Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, (griech.) etymología, (lat.) etymologia, (esper.) etimologio
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Archaismus, Arcaísmo, Archaïsme, Arcaismo, Archaism, (esper.) arhaismoj, arkaismoj

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kunst-worte.de
Archaismen – unser altmodischer Wortschatz

(E?)(L?) https://www.kunst-worte.de/archaismen/

So wie Wörter neu geboren, sich verbreiten und irgendwann allgemein bekannt sind, so verschwinden alte Wörter auch wieder aus unserem Sprachgebrauch. Diese schon fast vergessenen Wörter sind die "Archaismen" – Begriffe, die von jüngeren Generationen kaum noch verwendet werden. Weil sie altmodisch sind, heutzutage kaum mehr Sinn ergeben oder weil sie inzwischen durch andere Wörter ersetzt wurden.

Mach mit! – und rette Wörter vor dem Aussterben

Da auch Wörter einem Lebenszyklus unterliegen, ist es völlig normal, dass sie irgendwann auch wieder verschwinden. Oft werden sie durch andere, modernere Wörter verdrängt und geraten so in Vergessenheit. Vom „Barbier” spricht zum Beispiel heute kaum noch jemand, wenn man zum „Frisör” geht. Dabei gibt es meist keinen plausiblen Grund, warum man ein veraltetes Wort einfach so aussterben lassen sollte. Es gilt – mach mit und rette Archaismen vor dem Aussterben.


Erstellt: 2020-10

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unbedarft (W3)

Ein kleines, unauffälliges Wort ist dt. "unbedarft". Aber was genau bedeutet es, und wo kommt es her. Dt. "unbedarft" = dt. "unerfahren", "harmlos", "ungeschickt", "naiv", "dumm", war lange Zeit nur umgangssprachlich in Gebrauch, bis es um 1900 (Anfang des 20. Jh.) langsam in den schriftsprachlichen Wortschatz übernommen wurde. Das Adjektiv "unbedarft" wurde von mndt. "unbederve", "unbedarve" = dt. "untüchtig" übernommen, das sich aus der Verneinungs-Vorsilbe dt. "un-" und mndt. "bederve" = dt. "bieder", "tüchtig" zusammensetzt. Die Verwandtschaft zu dt. "bieder" bietet sich also direkt an. Eine direkte Verwandtschaft liegt auch zu mndt. "bedarven", und damit zu dt. "bedürfen" vor. Demnach ist also du ursprüngliche Bedeutung von "unbedarft" als dt. "unbedürftig" (wohl im Sinne von "einfaches Gemüt", "anspruchslos") zu interpretieren.

Das Verb dt. "bedürfen", mhdt. "bedurfen", ahdt. "bidurfan" = dt. "nötig haben" hat seine Grundbedeutung dt. "dürfen" mindestens seit dem 15. Jh. unverändert beibehalten. Verwandte davon sind dt. "Bedürfnis" = dt. "Verlangen", "Wunsch", "Benötigtes" (15. Jh. "bedurfnusse" = dt. "Mangel", "Dürftigkeit"), dt. "Notdurft" (= dt. "Not"), dt. "bedürftig" = dt. "materielle Hilfe benötigend", "arm" (spätmhdt. "bedurftic" zu einem Substantiv "bedurft" (= "Bedürfnis", 16. Jh.), dt. "Bedarf" = "Benötigtes", "Gewünschtes", "Nachfrage" (17. Jh., zu mndt. "bedarf", "bederf" = dt. "Notdurft", "Mangel", zu "bedürfen").

Dt. "bieder" findet man als mhdt. "bider", "biderbe", ahdt. "bitherbi", einer Bildung mit dem Präfix "be-" und älteren Formen von dt. "dürfen".

Die ursprüngliche Bedeutung von dt. "bieder" war jedoch zunächst dt. "dem Bedürfnis entsprechend", wurde dann zu dt. "brauchbar", "nützlich", und auf Personen bezogen dt. "tüchtig", "brav", "wacker". Das Wort "bieder" wurde erst im 17./18. Jh. in die Hochsprache übernommen. Heute wird es meist nur noch im Sinne von "auf beschränkte Weise rechtschaffen", "einfältig" gebraucht.

Als Verwandte findet man dt. "sich anbiedern" = dt. "plump um Vertrauen werben" (19. Jh.). Dt. "Biedermann" findet man als mhdt. "biderb man", "biderman" in der Bedeutung dt. "unbescholtener Mann", "Ehrenmann". Aber auch er machte eine negative Entwicklung durch und wird seit dem 19. Jh. fast nur abwertend oder ironisch gebraucht.

Eine besondere Geschichte hat die Bezeichnung dt. "Biedermeier". Diese Bezeichnung für einen Kunststil in der Zeit von 1815 bis 1848 geht zurück auf den Schulmeister "Gottlieb Biedermaier", einer Figur aus Ludwig Eichrodts [und seines Freundes Adolf Kußmaul] Gedichten in den "Münchener Fliegende Blätter" [1855-1857]. Dieser wurde als treuherziger, philiströser und beschränkter Mensch dargestellt. Die beiden Dichter hatten den Namen des Herrn "Gottlieb Biedermaier" in Anlehnung an den Familiennamen "Biedermann" gebildet.

(E?)(L?) http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/?preload=http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/db/756e/756e62656461726674/t756e6265646172667400.html?src=elex

Analysewort: "unbedarft"


(E?)(L?) https://www.kunst-worte.de/archaismen/archaismus-2668-unbedarft/

Adjektiv "unbedarft" = "ahnungslos", "arglos", "blauäugig", "leichtgläubig", "einfältig"


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/291088

unbedarft


(E?)(L?) https://www.verbformen.de/?w=unbedarft

Deklination und Steigerung des Adjektivs "unbedarft"


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB#1

"UNBEDARFT", adj., aus dem nd. ("unbedarft" = "untüchtig", "ungeschickt" Dähnert 504b) gelegentlich in die schriftsprache (Siebs bühnenausspr. 186c) gedrungen: schickt mir der verdammte kerl aus Friedensee ein unbedarftes lüttes dierning von so acht, neun jahr in zerrissenen schuhen Diers Köppen 34.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=unbedarft
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "unbedarft" taucht in der Literatur um das Jahr 1900 / 1950 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2021-12

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Bücher zur Kategorie:

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Golluch, Norbert - WdK
Worte der Kindheit
Von 1950 bis 2000

(E?)(L?) https://www.buecher.de/shop/kindheit/worte-der-kindheit/golluch-norbert/products_products/detail/prod_id/52543192/


(E?)(L?) https://www.terrashop.de/Buch/Worte-der-Kindheit-Norbert-Golluch-ISBN-3742306677/dart/74230667/

Riva Verlag, 2018, 176 Seiten, Format: 12x18,5x1,5 cm, ISBN-10: 3742306677, ISBN-13: 9783742306678

15 000 verkaufte Exemplare des Spiegel-Bestsellers Das Buch der fast vergessenen Wörter

Oft braucht es nur ein Wort und wir fühlen uns wieder in unsere Kindheit versetzt. Für den einen ist es der "Vokuhila", der unangenehme Erinnerungen daran weckt, dass diese peinliche Trendfrisur nicht an ihm vorbeigegangen ist, für den anderen der Satz "Ich kauf mir 'ne Wundertüte", der an unsere kindliche Freude über die bunten Überraschungen in Form von Bonbons, Spielzeug oder Schmuck denken lässt.

Worte der Kindheit enthält eine Sammlung von typischen Ausdrücken der Jahre 1950 bis 2000, von denen sich manche zu Klassikern entwickelt haben, während andere in Vergessenheit geraten sind. In unterhaltsamen Texten nimmt Norbert Golluch uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit.


Erstellt: 2021-02

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Spreng, Johann Jacob
Fink, Nicolas
Vorwort von Gabriel Schaffter
Unerhöhte Auswahl vergessener Wortschönheiten

(E?)(L?) https://www.froelichundkaufmann.de/index.php?cl=details&anid=1263021

Unerhöhte Auswahl vergessener Wortschönheiten aus Johann Jakob Sprengs gigantischem, im Archiv gefundenen, seit 250 Jahren unveröffentlichten Deutschen Wörterbuch.

Berlin 2021, 14 x 21,5 cm, 368 S., geb.

Es ist eine philologische und verlegerische Sensation: Das "Glossarium Teutonicum" des Johann Jacob Spreng (1699-1768) wäre das größte deutsche Wörterbuch seiner Zeit gewesen, wurde aber nie veröffentlicht. Jetzt, gut 250 Jahre später, wird endlich eine Auswahl aus dieser Schatzkammer des deutschen Sprachguts einer breiteren Sprachöffentlichkeit zugänglich gemacht. Die damals größte Sammlung deutscher Wörter war fast druckfertig. Wahrscheinlich hätte sie, wäre sie je gedruckt worden, die deutsche Sprache verändert - denn im »Spreng« findet sich eine Unzahl höchstungewöhnlicher und heute nicht gebräuchlicher Wörter, die zum Teil selbst im Grimm’schen Wörterbuch nicht zu finden sind - die aber oft sehr einleuchtend, sinnfällig und nicht selten von irisierender Schönheit sind. Nicolas Fink ist in die Tiefen der Basler Archive getaucht und hat aus zigtausenden Einträgen die sinnfälligsten, schönsten und neubelebenswertesten Wörter (nebst Spreng’schen Erläuterungen) herausgesucht, transkribiert und zusammengestellt.

Die Erstveröffentlichung stellt zwar nur die Essenz des nie veröffentlichten Vielbänders vor, ist aber auch so eine erhebliche Bereicherung, vielleicht gar eine Frischzellekur für die deutsche Sprache.


(E?)(L?) https://www.buechergilde.de/detailansicht-neue-navigation-2014/items/vergessene-wortschoenheiten_700223.html

Entdecken Sie ein Fülle neuer Lieblingswörter: "Eulenlicht", "Abfäumling", "Drehgolk", "flubbern", "Löselnächte", "Mondschaum", "Ohruwel", "Trauerbaum", "Verfinsterungszoll" … Das Allgemeine deutsche Glossarium des Johann Jacob Spreng (1699–1768) wäre das größte deutsche Wörterbuch seiner Zeit gewesen, wurde aber nie veröffentlicht. Jetzt wird es endlich zugänglich gemacht. Im „Spreng“ findet sich eine Unzahl höchst ungewöhnlicher und heute nicht gebräuchlicher Wörter, die aber oft sehr einleuchtend, sinnfällig und nicht selten von irisierender Schönheit sind. Nicolas Fink ist in die Tiefen der Basler Archive getaucht und hat aus zigtausenden Einträgen die schönsten zusammengestellt.


Erstellt: 2021-02

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