslegungsüberschreitendes Ereignis | ausloten | ausländischer Mitbürger | auslöschen | ausmerzen | Auspuffrohr | Ausputzer | ausradieren | ausradieren | ausrüsten mit modernen Waffen | ausräumen | ausschalten | Ausscheidung | Aussiedlung | Aussonderung | aussteigen | aussteigen | Austilgung | austreten | auswanderungslustige Juden | auswählen | Auszubildender | Außendienstmitarbeiter | außergesetzliche Tötung | Babykost | Bachstelze | Backenzahn | Backpfeife | Backpfeifenkanone | Backpflaume | Bade- und Inhalationsräume | Badeanstalten | Badeanstalten für Sonderaktionen | Badegast | Bademeister | Badewanne spielen | Bagage | Bagger | Bahndamm-Riesling | Bahnhhof | Bahnhofssperre | Bajonett | Balalaika | Balg | Balken | Balkon | Balkongewächs | Balkonien | Ballastexistenzen | Ballett | Balletthose | Ballon | Ballonbereifung | Ballonleck | Ballonreifen | Balustrade | Bammel | Banane | Bananensaft | Bananenschale | Barackenwhisky | Barbara | barfuß bis zum Hals | bargeldloser Einkauf | Barmherzige Schwester | Baron | Bart | Bassgeige | Bastelwiese | Batman | Batterieausfall | Bau | Bauchschuss | Bauchtasche | Bauchwärmer | baufällig | Baumbeobachter | Baumeister | Baumsäge | Bauplatz | Baustelle | Bazookalehrgang | Bedienung | Beelzebub | Befehl ist Befehl. | befilzen | Befreier | Befreiung | Befreiungsarmee | Befreiungskrieger | Befriedung | Befriedungsaktion | Begattungswurzel | Begeisterungsknöpfchen | Begleitschaden | Begrüßungszentren | begütert | behandeln | beharken | beharrlich | Beharrungsvermögen | bei gutem Appetit | Bei ihm ist eine Schraube locker. | beidarmig | Beilager | Beischlaf | Beischläfer | Beisetzung | Beitragsanpassung | Belebung des Wachstums | belehren | belehren | Belustigungspinsel | Belustigungswasser | bemoostes Haupt | bepfeffern | bequem | beratungsresistent | bereit | Bermudas | Besamungsanstalt | beschickert | beschränkt | beschwipst | Beschäftigungsschwund | Beschäftigungstherapie | beseitigen | bespringen | bessere Hälfte | Besserverdienende | Besteck | besteigen | betagt | betreuen | Betriebsausflug | Betriebskurven | Betriebsoptimierung | Betriebsstörung | Betriebsstörung | Betriebsunfall | Betriebsunfall | Betriebsunfall | betroffen | Bettblümchen | Bettenbau-Uni | Bettgeschichte | Betthupferl | Bettschwere | beurlauben | Bevölkerungsbremse | Bevölkerungsflöte | Bevölkerungsknüppel | bevölkerungspolitischer Blindgänger | bewaffneter Konflikt | bewegen | beweglicher Verteidigungskrieg | Beziehungskrise | Beziehungsprobleme | Bibel | Biene | Bienenfang | Bienenkorb | Bienenschwarm | Bierdeckel | Bierflasche | Biergrazie | Bierlager | Biernymphe | Bierzipfel | Bildungscenter | Billard spielen | Billardkugel | Bims | birkeln | bis zum Kopf in Haut gehüllt | Bitte | blank sein | Blasebalg | blasen | Blasrohr | blau | blau machen | blaue Bohnen | blauer Engel | Blaumacher | Bleipuste | Bleischleuder | Bleispritze | Bleispucker | Bleiverteiler | Blessur | blinde Passagiere | Blitz | Blockflöte | Blumenatelier | Blumenkind | Blumentopf | Blumnenpavillon | Bluse | Bluse | Blusenspanner | Blut- und Schicksalsgemeinschaft | blutarm | Blutbad | Blutbewusstsein | Blutschutz | Blümchentee | Blüte | Blütenhonig | Blütenlese | Bockwurst | Bodenmasseuse | Bodenpflegemittel | Bodensee | Bogenlampe | Bohne | Bohnenspritze | Bohnerwichse | | Bohrer | Bohrloch | Bohrmaschine | Bolzen | Bombenteppich | Bonbon | Bonboniere | Bonbontante | bongen | Bordkuh | Bordsteinbiene | Bordsteinlikör | Bordsteinschwalbe | Botanik | Botaniker | Boutique | Brainstorming | Brand | brandig | Bratpfanne | Bratpfannenleger | Brautpflege | breit | breitwandfüllend | bremsen | Bremsspur | Briefzusteller | Brillenexpertin | brockenweise sprechen | Brot im Ofen | Brotbeutel | Bruchschokolade | Brumme | brummen | Brummi | Brummsummsel | Brunnen | Brunnenkresse | Brustbeutelschwindsucht | Brustschmerz | Brüstung | Bröckelchen lachen | Brötchengeber | Buch der Bücher | Buch des Lebens | Buchteln | buchten | Bullenkloster | Bumme | Bumser | Bundesadler | Burgbauen | Busch | Buschmesser | Butterberg | Butterfee | Büchse | Büchsendeckel | Büchsenmassage | Büchsenmasseuse | Büchsenspanner | Büchsenöffner | Büffelbüchse | Bügel | Bügelbrett | Bügeleisen | Bügeleisen | Bündnistreue | Bürgernähe | Bürgersoldat | Bürokraft | Bürste | bürsteln | Bär | Bärenauge | Bärennummer | böse Sieben | böses Blut | Café Viereck | Callgirl | Camping | Cat-Shop | Center | Charmebrigade | Chassis | Chausseeblume | Chikagoklavier | chinesische Lösung | chirurgischer Eingriff | Chlorophyll | Christbaumschmuck | Christusbraten | Chromosomenschleuder | Clustern | Cocktailbecher | Cocktailkirsche | Coiffeur | Compliance | Couragewasser | coventrieren | Dachverzierung | Dame mit Anhang | Damendegen | Damenstift | Dampf | Dampfröhre | Darbietung | Darmakrobat | Darmträgheit | Darmwind entweichen lassen | das andere Gesicht | Das Ergebnis stellt den Spielverlauf auf den Kopf. | das Frauenstimmrecht ausüben | das große S | das Hausrecht gebrauchen | das Ja-Wort geben | das Klassenziel verfehlen | das Leben aushauchen | das Leder in die Maschen jagen | das letzte Geleit geben | das letzte Vaterunser beten | das schwache Geschlecht | das schöne Geschlecht | das Tier im Menschen | Das würde ich so nicht sagen. | das zarte Geschlecht | das Zeitliche segnen | Dattel | Dauerlutscher | Dauerregen | Dauerrucksack | Dealer | decken | Decker | Deckungsarbeit | Deckvorrichtung | defekt | dejustiert gucken | Dekan der abortologischen Fakultät | demokratische Armee | Demokratur | demoplutokratisch | den Anschluss verpassen | den Arsch zukneifen | den Ball ins Netz jagen | den Bund fürs Leben schließen | den Fahneneid schwören | den Fang geben | den Fünf-Finger-Tango abziehen | den Gegner vorführen | den gemeinsamen Lebensweg beginnen | den Gnadentod geben | den Himmel voller Geigen hängen | den Hintern zukneifen | den letzten Kampf kämpfen | | den Schleier nehmen | den Schlusspunkt setzen | den Stall aufmachen | | den Weg alles Irdischen gehen | Dentisten | der Allmächtige | der Böse | der Erde wieder geben | der Ewige | Der Haussegen hängt schief. | der jüngste Tag | Der kann mich mal gern haben. | der liebe Gott | der Markt | Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. | der Präsens eines Menschen entraten können | Der schöne Adolf | der sexte Sinn | der Verewigte | der Welt entsagen | Der Würfel ist gefallen. | Dermoplastiker | deutsche Banane | deutschfremd | Diamanthochzeit | dick | dick machen | Dickbeinantilope | dicke Berta | Dicker | die Augen schließen | die Brille wärmen | die Erde verlassen | die Fäden ziehen | die Hüllen fallen lassen | die kalte Schulter zeigen | die Kutte nehmen | die Lademarke überschritten haben | die Lehmkuhle ausschütten | die Leitung aufdrehen | die letzte Ehre erweisen | die Mandeln kühlen | die Mühsal des Irdischen abstreifen | die Nase begießen | die Orgel vor der Messe spielen | | die Radieschen wachsen sehen | die Register des Könnens ziehen | die sanitären Anlagen aufsuchen | die Stimme der Natur | die Truhe aufschließen | die vier Buchstaben | die Waffen niederlegen | die Waffen sprechen lassen | die Wirtschaft | die zivilen Verluste auf ein Minimum begrenzen | die zivilisierte Welt | diejenige welche | Dienst am Volk tun | Dietrich | Ding | Dirigent | Dirne | Diskofhek | Diskus | Diskussionsklub | Docht | Dogfight | donnern | Donnervogel | Doppeldecker | doppeldeutig | Doppelfenster | doppelgleisig | Doppelgänger | Doppelkopf | doppelsinnig | doppelter Teenager | Doppeltwen | Dorn | Dose | Dosendeckel | Doseninhalt | Dosenöffner | Dosenöffner | Dosenöffner | Dragoner | Dragoner | Drahtverhau | drall | dramatisch | dran glauben | Drehorgel | Drehorgel | Drehorgel | | Dreispitz | Drillbohrer | Dritte Zähne | drittes Geschlecht | Drohkulisse | Druck | Druckausgabe | Druckverteiler | dröhnen | Dröhnung | Dummie | Dunst geben | Dunzel | durcharbeiten | durchbrennen | Durchgangsbahnhof | durchsetzungsstark | durchziehen | durstige Seele | Dusche | Dusche | Düngerstätte | dünn | | Dünnpfiff | Dünnsäureemission | Dämchen | Däumchen | Dödel | dödeln | Dörrgemüse | Döschen | eben | echtbürtig | | Ehehelfer | eheliche Pflicht | Ehestandsbewegung | Ehewinkel | Ehrenamt | Ehrendienst | Ehrendienst am Volk | Ehrenlaub | Ehrenrunde drehen | Ehrensold | ehrwürdiger Kontinent | Ei | Eier | Eierbecher | Eierberg | Eierhut: | Eierleger | Eierlikör | Eierpflanzer | Eierwärmer | Eigenbau | Eigentumsverlagerung | Eigentumsübertragung | Eigenverantwortung | | ein bisschen zu viel haben | ein Bäuerchen machen | ein Ding drehen | ein einnehmendes Wesen haben | ein flottes Leben führen | ein glänzendes Spiel | ein Herz und eine Seele | ein Häschen braten | ein menschliches Bedürfnis verspüren | ein Morgenei legen | ein Mädchen zur Frau machen | ein Pfand in ihrem Busen tragen | ein Rohr verlegen | ein Rollseil legen | ein Spiel ankurbeln | ein Spiel verschieben | Einakter | einbuchten | eindrehen | eine abkriegen | eine auf die zwölf geben | eine aufs Kreuz legen | eine auftun | eine Bluse aufbügeln | eine Bluse auftreiben | eine Bockwurst aufgabeln | eine Büchse aufreißen | eine Frau / einen Mann grebrauchen | eine Frau genießen | eine Frau kaufen | eine kleben | eine kleistern | eine lange Leitung haben | eine lange Träne weinen | eine Pfeife organisieren | eine ruhige Kugel schieben | eine scharfe Klinge führen | eine Spätzündung haben | eine Stange Wasser wegstellen | eine Szene machen | einem freudigen Ereignis entgegen sehen | einem Mann zu Willen sein | | einen Affen haben | einen am Helm haben | einen an der Waffel haben | einen Braten in der Röhre haben | einen dicken Hals haben | einen Eiertanz veranstalten | einen fahren lassen | einen fliegen lassen | einen Gang zurück schalten | einen Gegner abmelden | einen gesunden Appetit haben | einen Hasen schießen | einen heben | einen Iltis rauslassen | einen im Tee haben | einen in der Hacke haben | einen Kaktus pflanzen | einen Klimmzug machen | einen Kopf kürzer machen | einen Mann bedienen | einen Mann erhören | einen Nazi abwerfen | einen Pullover organisieren | einen Schatten haben | einen sitzen haben | einen streichen lassen | einen verlöten | einen Vogel haben | einen vom Pferd erzählen | einen Webfehler haben | einen wegstecken | einen über den Durst getrunken haben | einen Zug durch die Gemeinde machen | einen zur Brust nehmen | einen zwitschern | einfacher Mensch | Einfahrt | Einfall | Eingliederung | einheizen | einkommensschwach | Einlauf | Einmarscherlaubnis | einordnen | einrücken | eins auf die zwölf geben | einschlafen | einschmelzen | Einspritzung | Einstiegsluke | Eintänzer | Einweihung | Einwohner | Einzelzimmer | Eisenschleuder | eiskalt | Elefantenei | Elektronische Beweissicherung | eleminieren | Elfmeter | eliminieren | Elli | Empfangslager | empfindliche Strafe | Emswiesen-Feinschnitt | endlagern | Endlösung der Judenfrage | Energieopfer | Engel | Engelchen | Engelmacherin | Engerling | Englein | englisch einkaufen | Englische Krankheit | Ensemble | entbinden | entblättern | entblättern | Entblätterung | entbunden werden | entkorken | Entladung | Entlastung | entlaubte Stirn | Entlausungstrupp | Entrahmte Frischmilch | entsaften | Entsafterin | Entsaftungsanstalt | entschlafen | Entschädigung | entsorgen | Entsorgungsbeamter | Entsorgungspark | enttäuschende Kulisse | Entwaffnung | Entwicklungsland | Entwicklungsländer | Entwicklungszusammenarbeit | Er hat uns verlassen. | Er ist in der Prinz-Albrecht-Straße. | Er kann mich gern haben. | Er kann sehr ungemütlich werden. | Er tickt nicht ganz sauber. | Er tickt nicht richtig. | Er wurde von uns genommen. | Erbfeind | Erbse | Erbsenflöte | Erbsenschleuder | Erdmöbel | Erfahrungshorizont | Erfindung | erhitzt sein | Erholung | Erholungsheim für junge Männer | Erholungsurlaub | erkennen | Erker | Erklärungsmuster | Erlebnisshopping | erledigen | erleichtert | Erlöser | Ernstfall | Ernstfall | Ernte einholen | Eroberer der Reichshauptstadt | Eros-Center | erotische Bastelstunde | Erwartungshorizont | erweiterte Stirn | erwerbslos | es einer Frau besorgen | Es hat ihn erwischt. | Es ist etwas zwischen ihnen. | Es ist Ihrer Aufmerksamkeit entgangen ... | es sich besorgen | es treiben | es tun | Esel | Eskorte | Essen von sich geben | etatmäßig | Ethnische Säuberung | Etui | etwas Kleines kriegen | etwas vorgerückt sein | Eule | Europäische Neuordnung | Euthanasie | evakuieren | Evastöchter | ewige Nacht | Ewiges Jerusalem | Exerzitien | Experimentierapparat | fabrikneuer Schlitten | Fachkraft | Facility Manager | Fahkartenschalter | Fahne | Fahnenstange | fahrendes Volk | Fahrgestell | Fahrkarte | Fahrrad | Fahrschein | Fahrstuhl | Fahrwerk | Fallen stellen | Fallobst | falsche Behauptung | falscher Wilhelm | Falte | Familienglück | Familienwerkstatt | fantasieren | Farbe ins Spiel bringen | farbig | Fass | Fat Man | faustdicke Überraschung | Faustkampf | Fehltritt | Feige | Feigenleckerin | Feigensaft | Feinkosthügel | Feinschmeckerin | feist | Feld der Ehre | Feldbiene | Feldglocke | Feldluxusklo | Fellhase | Fensterblume | fensterln | Fernseher | Feuer im Dach | Feuerlöscher | Feuerwehr | Filialnetzoptimierung | Filmrolle | | Filzbiene | Finaler Rettungsschuss | Fischerin | Fitness | fixieren | Flamme | Flankenlauf | Flaschenöffner | flatterhaft | flatterig | Flatterotto | Flatterpfiff | Flausch | Fleischbank | Fleischbeschau | Fleischbeschauer | Fleischeslust | Fleischhandel | Fleischhändler | fleischliches Verlangen | Fleischmarkt | Fleischtopf | Fleurist | Flexibilisierung des Arbeitsmarktes | | Fliegentod | Flinte | Flintenkosmetik | flippern | flitzen gehen | Flitzer | Flitzspritze | Floristin | Flotter Dreier | Flugkörper | Flurbereinigung | flüssige Nahrung | flüssiges Brot | Flöte | Flötensolo | Forcierung | Formfleisch | Forstarbeiter | Fracksausen | Franzose | Französisch | Frau | Frau in den besten Jahren | Frau mit Vergangenheit | Frau von Welt | Frauenstolz | freie Aussicht | freie Mitarbeiter | freie Stelle | freie Stirn | freies Abteil | Freifahrkarte | freiheitlich-demokratische Grundordnung | freiheitliches System | Freiheitsstrafe | Freischaffende | freisetzen | Freisetzung | Freitod | Freizeitbeschäftigung | Freizeitland | Fremdarbeiter | fremdenfeindliche Ausschreitungen | Fremdenfeindlichkeit | fremdgehen | Freudenfahne | Freudenhaus | Freudenmädchen | Freudenspender | Freudenstätte | Freudental | Freund Hein | Freund und Helfer | Frieden erzwingende Maßnahmen | Frieden schaffende Maßnahmen | Frieden sichernde Maßnahmen | Friedensengel | friedenserhaltende Maßnahmen | Friedenssicherung | Friedhof | Friedhofrat | Friedhofsjodler | Friseurtagung | fristgerecht | frohes Ereignis | Front | Frontbegradigung | Frontverkürzung | Froschauge | Frucht der Liebe | Frühlingsgefühle | Frühlingslüftlein | Frühsport | Fräulein Mutter | Fuchs | Funkstille | funktionsgehemmt | Futteral | führertreu | füllig | Fünf-Finger-Rabatt | für die Galerie spielen | für immer Abschied nehmen | für kleine Mädchen / Jungen müssen | für sich behalten | Fürsorgemaßnahme | Fürst der Finsternis | Förderunterricht | galante Krankheit | Galasoldat | Galavorstellung | gangbar | Garbenspender | Gardinenpredigt | Garten | Gartenanzug | Gartenlaube | Gas haben | Gasfeuerzeug | gasig | Gastarbeiter | Gastarbeiter | Gastspielreise | Gaswerk | Gebetbuch | Gebetsmühle | Gebetsstunde | Geburtenkrieg | Geburtsstunde | Gedütt | Gedächtnisacker | gefallen | gefallenes Mädchen | geflogene Einsätze | Gefrierfleischorden | gegangen werden | Gegenreich | geheimer Bevölkerungsrat | Geheimratsecken | gehen | gehobener Teenager | gehobener Twen | Gehänge | Gehäuse | Gehör schenken | gehörlos | Gehörnter | Geige | Geigenbogen | geisterfahrer | Geistig-moralische Erneuerung | geistige Getränke | geistige Umnachtung | geistiges Behelfsheim | geistiges Getränk | geladen haben | gelb wattiert | Gelegenheit machen | gemeiner Mann | Gemeinschaftslager | gemütskrank | genesen von einem Kinde | Genussmittel | Genusswurzel | gepolstert | Gepäck | Gepäcknetz | Gerste | Gerstenkaltschale | Gerstensaft | Gerstentee | Gerät | Geräusch | Gesamtwille | Geschichten erzählen | | Geschlechtskatze | Geschmacksverstärker | Geschwisterliebe | geschwollene Achseln | gesegneten Leibes | gesellig | Gesellschaftsspiel | Gesichtserker | Gesichtspunkte | gesiebte Luft atmen | Gesims | Gesinnungsunterricht | gesonderte Unterbringung | Gestüt | gesund | gesundes Volksempfinden | Gesundheitsfabrik | Gesundheitskarte | Gesundheitsreform | Getreidespeicher | Getriebeveredlung | Getriebeöl | Gevatter Tod | Gewaltverzichterklärung | Gewehr | Gewinnwarnung | Gewürzprüfer | Giebel | Giebelschmuck | Gießkanne | Gießkanne | Gießkanne | Gigant | Giorgio | Gips | Glas- und Gebäudereiniger | glaubwürdige Abschreckung | Gleichschaltung | Gleitwachs | Glocke | Glocken | Glockenspiel | Glockenspiel | glücklos | Glücksfinger | Gnädige | Goldbroiler | Goldene Hochzeit | Goldener Schuss | Goldkehlchen | Gottesacker | Gottesbraut | Gotteshaus | Gottseibeiuns | Graupenpalais | Grenzsicherungsmaßnahmen | griffig | Grill | Grillshop | Grotte | große Zeit | großes Herz | Großgeistiger | Großnotstand | Großzügig | Gruß aus Darmstadt | Grüne Minna | grünes Licht geben | größter Feldherr aller Zeiten | Gummi | Gummi | Gummihaus | Gummihaut | Gummimantel | Gummistiefel | Gummiüberzieher | Gunstgewerblerin | Gurke | gut beieinander | Gute Partie | gute Stube | guter Hoffnung | guter Onkel | gutsituiert | gängig | Gänsewein | Götterspeise | Götzenstange | Haarglanzmittel | Haarkunstatelier | Haarstudio | Hackbraten | hacken | Hackfleischmaschine | hackig | Hackpartie | Hacktempel | Hafeneinfahrt | Hahnrei | Hairdresser | Hairstylist | halb und halb | Halbgott in schwarz | Halbgott in weiß | Halbkugel | Halbmond | Halbwahrheit | Halbwelt | Halbweltdame | halbzart | Halt die Luft an! | Hammer | Hand an sich legen | Handarbeit | Handbetrieb | Handel mit Dörrfleisch | Handicap | Handofen | Handvoll | Hannes | harte Spielweise | Hasenfuß | Hasenjagd | Hauptberufliche | Hauptportal | Hauptquartier | Hausaltar | Hausangestellte | Haushaltsdebatte | Hausmannskost | | hechten | | Heiland | Heilanstalt | heilende Kräfte des Marktes | Heilige Schrift | Heiligenschein | Heiliger Geist | heiliger Grund und Boden | Heiliger Krieg | heiliger Rasen | Heiliger Vater | Heilsarmee | Heimarbeit | Heimgang | heimgehen | Heimkino | Heimkino | heiß | Heldensonne | Helmschnecke | Hengst | heroischer Stil | Herr Geheimrat | Herr mit Anhang | Herr mit grauen Schläfen | Herrenmensch | Herrenvolk | Heulstunde | Himmelfahrt | Himmelfahrtskahn | Himmelfahrtskommando | Himmelfahrtsschule | Himmelsbraut | Himmelsfähnrich | Himmelsgeige | Himmelskehrer | hin sein | hinlangen | hinmachen | hinter schwedischen Gardinen | Hintergestell | Hinterkastell | Hinterlader | hinterlistig gähnen | Hintersteven | Hippiefest | Hirsch | Hirte | Hitlersäge | Hitzableiterin | Hitze | Hiummelsbote | Hobel | Hobelbank | hobeln | hochkarätiger Traubensaft | Hochkultur | hochpreisig | Hochspannungsmast | hohe Hürde | hohe Stirn | Holstenbeule | | Honigbiene | Honorierung | | hopps gehen | Horchdienst | horizontales Gewerbe | horizontales Gwerbe | Horn | Hornbläserin | Hosenstall | Hospitalfee | | | Hotel der tausend Betten | Hotel ohne Klinken | Hotel zum schwachen Geist | humanitäre Aktion | Hummel | hundertprozentige Chance | Hundertprozentiger | Huste | hüben wie drüben | Hügeldepot | Hühnerauge | hüllenlos | Häuschen | Höchstes Wesen | Höhle | Igel | ihn reinschieben | im Adamskostüm | im Evakostüm | im Feld stehen | im Gleichschritt tanzen | | in anderen Umständen | in bescheidenen Verhältnissen leben | in Deckung gehen | in den ewigen Frieden eingehen | in den Jahren | in den Ruhestand versetzen | in der Tinte sitzen | in die ewigen Jagdgründe eingehen | in die Ewigkeit abberufen werden | in die Horizontale gehen | in die Jahre kommen | in die Jahre kommen | in Fahrt kommen | in Gewahrsam nehmen | in Gott ruhen | in heldenhaftem Kampf untergegangen | Indianerspiel | Individualist | Industriepark | inhalieren | Injektion | Injektionsnadel | innere Führung | innere Sicherheit | ins Feld ziehen | ins Schwarze treffen | Installateur | Instandbesetzung | | intelligente Bombe | Interessengruppe | Internat | internationaler Mitbürger | Intimsphärenforscher | Irrlicht | Ische | jagdbares Wild | Jagdschein | | jemandem beiwohnen | jemandem das Licht auspusten | jemandem ein Ding verpassen | jemandem eine Abfuhr erteilen | jemandem eine Abreibung geben | jemandem eine schmieren | jemanden ins Jenseits befördern | jemanden still machen | jemanden um etwas erleichtern | jemandes Hände versilbern | jenseits von Gut und Böse | Jewel Case | jmd. abblitzen lassen | jmd. abfüllen | jmd. abschieben | jmd. abschleppen | jmd. anführen | jmd. anmachen | jmd. anmachen | jmd. einen Korb geben | jmd. einen überbraten | jmd. etwas andichten | jmd. etwas andrehen | jmd. etwas anhängen | jmd. etwas aufbinden | jmd. frisch machen | jmd. über den Tisch ziehen | Johannes | joppen | judenfrei | judenfreies Gebiet | jugendbewegt | Jugendfreundin | Jugendfreundschaft | jugendlich | Jugendpflege | Jugendweihe | Jungfernmutter | Jungfrauenbelustigungswasser | Jungfrauentraum | Junkerschule | Jünger | Jägerlatein | Kabel | Kaffeestube | Kaiser-Wilhelm-Geburtstagstorte | Kaldaunen | kalt | kalt machen | kalte Füße bekommen | kalter Bauer | Kaltmacher | kaltschnäuzig | Kammermusik | Kanalarbeiterfrachtbrief | Kanne | Kannenmieze | Kanone | Kapuze | Karbolmaus | Karbolmäuschen | Karl-May-Festspiel | Karuc | Kasernengeist | Kasernenmatratze | Katerl | Katzenfang | Kaugummi | Kavalierskrankheit | Kavaliersmotte | Kavaliersschirm | Kavaliersschnupfen | Kegel | Kehrseite | Keil | Keilriemen | kein Kind von Traurigkeit | keine Gefangenen machen | keine Lust haben | keine Meinung haben | keinen Pardon geben | Kernaltstoff | Kernkraftwerk | Kernwaffen | Kerze | Kerze | Kessel | Kesselpauke | Kiebitz | Kiefernähe | Kies | Kiezmieze | Kimme | Kinderaktion | Kinderliebe | Kindermatratze | Kinderpritsche | Kindersegen | Kinderspiel | Kinobesuch | Kirchhof | Kiste | Kitzelstock | klammern | Klaps | Klapsmühle | Klarinette | Klarinettensolo | Klassenerhalt | Kleemeister | kleiner Seher | Klementinen | Klingelknopf | Klinken putzen | Klopswerfer | Kloster zu den dürren Brüdern | klotzen | klug Regie führen | Klüten | Klötze | knackbar | knacken | Knacki | Knacks | Knackwurst | Knallbonbon | Knalldroschke | knallen | Knallkörper | Knarre | Knetgummi | knicken | kniefrei bis zum Ohrring | knipsen | knitterfreier Zylinderhut | Knochen | Knochenmann | Knochensammler | Knopflochmaschine | Knorpelspülung | Knusperchen | Knüppel | knüppeln | knüpplig | Knödel | Knödelfriedhof | 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Erstellt: 2019-12

Euphemismus (W3)

Der "Euphemismus", frz. "Euphémisme", engl. "euphemism", ("Unangenehmes mit angenehmen Worten sagen") ist eine "beschönigende oder verhüllende Umschreibung für ein anstößiges oder unangenehmes Wort" und geht zurück auf griech. "euphemein" = dt. "gut reden" ("Worte von guter Vorbedeutung gebrauchen", "Unangenehmes angenehm sagen") von griech. "eu" = dt. "gut", "schön" und griech. "pheme" = dt. "Kunde", "Ruf", "Sprache" (zu griech. "phanai" = dt. "sagen", "sprechen").

"Euphemismen" sind sogenannte "Hüllwörter", die uns ermöglichen, über Tabus zu reden. Viele "Euphemismen" gehen auf abergläubische Vorstellungen zurück, die besagen, daß man etwas Schlimmes oder Böses herbeischwört, wenn man dessen Namen ausspricht. Wenn man etwa "zum Kuckuck" (statt "zum Teufel") sagt, glaubt man, das Böse überlisten zu können.

Früher wurden unattraktive Berufe auch sprachlich abwertend bezeichnet. Heute werden solche Berufe sprachlich aufgewertet. Es gibt keine "Putzfrau" mehr, sondern die "Raumpflegerin".

Analog gelten z.B.

Mit einem "Euphemismus" wird etwas, was eine möglicherweise anstößige oder unangenehm wirkende Bezeichnung hat, beschönigt, verhüllt oder sprachlich gemildert. In Trauertexten beispielsweise wird das Verb "sterben" oft durch verhüllende Wörter wie "entschlummern", "heimgehen", "entschlafen" oder "abberufen werden" ersetzt. Personen, die unter Übergewicht leiden, werden nur widerstrebend als "dick", eher als "vollschlank", "stark" oder allenfalls "beleibt" bezeichnet, alte Menschen werden gern "älter" genannt. Statt vom "Gesäß" wird verhüllend scherzhaft vom "Allerwertesten" gesprochen. Auch im Umfeld wirtschaftsbezogener Themen finden sich "Euphemismen": Wenn eine Firma "Konkurs" gemacht hat, heißt es auch, sie hat die "Zahlungen eingestellt"; statt Produkte als "teuer" zu klassifizieren, werden sie lieber als "hochpreisig" bezeichnet, eine "Preiserhöhung" wird zur "Preisanpassung". Ebenso finden sich "Euphemismen" in der Kriegsberichterstattung. Ist ein Mensch im Krieg "gefallen", ist er als Soldat "ums Leben gekommen", das beschönigende Wort "Kollateralschaden" bedeutet, dass bei einer militärischen Aktion ein schwerer Schaden, der nicht beabsichtigt ist und nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ziel der Aktion steht, dennoch in Kauf genommen wird - etwa der "Tod von Zivilisten".

Bei einem Wandel der öffentlichen Einschätzung eines Sachverhalts als Tabuthema kann eine Verhüllung mitunter auch überflüssig werden: Während früher von einer "schwangeren Frau" gesagt wurde, sie sei "in anderen Umständen", gilt diese Formulierung heute als veraltend.

Von Politikern, Sportlern und anderen Personen des öffentlichen Lebens werden sie gern benutzt, um schlechte Nachrichten etwas hübscher zu verpacken.

Euphemismen begegnen uns täglich - es lohnt sich, Augen und Ohren nach ihnen offen zu halten.

(A: roge): Von griech. "eu" = dt. "gut", "wohl" und "phemi" = dt. "sagen", "sprechen"; also dt. "gutreden"! Vgl. dazu George Orwell: "Newspeek".

Wort des Monats August 2009

(Aus: Christoph Gutknecht: Lauter böhmische Dörfer. Wie die Wörter zu ihrer Bedeutung kamen. München 2009: Verlag C.H. Beck)


Der Euphemismus ist eine rhetorische Figur, ein beschönigender Ersatz für ein tabuisiertes Wort. Sogenannte Periphrasen, umschreibende Ausdrücke, begegnen uns beispielsweise häufig für Verstorbene, für den Tod und die Bestattung.

Nicht nur Furcht und Grauen vor dem Tod, sondern auch Respekt und Rücksichtnahme zählen zu den Motiven, die uns zu beschönigenden Wendungen, zu Euphemismen, greifen lassen: "die Augen für immer schließen", "das Zeitliche segnen", usw. Viele Euphemismen fußen auf biblischen Stellen: statt sterben heißt es im 1. Buch Mose 3, Vers 19: "zu Staub werden"; vom Sterbenden heißt es bei Matthäus 26, Vers 18: "seine Stunde ist nahe". Viele Schriftsteller, so auch der Amerikaner David Shields in seinem jüngsten Werk („Das Dumme am Leben ist, daß man eines Tages tot ist“), mildern vermeintlichen Tabubrüche durch pointierten Witz.

So beschreibt Shields, wie ein katholischer Priester, ein evangelischer Pastor und ein Rabbi erörtern, was sie nach ihrem Tode gern über sich von Trauergästen hören möchten, wenn ihre Leichname bei der Beerdigung im Sarg aufgebahrt dalägen:

Der Priester meint: „Ich möchte gern, daß jemand sagt: ,Er war rechtschaffen, ehrlich und großmütig.’“

Der Pastor meint: „Ich möchte gern, daß jemand sagt: ,Er war gütig und redlich und liebevoll zu den Mitgliedern seiner Gemeinde.’“

Der Rabbi meint: „Ich möchte gern, daß jemand sagt: ,Schau mal, er hat sich bewegt.’“

Literatur:

David Shields: Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist.
Eine Art Anleitung zum Glücklichsein.
Aus dem amerikanischen Englisch von Christoph Gutknecht.
München 2009: Verlag C.H. Beck.


(E?)(L?) http://www.baer-linguistik.de/beitraege/jdw/euphemismus.htm

Unser heutiges Wort steht, wie im großen Duden nachzulesen, für eine "beschönigende, verhüllende, mildernde Umschreibung für ein anstößiges oder unangenehmes Wort". So ist beispielsweise "geistige Umnachtung" ein "Euphemismus" für "Wahnsinn", und anfangs des 19. Jahrhunderts nannte man die von Napoleon unterworfenen Völker die "Bundesgenossen Frankreichs".
"Euphemismus" kommt aus dem Griechischen. Dort bedeutet "euphemos" so viel wie "Worte mit guter Vorbedeutung redend". Zugrunde liegt "euphemein" ("gut reden"; "Unangenehmes mit angenehmen Worten sagen"), das aus "eu" ("gut", "wohl") und "phemein" ("reden", "sagen") zusammengesetzt ist.

"Euphemismen" sind ein uraltes Mittel der Sprachmagie: Man will vermeiden, das Üble, insbesondere den Namen des Teufels, eines Dämons oder bösen Geistes auszusprechen, weil man fürchtet, es dadurch herbeizurufen (bis heute: „Wenn man vom Teufel spricht, ist er meist nicht fern“). Daher nimmt man seine Zuflucht zu Umschreibungen: der Gottseibeiuns, der und jener („da soll mich doch der und jener holen“) – eine Angststrategie, die sich bis zu J. K. Rowlings Harry Potter gehalten hat („du weißt schon, wer“ bzw. „er, dessen Name nicht genannt werden darf“). Im Hebräischen nannte man den "Teufel" "ba'al-dâwâr" ("Herr des Wortes, der Sache"; "der in Rede Stehende"). Dieser Ausdruck liegt dem Wort "baldowern" zugrunde (vgl. unsere gestrige Kolumne "ausbaldowern").

"Euphemismen" dienen auch dazu, das Unschickliche, Unanständige, Anstößige oder Kränkende zu verhüllen. Man sagt mit dem medizinischen Fachwort: „Unser Opa ist inkontinent“, weil der allgemeinsprachliche Ausdruck die Würde der Person verletzte. Man sagt: „Er ist von uns gegangen“, weil das einfache "gestorben" gegenüber den trauernden Hinterbliebenen als zu derb und rücksichtslos empfunden würde. "Euphemismen" sind also ein Mittel sprachlicher Höflichkeit.

Doch das Mittel heiligt nicht den Zweck, und daher ist Verhüllung keineswegs immer gutzuheißen. Dort, wo der verschleiernde Ausdruck dazu dient, Unrecht, unmoralisches Verhalten oder Ähnliches zu beschönigen, wird er zurecht Gegenstand von Sprachkritik. Die Ermordung oder Vertreibung tausender Menschen aus nationalistischen oder rassistischen Gründen als "ethnische Säuberungen" zu bezeichnen (beispielsweise während des Balkankrieges) oder den Tod unbeteiligter Zivilisten bei einem militärischen Angriff als "Kollateralschaden", ist in höchstem Grade zynisch und verabscheuungswürdig. Mord ist und bleibt Mord und sollte genau so auch genannt werden.

Jochen A. Bär


(E?)(L?) http://www.besserwisserseite.de/germanistik.phtml

"Euphemismus": Eine "Beschönigung". Wenn man den eigentlichen Begriff nicht benutzen will, benutzt man gerne Euphemismen. Beispiele sind die verschiedenen Ersatzausdrücke für "sterben" wie "heimgehen", "entschlafen" etc.


(E?)(L?) https://www.blueprints.de/wortschatz/von-ei-des-kolumbus-bis-filibuster/

"Euphemismus": (grch. "euphemein", "angenehme Worte gebrauchen"), Ein "Euphemismus" ist die Umschreibung einer Sache mit dem Ziel der Verhüllung, Abmilderung oder Beschönigung. Sie werden schwerpunktmäßig in Bereichen eingesetzt, die aufgrund religiöser und gesellschaftlicher Konventionen tabuisiert werden ("sterben" wird zu "heimgehen", "einschlummern" etc.). "Euphemismen" werden häufig auch im diplomatischen Bereich, in der Wirtschaft und der Politik in manipulierender Absicht verwendet (z.B.: "Preisanpassung" oder "Solidaritätszuschlag").


(E?)(L?) http://rhetoric.byu.edu/

"euphemismus": from Gk. "euphemizein", "to speak fair", "euphemismos": Substituting a more favorable for a pejorative or socially delicate term.
...


(E?)(L?) https://www.christianlehmann.eu/ling/wandel/Ursprache.html

Lexikalischer Wandel

2. Verlust

2.1. Allgemeines

Der Verlust lexikalischer Einheiten ist z.T. ein trivialer Vorgang: Wörter werden nicht mehr benötigt, also nicht mehr benutzt und geraten in Vergessenheit. So kennt kaum ein heutiger Deutschsprecher die Wörter "Brünne" und "Kemenate", weil man mit ihren Designata kaum noch zu tun bekommt.

Daß ein Ausdruck ersatzlos verschwindet, kann tatsächlich nur passieren, wenn das Designatum nicht mehr benötigt wird. Häufiger dürfte der Fall sein, daß - bei durchaus fortbestehendem Designatum - die Bezeichnung ausgetauscht wird. Z.B. hatte man im Altenglischen (ebenso wie im Althochdeutschen; s.o.) zunächst eine Lehnübersetzung von lat. "conscientia" in Form von ae. "inwit" eingeführt. Diese hielt sich jedoch nicht und wurde durch das Fremdwort "conscience" verdrängt. Ähnliches läßt sich für dt. "Fernsprecher" feststellen, das heute wohl vollständig von "Telefon" verdrängt worden ist. In solchen Fällen bleibt das Designatum völlig unverändert bestehen, und ausgetauscht wird nur die Bezeichung. Das Feld der Lexikoneinträge bleibt zwar nicht identisch, aber es findet im Ergebnis eigentlich kein Strukturwandel im Lexikon statt.

Die Gründe für die Verdrängung eines Ausdrucks durch einen anderen sind oft nicht nachvollziehbar. Viel Sprachwandel - im Lexikon und anderswo - ist einfach Wandel um des Wandels willen. Auf einen Mechanismus der Ersetzung bestehender Ausdrücke ist jedoch hinzuweisen, dessen Motivation völlig durchsichtig ist:

2.2. Tabu und "Euphemismus"

Designata, die man nicht bezeichnen darf, sind tabu; und Wörter mit solchen Designata sind ebenfalls tabu (Tabuwörter). Z.B. sind die Bezeichnungen gefährlicher Tiere in Gemeinschaften, die sich von ihnen bedroht fühlen, oft tabu. Im Russischen z.B. wird das idg. Wort für "Bär" nicht verwendet; stattdessen heißt es "medved" "Honigschlecker". Im Schwedischen war das germanische Wort für "Wolf", "ulv", tabu; man umschrieb es zunächst mit "varg" "Geächteter" und dann mit "gråben" "Graufuß". In dem Maße, in dem die Mitglieder der Sprachgemeinschaft sich an ein Tabu halten, müssen sie, um den tabuisierten Begriff zu bezeichnen, eine Umschreibung zuhilfe nehmen. Die Umschreibung eines Tabus heißt "Euphemismus" (wörtl. "Wohlrednerei"). Im Sprachwandel kann der "Euphemismus" das Tabuwort verdrängen.

Bestimmte Bereiche des menschlichen Lebens sind in vielen Gemeinschaften dauerhaft tabuisiert. Es folgen ein paar Beispiele:

Als "Euphemismus" für Scheißhaus wurden im Deutschen nacheinander eingeführt: "Lokus", "Abort", "Klosett"/"WC", "Örtchen", "Toilette". Hier wurde wiederholt auf Fremdwörter zurückgegriffen.

Als "Euphemismus" für "lavatory" (wörtl. "Waschraum") dienen im amerikanischen Englisch seit etwa 1970 nacheinander "restroom", "ladies' room"/"gents' room", "bathroom".

Als "Euphemismus" für "Unterhose" dient seit Mitte des 20. Jh. "Slip", ebenfalls ein Fremdwort, und dessen Lehnübersetzung "Schlüpfer".

Als "Euphemismus" für "Unterhemd" dient im Handel seit etwa 1980 der Ausdruck "Herrensportjacke".

Als "Euphemismus" für "cripple" dienten im Englischen nacheinander "handicapped", "disabled", "differently abled", "physically challenged".

Ein etwas komplexeres Beispiel ist die Tabuisierung des Ausdrucks "sex" und seine Ersetzung durch "gender" im Englischen. "Sex" bedeutete ursprünglich "Geschlecht", und in diesem Sinne sprach man z.B. von "persons of male or female sex". Mitte des 20. Jh. jedoch wurde der Ausdruck "sexual intercourse" "Geschlechtsverkehr" zu "sex" gekürzt. Somit wurde das Wort "sex" – auch in der Bedeutung "Geschlecht" – im letzten Drittel des 20. Jh. tabu und durch das Wort "gender" ersetzt, das bis dahin lediglich "Genus" bedeutet hatte. Im 21. Jh. läuft man Gefahr, Anstoß zu erregen, wenn man den Beispielausdruck nicht als "persons of male or female gender" umformuliert.

Wie man sieht, sind die Ausdrücke selber eigentlich völlig harmlos. Der Mechanismus der Ersetzung eines Tabuwortes durch einen "Euphemismus" beruht darauf, daß das Designatum anstößig ist. Dieses wiederum hat mit Sprache wenig zu tun, sondern beruht auf moralischen Konventionen einer Gemeinschaft (oder von Teilen davon). Die Ersetzung des Ausdrucks kann deshalb nichts an einem Tabu ändern. So wird das, was ein "Euphemismus" war, sofort seinerseits wieder tabu und muß durch einen wieder neuen "Euphemismus" ersetzt werden. Der Mechanismus von Tabu und "Euphemismus" (man nennt ihn auch die “"Euphemismus"-Tretmühle”) ist ein Fall des allgemeineren Phänomens, daß man ein soziales Problem als sprachliches Problem konzipiert und sodann, anstatt das soziale Problem zu lösen (oder sich, wie im Falle der "Toilette", damit abzufinden), die Sprache ändert.


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/Altgriechisch-HP/Griechisch-Internetdatei.doc

"eúphÐmismós", gr., M.: nhd. "Euphemismus", "Ersatz unheilträchtiger Wörter";

Etymologie: s. "euphÐmein";

Weiterleben: nhd. "Euphemismus", M., "Euphemismus", "Hüllwort", "beschönigende Bezeichnung";

Literaturhinweise: Kluge s. u. Euphemismus


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/EDEL-HP/edel.htm

Etymologisches Deutsches Elementarlexikon (EDEL)

"Euphemismus", nhd., M., (18. Jh.): nhd. "Euphemismus", "Hüllwort", "beschönigende Bezeichnung"; ne. "euphemism";

Quellenangaben: 18. Jh.;

Interferenz: Lw. gr. "eúphemismós";

Etymologie: gr. "eúphemismós", M., "Euphemismus", "Ersatz unheilträchtiger Wörter"; vgl. "euphemein", V., "andächtig schweigen"; gr. "eu", Adv., Präf., "gut", "wohl"; idg. "*esus-", "*su-", Adj., "gut", "tüchtig", Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. "phemi"), "pháma", F., "Stimme", "Wort", "Orakel", "Gerücht"; idg. "*bha-" (2), "*bheh2-", "*bhah2-", V., "sprechen", Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.);

Literaturhinweise: Kluge s. u. "Euphemismus", EWD s. u. "Euphemismus", DW2 8, 2441, Duden s. u. "Euphemismus";

Sonstiges: vgl. nndl. "eufemisme", Sb., "Euphemismus"; frz. "euphémisme", M., "Euphemismus"; nschw. "eufemism", Sb., "Euphemismus"; nnorw. "eufemisme", M., "Euphemismus"; poln. "eufemizm", M., "Euphemismus"; lit. "eufemizmas", M., "Euphemismus"; GB.: seit der mittleren Neuzeit Bezeichnung für eine beschönigende oder verhüllende Umschreibung für ein anstößiges oder unangenehmes Wort; GB.: "gut", "sprechen"; F.: "Euphemismus", "Euphemismen" + FW; Z.: Eu-phe-m-ism-us


(E?)(L?) http://www.lateinlexikon.com/lexicon_latinum_hodiernum_02_cde.pdf

"Euphemie" - "Euphemismus"

"Euphemismus", m "euphemismus", i, m [NLL p.121,2]; "euphemia", ae, f [vet.; NLL p.121,2; GHL I,2477]; lenitas verbi, f [vet.; NLL p.121,2; ~GHL II,612]; mitigatio speciosa, f [LMG p.206,1]

"euphemistisch" "euphemisticus", a, um [NLL p.121,2]


(E?)(L?) https://neueswort.de/euphemismus/

Ein "Euphemismus" ist ein beschönigender oder verharmlosender Ausdruck für etwas Unangenehmes, Anrüchiges oder Negatives. Ein "Euphemismus" ist also ein Hüllwort, das verwendet wird, um einen Sachverhalt sprachlich abzumildern.

Der Ausdruck stammt vom gleichbedeutenden griechischen "euphemismós" ab.

Beispiele für Euphemismen gibt es viele in der deutschen Sprache.
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(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/406249

"Euphemismus"

M. (-; Euphemismen), im früheren 18. Jh. entlehnt aus gleichbed. griech. "euphemismos" (zu "euphemein" "gut reden", "ein angenehmes Wort für einen unangenehmen Gegenstand, Sachverhalt gebrauchen", zu "eupheme" "Worte von guter Vorbedeutung sprechend", aus "eu-" "gut-", "schön-", "wohl-" und "pheme" "Ruf", "Kunde", "Gerücht"; "Ausspruch", "Sprache", "Wort", zu "phanai" "kundmachen", "sagen", "sprechen", "erklären", "behaupten"; vgl. "Blasphemie", "Feme"; vgl. frz. "euphémisme", engl. "euphemism").

Als Fachausdruck der Rhetorik und bildungsspr. verwendet in der Bed. ‘verhüllender sprachlicher Ausdruck, verschleiernde (oft einer anderen Sprache entnommene) Bezeichnung, beschönigende Umschreibung (für etwas Unangenehmes, Anstößiges oder Tabuisiertes); positiv wertendes oder neutrales Wort, das anstelle eines anderen, einen negativen Sachverhalt bezeichnenden Wortes verwendet wird’ (s. Belege 1805, 1806–07, 1816, 1851, 1939), z.B. einen häufig verwendeten Euphemismus gebrauchen, mit rhetorischen Euphemismen, seit frühem 19. Jh. für ‘höflich-distanzierende sprachliche Ausdrucks-, Redeweise, die etwas Unangenehmes, Anstößiges schonend umschreibt, indirekt andeutet; Schönfärberei’ (s. Belege 1821, 1875, 1929, 1961, 1970, 1992), z.B. mit großem sozialem Euphemismus, selten als Grundwort in eher okkasionellen Zss. wie Renommier-, Verbrämungs-, Volkseuphemismus.

Dazu seit Anfang 19. Jh. das auf spätlat. "euphemia"/griech. "euphemia" "das Sprechen glückverheißender Worte"; "gute Bezeichnung", "Benennung" zurückgehende veraltete Subst. "Euphemie" F. (-; -n), gleichbed. mit "Euphemismus", bes. auch für "Euphemismen verwendende Ausdrucksweise"; die seit Anfang 19. Jh. nachgewiesene, (über gleichbed. frz. "euphémique") auf griech. "euphemos" (s.o.) zurückgehende adj. Ableitung "euphemisch", z.B. "euphemisches Synonym", verdrängt von etwa gleichzeitig aufkommendem, heute dominantem "euphemistisch" (vgl. engl. "euphemistic") in der Bed. "sprachlich verhüllend", "verschleiernd", "beschönigend" (durch den Gebrauch eines umschreibenden sprachlichen Ausdrucks); "heuchlerisch", z.B. "euphemistische Phrase", "Umschreibung", "Wendung", "euphemistisch ausgedrückt"; in jüngster Zeit die verbale Ableitung "euphemisieren" "etwas schönreden", "etwas schönfärben", "verschleiern"; im frühen 20. Jh. vereinzelt die Personenbezeichnung "Euphemist" M.

Belege


(E?)(L?) http://www.rhetorik.ch/Euphemismus/Euphemismus.html

"Euphemismus" - von Marcus Knill

Euphemismen sind Beschönigungen, die ein Teil von Propaganda oder Politik sein kann. Beispiele:


(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/buch/prinzipien-der-sprachgeschichte--2742/7

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Der volkstümlichen Derbheit gegenüber steht der "Euphemismus", insoweit er darin besteht, dass aus Schamgefühl der eigentliche Ausdruck vermieden und durch einen andeutenden ersetzt wird. Sehr leicht wird dann auch dieser wieder anstössig. Vgl. Ausdrücke wie "der Hintere", "die Scham", "sein Wasser abschlagen", "Abtritt", lat. "coitus" etc. Ähnlich wie das Schamgefühl ist religiöse oder abergläubische Scheu die Veranlassung zu umschreibenden Ausdrücken, vgl. "Gottseibeiuns".
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(E?)(L?) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu_e.htm#Euphemismus

"Euphemismus": sprachliche Beschönigung - Beispiel: "Entsorgungspark"; "ableben";


(E?)(L?) https://www.textlog.de/18904.html

"Euphemismus"

Die Sprache hat für die natürlichsten Bedürfnisse des Menschen neben der Männer- und Frauensprache noch eine dritte Art geschaffen, die Sprache der Kinderstube.

Für die Dirnenwelt ist die Sprache des großen Weltdirnenmarktes Paris charakteristisch. Immer wieder beobachten wir denselben Vorgang, daß irgend ein harmloses Wort euphemistisch für den verfehmten Begriff eintritt, daß das Salonweib diesen euphemistischen Ausdruck gebrauchen darf, bis eines Tags der euphemistische Ausdruck durch den Gebrauch schmutzig geworden ist und ein neues harmloses Wort in die Pfütze geworfen wird. Der Vorgang wiederholt sich so häufig, daß wir Zeugen mehrerer solcher Abläufe sein können. Vor einigen Jahren kam für die Dirnen in Paris der Ausdruck. "ces dames" auf; ein Euphemismus, wie für die Weibersprache bestimmt. Heute ist er eindeutig geworden und im Salon verpönt. Eine andere Bezeichnung, die in unseren Tagen entstand, führte sich als ein Witz ein und machte darum Anspruch, in das Wörterbuch des neugierigen Salonweibes aufgenommen zu werden. Man nannte die armen Frauenzimmer "die Horizontalen"; der Ausdruck "horizontales Handwerk" bestand schon länger. Heute ist das Scherzhafte im Worte vergessen; es ist eindeutig geworden und seitdem verpönt.

Ich brauche kaum daran zu erinnern, daß auch die in Betracht kommenden deutschen Worte eine ähnliche Geschichte haben; wenn der Verbrauch bei uns auch nicht so schnell geht. "Dirne" ist heute noch in manchen deutschen Mundarten ein herzerfreuendes Wort, wie das französische "fille". Dann wurde es in der Schriftsprache zum Ersatz für "Hure" eingeführt, ist aber heute in diesem Sinne eigentlich nur noch Schriftsprache.

So mit vielen Worten menschlicher Bedürfnishandlungen und "Bedürfnisanstalten". (Das englische Zeichen "W. C." ist weiter gedrungen als die Sache; in Norwegen fand ich einmal eine Stange, sitzbereit über Steine gelegt, als "W. C." bezeichnet.) Unser "kacken" war wahrscheinlich im 15. und 16. Jahrhundert das feine Salonwort, das Fremdwort (lat. "caccare"), das dort gesagt wurde, wo "scheißen" die Ohren verletzt hätte. So Luther einmal: "Gott kacket und bißet nicht". Die Herkunft des ebenfalls prüden "pissen" (für "seichen") ist nicht aufgeklärt.

Ähnlich verhalten sich die Bezeichnungen für schamvoll verhüllte Körperteile. Es leben in Deutschland und Frankreich viele ehelich verbundene Leute, welche die Bezeichnungen für die entsprechenden Körperteile verschieden benennen, und welche bei aller Intimität doch niemals miteinander darüber gesprochen haben.


(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

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Als weitere Beispiele für den Stimmungsgehalt gibt Erdmann (1925: 113) "Euphemismen" und "Dysphemismen" wie "entschlafen" und "verrecken" für "sterben" an. Hier liegt nach Erdmann eine unterschiedliche Stimmung vor. Nachdem aber als Beispiel für Gefühlswerte der "Euphemismus" "betagtes Fräulein" und der "Dysphemismus" "alte Jungfer" diskutiert wurden, liegt der Schluss nahe, dass es sich bei "entschlafen", "verrecken" und "sterben" ebenfalls um einen unterschiedlichen Gefühlswert handelt. Somit ist bei der Komponente des Stimmungsgehaltes auch eine gewisse Nähe zum Gefühlswert zu erkennen. Genau betrachtet wird aber weder durch Erdmanns Erklärung noch durch seine Beispiele offensichtlich, welche Komponenten der Stimmungsgehalt genau beinhaltet. Da der Stimmungsgehalt zum einen Gemeinsamkeiten mit dem Nebensinn und zum anderen Gemeinsamkeiten mit dem Gefühlswert aufweist, stellt sich zudem die Frage, warum Erdmann den Stimmungsgehalt in seiner Dreiteilung näher an den Gefühlswert als an den Nebensinn rückt (vgl. Tabelle 2). Aufgrund dieser vagen Definition von Erdmann haben sich die Begriffe "Stimmungsgehalt" und "Stimmung" in der nachfolgenden Konnotationsforschung nicht durchgesetzt.
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3.4 Abgrenzung von Konnotation und X-phemismen

Einen zentralen Bereich sprachlicher Wertung auf lexikalischer Ebene stellen "X-phemisen" dar. Die Bezeichnung "X-phemisen" ist ein Oberbegriff und umfasst die drei Untergruppen "Euphemismen", "Dysphemisen" und "Orthophemismen" (vgl. Allan/Burridge 2006: 31 f., Allan 2009: 626). Allan/Burridge (2006) umschreiben diese drei Gruppen mit "sweet talking", "offensive talking" und "straight talking".

Der Begriff "Euphemismus" geht zurück auf das griechische Wort "euphemía" "das Wohlreden" und bezeichnet beschönigende Ausdrücke (vgl. hierzu Allan/Burridge 1991: 11, Horak 2010: 61 f., Wanzeck 2010: 82). Alternativ wird hierfür auch der Begriff "Hüllwort" verwendet (vgl. Schlosser 2007: 284, Wanzeck 2010: 82). Diese beschönigenden Ausdrücke werden eingesetzt, um über gesellschaftliche Tabubereiche zu sprechen. Zu diesen Tabubereichen – oder „forbidden reality“ (Casas Gómez 2009: 738) – zählen vor allem Tod, Krankheit, Ausscheidungsvorgänge und Sexualität (vgl. Wanzeck 2010: 82). Diese Bereiche sind gesellschaftlich weitgehend konstant, wenngleich sie verschieden stark tabuisiert sind (vgl. Pieper 1988: 92). Durch euphemistische Ausdrucksweise kann über diese gesellschaftlichen Tabus gesprochen werden, ohne die eigenen Gesprächsbedürfnisse zu negieren und ohne das eigene Gesicht, das Gesicht des Gesprächspartners oder dritter Personen zu verlieren (vgl. Allan/Burridge 1991: 11 ff., 2006: 32; Allan 2008: 627; Reutner 2009: 19). Das Wort "entschlafen" ist beispielsweise ein euphemistischer Ausdruck für "sterben", "Liebesandenken" für "Geschlechtskrankheit" oder "stilles Örtchen" für "Toilette" (weitere Beispiele vgl. Wanzeck 2010: 82 f.). Ausdrücke für "sterben" und "Toilette" stellen in der heutigen Zeit meist keine Tabuwörter mehr dar. "Euphemismen" werden also auch eingesetzt, um über Dinge zu sprechen, die man nicht gerne benennt. Meist werden die eigentlichen Bezeichnungen aufgrund negativer Konnotationen vermieden (Allan/Burridge 1991: 12, 26). Nadova (2008: 264 ff.) weist darauf hin, dass "Euphemismen" in der politischen Sprache häufig eingesetzt werden. Hier haben sie nicht nur die Funktion, zu beschönigen oder zu verhüllen, sondern auch zu manipulieren (Zur euphemistischen Sprache im Nationalsozialismus vgl. Forster 2009). Auch Schlosser (2007: 286 ff.) geht auf "Euphemismen" als Mittel politischer Propaganda ein. "Euphemismen" dieser Art bezeichnet er als "verschleiernde Euphemismen", die er von "verhüllenden Euphemismen" zur Umgehung von sprachlichen Tabus abgrenzt. Da Tabubrüche in der heutigen Zeit an Bedeutung verlieren, weist Schlosser (2007: 281) der verschleiernden Funktion von "Euphemismen" eine zunehmend wichtiger werdende Rolle zu.

Die Bezeichnung "Dysphemismus" leitet sich vom griechischen Wort "dysphemía" "Schlechtreden" ab und steht für abwertende Ausdrücke (vgl. Wanzeck 2010: 84). Als abwertende Ausdrücke verfügen sie über eine negative Konnotation (vgl. Allan/Burridge 1991: 26). Wählt ein Sprecher statt eines neutralen Wortes einen dysphemistischen Ausdruck wie beispielsweise "abkratzen" statt "sterben", will er eine abschätzige Haltung dem Referenten gegenüber in besonderer Expressivität zum Ausdruck bringen (vgl. Allan/Burridge 1991: 26, 2006: 31). Die Möglichkeit, seine Wertung expressiv auszudrücken, kann beim Sprecher zu einer gewissen „Erleichterung“ führen (vgl. Pieper 1988: 90). Schlosser (2007: 281) weist darauf hin, dass "Dyphemismen" besonders in der Sprache der Politik eingesetzt werden, um gegnerische Positionen zu dramatisieren und zu stigmatisieren (vgl. hierzu auch Allan/Burridge 1991: 27). Wanzeck (2010: 85) grenzt "Dysphemismen" von "Schimpfwörtern" und "Vulgarismen" ab, deren Verwendung zu Sanktionen führen kann.

Neben "Euphemismen" und "Dysphemismen" als beschönigende und abwertende Ausdrücke fasst der Begriff "X-phemismen" auch "Orthophemismen". Hierbei handelt es sich um Ausdrücke zur objektiven Beschreibung, meist um förmliche Ausdrucksweisen wie "Ausscheidungen", "Exkremente" oder "Fäkalien" für das dysphemistische Wort "Scheiße". Weniger förmlich, aber dennoch orthophemistisch ist das Wort "sterben" für "entschlafen" und "abkratzen". Wertfreie Formulierungen dieser Art dienen, wie auch die euphemistische Ausdrucksweise, der Verhinderung des Gesichtsverlustes der Gesprächspartner. "Euphemismus" und "Orthophemismus" stehen sich also funktional sehr nah (vgl. Allen/Burridge 2006: 32 ff.).

Mit "Euphemismen", "Dysphemismen" und "Orthophemismen" stehen dem Sprecher verschiedene lexikalische Alternativen zur Verfügung, um einen Gegenstand oder Sachverhalt wertfrei oder wertend zu benennen. Diese Möglichkeiten können reflektiert eingesetzt werden, um kommunikative Erfolge zu erzielen (vgl. Allan/Burridge 2006: 33). Teilweise gestaltet sich die Einteilung in "Euphemismus", "Orthophemismus" und "Dysphemismus" schwierig, da die wertende Bedeutungsstruktur je nach Sprechsituation variiert (Zur Kontextabhängigkeit von Konnotation vgl. Kap. III 5 dieser Arbeit). Um eine generelle Differenzierung zu ermöglichen, führen Allen/Burridge (2006: 34) das Höflichkeitskriterium der Mittelklasse („middleclass politeness criterion (MCPC)“) ein. Da sprachliche Tabus jedoch kulturabhängig sein können (vgl. Pieper 1988: 96), muss dieses Kriterium kulturspezifisch konzipiert werden.

Vor dem Hintergrund der Definition von Konnotation als evaluative Bedeutungskomponente kann jedem "Euphemismus" eine positive Konnotation, jedem "Dysphemismus" eine negative Konnotation zugeordnet werden (71). "Orthophemismen" als objektive Ausdrucksweisen verfügen über keine konnotative Bedeutungskomponente und sind damit generell als konnotationslos einzustufen. Es schließt sich die Frage an, ob im Umkehrschluss jedes positiv konnotierte Wort als "Euphemismus" und jedes negativ konnotierte Wort als "Dysphemismus" gilt. In der Literatur findet sich keine eindeutige Antwort. Für Allan/Burridge (2006: 31) ist jedes positiv konnotierte Lexem ein "Euphemismus", jedes negativ konnotierte Lexem ein "Dysphemismus". Sie machen dies am Klassikerbeispiel "Hund" im Englischen deutlich: engl. "cur" "Köter", engl. "mutt" "Köter" und engl. "mongrel" "Promenadenmischung" stellen negativ konnotierte Ausdrücke, also "Dysphemismen" für das neutrale, orthophemistische Wort engl. "dog" dar. Engl. "bow-wow" "Wauwau", engl. "whelpe" "Welpe" und engl. "hound" "Jadghund" weisen dagegen eine positive Konnotation auf und sind als "Euphemismen" einzustufen. Bezieht sich der Ausdruck Hund nicht auf Tiere, sondern auf Menschen, erhält es eine negative Konnotation und wird ebenfalls zum "Dysphemismus". Diesem Beispiel nach ist für Allan/Burridge (2006) die Existenz einer konnotativen Bedeutungskomponente als Definitionskriterium für "Euphemismus" und "Dysphemismus" ausreichend.

In der Frage, ob jedes konnotative Wort in den Bereich der "X-phemismen" fällt, gibt es jedoch auch eine andere Sichtweise. Die Existenz einer positiven oder negativen Bedeutungskomponente ist auch hier ein zentrales Kriterium bei der Einstufung von Lexemen als "Euphemismen" oder "Dysphemismen". Der Fokus bei der Einteilung liegt aber am kommunikativen Ziel, das Sprecher bei der Verwendung von "Euphemismen" und "Dysphemismen" verfolgen. Der Einsatz von "Euphemismen" dient dem Sprecher dazu, sich zu einem gesellschaftlichen Tabubereich äußern zu können, ohne sein Gesicht zu verlieren oder den Kommunikationspartner oder Dritte zu beschämen (vgl. Reutner 2009: 19, Wanzeck 2010: 82). Dieser kommunikationsfunktionale Aspekt ist bei der Realisierung von "Wauwau" oder "Wauzi" für "Hund" nicht gegeben. Hier soll lediglich die affektive Beziehung des Sprechers zum außersprachlichen Referenten verbalisiert werden. Der Gebrauch dysphemistischer Ausdrücke dient nicht der Verhüllung, sondern hauptsächlich dem expressivem Ausdruck. Diese Funktion zeigt sich häufig bei negativ konnotierten Ausdrücken in konkreten Kommunikationssituationen, sie muss aber nicht generell allen negativ konnotierten Wörtern zugeschrieben werden. In einigen Fällen werden negativ konnotierte Lexeme ausschließlich gebraucht, um eine eigene abwertende Haltung zum Ausdruck zu bringen, ohne den Kommunikationspartner durch eine entsprechend expressive Wortwahl zu schockieren. Dies liegt beispielsweise bei dem sehr häufig gebrauchten Lexem "Klamotten" vor. "Klamotte" hat zwar aufgrund seiner Gebrauchsfrequenz im gegenwärtigen Sprachgebrauch an Konnotationsintensität eingebüßt, es verfügt aber dennoch über eine abwertende Konnotation im Gegensatz zum neutralen Wort "Kleidungsstücke". Eine Einstufung von "Klamotte" als "Dysphemismus" ist aber nicht anzunehmen. Diese Argumentation führt zum Schluss, dass jeder "X-phemismus" konnotativ ist, aber nicht jedes konnotative Wort zwangläufig in den Bereich der "X-phemismen" fällt.

Je nachdem, ob die Existenz einer evaluativen Bedeutungskomponente oder die kommunikative Funktion bei der Definition von "Euphemismus" und "Dysphemismus" im Vordergrund steht, kann hinsichtlich der Frage nach dem Verhältnis von Konnotation und "X-phemismus" die erste oder die zweite Position angenommen werden. Die vorliegende Arbeit stellt die Kommunikationsfunktion der "X-phemismen" als differenzierendes Definitionskriterium heraus und stuft demnach nicht jedes positiv konnotierte Wort als "Euphemismus" und jedes negativ konnotierte Wort als "Dysphemismus" ein.

(71) Ohne den Begriff Konnotation zu verwenden erkennt Erdmann (1925: 113) bereits diesen Zusammenhang und gibt mit den Bezeichnungen "entschlafen", "den Geist aufgeben", "verscheiden", "heimgehen", "sich zu seinen Vätern versammeln", "in die Grube fahren", "ins Gras beißen", "verrecken" und "krepieren" wertende Ausdrucksalternativen für das neutrale Wort "sterben" an. Nach Erdmann verfügen diese Ausdrücke über einen unterschiedlichen Stimmungsgehalt (vgl. Kap. II 2.1 dieser Arbeit). Pieper (1988: 99) stellt mit "entschlafen", "heimgehen", "das Zeitliche segnen", "abkratzen", "den Löffel abgeben", "die Radieschen von unten begucken" weitere euphemistische und dysphemistische Bezeichnungsalternativen für "sterben" zusammen.
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Der "Euphemismus" wird also im Laufe der Zeit von der negativen Bewertung des Referenten überschattet, sodass der beschönigende Effekt nur kurz wirkt (vgl. Pinker 2003: 300). Früher oder später lädt wird also jeder "Euphemismus" negativ konnotiert. Für diesen Prozess prägt Pinker den Begriff "Euphemismus-Tretmühle":

Man erfindet neue Wörter für emotional besetzte Referenten, doch schon bald färbt sich der "Euphemismus" mit Assoziationen ein, und ein neues Wort muss her, das kurz darauf seine eigenen Konnotationen annimmt und so fort. (Pinker 2003: 299).
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Der Prozess der wiederkehrenden Konnotationsentwicklung durch die "Euphemismus-Tretmühle" kann am Beispiel "Toilette" graphisch veranschaulicht werden. Die Einführung euphemistischer Varianten ist in grüner Farbe hervorgehoben, der Prozess der Entstehung einer negativen Konnotation ist rot gekennzeichnet. Die rot markierte Formel neutral ? negativ steht symbolisch für die Etappen der Konnotationsentstehung ("Assoziation", "Innovation") und Konnotationsentwicklung (Usualisierung, gegebenenfalls Lexikalisierung). Der Prozess der "Konnotations-Tretmühle" des vorgestellten Beispiels ist heute stehengeblieben, "Toilette" und "WC" sind im aktuellen Sprachgebrauch als neutrale Bezeichnungsmöglichkeiten etabliert (vgl. Wanzeck 2010: 83; in folgender Graphik in blauer Farbe gekennzeichnet). Eine mögliche Ursache für das vorläufige Ende des "Tretmühlen-Prozesses" liegt darin, dass der Bereich der sanitären Einrichtungen kein strikter sprachlicher Tabubereich mehr ist. Da über diesen Bereich jedoch dennoch nicht gerne gesprochen wird, zeigt sich eine gewisse Tendenz zur Umschreibung von "Toilette" und "WC". Einen Hinweis auf eine Weiterführung der Tretmühle geben gebräuchliche Umschreibungen für "die Toilette/das WC aufsuchen": "sich die Hände waschen gehen", "sich die Nase pudern gehen", "für kleine Mädchen/Jungs gehen" und dergleichen mehr. Jedoch ist keine dieser Umschreibungen allgemein etabliert, sodass die Weiterführung der "Euphemismen-Tretmühle" im nachfolgenden Modell mit einem Fragezeichen gekennzeichnet ist. Die bisherigen Etappen der "Konnotations-Tretmühle" zu "Toilette" können wie folgt graphisch dargestellt werden:
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Abb. 31: Konnotations-Tretmühle am Beispiel Toilette
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Analog zur "Euphemismen-Tretmühle" existiert auch die Möglichkeit einer "Dysphemismen-Tretmühle". Hierbei handelt es sich um eine wiederkehrende "Meliorisierung". Ein ursprünglich negativ konnotierter Ausdruck wird mit einer positiven Konnotation belegt. Die ursprüngliche Abwertung und Expressivität des Ausdrucks gehen verloren, weswegen ein neuer negativer Ausdruck eingeführt werden muss, um den Sachverhalt abwertend zu bezeichnen. Auch dieser neue Ausdruck erfährt im Laufe der Zeit eine Bedeutungsverbesserung, der einen neuen "Dysphemismus" nötig macht. Eine "Dysphemismus-Tretmühle" könnte möglicherweise das Wort "schwul" auslösen. Zunächst wurde es meist negativ konnotiert verwendet. Da aber auch Homosexuelle heute das Wort "schwul" anstatt des neutralen Adjektivs "homosexuell" verwenden, hat es eine Bedeutungsverbesserung erfahren und ist im aktuellen Sprachgebrauch weitgehend neutral. Wird nun ein neues, negativ konnotiertes Wort zur abwertenden Bezeichnung Homosexueller eingeführt, das wiederum von Homosexuellen aufgegriffen und dadurch neutralisiert wird, kommt eine "Dysphemismen-Tretmühle" in Gang. Im Vergleich zu "Euphemismen-Tretmühlen" sind "Dysphemismen-Tretmühlen" deutlich seltener. "Bedeutungsverbesserungen" sind aber im Allgemeinen wesentlich seltener als "Bedeutungsverschlechterungen".
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(E?)(L?) http://linguistik.uni-regensburg.de:8080/lido/Lido

Definition:

a metaphorical or metonymic use of an expression, in place of another that is disagreeable or offensive, cf. "those that are afar off" in Acts 2:39 and Ephesians 2:13,17 in place of a term of direct reference to the Gentiles (example from Beekman & Callow 1974: 120).




(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus

Ein "Euphemismus" (latinisierte Form von griechisch "euphemía" "Worte von guter Vorbedeutung"; letztlich zurückgehend auf "eu" "gut" und "phemí" "ich sage"), auch: "Glimpfwort", "Beschönigung", "Hehlwort", "Hüllwort" oder "Verbrämung" ist ein sprachlicher Ausdruck, der eine Person, eine Personengruppe, einen Gegenstand oder einen Sachverhalt beschönigend, mildernd oder in verschleiernder Absicht benennt.

Das semantische Gegenstück zum "Euphemismus" ist der "Dysphemismus" ("Kakophemismus"). Dieser wertet das Bezeichnete ab und versieht es mit negativen Konnotationen. Beide, "Euphemismus" und "Dysphemismus", gelten als rhetorische Figuren.
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(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretmühle

Die "Euphemismus-Tretmühle" (engl. "euphemism treadmill") ist eine sprachwissenschaftliche Hypothese. Sie besagt, dass jeder Euphemismus irgendwann die negative Konnotation seines Vorgängerausdrucks annehmen wird, solange sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht verändern.

Häufig handelt es sich bei den betroffenen Ausdrücken um gesellschaftlich relevante und konnotativ aufgeladene Begriffe. So werden etwa ethnische Minderheiten wiederholt mit neuen Wörtern benannt, um negative Assoziationen zu vermeiden. Von anderer Seite wird die angestrebte Begriffsetablierung dann oft als übersteigerte politische Korrektheit kritisiert.

Das semantische Gegenstück zur "Euphemismus-Tretmühle" ist die "Dysphemismus-Tretmühle" für den umgekehrten Vorgang, dass ein negativ konnotierter Ausdruck eine Bedeutungsverbesserung erfährt und folglich ein neuer abwertender Ausdruck notwendig wird.

Herkunft und Beispiele

Der Begriff der "Euphemismus-Tretmühle" wurde von Steven Pinker eingeführt. Er beobachtete den Effekt, dass euphemistische Wortneubildungen alle negativen Assoziationen jener Wörter aufnahmen, die sie ersetzten, also eine Bedeutungsverschlechterung erlebten. Nach Pinker zeige die "Euphemismus-Tretmühle", dass nicht Wörter – wie variable euphemistische Bezeichnungen –, sondern Begriffe im Geist des Menschen primär (vorrangig) seien. Deshalb bewirkten diese primären Begriffe die Bedeutungsübertragung auf die sekundären (nachrangigen) Bezeichnungen. George Orwell erwähnte das Phänomen der "Euphemismus-Tretmühle" (ohne jedoch diesen Begriff zu verwenden) bereits 1933 in seinem Buch "Erledigt in Paris und London" im Zusammenhang mit dem sich verändernden Londoner Slang.
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(E?)(L?) http://www.wispor.de/w-lifa-e.htm#euphemismus

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*Wahre 'Meister' in der Schaffung von Euphemismen für die allerbrutalsten und menschenverachtendsten Maßnahmen waren die Nazis:


(E?)(L?) https://www.wissen.de/fremdwort/euphemismus

"Euphemismus": "beschönigende Bezeichnung", "sprachliche Verhüllung", z. B. "einschlafen" für "sterben" [miz "Eu-" + grch. "pheme" "Rede"]


(E?)(L?) https://www.wissen.de/wortherkunft/euphemismus

"Euphemismus": "verhüllende, beschönigende Bezeichnung", aus griech. "euphemia" "gutes Reden", "Sprechen glückbedeutender Worte", aus griech. "eu" "gut" und griech. "pheme" "Rede", "Sprache", "Sprechen", zu griech. "phanai" "sagen", "reden", "sprechen"


(E?)(L?) https://www.wissen.de/rechtschreibung/euphemismus

"Euphemismus": "verhüllende, beschönigende Bezeichnung", z. B. "heimgehen" statt "sterben"; Syn. "Hüllwort" [zu griech. "euphemia" "gutes Reden", "Sprechen glückbedeutender Worte", zu "eu" "gut" und "pheme" "Rede", "Sprache", "Sprechen"]


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=GWB&mode=Vernetzung&lemid=JE04067#XJE04067




(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=Meyers&mode=Vernetzung&lemid=IE05065#XIE05065

"Euphemismus" (griech.), die Bezeichnung einer unangenehmen oder anstößigen Sache, die man beim rechten Namen zu nennen sich scheut, mit einem mildernden, beschönigenden Ausdruck, z. B. "Freund Hein" für "Tod", "entschlafen" für "sterben" etc. S. "Antiphrasis". "Euphemistisch", "dem Euphemismus gemäß", "beschönigend".


(E?)(L?) https://wortwuchs.net/stilmittel/euphemismus/

Inhaltsverzeichnis

Als "Euphemismus" bezeichnet man ein Stilmittel, das etwas beschönigt, anstatt es direkt zu benennen. Der "Euphemismus" kann uns in allen literarischen Gattungen und außerdem im alltäglichen Gespräch begegnen. Die Stilfigur kann bewusst dazu genutzt werden, einen Sachverhalt zu verharmlosen und somit unbedeutender erscheinen zu lassen.
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Euphemismus
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Euphemismus" taucht in der Literatur um das Jahr 1790 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-11

Euphemismus-Tretmühle (W3)

Als "Euphemismus-Tretmühle" bezeichnete Steven Pinker im Jahr 2003 den Verschleiß von Worten, die zunächst als Euphemismus für ein weniger schönes Wort benutzt werden, dann die negative Konnotation der ursprünglichen Bezeichnung übernehmen und dann selbst wieder durch andere euphemistische Bezeichnungen abgelöst werden. Dieser Vorgang kann sich mehrmals wiederholen.

(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

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6.3 Entwicklung von Konnotation als "Tretmühle"

Die Darstellung der Konnotationsentwicklung am Beispiel französischer Lehnelemente in Kapitel III 6.2 hat gezeigt, dass die Herausbildung einer negativen Konnotation häufig mit euphemistischem Wortgebrauch einhergeht. Die Entstehung von Konnotation durch "Euphemismen" soll an dieser Stelle detaillierter untersucht werden (Zum Verhältnis von Konnotation und "X-phemismen" vgl. auch Kap. III 3.4 dieser Arbeit). Zunächst muss das Ziel euphemistischen Sprechens geklärt werden. "Euphemismen" sind beschönigenden Ausdrücke, die eingesetzt werden, um über gesellschaftliche Tabubereiche zu sprechen (vgl. Casas Gómez 2009: 738, Wanzeck 2010: 82). Dadurch können gesellschaftliche Tabus thematisiert werden, ohne die eigenen Gesprächsbedürfnisse zu negieren und ohne das eigene Gesicht, das Gesicht des Gesprächspartners oder dritter Personen zu verlieren (vgl. Allan/Burridge 2006: 32, Allan 2008: 627, Reutner 2009: 19). Mit Euphemismen wird also ein negativ bewerteter Sachverhalt beschönigend ausgedrückt, indem die eigentliche, negativ konnotierte Bezeichnung durch einen neutralen oder positiv konnotierten Ausdruck ersetzt wird. Dieser Fall liegt beispielsweise vor, wenn die Berufsbezeichnung "Putzfrau" durch "Raumpflegerin" substituiert wird (vgl. Gowerdowskij 1996: 386).

Der Kognitionswissenschaftler Steven Pinker (2003: 299 f.)96 weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nicht Wörter und ihre wörtliche Bedeutung im Bewusstsein der Menschen primär sind, sondern die Emotion, die sich mit dem zu bezeichneten Sachverhalt verbindet. Der "Euphemismus" wird also im Laufe der Zeit von der negativen Bewertung des Referenten überschattet, sodass der beschönigende Effekt nur kurz wirkt (vgl. Pinker 2003: 300). Früher oder später wird also jeder "Euphemismus" negativ konnotiert. Für diesen Prozess prägt Pinker den Begriff "Euphemismus-Tretmühle":

Man erfindet neue Wörter für emotional besetzte Referenten, doch schon bald färbt sich der "Euphemismus" mit Assoziationen ein, und ein neues Wort muss her, das kurz darauf seine eigenen Konnotationen annimmt und so fort. (Pinker 2003: 299).

Der Prozess der "Euphemismen-Tretmühle" vereinigt in sich eine Aneinanderreihung von Konnotationsentwicklungen. Jede einzelne Konnotationsentwicklung geht dabei nach demselben dynamischen Prinzip vor, das im vorangegangenen Kapitel als Modell der Entstehung und Entwicklung von Konnotation vorgestellt wurde. Die Tretmühle beginnt damit, dass ein neutraler Ausdruck zur Bezeichnung eines abwertend eingestuften außersprachlichen Sachverahlt herangezogen wird, um ihn beschönigend zu benennen. Im Laufe der Zeit wird aber auch mit dem neutralen Ausdruck eine abwertende Haltung assoziiert. Die kognitive Assoziation zeigt sich auf sprachlicher Ebene als Innovation einer negativen Konnotation. Ist diese sprachliche Neuerung in der Kommunikation effektiv, wird sie von weiteren Sprechern angenommen, usualisiert und lexikalisiert. Der ursprünglich neutrale Ausdruck ist nun allgemein negativ konnotiert, weswegen der Referent damit nicht mehr wertfrei benannt werden kann. Aus diesem Grund muss ein neuer, neutraler Ausdruck zur Bezeichnung des Referenten herangezogen werden. Dieser neue Euphemismus löst einen neuen Konnotationsentwicklungsprozess aus. Diese Dynamik wird erst beendet, wenn sich die Bewertung des außersprachlichen Gegenstandes ändert. Minderheiten werden beispielsweise so lange mit euphemistischen Ausdrücken, die die ablehnende Haltung beschönigen, umschrieben, bis ihnen gegenüber Respekt und gleichberechtigte Anerkennung zukommt (vgl. Pinker 2003: 300). Erdmann (1900: 123, 1925: 143) weist darauf hin, dass sich negativ aufgeladene Ausdrücke nur schwer neutralisieren lassen. Er bezeichnet dies als Prinzip der Trägheit des Gefühlswertes.

In Anlehnung an Pinker (2003: 299), Allan/Burridge (2006: 32) und Wanzeck (2010: 83) soll die "Euphemismen-Tretmühle" anhand eines Beispiels veranschaulicht werden. Dabei soll der Aspekt der Konnotationsentstehung und Konnotationsentwicklung hervorgehoben werden. Im 16. Jahrhundert war die gängige Bezeichnung einer sanitären Einrichtung zur Aufnahme von Körperausscheidungen "Abtritt". Da der Bereich der Körperausscheidungen einen sprachlichen Tabubereich darstellt, hat sich der Ausdruck "Abtritt" mit einer negativen Konnotation aufgeladen. Aus diesem Grund wurde im 16. Jahrhundert die neutrale Bezeichnung "Abort" vorgezogen. Wie "Abtritt" hat auch "Abort" im Laufe der Zeit eine Pejorisierung erfahren und wurde im 18. Jahrhundert durch das französische Lehnwort "Toilette" ersetzt. Der Ausdruck "Toilette", der im 19. Jahrhundert mit "Wasserklosett" sowie den Kurzformen "Klosett", "Klo" und "WC" ersetzt wurde, existiert bist heute. "Toilette" und "WC" können heute noch als weitgehend neutral eingestuft werde (vgl. Wanzeck 2010: 83). Pinker (2003: 299) zeichnet die "Euphemismen-Tretmühle" am entsprechenden englischen Ersetzungsprozess ab: Im Englischen hat die französische Entlehnung "toilet" das ursprüngliche englische Wort "water closet" abgelöst. Später wurde "toilet" zunächst durch engl. "bathroom", dann durch engl. "restroom" und schließlich engl. "lavarory" ersetzt. Es zeigt sich, dass sprachliche Tabubereiche übereinzelsprachlich sein können und vergleichbare "Euphemismus-Tretmühlen-Prozesse" auslösen können. Gleichzeitig stützt das Beispiel Vollands (1986: 167) These, dass häufig Fremdwörter herangezogen werden, um einen Sachverhalt euphemistisch auszudrücken.
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Euphemismus-Tretmühle
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Euphemismus-Tretmühle" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

F

Finanzmarktstabilisierungsgesetz (W3)

Wer weiß und wer wußte jemals, was mit dem Gesetz mit der euphemistischen Bezeichnung "Finanzmarktstabilisierungsgesetz" aus dem Jahr 2008 passiert ist?

(E?)(L?) http://blogs.taz.de/wortistik/2008/10/21/finanzmarktstabilisierungsfonds-verordnung/

21.10.2008, 22:10 Uhr von Detlef Guertler

Finanzmarktstabilisierungsfonds-Verordnung

von Peer Steinbrück und Angela Merkel, vorgeschlagen von A.S.Reyntjes:

"Finanzmarktstabilisierungsgesetz" - ein ungeheurer, kollektiv verblödender "Euphemismus"!
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(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarktstabilisierungsgesetz

Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (mit Artikel 1 Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz (FMStFG)) ist ein Artikelgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das als Eilgesetz am 17. Oktober 2008 verabschiedet, vom Bundespräsidenten unterschrieben und noch am selben Tag im Bundesgesetzblatt verkündet worden ist.
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Ursprung

Im Rahmen der Finanzkrise 2007/2008 und der Krise um die Hypo Real Estate Ende September 2008 hat die Bundesregierung im Oktober 2008 ein Rettungspaket für die deutschen Banken im Volumen von maximal 480 Milliarden Euro beschlossen.

Der Gesetzentwurf (wie auch das Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz) wurde nicht vom Bundesfinanzministerium selbst, sondern von der Anwaltskanzlei Freshfields ausgearbeitet. Dafür zahlte die Bundesregierung 163.744 Euro an die Wirtschaftskanzlei.
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Finanzmarktstabilisierungsgesetz
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Finanzmarktstabilisierungsgesetz" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

G

Gänsewein
Leitungsheimer Gänsewein (W3)

Die Bezeichnung "Gänsewein" für "Wasser" geht auf Johann Fischart (1546/47-1591) zurück.

"Leitungsheimer Gänsewein" sagt der Berliner hochtrabend zu gewöhnlichem Wasser, weißem Wein von "Jungfer Einarm", wie er humorvoll die Pumpe bezeichnet - ein "Euphemismus" für den Durstlöscher des Federviehs wie des armen Mannes, der sich keinen echten Traubensaft leisten kann. Der Begriff ist unter anderem schon 1793 im "Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart" des Johann Christoph Adelung (1732-1806) und in der "Oekonomischen Encyklopädie" von Johann Georg Krünitz (1728-96) belegt.

Adelung schreibt:


Der "Gänsewein", des -es, plur. inus. eine scherzhafte Benennung des Wassers.


(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/lesen.php?Bereich=fj

"Gänsewein", "Gänsebier" veraltet für Mineralwasser im Bergischen Land und im Ruhrgebiet(siehe Gletscherbier).


(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/register/g.php

Gaensewein, Gänsewein

"Trinkwasser"

"Zum Erfolgsgetränk avancierte das Mineralwasser erst relativ spät. In den 1970er Jahren noch als 'Gänsewein' an Kindergeburtstagen belächelt oder als Sekt des kleinen Mannes verspottet, entwickelte es sich zum mittlerweile beliebtesten alkoholfreien Getränk in Deutschland"; "Dass Gänsewein ein altertümliches Wort für Wasser ist und ein zäher Broiler in der DDR als Gummiadler beschimpft wurde – dieses Wissen ist offenbar im Begriff, aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden"

umgangssprachlich, veraltet; Diese scherzhafte Bezeichnung für "Wasser" geht auf Johann Fischart (1546/47-1591) zurück. Im "Podagrammisch Trostbüchlein" heißt es: "träncken die "Gäns wein", so beschert ihnen Gott kain Wasser". 1598 taucht der Begriff zum ersten Mal bei Andreas Garnter auf: "Hastu ein heisser Stimm, sauf Wasser so vergeht dirs. Oder Sauff Gänßwein, so fellestu darvon ins Feuwer nicht"


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

Gänsewein


(E3)(L1) http://www.wein-plus.de/glossar/G.htm

"Gänsewein"

Bezeichnung für ein traditionelles erfrischendes Sommergetränk aus "mit etwas Essig versetztem Zuckerwasser". Lokal unterschiedlich war/ist "Gänsewein" aber auch die Bezeichnung für einfaches "Wasser". Das darf aber nicht mit dem "Ganslwein" verwechwselt werden, eine in Österreich übliche Bezeichnung für die Weintype Staubiger. Siehe auch eine komplette Aufstellung von Weinbezeichnungen/Weintypen unter Spezialweine.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Leitungsheimer Gänsewein
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Leitungsheimer Gänsewein" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

geistige Umnachtung (W3)

Wer an "geistiger Umnachtung" leidet ist nicht sehr müde im Kopf, sondern "wahnsinnig".

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=geistige Umnachtung
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "geistige Umnachtung" taucht in der Literatur um das Jahr 1870 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

gepfefferte Preise (W3)

"gepfefferte Preise" müssen wir nur allzuoft für ganz alltägliche Dinge bezahlen, ohne die es nunmal im Leben nicht geht. Der "Euphemismus" für "völlig überteuert" geht natürlich auf den "Pfeffer" zurück, neben dem Salz das wichtigste Gewürz, das einst auch als Heil- und Konservierungsmittel diente und so extrem teuer war, daß Christoph Kolumbus (1451-1506) sich eigens aufmachte, einen neuen Seeweg nach Indien zu finden, um das venezianische Monopol zu brechen.

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=gepfefferte Preise
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "gepfefferte Preise" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

H

hofieren (W3)

Das veraltete dt. "hofieren" kann / konnte auch als "Euphemismus" für dt. "seine Nothdurst verrichten", "kacken", verwendet werden. Es könnte in ironischer Absicht gebildet worden sein, oder sich auf die früher oft im "Hof" / auf dem "Hof" untergebrachte Toilette beziehen.

Eine weitere Herkunftsmöglichkeit wird in dt. "Behuf", zu mhdt. "behuof" = dt. "Nutzen", "Vorteil", "Gewerbe", "Geschäft", "Zweck", in Erwägung gezogen. Dieses dt. "Behuf" ist eine Bildung zu dt. "beheben" = dt. "erhalten", "erwerben", "behalten", und gehört in das Umfeld von dt. "heben". Man findet das fast untergegangene Wort noch in ältlichen Wendungen wie dt. "zu diesem Behufe" = dt. "zu diesem Zweck". In diesem Fall könnte man dt. "hofieren" also etwa als dt. "ein Geschäft erledigen" interpretieren, das ja auch euphemistisch den gleichen Vorgang beschreiben kann. Angeblich erledigten die Römer ja gerne ihre geschäftlichen Angelegenheiten auf der Gemeinschaftstoilette.

Außerdem wurde dt. "hofieren" auch mit dt. "schmausen" gleichgesetzt. Dieses "hofieren" bezog sich nicht nur auf königliche Höfe, sondern auch nach diesem Muster genannte "Reichshof", "Hof" genannte Landtage, "Turnierhof", "Schützenhof", "Gerichtshof", "Lehenhof" (ein hohes Gericht in Lehensachen). Die verschiedenen "Höfe" gaben oft auch Anlass zu ausgiebigem Speisen, also zum "hofieren". Und die Entsorgung wurde dann evtl. auch gleich als "hofieren" bezeichnet.

Bei Adelung findet man:


Hof
...
Ja ein jeder festlicher Schmaus führete ehedem den Nahmen eines Hofes, bey dem Kaisersberg einer "Höfelung"; daher "hofieren" ehedem auch "schmausen" bedeutete.
...

"Höfeln", "Höfeley", S. 1. "Hofieren".

1. "Hofieren", verb. reg. act. et neutr. welches in dem letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, vermittelst der ausländischen Endung "ieren", von "Hof", so fern es einen großen Herren und dessen Gefolge, ingleichen eine zahlreiche "Versammlung", ein "Gastmahl" bedeutet, gebildet, jetzt aber veraltet ist. Ehedem gebrauchte man es vornehmlich in folgenden Bedeutungen.

1) Hof halten.

2) Eine Feyerlichkeit begehen, schmausen. Dasselbe jorgezit begingent die Römer - mit groseme hofieren und fröden, Königshoven bey dem Schilter.

3) Jauchzen, jubilieren, seine Freude durch Worte und Geberden an den Tag legen; im Dän. gleichfalls "hovere". Als ich vor ein holtz spaciert Darinn gar wunnigklich hoffiert Der vögel schar mit füß und schönen Thönen, Hans Sachs.

4) Stolziren, prangen, festlich einher gehen; Schwed. höfwera.

5) Einem aufwarten, nach Hofmanier begegnen, ihm schmeicheln. König Ladisla in Ungarn schiede sich von seiner Gemahlin und hofieret einer Heidin, Hagen bey dem Pez. Die dir jetzt hofiren, werden dich verachten, Jer. 4, 30. Wenn die Leute wollten den Tyranen hofiren, Weish. 14, 21. In dieser Bedeutung, kommt es noch zuweilen in der komischen Schreibart vor.

6) Angenehme Empfindungen erwecken, schmeicheln. Die Schleckköche hofieren dem Mund und Apetit, Ryff bey dem Frisch. Keine Arzeney brauchen, die nicht den Geschmack hofieret, ebend. Daher der "Hofierer", der einem Höhern schmeichelt, dagegen ehedem der "Hofier" einen "Hofmann" bedeutete. Ehedem hatte man dafür in der 5ten und 6ten Bedeutung auch das Wort "höfeln", einem "höfeln", ihm auswarten, aus Schmeicheley allerley kleine Gefälligkeiten erweisen, und die "Höfeley", dieses Betragen, welche beyden Wörter von einigen neuern Schriftstellern wieder auf gefrischet worden.

2. "Hofieren", verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in der höflichen Sprechart des gemeinen Lebens üblich ist, "seine Nothdurft verrichten". Das Kind hat in das Bett hofieret. Constantin 4. soll als Kind in den Tauf hofiert haben, Hedion bey dem Frisch. Es scheinet, daß dieses Wort anfänglich nur zum Scherze, nach dem Muster des vorigen, von "Hof", so fern es einen Vieh- oder Misthof bedeutet, gebildet worden. Indessen kann es auch von "Behuf", Nieders. "Behoof", abstammen, weil man in der höflichen Sprechart beyder Mundarten sagt, "seinen Behuf thun", d. i. "seine Nothdurst verrichten".


(E?)(L?) http://www.canoonet.eu/services/Controller?input=hofieren&service=canooNet

hofieren: Verb, Hilfsverb haben
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(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/284293

"hofieren"
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(E?)(L?) https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?term=hofieren&index=lemmata

hofieren


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

1. Hofieren | 2. Hofieren


(E?)(L?) https://synonyme.woxikon.de/synonyme/hofieren.php

Synonyme für "hofieren": "anbeten", "anbiedern", "anschmeicheln", "antichambrieren", "bauchpinseln", "belagern", "betören", "beweihräuchern", "buckeln", "buhlen", "den Hof machen", "den Kotau machen", "einkratzen", "etwas einer Form anpassen", "flattieren", "flirten", "gefallen", "glühen für", "heranmachen", "herzen", "heucheln", "huldigen", "katzbuckeln", "kokettieren", "kriechen", "liebedienern", "loben", "lobhudeln", "locken", "maßgeschneidert sein", "nach dem Mund reden", "nachlaufen", "nachrennen", "poussieren", "scharmutzieren", "scharwenzeln", "schmeicheln", "schwänzeln", "schöne Worte machen", "schönreden", "schöntun", "sich anbiedern", "sich anfreunden", "sich befreunden", "sich bemühen", "sich einschmeicheln", "sich nähern", "säuseln", "Süßholz raspeln", "umdrängen", "umgarnen", "umschmeicheln", "umschwärmen", "umwerben", "verehren", "vergöttern", "verklären", "wedeln", "werben um", "werben", "zieren", "zu Gefallen reden", "überfließen", "überlaufen", "überquellen", "überschäumen", "übersprudeln", "überströmen"


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

"hofieren", verb., mhd. "hovieren" und "hofieren", ein seit dem 13. jahrh. mit fremder endung aus "hof" gebildetes verbum (vergl. J. Grimm kl. schriften 1, 357), verschiedener bedeutung.


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/GWB/

"hofieren", -ir-; einmal subst; fast ausschließl. in der Frühzeit




(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/RhWB/

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ß. "enem den Hof maehen" "ihn hofieren", nach dem Nhd. Allg. "Es geht zu wie bei Hofe". "es geht in dem Haushalt hoch her" Kreuzn.
...
"hofieren" meist "hufieren" [-e:r-, –ø:-], seltener hof- Mosfrk, Rip, Nfrk schw.:

1. "einen hofieren", "ihn ehren", "zart behandeln", "ihm schmeicheln" Allg. — Eich werden der jet h.! abschl. Antw. Prüm-Mürlenb 1860, uWupp 1870; "er howeliert dir druf" "er tut es nicht", "scheisst dir drauf" Saarbr-KlBlittersd. —


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=hofieren
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "hofieren" taucht in der Literatur um das Jahr 1770 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Hostess (W3)

Die Bezeichnung dt. "Hostess" wird oft auch als Euphemismus für dt. "Prostituierte" verwendet. Dadurch hat "Hostess" selbst schon ein Geschmäckle. Aber das war nicht immer so und muß auch heute nicht immer so sein. Im Jahr 1919 wurde z.B. "HOSTESS" als Markenname in den USA angemeldet. Unter dieser Bezeichnung wurden "BREAD, BISCUITS, AND CAKES" angeboten.

Der Werdegang verläuft über amerikan.-engl. "hostess" = dt. "Kellnerin", "Bedienung", engl. "hostess" = dt. "Gastgeberin", "Gastwirtin"; "für die Gäste zuständige Dame", "Betreuerin auf Messen", "Stewardess", "Animierdame", "Tischdame", altfrz. "hostesse", "ostesse", "hoste", "oste" = dt. "Gast", "Gastgeber", lat. "hospes" (Gen. "hospitis") = dt. "Fremder", "Gast", "Gastfreund".

Die Wortfamilie basiert auf lat. "hostis" = dt. "Fremder", "Fremde", "Fremdling" und dt. "Feind", ja sogar "erbitterter Feind". Über den "fremden Gast", der im Althochdeutschen noch dt. "Fremdling" bedeutete entwickelte sich der "Feind" zum "Gast".

Und auch der dt. "Gast", ahd. "gast", got. "gasts", aengl. "giest", schwed. "gäst", russ. "gost" geht mit lat. "hostis" auf ide. "*ghosti-s" = dt. "Fremdling" zurück.

(E?)(L?) http://www.anglo-norman.net/gate/

"hostesse"

"ostesse", "ostesce"; "hostesse", "hostesce"

[FEW: "hospes"; Gdf: Ø ; GdfC: 9,769b "hoste" ("hostesse"); TL: 6,1387 "ostesse"; DEAF: "oste" ("ostesse"); DMF: "hôtesse"; TLF: "hôtesse"; OED: "hostess" n.; MED: "hostes", "hostesse" (n.; DMLBS: Ø ]

s.f.

s.f.

1) [female] hostess, woman who receives guests in her house: Mais celle q'est la bonne hostesse Molt bien fait guarder la richesse (of her husband) , E auci [...] Despendre ensi comme meulx affiert: En son hostel molt bien appiert Et sa mesure et sa largesce GOWER Mirour 17728; Clement la femme ad apelé Ki fud ostesse sa mere (when her mother was shipwrecked) S Clem ANTS 6349; (J.C.:) ‘Ma chere hostesce ke me resceut (=Martha) Si est passé ceste nute A joye ke ne avera finement’ BOZ S Mar 253; Dame peresce, cele male hostesse Sz Med 59; Pri qe t’amor en li repose Et il soit rosiers et tu rose [...] Il Heliseu (=Elisha, a prophet who revived the deceased son of Shunem in return for her hospitality) qui rend le vie [E] tu s’ostesce que le prie Ross ANTS 2664;

2) [female, occupation] hostess of an inn or lodging house: Un veneor [...] a l'ostel droit repeira. Une sue ostesse apela. 'Dame,' fet il, 'treez vus ça.' En une chambre l'a mené [...] Waldef BB B735 "ostage"2, "oste"1, "ostel", "ostelage", "ostelein", "osteler"1, "osteler"2, "ostelere", "ostelerie", "ostelet"1, "ostelment", "oster"2, "osterie" [ gdw]




(E?)(L?) http://adb.anu.edu.au/biographies/search/?scope=all&query=Hostess&rs=&x=47&y=19

Australian Dictionary of Biography

Searching : Hostess : 85 matches


(E?)(L?) http://web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

"Hostess"

(1) "Messebegleiterin", "Messebetreuerin", "Gastgeberin";

(2) "Edelhure"; zu (2): "Edelhure" ist kein "Euphemismus" (im Ggs. zu "Hostess").


(E?)(L?) http://www.ascii-art.de/ascii/index_ghi.shtml

"hostess"


(E?)(L?) http://atilf.atilf.fr/scripts/dmfAAA.exe?LEM=H%D4TESSE;SUIPRE=HÔTESSE;AFFICHAGE=0;XMODE=STELLa;FERMER;MENU=menu_dmf;ISIS=isis_dmf2015.txt;MENU=menu_accueil;OUVRIR_MENU=1;ONGLET=onglet_dmf2015;OO1=2;OO2=1;OO3=-1;s=s135701ac;LANGUE=FR

"HOSTESSE", subst. fém. [T-L : "ostesse" ; GDC : "hoste" ("hostesse") ; DÉCT : "ostesse" ; FEW IV, 491a : "hospes" ; TLF IX, 941a : "hôtesse"]

A. - "Celle qui héberge qqn"

1. "Hôtelière, aubergiste ; épouse de l'hôtelier, de l'aubergiste"

2. "Celle qui héberge qqn chez soi, celle qui reçoit"

3. DRAP. "Habitante d'une ville drapière qui donne hébergement aux marchands forains et à leur marchandise"

B. - "Celle qui est logée, hébergée"

1. Hostesse de qq. part. "Résidente de qq. part"

2. "Celle qui est logée chez qqn, qui est reçue chez qqn"


(E?)(L?) https://www.bartleby.com/220/1112.html

The Cambridge History of English and American Literature in 18 Volumes (1907–21).

Volume X. The Age of Johnson.

XI. Letter-Writers.

§ 12. Mrs. Elizabeth Montagu as a literary hostess.
...


(E?)(L?) https://www.berufskunde.de/de/ausbildungsberufe-a-bis-z/messe-kongress-und-eventmanager

...
Die Technik muss stimmen, angeliefert und auch wieder abgeholt werden, das Catering muss gut sein. Die angebotenen Produkte müssen qualifiziert ausgesucht und ansprechend beworben werden. Und auch andere Dienstleister wie Würstchenverkäufer, Reinigungspersonal, Hostessen oder Security sollte man nicht vergessen zu engagieren.
...


(E?)(L?) https://www.dictionary.com/browse/hostess

"hostess"
...
Words nearby "hostess":

hostel school, hosteler, hosteller, hostelling, hostelry, hostess, hostess gown, hostie, hostile, hostile fire, hostile sexism

Origin of "hostess"

1250–1300; Middle English "hostesse", "ostesse", Old French. See "host"1, "-ess"
...


(E?)(L?) http://www.etymologiebank.nl/trefwoord/hostess

ndl. "hostess" zn. ndl. "professionele gastvrouw"

Nnl. in de hulp van den steward of "air-hostess" [1932; Luchtvaartkalender 1933, laatste blad], "air-hostess" = ndl. "stewardess in passagiersvliegtuig" [1936; Kramers II], "hostess" = ndl. "professionele gastvrouw" [1959; WNT Aanv.], "prostituee in een seksclub" [1986; Koenen].

Ontleend aan Engels "hostess" = ndl. "gastvrouw", zelf ontleend aan Oudfrans "hostesse" = ndl. "gastvrouw", afleiding van "hoste" = ndl. "gastheer" (Nieuwfrans "hôte"), ontwikkeld uit Latijn "hospes" ‘id.’, zie "hospita".

In het Middelengels bestaan alleen de betekenissen "zij die een feest, diner etc. geeft" [1385; OED], nog heel gebruikelijk in het Nieuwengels, en "herbergierster" [1290; OED]. Die laatste betekenis bestaat tot in de 20e eeuw, waarna, eerst in het Amerikaans-Engels, een verschuiving optreedt naar "betaalde vrouwelijke kracht die in hotels of restaurants de gasten ontvangt en begeleidt" [1940; OED]. Ongeveer tegelijkertijd, ook eerst in het Amerikaans-Engels, ontstaat de verbinding "air-hostess" voor = ndl. "stewardess in een vliegtuig" [1934; OED], en gaat "hostess" ook betekenen "stewardess in langeafstandstreinen" etc. [1940; OED]; in die betekenissen is het woord in het Nederlands ontleend. Het Engels ontwikkelde daarnaast de betekenissen "danspartner" of "entertainster in nachtclub" [1931; OED] en "vrouw die tegen betaling een man als partner vergezelt naar een dancing of nachtclub", en als afgeleide van deze twee ook "prostituee" [1937; OED]. Die laatste betekenis is ook in het Nederlands overgenomen, met de specifieke betekenis "prostituee in een seksclub", met daarnaast het eveneens aan het Engels ontleende "escort".
...


(E?)(L?) http://www.foodtimeline.org/foodcakes.html#hostess

Hostess cup cakes: one of America's most popular edible icons


(E?)(L?) http://www.gutenberg.org/browse/authors/h

Hope, Laura Lee

The Outdoor Girls at the Hostess House; Or, Doing Their Best for the Soldiers (English) (as Author)


(E?)(L?) http://www.helpmefind.com/plant/plants.php

Rose "Hostess"

Floribunda / Cluster Flowered. Salmon-pink. Large, semi-double (9-16 petals) bloom form. Blooms in flushes throughout the season. USDA zone 6b through 9b (default). Lens (1960).

Rose "Hostess Gisela"

Floribunda / Cluster Flowered. Deep pink. Strong fragrance. Medium, double (17-25 petals) bloom form. Blooms in flushes throughout the season. USDA zone 6b through 9b (default). Karl Hetzel (1973).


(E?)(L?) http://anw.inl.nl/article/airhostess

ndl. "airhostess": vrouw die voor haar beroep aan boord van een vliegtuig de passagiers ontvangt, bedient en op andere manieren behulpzaam is; "stewardess"


(E?)(L?) http://anw.inl.nl/article/hostess

ndl. "hostess": vrouw die als beroep voor een bedrijf of een andere instelling gasten of klanten ontvangt en het ze comfortabel maakt door ze te begeleiden, ze van de nodige praktische informatie voorziet en ze in sommige gevallen ook voedsel, drank of sigaretten aanbiedt; gastvrouw bij een bedrijf

Hostesses worden bijvoorbeeld ingezet als receptioniste, om in bedrijven of instellingen klanten de weg te wijzen en ze praktische informatie te verschaffen, als begeleidster van de passagiers in vliegtuigen en op schepen, om klanten van een reisbureau op te vangen op hun plaats van bestemming of om deelnemers aan congressen en vergelijkbare manifestaties op te vangen en te helpen


(E?)(L?) https://www.mundmische.de/bedeutung/34182-Dekotorte

"Dekotorte" - "Hostesse"


(E?)(L?) https://www.mundmische.de/bedeutung/755-Horizontalhostess

"Horizontalhostess" - Eine Horizontalhostess ist eine gehobene Prostituierte, oft im Luxus- und Promi-Millieu anzutreffen.


(E?)(L?) http://www.opensourceshakespeare.org/concordance/o/?i=765239

"hostess" occurs 45 times in 44 speeches within 12 works.

You may want to see all the instances at once.


(E?)(L?) http://www.opensourceshakespeare.org/concordance/o/?i=786268

"hostess-ship" occurs 1 time in 1 speech within 1 work.


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/406796

"Hostess"

F. (-; -en), seit den 40er Jahren des 20. Jhs. belegte, in den 50er Jahren (im Zusammenhang mit der Brüsseler Weltausstellung 1958) bekannt gewordene Entlehnung aus amerikan.-engl. "hostess" - "Kellnerin", "Bedienung", engl. "hostess" - "Gastgeberin", "Gastwirtin"; "für die Gäste zuständige Dame" (zu altfrz. "hostesse", "ostesse", der movierten Form von "hoste", "oste" - "Gast", "Gastgeber", zurückgehend auf (flekt. Form von) lat. "hospes" (Gen. "hospitis") - "Gastfreund"; s. "Hospital", "Hospiz", "Hotel"; vgl. auch "Stewardess", "Politesse"), auch (bes. österr., schweiz.) in der (von frz. "hôtesse" beeinflussten) Form "Hostesse", Pl. "Hostesses", und in der Schreibung "Hosteß".

Zunächst und bis heute in der auf amerikanische Verhältnisse bezogenen Bed. "Platzanweiserin" (im Restaurant), "Kellnerin", "Bedienung", auch mit Bezug auf englische Verhältnisse "Hausdame", "Gesellschaftsdame"; "Gastgeberin", in den 60er/70er Jahren weiterentwickelt zu "junge Frau, die (zeitweilig) bei Reise- oder Fluggesellschaften, Hotelunternehmen, im Rahmen von Großveranstaltungen (z.B. Messen, Ausstellungen, Kongressen), in der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. großer Firmen, Stadtverwaltungen) zur Betreuung der Gäste, Besucher und Reisegruppen, Erteilung von Auskünften, (sprachkundigen) Begleitung, als (Fremden-)Führerin, als Werbedame o. Ä. angestellt ist" (vgl. "Assistent"(-in), "Stewardess", "Steward"; vgl. das seltene maskuline Pendant "Host", s. Belege 1997.2, 2005), gelegentlich auch leicht anstößig konnotiert (s. Beleg 1997.1) und als Euphemismus für "Prostituierte" (s. Belege 1974, 1983; "Callgirl", vgl. "Escort"),

z.B. für jeden Besucher haben die adrett gekleideten Hostessen ein freundliches Lächeln übrig, Hostessen geben geduldig Auskunft und weisen den Weg, für Großveranstaltungen werden sprachgewandte Hostessen gesucht, Hostessen in schicken Uniformen, hübsche Hostessen verteilten Sekt und Häppchen, um die Gäste bei Laune zu halten, blau gekleidete Hostessen von der Deutschen Bahn verteilen kleine Broschüren, die Stände werden während der Messe zehn Stunden täglich von mehrsprachigen Hostessen betreut, hunderte Hostessen führen Kundengespräche durch und beraten, Hostess mit Zeit und Charme,

als Bestimmungswort in der Form "Hostess-" oder "Hostessen-" in Zss. wie "Hostess-Begleitung", "Hostess-Service", "Hostessbar", "Hostessbereich", "Hostessen-Betreuung", "Hostess-Casting", "Hostess-Club", "Hostess-Garderobe", "Hostess-Gewerbe", "Hostess-Job", "Hostess-Salon", "Hostess-Service", "Hostess-Wohnung", "Hostessenabteilung", "Hostessagentur", "Hostessbedienung", "Hostessdienste", "Hostesskleidung"/"Hostesskluft", "Hostesslächeln", "Hostesswohnung"

und als Grundwort in "Air(-line/-port)-Hostess", "Aushilfs-Hostess", "Ausstellungs-Hostess", "Bahn-Hostess", "Bar-Hostess", "Begrüßungs-Hostess", "Berlinale-Hostess", "Berlitz-Hostess", "Boden-Hostess" (nach engl. "ground-hostess"), "Bord-Hostess" (nach engl. "board-hostess"), "Bus-Hostess", "Chef-Hostess", "Fremdsprac-Henhostess", "Expo-Hostess", "FDP-Hostess", "Festival-Hostess", "Fremdsprac-Henhostess", "Informations-Hostess", "Kongress-Hostess"/"Messe-Hostess", "Party-Hostess", "Polizei-Hostess" (vgl. "Politesse"), "Privat-Hostess", "Prominenten-Hostess"/"VIP-Hostess", "Raum(-pflege)-Hostess", "Schiffs-Hostess"-, "Sprach-Hostess", "Stadt(-marketing)-Hostess", "Tagungs-Hostess", "(Telefon-)Sex-Hostess", "Tourismus-Hostess", "VIP-Hostess", "Wahl(kampf)-Hostess", "WM-Hostess", ZDF-Hostess,

auch in Verbindung mit Namen von Unternehmen oder Produkten wie in „Krone“-, „Milka“-, "Swissair-Hostess".

Daneben in jüngster Zeit vereinzelt in der pleonastischen Form "Hostessin" F. (-; -nen) und dazu die vereinzelt nachgewiesene adj. Gelegenheitsableitung "hostessig".


(E?)(L?) https://www.spiegel.de/karriere/buerogezeter-das-kleine-schimpfwort-abc-a-744198-3.html

Bürogezeter

"Hotlinehostess": Kollege, der Kunden am Telefon völlig Unhaltbares verspricht, nur um sie loszuwerden


(E?)(L?) http://www.toastermuseum.com/scripts/toastercollection/col_companies01.html

ALL RITE Co: "Hostess (blue/white 01)", ca. 1920/30s, USA

Blue/White porcelain, black bakelite

110 Volts/400 Watts

This "Hostess" is a single sandwich toaster made by All Rite Co in the USA. They made single and double versions with different colors. This one has beautiful blue and white iridescent pearlized sections.


(E?)(L?) https://vds-ev.de/denglisch-und-anglizismen/anglizismenindex/ag-anglizismenindex/

"Grid Girl": "Dekor-Mädchen", "Hostess" (Motorsport, s.a. starting grid) [ ]

"ground hostess": "weibliches Bodenpersonal (von Fluggesellschaften)"

"Hostess": "Gästebetreuerin"


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Hostess
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Hostess" taucht in der Literatur um das Jahr 1870 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

I

J

K

Kals, Ursula - SVE
Sprachdeutsche Vokabeln
Euphemismen

Ein Freund machte mich auf eine Seite in Hans Magnus Enzensbergers Buch "Fallobst" aufmerksam. Darin hat H.M. Enzensberger auch eine Euphemismenliste "Sprachdeutsche Vokabeln" von Ursula Kals übernommmen. Zu Grunde liegt vermutlich folgender Beitrag von Ursula Kals in der FAZ. Enzensberger hat die Euphemismen in konzentrierter Form übernommen.

(E?)(L?) https://stellenmarkt.faz.net/karriere-lounge/coach/triumph-der-schoenfaerber-und-wortklauber/

Triumph der Schönfärber und Wortklauber


Von Ursula Kals ...
Wie lautet unser Lieblingsspruch: Der kluge Mund lügt mit der Wahrheit.


(E?)(L?) https://www.faz.net/redaktion/ursula-kals-11104078.html

Ursula Kals wurde am 18. Oktober 1964 in Aachen geboren. Tageszeitungsvolontariat, Jahre bei einer Wochenzeitung und einer Nachrichtenagentur. Neben der Redaktionsarbeit Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, Promotion. Seit 1997 bei der F.A.Z. zuständig für die Seite „Jugend schreibt“; arbeitet in der Redaktion „Beruf und Chance“. Katholischer Journalistenpreis, Herbert-Quandt-Medienpreis, Expopharm-Medienpreis. Autorin der Bücher „Zehn Fallstricke“, „Mut zum Wechsel“. Mag Krimis und Kaninchen. Ein Lieblingssohn.


(E?)(L?) https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/schoenmalereien-ziehen-sich-durch-alle-branchen-15223125.html

Schönfarbereien

„Er war stets bemüht“

Von Ursula Kals

Über alle Berufe und Branchen hinweg: Aus dem "Hausmeister" wird der "Facility Manager", aus der "Putzfrau" die "Raumpflegerin". Hauptsache, es klingt gut. Was steckt aber hinter der Schönfärberei?

enn es gilt, Negatives positiv darzustellen, rechtssicher zu schummeln oder zu vertuschen, dann werden sie aktiv und kreativ: die "Experten des Euphemismus", auch als "sprachliche Schönfärber" oder "wendige Wortverdreher" bezeichnet. Das Phänomen ist nicht neu, sondern in Religion und Mythologie seit Jahrtausenden bekannt. Aber erst seit dem Siegeszug der Marktwirtschaft und aktuell durch übersteigerte politische Korrektheit ist es zu ungeahnter Blüte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelangt. Die Beispiele entstammen dem Prachtdeutschen.
...


(E?)(L?) https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/buch/hans-magnus-enzensberger-fallobst-nur-ein-notizbuch_aid-47113323

Gedanken über Gott und die Welt

Gesammeltes Fallobst zum 90.

Aachen Hans Magnus Enzensberger hat sich Gedanken über Gott und die Welt gemacht. Der Lyriker, Essayist und Theaterautor veröffentlicht eine Sammlung von Erinnerungen und Glossen.
...


(E?)(L?) https://lesen.de/books/detail/-/art/hans-magnus-enzensberger-fallobst/hnum/9108145

Verlag: Suhrkamp Verlag AG

Hans Magnus Enzensberger: Fallobst

Nur ein Notizbuch

Suhrkamp Verlag AG, 11/2019, Einband: Gebunden, Sprache: Deutsch, ISBN-13: 9783518428900

Umfang: 367 Seiten, Sonstiges: Mit farbigen Abbildungen, Gewicht: 512 g, Maße: 222 x 144 mm, Stärke: 28 mm, Erscheinungstermin: 11.11.2019

»Wie steht es um das Selbstbewusstsein der Finanzastrologen? Was verrät uns das Kauderwelsch der Tageszeitungen? Wieviel Wirklichkeit enthalten die Mythenmodelle zeitgenössischer Physik und Kosmologie? Zu welchem Ziel treibt die pathologische Mobilität der Zeitgenossen? Was verbirgt der allgegenwärtige Abkürzungswahn? Und welches X für ein U machen uns die Künste vor?«

Dass seine Auskünfte zu diesen Fragen vom Baum absoluter Erkenntnis fallen, beansprucht der Autor so listig wie weise nicht. »Fallobst« nennt er sie, »das in verschiedenen großen und kleinen Körben aufgesammelt wurde«. Mit spitzer Zunge, unumwunden und streitbar konfrontiert uns Hans Magnus Enzensberger in einer abwechslungsreichen Folge von Beobachtungen, Notaten, Kurzessays, Erinnerungen, Dialogen, Gedichten und Glossen mit Zeitgeist und mainstream. Doch kommen auch Würdigungen nicht zu kurz: von vertrauten und geliebten Menschen, von Brüdern und Schwestern im Geiste. Die deutsche Sprache, deren Tiefsinn und Abgründen der Autor mit lexikalischen Feinbohrungen auf den Grund geht, erfährt ihr Recht. Und nicht zuletzt die Natur in ihren so wundersamen wie kapriziösen Erscheinungen.

Hans Magnus Enzensberger, geb. 1929 in Kaufbeuren, lebt in München. 1963 erhielt Hans Magnus Enzensberger den Georg-Büchner-Preis.


(E?)(L?) https://www.suhrkamp.de/buecher/fallobst-hans_magnus_enzensberger_42890.html

Hans Magnus Enzensberger: "Fallobst - Nur ein Notizbuch", Mit Zeichnungen von Bernd Bexte


Erstellt: 2019-11

Klimakatastrophe (W3)

Das zum "Wort des Jahres 2007" gewählte "Klimakatastrophe" kann man nicht als "Euphemismus" bezeichnen.

(E?)(L?) http://www.baer-linguistik.de/wdj/klimakatastrophe.htm

"Klimakatastrophe" (2007, Platz 1)

Mit der Wahl »des« Jahreswortes 2007 griff die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ein Thema auf, das in seiner Bedeutung weit über das Jahr hinausreicht. Bereits 1971, als erstmals in der GfdS-Zeitschrift Der Sprachdienst eine Auswahl von »Wörtern des Jahres« vorgestellt wurde, war darunter ein zu diesem Sachgebiet gehörender Ausdruck: "Umweltschutz". Es folgten "Waldsterben" (1983), "Ozonloch" (1987), mit "Ökosteuer" und "nachhaltig" (beide 1998) schien sich ein Bewusstseinswandel in Deutschland abzuzeichnen und die "Jahrhundertglut" (2003), der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, führte noch einmal vor Augen, dass der Klimawandel keine bloße Theorie ist.

Wer im Dezember 2007 das Wort "Klimakatastrophe" »googelte«, erhielt um die 395.000 Belege. Knapp 60 Prozent (235.000) davon stammten aus dem zurückliegenden Jahr 2007. Schlagzeilen wie »Klimakatastrophe rückt näher« (Kurier, 6. 10. 2007) oder »Klimakatastrophe – der Mensch hat nur noch 13 Jahre zur Umkehr« (Hamburger Abendblatt, 23. 2. 2007) beherrschten die Szene.

Die Wortbildung mit dem plakativen Zweitglied "Katastrophe" ist gegenüber dem vergleichsweise harmlos wirkenden "Klimawandel" (knapp fünfeinhalb Millionen Belege) zwar deutlich in der Minderzahl, aber sie charakterisiert weitaus besser die Befürchtungen und Ängste, die 2007 in der öffentlichen Debatte im Gegensatz zu früheren Jahren immer deutlicher erkennbar wurden. Es handelt sich also weniger um ein quantitatives als um ein qualitatives »Jahreswort«.
...
Jochen A. Bär


(E?)(L?) https://www.deutschlandfunk.de/kalenderblatt.870.de.html?cal:month=4&cal:year=2015&drbm:date=2015-04-10

Sendung vom 10.04.2015

Tambora in Indonesien

Vulkanausbruch mit globalen Folgen

Der indonesische Vulkan Tambora auf Sumbawa, einer Nachbarinsel von Bali, ist ein immer noch aktiv, verhält sich aber seit den 60er-Jahren ruhig. Vor 200 Jahren spie er eine Woche lang Feuer, Gestein und Magma. Die Folge war eine globale Klimakatastrophe: Nordamerika vereiste und in Europa setzte der Sommer aus.

Von Regina Kusch


(E?)(L?) http://www.energieinfo.de/eglossar/klimakatastrophe.html

Der "Klimawandel" ist ein langsamer Prozeß, der sich derzeit durch eine langsame Zunahme der Temperaturen der Erdoberfläche, der Atmosphäre und der Meere bemerkbar macht.

Eine "Klimakatastrophe" würde sich hingegen durch eine plötzliche und sehr starke Änderung von Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und Niederschlagsmustern auszeichnen. Katastrophale Ereignisse sind als solche Ereignisse definiert, bei denen die langsame Änderung eines Parameters die plötzliche Änderung eines Systemzustandes hervorruft.
...


(E?)(L?) https://gfds.de/wort-des-jahres-2007-klimakatastrophe/

Pressemitteilungen

7. Dezember 2007

"Klimakatastrophe" zum Wort des Jahres 2007 gewählt
...
"Klimakatastrophe" wurde als Wort des Jahres gewählt. Dieser Ausdruck kennzeichnet prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nimmt.
...


(E?)(L?) http://www.wispor.de/wpx-woja.htm

2007 (1.) "Klimakatastrophe"

Wir von wispor.de finden, dass dieser Begriff recht treffend, die andauernden und sich sehr bedrohlich steigernden, negativen klimatischen Veränderungen (ohne, dass ein "Euphemismus" zur Verschleierung genutzt wurde!) beschreibt, die die Industrienationen zu verantworten haben. Zurecht Platz 1. Auch, weil von globaler Bedeutung!


(E?)(L?) http://www.wunderland-deutsch.com/post/Klimakatastrophe-Bundestrojaner-und-Sterbetourismus

2007-12-31 "Klimakatastrophe", Bundestrojaner und Sterbetourismus
...
Entscheidung für 2007

Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählte "Klimakatastrophe" zum deutschen Wort des Jahres. Das Unwort des Jahres, "Herdprämie", gab die Frankfurter Universität bekannt. Es setzte sich gegen die Begriffe "klimaneutral" (Platz 2) und "entartet" (Platz 3) durch. Die Universität Graz entschied sich für "Bundestrojaner" als österreichisches Wort des Jahres. "Komasaufen" setzte sich als Unwort des Jahres durch. Die Deutschschweiz kürte "Sterbetourismus" als Wort und "Klimakompensation" als Unwort des Jahres. Der ehemalige Vizekanzler von Österreich, Hubert Gorbach, steuerte unbeabsichtigt den österreichischen Satz des Jahres bei, indem sein Bewerbungsschreiben veröffentlicht wurde, in dem es heißt "The world in Vorarlberg is too small". Peinlich für ihn, aber wohl wahr!
...


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Klimakatastrophe
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Klimakatastrophe" taucht in der Literatur um das Jahr 1910 / 1940 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

L

leichtes Mädchen (W3)

Ein "leichtes Mädchen" ist nicht eine junge Frau mit der Figur eines modernen Models, sondern eine Prostituierte.

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=leichtes Mädchen
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "leichtes Mädchen" taucht in der Literatur um das Jahr 1800 / 1900 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

M

Mitarbeiter (W3)

Wenn ein Mitarbeiter von den Menschen Spricht, mit denen er zusammen arbeitet, dann nennt er sie normalerweise "Kollegen". Wenn der Vorgesetzte von seinen "Untergebenen" spricht nennt er sie jedoch "Mitarbeiter".

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Mitarbeiter
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Mitarbeiter" taucht in der Literatur um das Jahr ???? / nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

N

O

P

Pax Americana (W3)

"Amerikanischer Frieden". (Anspielung auf "Pax Romana", "Euphemismus" für die USA)

(E?)(L?) http://www.baer-linguistik.de/wdj-liste-1991.htm

Wörter des Jahres 1991


(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/P

"Pax Americana" - "Amerikanischer Frieden" – "Euphemismus" für die USA und ihre Einflusssphäre; vergleiche "Pax Romana".


(E?)(L?) https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Latin_phrases_(P)

"Pax Americana" - "American Peace" - A euphemism for the United States of America and its sphere of influence. Adapted from "Pax Romana".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Pax Americana
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Pax Americana" taucht in der Literatur um das Jahr 1920 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Pax Britannica (W3)

(E?)(L?) http://www.friesian.com/history/anthems.htm#britannia

"Rule Britannia" is not the British national anthem - that is "God Save the Queen" - but it is about Britain in an important way that the other song is not. Britain became a Great Power, and was prosperous and safe, because of the Royal Navy. Because the Navy really did "rule the waves", British commerce, industry, and empire became the envy of the world - suppressing piracy and the slave trade, and producing the "Pax Britannica" of the 19th century. At the same time, British parliamentary forms, the rule of law, and natural rights became ideals that even the British did not always live up to. And the English language became the lingua franca of the world.
...


(E?)(L?) https://www.britannica.com/topic/Pax-Britannica

"Pax Britannica" (European history)


(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/P

"Pax Britannica" - "Britischer Frieden" – "Euphemismus" für das Britische Empire, analog zur "Pax Romana".


(E?)(L?) https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Latin_phrases_(P)

"Pax Britannica" - "British Peace" - A euphemism for the British Empire. Adapted from "Pax Romana".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Pax Britannica
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Pax Britannica" taucht in der Literatur um das Jahr 1900 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Pax Sinica (W3)

(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/P

"Pax Sinica" - "Chinesischer Frieden" – "Euphemismus" für die Friedensphasen in Ostasien unter einem starken Chinesischen Reich, abgeleitet von "Pax Romana".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Pax Sinica
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Pax Sinica" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Praxisgebühr (W3)

Die "Praxisgebühr" ist eine von Kassenpatienten vierteljährlich zu entrichtende Gebühr beim Arztbesuch.

17. Oktober 2003

Nach dem Bundestag stimmt auch der Bundesrat dem Kompromiß von Regierung und Opposition bezüglich einer Reform im Gesundheitswesen zu. Damit kann die Reform mit tief greifenden Einschnitten bei der Krankenversicherung zum 1. Januar 2004 in Kraft treten: Ab 2004 wird bei ärztlicher Behandlung eine "Praxisgebühr" von zehn Euro pro Quartal fällig; beim Krankenhausaufenthalt müssen Patienten zehn Euro pro Tag für maximal 28 Tage im Jahr zuzahlen; für alle Versicherten gilt eine Belastungsgrenze von zwei Prozent der Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken von einem Prozent; Kinder und Jugendliche bis 18 werden von allen Zuzahlungen befreit; Brillen müssen selbst bezahlt werden; Fahrtkosten zur ambulanten Versorgung werden im Regelfall nicht mehr erstattet; Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung werden eingeschränkt und müssen zur Hälfte selbst bezahlt werden; Leistungen wie Entbindungs- und Sterbegeld entfallen. Ab 2005 ist Zahnersatz keine Kassenleistung mehr. Versicherte sollen dafür eine Zusatzversicherung bei ihrer Krankenkasse oder einer Privatversicherung abschließen. Außerdem wird das Krankengeld ab 1. Januar 2006 allein vom Arbeitnehmer abgesichert.

September 2, 2008

Frage: Wie heißt es richtig: "Praxisgebührenbefreiung" oder "Praxisgebührbefreiung"?

Beide Begriffe kommen vor und beide Wörter sind korrekt nach den deutschen Wortbildungsregeln gebildet. "Praxisgebührbefreiung" ohne "en" scheint allerdings üblicher zu sein.

Wenn Sie diese Variante wählen, können Sie entsprechend auch "praxisgebührbefreit" bilden.

09. November 2012: Der deutsche Bundestag berät heute über die Abschaffung der "Praxisgebühr" und die Einführung eines Betreuungsgeldes

(E?)(L?) http://www.altphilologenverband.de/forumclassicum/pdf/FC2010-4.pdf

S.305ff

Duden. Das Fremdwörterbuch. 10. aktual. Aufl. (Duden Bd. 5). Mannheim usw. (Duden-Verlag), 2010. 1104 S., EUR 21,95. CD-ROM für Windows, Mac OS X und Linux, EUR 19,95.

Die neue Auflage des Duden-Fremdwörterbuchs verzeichnet 60000 Fremdwörter und fremde Wendungen. Es ist die bisher ausführlichste Ausgabe. Die 9. Aufl. von 2007 bot 55000 Lexeme (zu ihr: FC 1/08, 67f.). (1) Zusätzlich aufgenommen sind (zwecks Raumersparnis reihe ich alphabetisch; ganz oder teilweise aus dem Griechischen und Lateinischen Stammendes setze ich kursiv): "App" > engl. "application", "Bad Bank", "Biopic", "E-Book-Reader" ("E-Book" war bereits 2007 drin), "Escortservice", "Excellenzcluster", "iPad", "iPod", "iPhone", "It-Girl", "Jamaikakoalition", "Jobcenter", "Navi", "PR" (die nicht abgekürzte Form "Public Relations" war schon 2007 aufgenommen), "Prekariat", "resilient", "Skimming", "Slam Poetry"/"Poetry Slam", "Telenovela", "twittern", "WLAN" ("Wireless Local Area Network").

Doch fehlt vieles, was z. T. seit Jahren zu hören und zu lesen ist: "Agenda 2010", "Analog-", "Analogkäse" usw., "Atomkraftwerk" (es sind ca. 15 Wörter mit "Atom-" verzeichnet), "Babyklappe", "Biometrie" (Passwesen), "Fidschi" (pejorativ für: "Ausländer"), "Filetstück" (übertragen), "Format" (TV), "Generation Praktikum" (andere Schlagwörter sind berücksichtigt: "Lost Generation", "No-Future-Generation"), "Gentrifizierung" - engl. "gentrification", "Girls’ Day", "Hipster" (Dessous), "Internetapotheke", "Komasaufen", "Masterplan", "Masterstudium", "Minuswachstum", "No-Name" (ist nicht von No-Name-Produkt her zu verstehen), "Non-Government-Organisations"/ "NGO", "Off-Theater", "Parallelgesellschaft", "Patchworkfamilie", "Plasmabildschirm", "politische Klasse" (ist erklärungsbedürftiger als: "politisches Asyl", "politischer Häftling"). "Powerpointpresentation", "Realwirtschaft" (Gegensatz: "Finanzwirtschaft"), "Sekundärtugend", "Spaghettiträger", "Subunternehmer", "Tabs", "taff" (gleichbedeutend mit/im Deutschen gleich ausgesprochen wie "tough"; m. E. ist "taff" nur die eingedeutschte Schreibung; im SPIEGEL 25/09 sind beide synonym verwendet), "toxisch" (Wertpapiere), "Trojaner" (EDV), "Tupperware", vs. (nur bei versus erwähnt).

Ein Problem aller Wörterbücher der an Zusammensetzungen und Ableitungen so reichen deutschen Sprache, deren Lexik vor allem durch die Massenmedien ständig wächst bzw. sich verändert: Es sind viele Komposita nicht berücksichtigt, deren Bedeutung sich nicht aus der Bedeutung ihrer Bestandteile ergibt:

Wer "frontal" und "Unterricht" kennt, muss daraus nicht schließen können, was "Frontalunterricht" ist; es sollte also nicht fehlen. Vielleicht sind sogar dem einigermaßen mit dem Deutschen vertrauten Ausländer "Anschubfinanzierung", "Karriereknick", "Masterstudiengang", "Praxisgebühr", "barrierefrei", "seniorengerecht" klar, aber ob auch "Konjunkturpaket", "Kreditklemme"? (Zu "Duden. Deutsch als Fremdsprache", 2. Aufl. 2010 s. FC 3/10.)

An deutsch-fremden Zusammensetzungen versteht er wohl "Zweiklassenmedizin", aber auch "Blaupause" (= "Idee", "Konzeption" u. ä.)? Übrigens berücksichtigt unser Wörterbuch durchaus deutsch-fremde Komposita und Ableitungen, z. B. "Ostalgie", "aufoktroyieren", "bezirzen", auch "Leitfossil", aber nicht das immer wieder im politischen Diskurs begegnende "Leitkultur". Auf das bei "oktroyieren"/"aufdrängen", "aufzwingen" - "aufoktroyieren", "minieren"/"untergraben" - "unterminieren" und in zahlreichen anderen Fällen auftretende Fortbildungsmuster gehe ich hier nicht ein.

Man vermisst das nicht mehr politisch korrekte Wort "Zigeuner"; allerdings ist "Gitana" als "Zigeunertanz" erklärt. Für ebenfalls nicht genanntes "Zigeunerschnitzel" gibt es bisher keine andere Benennung. Bei "Eskimo" wird auf "Enuit" (so der Plural; Singular: "Inuk") = "Mensch" verwiesen, die Selbstbezeichnung dieser Ethnie; es müsste aber an einer der beiden Stellen gesagt sein, dass das einheimische Wort, auf das unser "Eskimo" zurückgeht, möglicherweise "Rohfleischesser" bedeutet und dass es jedenfalls in der Sprache dieser Volksgruppe, wohl als abwertend empfunden, nicht als Selbstbezeichnung verwendet wird. "Mulatte" fehlt im Buch; es wird ebenfalls als diskriminierend angesehen, laut "Duden 9: Richtiges und falsches Deutsch", 6. Aufl. 2007 (dazu FC 2/08, 126ff.) existiert keine politisch korrekte Ersatzbenennung.

Wie heute üblich, sind auch movierte Feminina angegeben, so "Soldatin" und "Stalkerin", zu Recht, denn zuweilen wird die Auffassung vertreten, dass es beim Stalking nur männliche Täter und nur weibliche Opfer gibt.

Gelegentlich wird etwas zu Aussprache, Betonung, Deklination gesagt. Es fehlt der Hinweis auf unterschiedliche Aussprache des "-nd" bei Wörtern wie "Doktorand": im Auslaut "-nt", im Inlaut (Doktoranden) "-nd", s. J. Werner, "Dankesgabe von seinen Doktoranten [sic!]", FC 2/03, 106ff.; Muttersprache 113, 2003, 255ff. Nicht vermerkt sind der immer häufigere endungslose Plural bei Bonbon ("fünf Bonbon", auch mit Anfangsbetonung) und die Ersetzung der starken Endung im Gen./Dat./Akk. Sing. durch die schwache Endung z. B. bei "des/dem/den Autoren" (noch nicht bei "Motor"), so 2008 in einem Programm der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste.

Zuweilen ist eine Erklärung verbessert, so, dass "Flatrate" nicht nur das Internet, sondern auch das Telefon betrifft. Zur unzulänglichen Erläuterung von "Quartier", "Ethnologie", "Alphatier" vgl. die Rez. der 9. Auflage, s. o. Neben der übertragenen Bedeutung von "Alphatier" gibt es inzwischen die Lexeme "Alphamann" und "Alphafrau". "Exit" ist nicht mehr nur "(Not-)Ausgang", sondern auch "Beendigung eines Krieges durch Truppenabzug" ("~ aus Afghanistan"). "Transfer" ist nicht nur "Zahlung ins Ausland in fremder Währung", sondern vor allem Zahlung von Deutschland-West nach Deutschland-Ost und im Sozialbereich (Hartz IV usw.). "Frequentieren" bedeutet meist nur noch "besuchen", ob nun "häufig" oder nicht. "Porno" samt Zusammensetzungen wird längst, ebenso wie lat. "obszön", auch im nichtsexuellen Kontext verwendet, s. J. Werner, "Olympionike", "Porno" und anderes. Neuverwendungen griechischer Wörter …, in: Festschr. Rudolf Große, Frankfurt/M. usw. 1995, 438ff. Dass "edieren" im Sinne von "editieren" (EDV) benutzt wird, ist seltener; häufiger wird "editieren" statt "edieren" gesagt. "Bachelor" und "Master" sind schon lange nicht mehr "besonders in englischsprachigen Ländern" üblich. - Auf andere Punkte gehe ich nicht ein. Vgl. auch die Rez. zu: Großes Fremdwörterbuch, 4. Aufl. (FC 3/07 243f.), Rechtschreibung-Duden, 25. Aufl. (FC 3/09, 242), Deutsches Fremdwörterbuch ("Schulz/Basler"), 2. Aufl., Bd.6 (AAHG LXIII, 2010, 96ff.).

Anmerkung:

(1) Nachdrücklich sei auf den gleichzeitig erschienenen Duden 8: Synonymwörterbuch, 5., vollst. überarb. Aufl., 2010 hingewiesen.

Jürgen Werner, Berlin


(E?)(L?) http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/archiv.php?id=135
Im Duden Newsletter vom 11.02.2005 ist zu lesen


...
"Alcopops", "faken", "Praxisgebühr", "Qualifying" stehen nicht im ersten Duden von 1880. Der Ausschank von Alkohol - und sei es in limonadenhafter Tarnung - an Jugendliche war zu Kaisers Zeiten strikt verboten und die Beziehungen zu England waren so, dass die sprachlichen Übernahmen aus dem Englischen ins Deutsche noch überschaubar blieben. Das allgemeine Gesundheitswesen befand sich gerade erst im Aufbau, und das erste deutsche Auto war noch nicht einmal erfunden. Kurz: Die Welt hat sich seitdem verändert.
...


(E?)(L?) https://gfds.de/aktionen/wort-des-jahres/

Wörter des Jahres 2004


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/316475

Praxisgebühr


(E?)(L?) http://www.wispor.de/wpx-woja.htm

2004

(6.) "Praxisgebühr": "Euphemismus" für eine weitere Erhöhung des Krankenkassenbeitrages. Eine "Gebühr", die seit 2004 (quartalsweise) in den dt. Arztpraxen zu entrichten ist.


(E?)(L?) https://www.wissen.de/medizin/praxisgebuehr

Praxisgebühr

Regelung, nach der Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen pro Vierteljahr 10 Euro Gebühr bezahlen müssen, wenn sie einen Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeuten besuchen. Ziel der Zuzahlung ist, die finanzielle Situation der Krankenkassen zu verbessern. Das Geld wird vom Arzt an die Krankenkassen weitergeleitet.
...


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Praxisgebühr
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Praxisgebühr" taucht in der Literatur um das Jahr 1990 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

preiswert (W3)

Eigentlich ist dt. "preiswert" eine neutrale Bezeichnung, die besagt, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung "seinen Preis wert ist". Allerdings wird "preiswert" mittlerweile vor allem als "Euphemismus" für dt. "billig" eingesetzt. Aber welche Bezeichnung nimmt nun den Platz von "preiswert" ein? Muß man nun wirklich von einem "guten Preis-Leistungs-Verhältnis" sprechen?

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=preiswert
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "preiswert" taucht in der Literatur um das Jahr 1820 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Q

R

S

Scheibenkleister (W3)

(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/lesen.php?Bereich=ae

"Scheibenkleister", auch kurz "Scheibe": Ausdruck des plötzlichen Schreckens "Scheibenkleister, jetz ham wer die Abfahrt verpasst". Eine Variante ist der "Scheibenhonig".

Im Grunde ein "Euphemismus" für "Scheiße".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Scheibenkleister
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Scheibenkleister" taucht in der Literatur um das Jahr 1930 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Schilling
Produkt
Product
(= "eine Tracht Prügel") (W1)

Das mittlerweile schon wieder untergegangene, im Sinne von "eine Tracht Prügel" wohl euphemistisch benutzte, Wort findet man noch bei Adelung, wo es beschrieben wird als:


...
2) Oft bedeutet "Schilling" auch eine "Züchtigung", welche einem Verbrecher mit dem Stocke, der Peitsche oder mit Ruthen gegeben wird. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird es daher für den "Staubbesen" gebraucht.

Der "Stockschilling" ist in den Gerichten noch jetzt eine "Züchtigung" von dem Stockmeister in dem Stocke oder Gefängnisse. Auch die Züchtigung ungezogener Knaben in den Schulen auf den Hintern führet daselbst den Nahmen des "Schillings".

Da Plätzer von platzen in ähnlichem Verstande vorkommt, so könnte man auch "Schilling" in dieser Bedeutung von "schallen" ableiten, wenn es nicht wahrscheinlicher wäre, daß es auch hier von der vorigen Bedeutung entlehnet worden, und ursprünglich "eine bestimmte Zahl Streiche, etwa 12 oder 30", bedeutet habe. S. Pfund.
...


Bei "Nabil Osaman" findet man unter "Schilling" weiterhin die Anmerkung:


Nachdem der "Schilling" zu einem allzu offensichtlichen "Euphemismus" für "eine Tracht Prügel" geworden war, musste ein neuer Ausdruck her. Im 16. Jahrhundert bildete sich schließlich ein "Euphemismus" für den "Euphemismus" heraus. "Produkt", das die "12 Stockhiebe" mit der Vorstellung "3*4" (oder "3*10") umschrieb.


während Adelung den "Product" folgendermaßen erklärt:


... in den Schulen, eine feyerliche Züchtigung ungezogener Schüler vor dem Hintern. Einem Kinde einen "Product" geben. Vermuthlich von dem mittlern Lat. "producere", "productus", "mit Gewalt hervor führen", weil dieses gemeiniglich mit einem "Schul-Producte" verbunden ist, da es denn eigentlich die zur Züchtigung bestimmte Person mag bedeutet haben.


(E3)(L1) http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/text/band3/@Generic__BookTextView/104340;cs=default;ts=default;pt=104340;lang=de#X


(E?)(L?) http://www.ub.uni-bielefeld.de/cgi-bin/button.cgi?pfad=/diglib/adelung/grammati/3/jpeg/&seite=00000733.jpg&werk=


(E?)(L?) http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/text/band3/@Generic__BookView;cs=default;ts=default;lang=de?q=product&DwebQueryForm=%24q+inside+%3CORTH%3E


Erstellt: 2019-12

Sozialverträglicher Stellenabbau (W3)

(E?)(L?) http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=114

1995: "Sozialverträglicher Stellenabbau" / "Sozialverträglicher Arbeitsplatzabbau": Schönfärberische Umschreibung für "Entlassungen".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Sozialverträglicher Stellenabbau
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Sozialverträglicher Stellenabbau" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

sterben (W3)

Das Wort dt. "sterben", geht über mhdt. "sterben", ahdt. "sterban" (830), as. "stervan", westgerm. "*sterban" = dt. "steif werden", "sterben", zurück auf die Wurzel ide. "*sterbh-" = dt. "starr", "steif", "straff", "stolpern", "fallen", "stolzieren", "Stengel", und gehört zur Wurzel ide. "*ster-" = "starr", "steif", "Stengel", "starren", "stolpern", "fallen", "stolzieren".

Das durch vielerlei Euphemismen umschriebene Wort dt. "sterben", das bereits seit dem 9. Jh. bezeugt ist, ist selbst schon ein "Euphemismus". Die ursprüngliche Bedeutung war dt. "starr werden" und ist wohl schon früh in Vergessenheit geraten. Diese Vermutung liegt nahe, da das Wort "sterben" schon seit vielen Jahrhunderten durch Ausweichbegriffe, also "neue" "Euphorismen" ersetzt wurde.



Begriffe zum Sterben:



Filmtitel:



Bei Adelung ist zu lesen:


"Sterben", ein Zeitwort, welches in einer doppelten Gestalt üblich ist.

I. * Als ein Activum, mit regulären Conjugation: ich sterbe, du sterbst, er sterbt; Imperf. ich sterbte; Mittelw. gesterbt; sterben machen, d. i. tödten, umbringen, und figürlich vernichten. In dieser ganzen thätigen Form ist es im Hochdeutschen unbekannt, im Oberdeutschen aber, wenigstens in einigen Provinzen, sehr gangbar. Kann Frösche, Fliegen, Schwalben, Würmer, Schnecken, Die Kaltes sterbte, Warmes wieder wecken, Logau. Sein Weg hat alles Fleisch in der ersten Welt verderbt, Drum hat durch den Sündenfluß Gott gar recht das Fleisch gesterbt, eben ders. Getheiltes Bett ist Haß, der nimmer wird gesterbt, Opitz. So bleibt doch ein guter Ruhm, Den der Tod uns nicht kann sterben, eben ders.

Bey dem Notker "irstarben", im Engl. "to starve". Auf ähnliche Art war auch unser heutiges tödten ehedem als ein Neutrum für sterben üblich, bey dem Ulphilas "gedauthnan", bey dem Ottfried "douen", im Angels. "dydan", im Schwed. "dö", im Engl. "to die", welche alle sterben bedeuten.

II. Als ein Neutrum mit irregulärer Conjugation; ich sterbe, du stirbst, er stirbt; Imperf. ich starb, vulg. sturb; Conj. stürbe; Mittelw. gestorben; Imperat. stirb. Es erfordert das Hülfswort seyn, und bedeutet, "aufhören zu seyn".

1. Eigentlich, von organischen Körpern, aufhören zu leben, wo es als ein allgemeiner Ausdruck von allen Arten des Todes gebraucht wird; besonders von Menschen. Alle Menschen müssen sterben. Unser Freund ist schon gestorben; eben jetzt stirbt er. Auf dem Bette, auf dem Schlachtfelde sterben. Er ist sehr jung, in der Jugend, sehr alt, im hohen Alter gestorben. Die Krankheit, welche den Tod verursacht, bekommt das Vorwort an. An einer Krankheit, an dem Fieber, an der Pest, an den Blattern, an seinen Wunden sterben. Andere Ursachen des Todes erfordern das Vorwort vor. Vor Alter, vor Gram, vor Sorgen, vor Hunger, vor Durst sterben. Nur das Hauptwort Hunger kann mit Auslassung des Vorwortes auch im Genitivo stehen. Hungers sterben, d. i. vor Hunger; schon im Schwabensp. Hungarz sterben. Welche Endung auch das Wort Tod bekommt, wenn es die Todesart, die Art und Weise, wie man stirbt, bedeutet. Eines natürlichen, gewaltsamen, schmäligen, schrecklichen Todes sterben. Sie sind einerley Todes gestorben. Meine Seele sterbe des Todes dieses Gerechten. Wofür man in der höhern Schreibart auch wohl die vierte Endung gebraucht. Bis er mit wenig Edlen den Lohn der Helden fand, Den besten Tod zu sterben, den Tod fürs Vaterland, Dusch. Aber des Todes sterben, für sterben überhaupt, oder gewiß, schlechterdings sterben, wie mehrmahls in der Deutschen Bibel gefunden wird, ist ein Hebraismus, der wider die Analogie der Deutschen Sprache ist. Über etwas sterben, in der Beschäftigung damit. Auf etwas sterben, die Wahrheit einer Sache bis an seinen Tod behaupten und durch seinen Tod bestätigen.

2. Figürlich, aufhören zu seyn, besonders in der höhern Schreibart. Sein Ruhm wird nicht sterben. Welchem Baume entsinkt dann das sterbende Laub auf mein ruhiges Grab? Geßn. Wie schmückt sich das sterbende Jahr? eben ders. Mit ihm starben meine Freuden. Die Jugend flieht und ihre Freuden sterben, Gieseke. So auch das Sterben, welches doch nur überhaupt von dem Aufhören zu leben gebraucht wird. An das Sterben denken. Wenn es zum Sterben kommt. Von dem Tode einzelner Personen ist Absterben üblich. Nach meinem Absterben, nicht Sterben. Im gemeinen Leben wird das Sterben auch häufig von einer ansteckenden Krankheit gebraucht, an welcher viele sterben. Es kam ein Sterben unter das Volk, unter das Vieh. Das Viehsterben. Im Oberdeutschen die Sterbe, der Sterbend, Sterbat.

Anm. Im Tatian "sterban", im Nieders. "starven". Es scheinet, so fern das Neutrum der Form nach am ältesten ist, zu "darben", "dorren" zu gehören, und ein allmähliges Abnehmen und Verschwinden zu bezeichnen. Ist das Activum aber älter, so kann es mit "derben" in "verderben" verwandt seyn, welches im Schwed. nur "derfva" lautet. Im Arab. ist "taraba", er hat abgeschnitten, von welchem Worte von einigen der Nahme der Parce Atropos hergeleitet wird. Im Oberdeutschen sagt man für ich sterbe, ich stirb. Die Jäger gebrauchen von Thieren das Zeitwort "verenden" anstatt "sterben".


Das Wort "sterben" findet man bei Adelung auch unter folgenden Stichworten, von denen viel als Euphemismus für den Euphemismus "sterben" herhalten müssen (wobei viele Ausdrücke mittlerweile veraltet sind):





(E?)(L?) https://www.aphorismen.de/suche?text=Sterben&f_thema=Sterben

258 Zitate und 35 Gedichte über "Sterben" mit dem Textinhalt "Sterben".


(E?)(L?) https://conjd.cactus2000.de/showverb.php?verb=sterben

Deutsche Konjugationstabellen: "sterben" [ist], an / vor + D


(E?)(L?) http://www.canoonet.eu/services/Controller?input=sterben&service=canooNet

...
Synonyme: verrecken (stilistische Variante), abkratzen (stilistische Variante), abnibbeln (stilistische Variante), abnippeln, draufgehen (stilistische Variante), krepieren (stilistische Variante), entschlafen (stilistische Variante)
...
Unterbegriffe: versterben, verenden, umkommen, ersticken, verbluten, verdursten, verhungern, eingehen, absterben, erliegen, heimgehen, fallen, zerfallen
...
Synonym: Abgang (stilistische Variante)

Oberbegriff: Tod

Unterbegriffe: Aussterben, Massensterben, Waldsterben, Fischsterben
...


(E?)(L?) https://www.handlungsreisen.de/suche.php

Ihre suche nach: "sterben": 33 Treffer:


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/der/DERS.pdf

"sterben", V., "sterben", mhd. "sterben", V., "sterben", ahd. "sterban" (830), V., "sterben", as. "stervan", V., "sterben", westgerm. "*sterban", V., "steif werden", "sterben", idg. "*sterbh-", Adj., V., Sb., "starr", "steif", "straff", "stolpern", "fallen", "stolzieren", "Stengel", zu idg. "*ster-" (1), Adj., Sb., V., "starr", "steif", "Stengel", "starren", "stolpern", "fallen", "stolzieren"


(E?)(L?) https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Sterben

"Sterben" (mhd. "sterbe" = "das Sterben", "der Tod", "eine Seuche", "die Pest"; mhd. "sterben" [Verb] häufig mit dem Gen. causae: "des spers", "des vrostes", "des hungers"). Das Sterben war – anders als heute – im MA. nicht tabuisiert, der Sterbende wurde nicht gemieden. Angehörige und Freunde, Arzt und Kleriker, Nachbarn und Standesgenossen kamen am Sterbelager zusammen, trösteten mit Worten, beteten gemeinsam und sangen Bußlieder.
...


(E?)(L?) https://www.owid.de/nav/gehezu/Sterben?module=elex

sterben

Sterbchen | Sterbeablass | Sterbealter | Sterbeamt | Sterbeanzeige | Sterbebegleiter | Sterbebegleiterin | Sterbebegleitung | Sterbebett | Sterbebuch | Sterbedatum | Sterbefall | Sterbefreudigkeit | Sterbegebet | Sterbegeläut | Sterbegeld | Sterbegeldversicherung | Sterbeglöckchen | Sterbeglocke | Sterbehaus | Sterbehelfer | Sterbehelferin | Sterbehemd | Sterbehilfe | Sterbehilfediskussion | Sterbehilfegesetz | Sterbejahr | Sterbekasse | Sterbekleid | Sterbeklinik | Sterbekreuz | Sterbelager | Sterbeliste | | Sterbensangst | sterbenselend | sterbenskrank | sterbenslangweilig | sterbensmatt | sterbensmüde | Sterbenssilbe | sterbensübel | Sterbenswort | Sterbenswörtchen | Sterbeort | Sterbephase | Sterbeprozess | Sterbequote | Sterberate | Sterberede | Sterberegister | Sterberisiko | Sterbesakrament | Sterbesakramente | Sterbestatistik | Sterbestunde | Sterbeszene | Sterbetafel | Sterbetag | Sterbeüberschuss | Sterbeurkunde | Sterbevorgang | Sterbewahrscheinlichkeit | Sterbewäsche | sterbewillig | Sterbewunsch | Sterbezahl | Sterbeziffer | Sterbezimmer | Sterbfritz | sterblich | Sterblichkeit | Sterblichkeitsrate | Sterblichkeitsziffer


(E?)(L?) http://sterbekultur.uni-graz.at/ps/ikonic_marko.pdf

Etymologisch-morphologische Aspekte des Wortfeldes "sterben".
Projektstudie am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz
Vorgelegt von: Marko Ikonic
SE „Das Wortfeld "sterben" diachron“, SS 2004
LV-Leiter: Ao.Univ.-Prof. Dr. Wernfried Hofmeister

...
"sterben"

Hier wäre anzumerken, dass bereits das so gefürchtete Lexem "sterben" (seit dem 9. Jh. bezeugt) eigentlich ein "Euphemismus" ist. Die ursprüngliche Bedeutung "starr werden" muss schon recht früh in Vergessenheit geraten sein. Wie sonst ließen sich die über viele Jahrhunderte hinweg unermüdlichen Bestrebungen erklären, das "verbotene" Wort mittels zahlloser Ausweichbegriffe zu umschiffen?

Ältere deutsche Formen sind ahd. "sterban", mhd. "sterben" und altsächsisch "stervan". Die rekonstruierte westgermanische Wurzel lautet "*sterb-a-". Als weitere Bezüge sind die zu alt-französisch "sterva", altenglisch "steorfan" und altnordisch "Stjarfi" zu nennen, wobei letzteres Wort mit der Bedeutung "Starrkrampf" noch besonders deutlich auf das semantische Grundkonzept des "Erstarrens" verweist. Ebenso besteht eine Verbindung mit lat. "torpêre" = "steif sein".

Gegenwartssprachlich ist die Ursprungsbedeutung in russisch "stérbnut" = "hart werden", "erstarren", "absterben" konserviert, während das englische "starve" durch Bedeutungsverengung heute den Tod durch Verhungern bezeichnet.
...


(E3)(L1) http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/

| abersterben | absterben | abversterben | anbesterben | anersterben | ansterben | anversterben | aufbesterben | aufersterben | aufsterben | ausersterben | ausersterben | aussterben | besterben | entsterben | erstabsterbenfall | erstabsterbensfall | ersterben | erststerbende | gesterben | heimersterben | heimsterben | hersterben | landsterben | letztsterbende | lossterben |


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl

| Absterben der Bäume und Fische | LandSterben | Schafsterben | Sterbe | Sterbebett | Sterbecasse | Sterbedrüse | Sterbefall | Sterbegeber | Sterbegeläute | Sterbegeld | Sterbegesang | SterbeGesellschaft | Sterbegras | Sterbehabit | Sterbehandlohn | Sterbehaube | Sterbehaupt | Sterbehaus | Sterbehemd | Sterbeherr | Sterbehuhn | Sterbejahr | Sterbekapital | Sterbekasse | Sterbekittel | Sterbekleid | Sterbelehen | Sterbelied | Sterbeliste | Sterben | Sterbenskrank | Sterbeschilling | Sterbesocietät | Sterbesohle | Sterbethaler | SterbethalerGesellschaft | Sterbevogel | Sterblich | Sterblichkeit | SterblichkeitsOrdnung | Sterbling | Sterblingswolle | Thiersterben | Versterben | Viehsterben |


(E?)(L?) https://www.vocabulix.com/conjugation/sterben.html

Verb conjugation of "sterben" in German


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/DWB/

| ABSTERBEN | ABSTERBEN, n. | ABSTERBLICH | ABSTERBUNG | ANERSTERBEN | ANSTERBEN | AUFERSTERBEN | AUFSTERBEN | AUSSTERBEN | BESTERBEN | DURCHSTERBEN | ENTSTERBEN | ERSTERBEN | FORTSTERBEN | GEISELSTERBEN | GESTERBEN, v. | gliedabsterben, n. | HINSTERBEN | HINSTERBEN, v. | HUNGERSTERBEN, n. | kindersterben | landsterben, m. | landsterben | menschensterben, n. | mitsterben, verb. | nachsterben, verb. | nachsterben, n. | niedersterben, verb. | plagsterben, n. | sausterben, n. | sterb | sterbe | sterbadvent | sterbe- | sterb- | sterbeabend, m. | sterbeablasz, m. | sterbeablaszkreuz, n. | sterbeabschied, m. | sterbeadvent, m. | sterbeakt, m. | sterbealtar, m. | sterbealter, n. | sterbeandenken, n. | sterbeangst, f. | sterbeanzeige, f. | sterbeauftritt, m. | sterbeaugenblick, m. | sterbebahn, f. | sterbebegier, f. | sterbebegierde, f. | sterbebeitrag, m. | sterbebeitragsgesellschaft, f. | sterbebereit, adj. | sterbebereitschaft, f. | sterbebeter, m. | sterbebett(e), n. | sterbebettlein, n. | sterbebibel, f. | sterbebild, n. | sterbebildlein | sterbebinde, f. | sterbebitte, f. | sterbeblasz | sterbebläszlich, adj. | sterbeblatter, f. | sterbeblattern | sterbeblau, adj. | sterbebleich, adj. | sterbeblick, m. | sterbeblume, f. | sterbebote, m. | sterbebrief, m. | sterbebrieflein, n. | sterbebruderschaft, f. | sterbebücher | sterbebühne, f. | sterbebut, n. | sterbechoral, m. | sterbechoral, m. | sterbecouplet, n. | sterbedecke, f. | sterbedekade, f. | sterbedienst, m. | sterbedrüse, f. | sterbeduft, m. | sterbeetat, m. | sterbeexempel, n. | sterbefahl, adj. | sterbefall, m. | sterbfall, m. | sterbefarbe, f. | sterbefaul, adj. | sterbefeier, f. | sterbefeiern | sterbefell, n. | sterbefertig, adj. | sterbefleck, m. | sterbeflecke | sterbefrei, adj. | sterbegang, m. | sterbegebet, n. | sterbegebetlein, n. | sterbegebrauch, m. | sterbegebühr, f. | sterbegedanke, m. | sterbegedicht, n. | sterbegefährte, m. | sterbegehalt, m. | sterbegeheul(e), n. | sterbegejammer, n. | sterbegelag(e), n. | sterbegeläute, n. | sterbegeld, n. | sterbegemach, n. | sterbegerät(e), n. | sterbegerätlein, n. | sterbegeröchel, n. | sterbegerüst, n. | sterbegesang, m. | sterbegesänglein, n. | sterbegeschichte, f. | sterbegeschrei, n. | sterbegeselle, m. | sterbegesellschaft, f. | sterbegeseufze, n. | sterbegesinnung, f. | sterbegespinst, n. | sterbegestalt, f. | sterbegestöhn(e), n. | sterbegetön(e), n. | sterbegewand, n. | sterbegewimmer, n. | sterbegewinsel, n. | sterbegewölbe, n. | sterbegift, n. | sterbeglanz, m. | sterbeglaube, m. | sterbeglocke, f. | sterbeglockenlaut | sterbeglockenstimme | sterbeglut, f. | sterbegras, n. | sterbegrube, f. | sterbegruft, f. | sterbegrusz, m. | sterbegulden, m. | sterbegut, n. | sterbehabit, n. | sterbehandlohn, m. | sterbehandlohngeld, n. | sterbehaube, f. | sterbehauch, m. | sterbehaupt, n. | sterbehaus, n. | sterbeheisz, adj. u. adv. | sterbehelfer, m. | sterbehemd(e), n. | sterbehemdchen, n. | sterbeherr, m. | sterbehilfe, f. | sterbehöhle, f. | sterbehuhn, n. | sterbehütte, f. | sterbehutswacht, f. | sterbehymne, f. | sterbejahr, n. | sterbejammer, m. | sterbekamerade, m. | sterbekammer, f. | sterbekämmerlein, n. | sterbekapitel, n. | sterbekasse, f. | sterbekassengesellschaft, f. | sterbekassenverband, m. | sterbekassenwesen, n. | sterbekauz, m. | sterbekerze, f. | sterbekissen, n. | sterbekittel, m. | sterbeklage, f. | sterbeklagelaut, m. | sterbeklagen, n. | sterbeklang, m. | sterbekleid, n. | sterbekrampf, m. | sterbekrank, adj. | sterbekrankheit, f. | sterbekranz, m. | sterbekreuz, n. | sterbekrone, f. | sterbekunst, f. | sterbekusz, m. | sterbelade, f. | sterbelager, n. | sterbelägerig, adj. | sterbeland, n. | sterbelang, adj. | sterbelauf, m. | sterbläufte | sterbelaut, m. | sterbeläuten, n. | sterbelehen, n. | sterbelehenware, f. | sterbeleid, n. | sterbeleiden, n. | sterbeletzt, adj. | sterbelicht, n. | sterbelichtchen, n. | sterbelichtlein, n. | sterbelied, n. | sterbeliedchen, n. | sterbeliedlein, n. | sterbelinnen, n. | sterbeliste, f. | sterbelitanei, f. | sterbeluft, f. | sterbelust, f. | sterbelustig, adj. | sterbemahl, n. | sterbemann, m. | sterbematrikel, f. | sterbematrik, f. | sterbemelodie, f. | sterbemesse, f. | sterbeminute, f. | sterbemonat, m. | sterbemüde, adj. | sterbemünze, f. | sterbemusik, f. | sterbemuth, m. | sterben, v. | sterben, v. | sterben, n., nomen actionis | sterbenachbar, m. | sterbenacht, f. | sterbenahe, adj. | sterbenot, f. | sterbens- | sterbensangst, m. | sterbensangst, adj. | sterbensart, f. | sterbensbang(e, adj. | sterbensbedrohung, f. | sterbensbegierde, f. | sterbensbegierig, adj. | sterbensbleich, adj. | sterbensbote, m. | sterbensdrüse, f. | sterbensduft, m. | sterbensdunst, m. | sterbenselend, adj. | sterbensfähig, adj. | sterbensfrei, adj. | sterbensfreiheit, f. | sterbensfreudigkeit, f. | sterbensfurcht, f. | sterbensgebet, n. | sterbensgedanke, m. | sterbensgedicht, n. | sterbensgefahr, f. | sterbensgern, adv. | sterbensgesang, m. | sterbensgeschichte, f. | sterbensgespräch, n. | sterbensglocke, f. | sterbenskrank, adj. | sterbenskrankheit, f. | sterbenskrümmung, f. | sterbenskunst, f. | sterbenslager, n. | sterbenslang, adj. | sterbenslangweilig, adj. | sterbenslauf, m. | sterbensläufe | sterbensläufte | sterbenslaut, m. | sterbenslust, f. | sterbenslustig, adj. | sterbenslustig, adj. | sterbensmatt, adj. und adv. | sterbensmensch, m. | sterbensmüde, adj. und adv. | sterbensmüdigkeit, f. | sterbensnacht, f. | sterbensnot, f. | sterbenspein, f. | sterbensphilosophie, f. | sterbenspost, f. | sterbensqual, f. | sterbensschmerz, m. | sterbensschwach, adj. | sterbensschweisz, m. | sterbensseele, f. | sterbensseuche, f. | sterbenssilbe, f. | sterbensstill(e), adj. | sterbenssucht, f. | sterbenstag, m. | sterbenstraurig, adj. | sterbenstrost, m. | sterbensübel, adj. | sterbensunglücklich, adj. | sterbensurteil, n. | sterbensverliebt, adj. | sterbensversicherung, f. | sterbenswahr, adj. | sterbenswahrscheinlichkeit, f. | sterbensweh, adj. | sterbensweh(e), n. | sterbenswelk, adj. | sterbenswert, adj. | sterbenswort, n. | sterbenswörtchen, n. | sterbenswörtlein, n. | sterbenswund, adj. | sterbenswürdig, adj. | sterbenszeichen, n. | sterbenszeichendeuter, m. | sterbenszeit, f. | sterbensziel, n. | sterbeochse, m. | sterbeort, m. | sterbepfennig, m. | sterbepfenniggesellschaft, f. | sterbepferd, m. | sterbepfühl, m. | sterbephilosophie, f. | sterbeplatz, n. | sterbeplätzchen, n. | sterbepredigt, f. | sterbeprocess, m. | sterbepsalm, m. | sterbequal, f. | sterbequartal, n. | sterber, m., nomen agentis. | sterberecht, n. | sterberede, f. | sterberegister, n. | sterberin, f. | sterberind, n. | sterberöcheln, n. | sterberock, m. | sterberöcklein, n. | sterberot, adj. | sterbesack, m. | sterbesakrament, n. | sterbeschilling, m. | sterbeschmaus, m. | sterbeschrei, m. | sterbeschule, f. | sterbeschwach, adj. und adv. | sterbesegen, m. | sterbeselig, adj. | sterbesessel, m. | sterbeseuche, f. | sterbeseuchte, f. | sterbeseufzer, m. | sterbesole, f. | sterbesteuer, f. | sterbestill(e), adj. und adv. | sterbestille, f. | sterbestroh, n. | sterbestube, f. | sterbestuhl, m. | sterbestunde, f. | sterbestündlein, n. | sterbesucht, f. | sterbesüchtig, adj. | sterbeszene, f. | sterbet, m. | sterbetabelle, f. | sterbetafel, f. | sterbetag, m. | sterbetal, n. | sterbetaler, m. | sterbeton, m. | sterbetrank, m. | sterbetraum, m. | sterbetrost, m. | sterbetruhe, f. | sterbetuch, n. | sterbeüberschusz, m. | sterbeührlein, n. | sterbeunterstützung, f. | sterbeurkunde, f. | sterbeverein, m. | sterbeverlangen, n. | sterbeverliebt, adj. | sterbeverliebtheit, f. | sterbeverordnung, f. | sterbeverzeichnis, n. | sterbevieh, n. | sterbevierteljahr, n. | sterbeviertelstündchen, n. | sterbevogel, m. | sterbewagen, m. | sterbeware, f. | sterbewetter, n. | sterbewille, m. | sterbewillig, adj. | sterbewoche, f. | sterbewolle, f. | sterbewollust, f. | sterbewonne, f. | sterbewort, n. | sterbewörtchen, n. | sterbewunde, f. | sterbewunsch, m. | sterbewürdig, adj. | sterbewut, f. | sterbezahl, f. | sterbezeichen, n. | sterbezeit, f. | sterbezettel, m. | sterbeziffer, f. | sterbezimmer, n. | sterbezug, m. | sterbfall | sterbhaft, adj. und adv. | sterbhaftig, adj. | sterbhaftigkeit, f. | sterbhaube | sterbicht, adj. | sterbjahr | sterblich, adj. und adv. | sterblichkeit, f. | sterblichkeitsberechnung, f. | sterblichkeitsliste, f. | sterblichkeitsmessung, f. | sterblichkeitsordnung, f. | sterblichkeitstabelle, f. | sterblichkeitstafel, f. | sterblichkeitsverhältnis, n. | sterblichkeitszahl, f. | sterblichkeitsziffer, f. | sterbling, m. | sterblingscocon, m. | sterblingsfell, n. | sterblingswolle, f. | sterbochse | sterbs- | sterbsam, adj. | sterbschaft, f. | sterbschule | sterbung, f., nomen actionis. | todsterbenskrank | todtsterben | übersterben, v. | unsterbend, part. adj. | versterben, verb. | viehsterben, n. | viehsterben, n. | vorabsterben | voransterben | voransterben | voraussterben | vorsterben, verb. | vorübersterben | vorübersterben | weibersterben, n. | weitersterben, vb. | zuersterben, v. | zusterben, v.


(E?)(L?) http://woerterbuchnetz.de/GWB/

| absterben | aussterben | *dahinsterben | hinsterben


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=sterben
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "sterben" taucht in der Literatur um das Jahr 1640 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Steuerumgehungsmentalität (W3)

Der Euphemismus "Steuerumgehungsmentalität" deckt von der "Steuerhinterziehung" bis zur "Steuerflucht" leicht 100 Verstöße gegen alle möglichen Paragrafen des Steuerrechts ab.

(E?)(L?) https://www.dw.com/de/beim-steuerberater/a-15166364

...
Sprecher:

Jeder Ausländer, der Deutsch lernt, begegnet in seinen Lehrbüchern irgendwann einmal dem Wort "Donaudampfschifffahrtskapitän". Das Wort hat acht Silben und galt bis vor wenigen Sekunden als das längste in der überaus zusammensetzungsfreudigen deutschen Sprache. Diesen Rekord hat unser Gewährsmann soeben gebrochen mit dem Neunsilber "Steuerumgehungsmentalität". Darüber hinaus bietet die Neuprägung ein klassisches Beispiel von "Euphemismus". Als "Euphemismen" oder Hüllwörter bezeichnet man Sprachschöpfungen, die den eigentlich gemeinten Tatbestand geschickt verkleiden, eben verhüllen. Ein beliebtes Hüllwort ist das Adjektiv "vollschlank" für "dick" und nunmehr kommt auch noch die "Steuerumgehungsmentalität" hinzu.

Sprecherin:

Was deckt dieser Begriff nicht alles ab? Von der Steuerhinterziehung bis zur Steuerflucht lassen sich leicht 100 Verstöße gegen alle möglichen Paragrafen des Steuerrechts dahinter vermuten. In der Schattenzone unseres Hüllworts bewegt sich auch die weit verbreitete Neigung, Reise- und Bewirtungskosten - also die so genannten Spesen - für die Steuererklärung gefällig zu frisieren, will sagen in die Höhe zu treiben. Außer Spesen nichts gewesen reimt eine gängige deutsche Redensart. Unser Steuerberater klärt sie, macht sich seinen eigenen Vers darauf.

Rolf Stratmann:

"Außer Spesen nichts gewesen besagt, dass in vielen Fällen vom Spesenrecht etwas sehr großzügig Gebrauch gemacht wird. Der so genannte "Spesenritter" ist aus meiner Sicht derjenige, der die steuerlichen Möglichkeiten überzieht und vielleicht nur deswegen Kosten macht, weil er meint, sie steuerlich absetzen zu können."
...


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Steuerumgehungsmentalität
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Steuerumgehungsmentalität" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

T

Täsch (W3)

(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/lesen.php?Bereich=ae

"Täsch" in der Wendung "Leck mich en de Täsch": Ausruf des Erstaunens und "Euphemismus" für "Leck mich am Arsch" Abgekürzt in Bonn auch "Lecketäsch".

"Käsch inne Täsch" bar erhaltenes Geld Da hab ich 10 Euro, Käsch inne Täsch, gekricht.

Eine ganz andere Verwendung von "Täsch" findet man in Mönchengladbach: Dem seine Schwester geht mitm Täschken (eine Prostituierte sein).

"in de Täsch haben" "etwas sicher haben", vereinnahmt haben, so daß es nicht wieder weggenommen werden kann. Meinen neuen Vertraach hab ich seit jestern in de Täsch, du kanns mich jetz Haupabteilungsleiter nennen. Auch: sich eines Ereignisses sicher sein, überlegen fühlen. Ach dat Spiel geegen Düsseldorf, dat hammer doch schon in de Täsch.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Täsch
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Täsch" taucht in der Literatur um das Jahr 1840 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

Toilette (W3)

Wörtlich bedeutet "Toilette" = dt. "Tüchlein" (frz. "toile" = dt. "Tuch"). Mit diesem "Tüchlein" wurde der Gang zum "Abtritt" verdeckt. Die Folge von Euphorismen beginnt beim "Abtritt", der mit "Abort" (dem "abseits liegenden Örtchen", "abgelegener Ort") euphoristisch umschrieben wieder. Nachdem auch der "Abort" nicht mehr gesellschaftsfähig war, übernahm man gerne die frz. "toilette". Frz. "toilette" ist selbst ein Euphorismus.

Zunächst diente ein "Tuch" dazu, die Gegenstände, die man für die Haarpflege und Körperpflege benötigte, auszulegen. Danach wurde das "Tüchlein" zur Bezeichnung für "Körperpflege", "Ankleiden", "Frisieren" und "Sichzurechtmachen" (was sich auch als "Toilette machen" erhalten hat). Danach bezeichnete "Toilette" das Möbelstück, an dem man "Toilette machte". Schließlich wurde es zur Bezeichnung für "elegante, festliche Kleidung".

Das Örtchen, an dem man die Vorbereitung für eine "gute Toilette" benutzte, nannte man frz. "cabinet de toilette", also etwa "kleiner Raum für die Köperpflege", "Waschraum". In diesem Sinne wurde es auch im Deutschen verwendet. Ab Anfang des zwanzigsten Jahrhundert wurde dt. "Toilette" dann jedoch auch verhüllend für "Klosett", "Abort" verwendet. Und so wurde das "Tüchlein" zum "WC".

Auch das "Klosett" war ein Euphorismus und stammt vom engl. "closet" = dt. "abgeschlossener Raum". Als "water closet" wurde er zum "WC", dem man seinen Ursprung nicht mehr direkt ansieht.

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Toilette
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Toilette" taucht in der Literatur um das Jahr 1720 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2019-12

U

V

W

X

Y

Z