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Bezugnehmend auf die letzte Frage, möchte ich einmal alle Empfänger des Newsletters bitten, mir weitere Begriffe für mitzuteilen. Ich habe auf der Seite "EU Essen" eine kleine Tabelle angelegt. Falls ich Rückmeldungen erhalte, werde ich diese entsprechend ergänzen. Geben Sie bitte an, wo der von Ihnen genannte Begriff benutzt wird. Je genauer Sie die Region eingrenzen umso besser.
Und wenn Sie dazu auch eine kleine Wortgeschichte kennen - umso besser.

Wichtig: Bitte nicht den "Return-Button" benutzen, dann gehen die E-Mails zurück an den Newsletter-Server, der nichts damit anfangen kann. Benutzen Sie bitte die E-Mailadresse:
mailto:conrad-horst@etymologie.info


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
2004-01-25 - 2005-01-01



Das Wort des Monats Januar ist "Kapital/Geld aus einer Sache (heraus)schlagen"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

bei, -ambi-, ambivalent, Ambiente, Amphibienfahrzeug, Amphietheater, Amphore, Beichte, Beifall, Beil, Bein, beissen, Appell, Beispiel, itineraire bis (W1)

Die drei Buchstaben "bei" bieten einen Aufhänger für einen kleinen Wortausflug.

Zunächst wird "bei" auf eine germ. "bi" = "nahe" bzw. ein got. "bi" = "um ... herum" zurückgeführt. Dieses wiederum soll ein Überbleibsel von ide. "*ambhi" = "um ... herum", "auf beiden Seiten" - durch Wegfall von "am" - sein. "ambi" findet man noch in lat. "ambi", wo es z.B. in "ambivalent" = "zweideutig" oder "Ambiente" = "Umgebung" weiter wirkt. In etwas anderer Form findet man es auch im "Amphibienfahrzeug", dem "zweifach nutzbaren Fahrzeug", im "Amphietheater", in dem die Zuschauer nicht frontal zur Bühne sitzen, sondern "auf beiden Seiten", also letzlich "rundherum" sitzen können. Auch interessant ist die "Amphore", das Gefäß, das man an "zwei" Griffen "tragen" konnte. (Sie müsste eigentlich "amphi-phore" heissen, von griech. "amphi" = "auf beiden Seiten" und griech. "phéro" = "trage".)

Es gäbe sicherlich noch weitere "Beispiele" in dieser Richtung. Deutlich wird jedoch, dass "bei" nahe verwandt mit "bi" = "zwei" ist. Dies ist ja auch nicht verwunderlich. Wenn ein "Etwas" bei einem anderen "Etwas" sein soll, muss es sich ja um zwei Dinge handeln. Aber die paar Beispiele zeigen schon, dass "bei" derart vielgestaltig sein kann, dass man sich zwingen muss, "beim" Thema zu bleiben.

Ich gehe also streng alphabetisch vor.

Da findet man zunächst die "Beichte", das im ahd. noch "bigehan" hiess und sich aus "bi" und einem ide. "*jeha" = "sprechen" zusammensetzt, also etwa "bei jemandem sprechen" bedeutet.

Natürlich gibt es dann Wortbildungen wie "beide" oder "beieinander".

Das nächste interessante Wort ist dann wieder "Beifall", das ursprünglich eigentlich bedeutete, dass jemand einen anderen unterstützte. Heute sagt man dafür "beistehen", früher sagte man jemandem "beifallen" (vor allem in juristischer Sicht). Das Gegenteil, "von jemandem abfallen" = "jemanden im Stich lassen" ist zumindest noch bekannt. Im Laufe der letzten 500 Jahre wurde dann der "Beifall" in der heute gebräuchlichen Bedeutung "Zustimmung", "Applaus" daraus.

Im "Beil" tritt uns "bi" bzw. "bei" in seiner martialischen Variante entgegen. Dieses wird zurückgeführt auf alte Formen wie "bihel" oder "biail" und letztlich auf ein ide. "*bheia" = "spalten, teilen", also "entzweischlagen". Das "Beil" ist also ein "Zwei-Teiler".

In ähnlicher Bedeutung, als "schlagen", tritt es auch in "Bein" und "beissen" auf. Beim "Bein" ist man sich zwar nicht ganz einig, aber eine mögliche Wurzel könnte in germ. "beina" = "das vom geschlachteten Tier Abgeschlagene" zu finden sein. Später entwickelte es sich dann zu der heutigen Bezeichnung für die Laufwerkzeuge von Mensch und Tier. Aber denken Sie mal an diesen Zusammenhang, wenn Sie sich über das nächste Hähnchen hermachen und die Kinder auf die "Beilage" verzichten, aber dafür unbedingt ein "Bein" "abhaben" wollen.

Nun findet man auch einen leichten Übergang zu "beissen", das auf ide. "*bheid" = "spalten, trennen" zurückgeführt wird.

Als letztes möchte ich dann noch auf das "Beispiel" hinweisen. Dieses war und ist "das dazu Erzählte". Es hat also, "nebenbei" bemerkt, nichts mit "Spiel" zu tun, sondern mit dem heute noch vorhandenen engl. "spell" = "buchstabieren", das früher aber die Bedeutung "Geschichte, Sage" hatte und im "Appell" = "Aufruf" noch hörbar existent ist. (Das verlorengegangene "s" findet man ja auch im "Hotel" (nicht mehr). Im frz. führt man das weggelassene "s" stattdessen als "^" mit und schreibt "hôtel". Aber auch schon die Römer hatten das "s" unterschlagen und das lat. "appellare" = "anrufen, auffordern" gebildet, so dass die Franzosen bei ihrer Rechtschreibreform im 18.Jh. gar nicht auf die Idee kamen "âppeler" zu schreiben.)

Jetzt bin ich zwar schon wieder etwas vom Weg abgekommen, aber es ist eine gute Überleitung zum frz. "bis". Das deutsche "bis" ist ja eine Abkürzung und entstand aus "bei zu" (mhd. 'bi' = 'bei' und 'ze' = 'zu').

Die "Zugabe" ("Beigabe") heisst frz. "bis". In Italien dagegen kann sich der Künstler mit "concedere un bis" für den "Beifall" bedanken. Das lat. "bis" = "zweimal", "wiederholen" kommt sowohl als Anweisung in Notentexten als auch als Aufforderung eine Zugabe zu geben vor.

Autofahrer, die schon in Frankreich unterwegs waren kennen sicherlich auch das frz. "itineraire bis" die "Ausweichstrecke, Umleitung".

(In der Umleitung taucht übrigens der Teil "um" wieder auf, das unser "bei" im Laufe der Zeit verloren hatte. Dabei ist auch interessant, dass der frz. "itinérant" = "qui change d'endroit" ein "Umherziehender", ein "Umherummer" ist. Setzt man beides zusammen, hat man wieder das ursprüngliche ide. "*ambhi" - jetzt als "Umherumweg".)

Ich hoffe, dass der Text nicht zu viele "itineraire bis" enthält und Sie nicht müde wurden, ihnen zu folgen.

Erstellt: 2004-01

Kultur, Agrarkultur, Acker, Kult, Kulturbanause, Banause (W3)

(E?)(L?) http://www.forumromanum.org/literature/cato_agriculture.html


(E?)(L?) http://www.judithmathes.de/rom/republik/cato_censorius.htm
Die "Kultur" ist ein Beispiel eines Wortes, das seine bodenständige Herkunft verleugnet. Wer denkt bei diesem Wort schon an die Mühen des Menschen, seine Ernährungsgrundlage zu schaffen. Und dennoch bedeutete das lat. "cultura" soviel wie "Landbau". Von der "Pflege" des Landes kam man dann zur "Esskultur" und damit zur "Pflege" von Körper und Geist. Und nachdem die Lebensgrundlage sichergestellt war, entwickelte sich daraus dann die Bezeichnung für den schöngeistigen Überbau der Gesellschaft. So wurde die "Kultur" "kultiviert".

In Begriffen wie "Zellkultur" oder "Bodenkultur" (auch "Kulturboden") ist die ursprüngliche Bedeutung "colere" = "bebauen", "pflegen" noch zu erkennen.
Die Agrarkultur (von lat. "agrarius" = "den Acker betreffend", lat. "ager" = "Acker") ist demnach worthistorisch gesehen ein "weisser Schimmel". Aber bereits der Römer "Marci Porcii Catonis Censoris" gab einem seiner Werke den Titel "De Agri Cultura" ("Von der Landwirtschaft").

Interessant ist, dass der Wortteil "kul" auch im russ. "kulak" = "Großbauer" (im zaristischen Russland) vorkommt.

Denkbar wäre auch, dass der indische "Kuli", der "Lastträger", der auf den Namen eines Volksstammes zurückgeht, eigentlich "Bauernvolk" oder dergleichen bedeutete. (Allerdings habe ich dazu keinen Hinweis gefunden.)

Anerkannt ist dagegen die Herkunft von "kulinarisch" von lat. "culina" = "Küche", die ja auch zur Esskultur gehört.

Auch in der Religion ging es nicht ohne "Pflege". Schliesslich mussten die Götter und die religiösen Bräuche "gepflegt" werden. Die übertriebene "Pflege" bestimmter Rituale wird demnach auch als "Kult" bezeichnet. (Allerdings kommt es immer auf den Standpunkt an, was man als "Kult" und was man als "Religion" bezeichnet.)

Eine geschichtliche Ungerechtigkeit ist meines Erachtens dem "Kulturbanausen" widerfahren. War doch der griech. "bánausos" der "Handwerker", der auch seinen Teil zur Entwicklung und Pflege der menschlichen "Kultur" beigetragen hat. Und dennoch ist er heute ein Synonym für einen Menschen ohne "kulturelle" Ambitionen. Da mangelt es heute etwas an "Erinnerungskultur".

Die Agrarkultur hat also sprachlich gesehen einen gesellschaftlichen Aufstieg erfahren, während der Handwerker einen gesellschaftlichen Abstieg hinnehemen musste.

Erstellt: 2004-01

merriam-webster
Dictionary - Collegiate Dictionary

(E1)(L1) http://www.merriam-webster.com/


(E1)(L1) http://www.merriam-webster.com/cgi-bin/mwwod.pl


Der Merriam Webster bietet ein renommiertes Englisch-Englisches Wörterbuch (Dictionary, amerikanisches Englisch) das kostenlos im Internet erscheint. Es ist sehr umfangreich, auch seltene Begriffe lassen sich finden, auch viele Abkürzungen; ein Synonymwörterbuch (Thesaurus, verwandte und gegensätzliche Bedeutungen) ist ebenfalls über die Hauptseite zugänglich.

Tonbeispielen helfen bei der Aussprache. Und dazu gibt es etymologische Hinweise.

Darüberhinaus bietet Merriam Webster noch eine Anzahl zusätzlicher wortbezogener Angebote.

Merriam Webster erklärt seit 10. Februar 1998 täglich ein Wort per Newsletter. Die Wörter können im Archiv nachgeschlagen werden.

Once a decade, Merriam Webster updates its best-selling dictionary. The 11th edition, available in bookstores (2003) includes 10,000 new words and more than 100,000 new meanings and revisions among its 225,000 definitions.

For the past 7 years, the 10th Collegiate has been available free on the company's Web site.

Merriam Webster is not only an important dictionary with a thesaurus option, it also offers a selection of extremely difficult word games, puzzles and definition dilemmas.

Online - A dictionary based on the Webster 10th Collegiate edition, 1993, with updates added annually. More than 160,000 entries. Each word is accompanied by definition, pronunciation, usage, grammatical function, and a brief etymology. Includes a thesaurus. Misspellings return suggested spellings. The dictionary's search system supports internal wildcards and right hand truncation searching. Includes an extensive pronunciation guide and sound files for the pronunciation of many terms.

Erstellt: 2004-01

merriam-webster
word list - Wort-Liste

(E1)(L1) http://www.merriam-webster.com/cgi-bin/mwwod.pl


(E1)(L1) http://www.merriam-webster.com/cgi-bin/wodcalendar.pl
Merriam Webster erklärt seit 10. Februar 1998 täglich ein Wort per Newsletter. Die Wörter können im Archiv nachgeschlagen werden.

Erstellt: 2004-01

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Duden
Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 10 Bänden (online)

(E?)(L?) http://www.duden.de/


(E?)(L?) http://www.duden.de/deutsche_sprache/zumthema/wort_in_den_duden.html


Dieses Wörterbuch gibt es als Buch- und als CD-ROM-Ausgabe:

Kartoniert, ISBN 3-411-70360-1
Ladenpreis 199,- EUR Dudenverlag Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2002

1 CD-ROM, ISBN 3-411-71001-2
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Mit mehr als 200.000 Stichwörtern und über 300.000 Bedeutungsangaben auf insgesamt 4.800 Seiten ist der "große Duden" das ausführlichste Wörterbuch des neueren Deutsch. Es beschreibt neben der Hochsprache auch die Umgangssprache, Fach- und Sondersprachen, Varianten der deutschen Sprache in Österreich und in der Schweiz. Mitberücksichtigt wird die Literatursprache der deutschen Klassik. Beispiele für die Aktualität sind Wörter wie Assessmentcenter und Boygroup, Doppelpass und Hotline, Telebanking, Volltextrecherche und Zweieurostück.
Als Gesamtwörterbuch konzipiert, gibt das "Große Wörterbuch der deutschen Sprache" Auskunft über sämtliche Aspekte, unter denen der Wortschatz betrachtet werden kann, von der Worttrennung über Aussprache und Grammatik bis hin zur Etymologie. Zahlreiche Anwendungsbeispiele und idiomatische Wendungen zeigen die verzeichneten Stichwörter in ihrem sprachlichen Kontext, Belegzitate dokumentieren den authentischen Sprachgebrauch.

Bei "Duden" findet man es unter "Produkte", "Wörterbücher".

Ab September 2002 als einmalige und limitierte Studienausgabe auf dem Markt und für nur 199 Euro zu haben (Zum Vergleich: die gebundene Standardausgabe kostet 499 Euro)! (04.01.2004)

...
Die zehn Bände umfassen die Sprache des 20. Jahrhunderts, berücksichtigen aber auch die Literatursprache des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch Fach- und Sondersprachen, Mundarten und alle Stilschichten des Deutschen kommen nicht zu kurz. Natürlich sind auch die aktuellen Neuwörter verzeichnet, die für das neue Jahrtausend kennzeichnend sind (von Assessmentcenter bis Zweieurostück).
Das riesige Wörterverzeichnis beruht auf einer genauen Beobachtung unserer Sprache. Systematisch ausgewertet und genutzt wurden mehrere Millionen Belege aus der traditionellen und der elektronischen Sprachkartei der Dudenredaktion sowie umfangreiche elektronische Textsammlungen (Korpora) und Werkzeuge kommerzieller wie wissenschaftlicher Anbieter.


Hier findet man auch den Link zu einem Artikel "Wie kommt ein Wort in den Duden?". Dieser gibt sicherlich auch Hinweise, über die Art und Weise wie sprachliche Veränderungen dokumentiert werden.

Erstellt: 2004-01




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Das Wort des Monats Dezember ist "???"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute den "Proxy-Server" und die Familie um die drei Buchstaben "los" vorgenommen.

Proxy-Server, proxy, Prokurist, pp., ppa, Approximation, procureuse, procureur (W1)

(E1)(L1) http://www.etymonline.com/


(E?)(L1) http://www.kes.info/lexikon/


(E?)(L?) http://www.webopedia.com/TERM/p/proxy_server.html


(E?)(L1) http://www.www-kurs.de/gloss_p.htm
Ein "Proxy-Server" ist ein Zwischenspeicher zwischen einer Client-Anwendung (z.B. einem Web-Browser) und einem realen Server. Beim Abruf von Seiten prüft er, ob er diese bereits zwischengespeichert hat. Dann liefert er die gewünschte Seite, ansonsten leitet er den Aufruf an den originären Server weiter.
Die Seite, die sie hier gerade lesen kann also durchaus von einem Zwischenspeicher geliefert worden sein, statt von dem Server, dessen Adresse Sie in der Adresszeile sehen.

Aber was bedeutet nun dieses "proxy"? Es geht (wie die "Prokura" = "Vollmacht") zurück auf das lat. "procurare" = "verwalten". Der "Prokurist" ist also ein "bevollmächtigter Verwalter". Hier sieht man mal wieder, dass die eigentliche Arbeit immer von Vertretern ausgeführt wird. Der "Verwalter" wird vom Machtinhaber als Stellvertreter eingesetzt, der eben die "Verwaltung" vor Ort übernimmt.
Und genau das macht auch ein Proxy-Server. Er nimmt dem eigentlichen Server ein Teil der Arbeit ab, indem er die zwischengespeicherten Seiten verwaltet und (falls er sie schon hat) stellvertretend ausliefert.

Aus "per procura" = "in Vollmacht" wurde übrigens auch das abgekürzte "pp." oder"ppa.".

Die (mathematische) "Approximation", die "Annäherung", der "Näherungswert" geht wohl auch darauf zurück. Schliesslich ist der "Vertreter" nie genau dem "Original".

Interessant finde ich noch die französische Bezeichnung für eine "Kupplerin" - "procureuse". Dagegen kann frz. "procureur" neben allgemein "Bevollmächtigter" insbesondere auch "Klosterverwalter" bedeuten.

Erstellt: 2004-02

Los, losen, Losung, Lotto, los, lösen, verlieren, Verlies, Verlust, Löschen, Löss, lose(W1)

Das Schicksal der Buchstabenfolge "los" ist etwas verworren. Aber ich möchte wenigstens den Versuch wagen, es etwas zu beleuchten. Damit habe ich sicherlich nicht das grosse "Los" gezogen, aber das soll mich nicht daran hindern, jetzt los zu legen.
Was ist los mit "los"?
"Los" dürfte eines der meist gebrauchten Wörter sein. Es kommt in einem der weltweit am meisten verkauften und gespielten Brettspiele vor, dem "Monopoly". (Allerdings weiss ich nicht, ob die Spieler auch in anderen Ländern zurück zu "Los" gehen müssen.) Auch in vielen Suchmaschinen kommt "Los" vor, um die Suchanfrage abzuschicken. Und dann kommt es in unzähligen Wörtern als Vor- oder Nachsilbe vor.
Als Präfix erscheint es z.B. vor in "losarbeiten", "losbinden" (eigentlich ein Widerspruch), "losdrehen", "Loseblattsammlung", "losfahren", "losgelöst" (doppeltgemoppelt), "losheulen", in vielen Endungen auf "-losigkeit", "loskommen" (eigentlich auch ein Widerspruch), "loslassen", "losmachen", "Losnummer", "Losordal" = "Gottesurteil, "lospoltern", "los", "losquatschen", "losrennen", "Lossagung", "lostrennen", "Losung", "Losverkauf", "loswerden", "losziehen", um nur einige zu nennen.
Nicht zu vergessen auch in "Los Angeles", aber das dürfte eine andere Geschichte sein.
Als Suffix erscheint es z.B. vor in "arbeitslos" (ganz aktuell), "beschäftigungslos", "chancenlos", "d", "endlos", "furchtlos", "gedankenlos", "hoffnungslos", "i", "j", "kinderlos" oder "Kinderlos", "l", "machtlos", "n", "o", "p", "q", "rechtlos", "schamlos", "t", "umstandslos", "v", "wortlos", "x", "y", "z", um nur einige zu nennen.


Dies zeigt schon, dass es notwendig ist, sich auf die Grundbedeutung zu konzentrieren, um nicht ins Uferlose zu geraten. Da gibt es zunächst das grossgeschriebene "Los". Dieses geht auf ein untergegangenes germ. "hliozan" zurück, mit der Bedeutung "wahrsagen", "zaubern". Dazu gehörte auch die Schicksalsbefragung. Dies erkennt man heute noch in dem Ausspruch "ein schweres Los (= "Schicksal") zu tragen haben". Auch in der Rechtssprechung wurde in germanischer Zeit das Schicksal befragt. (Im Mittelalter mussten Beschuldigte sogar noch "die Hand ins Feuer legen", um der Inquisition zu entgehen. Aber wehe die Brandwunde heilte nicht in einer gewissen Zeit, dann hatte man "geloost".) Schliesslich nahm es dann etwas humanere Formen an und man benutzte das "Los" in Glücksspielen.
Das entsprechende Verb "losen" bedeutete also ursprünglich "das Schicksal befragen". Heute bedeutet es "ein Los ziehen" bzw. "den Zufall entscheiden lassen".
Die "Losung" (die man heute kaum noch kennt) ist demnach wohl das zufällig gewählte "Erkennungswort".
Und meines Wissens gibt es das "Los" auch zur Bezeichnung eines Ackers. Ursprünglich war es wohl ein Stück Land, das einem durch "Los" zugefallen ist. (Leider konnte ich hierzu nichts genaues finden, aber ich meine "Los" dient hier auch zur Bezeichnung einer bestimmten Grösse.) Auch grosse "Ausschreibungen" werden oftmals in sogenannte "Lose" aufgeteilt. Anbieter entscheiden sich dann für ein bestimmtes "Los". Ursprünglich wurden die verschiedenen Teilarbeitsaufträge aber wohl verlost. Auch in der Fertigungsproduktion und beim Einkauf der Bundeswehr spricht man von "Losen", um bestimmte Mengeneinheiten zu bezeichnen.
Zur Verwandtschaft von "Los" gehören auch "Lotterie" und "Lotto".

Nachzutragen bleibt noch, dass der "Kluge" auch noch erwähnt, dass es vor langer Zeit zu einer Annäherung mit einem Begriff gekommen sein soll, der "(Opfer)Blut" bedeutet hat. Dies verwundert allerdings nicht allzusehr, wenn man von der ürsprünglichen Bedeutung "Schicksal befragen" ausgeht. Den Göttern wurde geopfert, um sie gnädig zu stimmen.

Aber machen wir uns "los" vom "Los" und wenden wir uns dem Adjektiv "los" zu. Dieses scheint mit dem besprochenen "Los" nichts zu tun zu haben. Es geht auf ein ide. "*leu-" = "(ab)schneiden", "(ab)reissen" zurück. Dies ist noch in "lösen" zu erkennen. Es ist verwandt mit "verlieren" und stand Pate für "Verlies" und "Verlust".
Interessant ist auch, dass es sich im "Löschen" (= "Entladen") einer Schiffsladung erhalten hat.
Zur weiteren Verwandtschaft gehören auch "löschen" einer Kerze (= "Flamme beseitigen"), der "Löss", die "lose" ("locker") Erde, die "Losung" = "Kot des Wildes" = "Ausgeschiedenes", "Abgelöstes".
Bevor wir uns nun losreissen, sei noch das engl. "to lose" = "verlieren" erwähnt, dem man die "Loslösung" direkt ansehen kann.

In manchen Fällen ist es allerdings durchaus fraglich, welche Wurzeln ein Wort hat. Geht die "Lösung" (eines Problems) nun auf die Bedeutung "Zauberspruch" oder auf die Bedeutung "abtrennen" (sich von einem Problem befreien" zurück?

Erstellt: 2004-02

gfds - Gesellschaft für deutsche Sprache eV, Wiesbaden (GfdS)

(E?)(L?) http://www.gfds.de/
Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist ein Verein, der allen Sprachinteressierten offen steht. Auf der Homepage kann man u. a. die seit jeweils 1995 geführten Listen der »Wörter des Jahres« und der "beliebtesten deutschen Vornamen" abrufen.
Die eigentliche Sprachberatung ist kostenpflichtig.

gfds - Gesellschaft für deutsche Sprache - Wörter des Jahres

(E?)(L?) http://www.gfds.de/


(E?)(L?) http://www.gfds.de/woerter.html
Der sprachliche Jahresrückblick "Wörter des Jahres" wurde zum erstenmal 1972 veröffentlicht und wird seit 1978 im Sprachdienst, herausgegeben von der Gesellschaft für deutsche Sprache (Wiesbaden), regelmäßig publiziert. Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen ("verbale Leitfossilien" eines Jahres). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.

Vorab wird jeweils im Dezember von einer Fachjury die Auswahl der Spitzenwörter vorgenommen und der Presse vorgestellt. (Die Jury besteht aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft für deutsche Sprache, dem Autor/der Autorin des "Sprachdienst"-Aufsatzes und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern der GfdS).

Auf dieser Seite findet man die "Wörter des Jahres" von 1971 und von 1977 bis 2003 (Stand 2005-02-01).

Erstellt: 2004-02

gfds - Gesellschaft für deutsche Sprache - Unwörter des Jahres

(E?)(L?) http://www.gfds.de/


(E?)(L2) http://www.gfds.de/woerter2.html


Erstellt: 2004-02

gfds - Gesellschaft für deutsche Sprache - Namen-Statistiken

(E?)(L?) http://www.gfds.de/namen.html
Sprachberatung (kostenpflichtig) - Beratung Vornamen | Auskünfte Familiennamen (Statistiken), (Auskünfte sind kostenpflichtig).

Auf dieser Seite findet man

Erstellt: 2004-02

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Duden - Herkunftswörterbuch

(Duden, Band 7)
Dieses etymologische Wörterbuch erklärt, woher ein Wort stammt und was es ursprünglich bedeutete. Es arbeitet die Wortfamilien heraus und verknüpft die Wortgeschichte mit der Kultur- und Geistesgeschichte. In diesem Band erfährt man z.B., daß unser Wort "Laune" auf lateinisch luna "Mond" zurückgeht, da nach Ansicht mittelalterlicher Astrologen die Stimmung des Menschen stark vom Mondwechsel abhing, daß außer "Bank" (Geldinstitut) auch "Kasse, Konto, Bilanz, Diskont, brutto, netto" und andere Wörter aus dem italienischen Bankwesen stammen und daß "Sülze, Selters, Soße, Salami, Salat, Salpeter" alle mit "Salz" zusammenhängen.

Erstellt: 2004-02




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  • Ich habe ihren Eintrag zu "Schadenfreude" sehr hilfreich gefunden. Wissen Sie aber, wo ich ein paar Beispiele von dem Wort finden könnte? Ich suche etwas Ähnliches zu "Oxford English Dictionary" auf Deutsch.
    (A: elwe)



  • Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
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    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir heute das typische französische Wort "fauteuil" vorgenommen.
    Ausserdem gibt es diesmal einen "Grog".

    fauteuil, furbelow (W1)

    (E1)(L1) http://dictionary.reference.com/wordoftheday/archive/2002/02/09.html


    (E1)(L1) http://www.worldwidewords.org/weirdwords/ww-fur1.htm


    (E1)(L1) http://www.yourdictionary.com/cgi-bin/wotd.cgi?word=furbelow
    Der frz. "fauteuil" = "Polstersessel" war noch im 18.Jh. auch in Deutschland gebräuchlich. Heute kennt man ihn kaum noch. Dieses Wort scheint ein typisches französisches Fremdwort zu sein. Ist es auch. In die deutsche Sprache kam es aus Frankreich. Aber genau genommen handelt es sich dabei um einen Reimport. Denn der frz. "fauteuil" wurde ursprünglich aus dem germanischen (fränkischen) nach Frankreich importiert. Der Nachvollziehbare Ursprung war eine Klappstuhl.
    (Ich vermute, dass es sich dabei um drei Holzscheite handelte die über Kreuz aufgestellt wurden, und als Sitzfläche diente ein Fell oder eine Tuch, das an den oberen Enden besfestigt war und gleichzeitig das Gestell zusammenhielt. - Es könnte aber auch eine andere Konstruktion gewesen sein.)
    Jedenfalls hiess dieser altfränkisch "*faldistôl" ("*faldistolaz"), das man unschwer als "Faltstuhl" erkennen kann.
    (du francique "*faldistôl" = "siège pliant", par "faldestoel" (11.Jh.) puis l'ancien francais "faldestueil" puis "faudeteuil" et "fauteuil" (17.Jh.))
    Dieser "Falstuhl" avancierte zu einem respektablen "Sessel" (mit Armlehnen), der hochgestellten Persönlichkeiten gereicht wurde und mutierte entsprechend auch zum "fauteuil". Selbst das mittelalterliche Latein übernahm ihn als "faldistolium".

    Auf den "Faltsuhl" machte mich der Newsletter von "yourdictionary" am 03.03.2004 in der etymologischen Erklärung zu "furbelow" = "Besatz", "Krause", "Rüsche", aber auch "something showy or superfluous" aufmerksam. Diese "furbelow" geht vermutlich auf den ersten Wortteil "fald" zurück. Über die "Kleiderfalte", mit der man es vermutlich übertrieb erhielt es schliesslich die (Neben-)Bedeutung "unnützes Zeug". Dabei nahm es vermutlich einen Umweg über das ital. "faldella" bzw. "falda", das z.B. in "falda del cappello" = "Hutkrempe" und "falda della marsina" = "Frackschoss" in Erscheinung tritt.

    Erstellt: 2004-03

    Grog, Old Grog, groggy, grogram (W1)

    (E1)(L1) http://www.contemplator.com/sea/


    (E1)(L1) http://www.contemplator.com/history/grog.html


    (E1)(L1) http://www.etymonline.com/g5etym.htm


    (E1)(L1) http://www.w-akten.de/lebensmittel.phtml


    (E?)(L?) http://www.westegg.com/etymology/


    (E1)(L1) http://www.wordsmith.org/awad/archives/1296


    (E1)(L1) http://www.yourdictionary.com/cgi-bin/wotd.cgi?word=groggy
    Auch im Deutschen kennt man den Bgriff "groggy" um einen geschwächten Zustand zu umschreiben; "ich bin groggy" heisst "ich bin kaputt".

    Da gibt es zunächst einmal die beiden lat. Wörter "grossus" = "dick, grob" und "granum" = "Korn, Kern". Darauf geht das frz. "gros grain" zurück, das einen "starken Seidenstoff" bezeichnet (eigentlich "grobes Korn"). Daraus wurde engl. "grogram coat" von "grogram" = "grober Stoff, Mischgewebe aus Seide und Wolle".

    Nun tritt zunächst der Vize-Admiral William Penn, der Vater des Gründers des US-Staates Pennsylvania auf den Plan. Der führte 1655 bei einem Aufenthalt auf Jamaica, mangels Bier oder Wein, den Rum als Schiffsration (ein Pint pro Tag) ein.

    1740 kommt dann ein weiterer englischer Vize-Admiral, Edward Vernon, ins Spiel. Dieser liess seine Matrosen, die ihnen zustehende Rum-Ration nur verdünnt mit Wasser trinken (sei es um die Alkoholisierung zu senken, sei es um die Vorräte an Rum zu strecken?). Jedenfalls trug dieser Vernon am liebsten einen warmen (Admirals-)Rock aus grobem Kamelhaar ("Grogham") und hatte deshalb bald den Spitznamen "Old Grogham" bzw. "Old Grog". Ja und dieser Name wurde auch auf das an Bord vorgeschriebene Getränk übertragen.
    Dieser verdünnte Rum schmeckte auch den Lords, die allerdings je nach Geschmack etwas Zucker oder Gewürze dazu gaben und im Winter wärmten sie den verdünnten und gewürzten Rum an und nannten es nach dem Spitznamen seines "Erfinders" "Grogham's Rum" woraus später einfach "Grog" wurde. Etwas kultiviert ist ein "Grog" also ein heisses Rumgetränk mit Wasser und Zucker.

    Aber auch wenn der Rum verdünnt war, konnte man dennoch bei genügender Menge davon "groggy" = "betrunken, erschöpft" werden. Und so kam es dann seit Beginn des 19.Jh. langsam nach Deutschland. Um 1920 bürgerte es sich vor allem im Boxsport ein, wo es für "hart angeschlagen, halb betäubt" benutzt wurde.
    Und heute kann man aus den unterschiedlichsten Gründen "groggy" sein. Dazu muss man weder grobe Baumwollhosen tragen noch übermässig Alkohol getrunken haben oder an einem Boxkampf teilgenommen haben. Es genügt schon, an einer Mammuthsitzung teilgenommen zu haben.

    Erstellt: 2004-03

    dictionary - Word List - Wort-Liste - Word of the Day - Newsletter - Dictionary Directory

    (E1)(L1) http://dictionary.reference.com/wordoftheday/archive/
    Dieses Angebot bietet zunächst einmal eine umfangreiche Link-Liste zu Dictionaries und Übersetzungs-Seiten "word games, and vocabulary learning resources for many languages".
    Die Startseite von "dictionary.com" bietet folgende Punkte: Besides general English language dictionaries, the directory lists other types in these categories: biographical, foreign language, medical, rhyming, sign language, symbols, etymology, geography, humanities, pronouncing, and science, with extra sections for glossaries, translation, and vocabulary lists.

    Offers, among other things, a link to the Dictionary of Christian Common Law, compiled and written by attorney William C. Anderson and published in Chicago by T. H. Flood and Company, Law publishers, in 1893.

    In einem täglichen Newsletter wird jeweils ein Wort unter die Lupe genommen. Das dazugehörige Archiv mit der Wort-Liste beginnt am 03. Mai 1999. Die etymologischen Hinweise sind zwar nicht sehr umfangreich, aber zu jedem Wort findet man mindestens den lateinischen Ursprung.

    Achtung: Bei meinem Test für den Newsletter für März 2004 poppte beim Aufruf eine Abfrage zur Installation eines Downloads auf. Dies hat mich ins Schwanken gebracht, ob ich diese Site wirklich empfehlen soll. Ich weiss nicht, was hier zum Download angeboten wird. Ich lehne solche Aufforderungen jedoch grundsätzlich ab. Es wäre schade, wenn die ansonsten empfehlenswerte Site sich durch solche Pop-Ups dauerhaft in die Grauzone des Internets begeben würde.

    Erstellt: 2004-03

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Duden - Familiennamen

    Herkunft und Bedeutung von 20.000 Nachnamen
    Bearbeitet von Rosa und Volker Kohlheim
    Dudenverlag, 912S.

    Obwohl Familiennamen uns ein Leben lang begleiten, wissen wir oft nicht, woher sie stammen. Der "Duden Familiennamen" erläutert Herkunft und Bedeutung von den 20.000 Familiennamen und nennt berühmte Namensvertreter. Enthalten sind außerdem zahlreiche Karten, Abbildungen und Grafiken sowie Wappen berühmter Familien.

    Erstellt: 2004-03




    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2005-02-28 - 2005-03-04






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-04-04 - 2004-04-11






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-04-11 - 2004-04-18



    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-04-18 - 2004-04-25



    Das Wort des Monats April ist "Kokotte"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Familie um die drei Buchstaben "bar" vorgenommen.
    Ausserdem den Neologismus "abkanzlern".

    Bar, bar, barrista, Barren, Barriere, Barcode, barring, barrier, barrister, barfuss, Bargeld, barer Unsinn, Barometer, Buer, Bürde, gebären, Geburt, Tragbahre, Barium, Baryt, Bariton, -bar, Baron (W1)

    "Bar" ist ein schönes Wort - kurz und bündig. Und es zeigt sich immer wieder, dass die kleinsten Wörter die grössten Schwierigkeiten bereiten. Sie sind furchtbar schwer greifbar und dabei offenbar ungemein "fruchtbar".

    Bar jeglichen Verständnisses fand ich es schon als Jugendlicher wunderbar, dass die Buchstabenfolge "bar" so unterschiedliche Bedeutungen wie in dt. "bar (bezahlen)", "Bardame", "barfuss", "Bargeld" oder "Barcode" haben kann. Ich bin der Frage allerdings nicht nachgegangen. Dies möchte ich heute nachholen.

    Man kann also zunächst einmal folgende "bar" unterscheiden.

    dt. "Bar" = "Nachtlokal" "Schanktisch", "intimes Nachtlokal". Diese "Bar" geht zurück auf ein altfrz. "barre" = dt. "Schranke", durch die Ausschank und Gastraum getrennt sind.

    Ein ital. "barrista" serviert Espressos (über die Theke, die Barriere).

    Hier findet man auch den dt. "Barren" und die dt. "Barriere" oder den dt. "Barcode" = dt. "Balkencode" oder die engl. "chocolate bar" = dt. "Schokolade-Riegel/-Tafel".

    Die engl. Begriffe "barring" = dt. "abgesehen von", "barrier" = dt. "Hindernis", "Sperre" and engl. "barrister" = dt. "Rechtsanwalt" gehen ebenfalls auf die (Gerichts-)Schranke zurück.

    "bar" = dt. "nackt", "frei von" auch "pur", "rein". Diese ahd. "bar" wird zurückgeführt auf ein ide. "*bhoso" = dt. "nackt".

    Hierher gehört z.B. dt. "barfuss" = dt. "nackter Fuss", "bar bezahlen" = dt. "frei (aus der Hand) bezahlen" mit dt. "Bargeld" = dt. "freies (verfügbares) Geld".

    Auch spricht man vom "baren Unsinn", dem "puren Unsinn". Dann ist die Rede "bar jeder Vernunft", also "ohne Vernunft", "befreit von jeder Vernunft".

    "Bar" zur Messung des Luftdrucks. Diese Einheit geht zurück auf griech. "báros" = dt. "Schwere, Gewicht".

    Das Gerät um den Luftdruck zu messen nannte man entsprechend dt. "Barometer". (Die Bezeichnung für das Luftdruckmessgerät bezieht sich also auf die "Schwere" der Luft.)

    Als "Bür" bezeichnete man auch ein "eisernes Fallgewicht an Schmiedehämmern und Rammen". Und damit kommt man auch zur dt. "Bürde", die auf "beran" = dt. "Last" zurückgeht. dt. "Bürde" bezeichnete zunächst das von der Mutter ausgetragen Kind. Dazu gehört auch dt. "gebären" von germ. "*bera" = dt. "tragen", "bringen" und das zugehörige dt. "Geburt" = dt. "Austragung".

    Die dt. "Tragbahre" enthält gleich zweimal den Bedeutungsinhalt dt. "tragen".

    Auch das chemische Element dt. "Barium" (chemisches Zeichen "Ba") geht über das Mineral dt. "Baryt" = dt. "Schwerspat", in dem "Barium" zum ersten mal entdeckt wurde, auf griech. "barýs" = dt. "schwer" zurück. Seltsamerweise zählt "Barium jedoch zu den Leichtmetallen.

    Dieses ist auch im dt. "Bariton" (engl. "baritone") anzutreffen, das auf das griech. "barýtonos" = dt. "volltönend" ("schwertönend) zurückgeht.

    Und wenn wir schon bei der Musik gelandet sind:

    "Bar" = "regelmäßig gebautes, mehrstrophiges Lied des Meistergesangs". Dieses geht jedoch nicht zurück auf den dt. "Bariton" sondern wird zurückgeführt auf die Linien "bars", die zur Abgrenzung verschiedener Takte und Rhythmen benutzt wurden.

    dt. "-bar" = Suffix, um auszudrücken, dass etwas "machbar" ("erreichbar", "fassbar", "lieferbar") ist. Dieses wird ebenfalls zurückgeführt auf das ahd. "beran" = dt. "tragen", "bringen" (dt. "tragbar" ist also so etwas wie eine "weisser Schimmel").

    Eventuell geht der dt. "Baron", ein germ. Ausdruck für "streitbarer Mann" auch auf das griech. "baros" zurück, oder hängt zumindest damit zusammen. Und ein "grosser / schwerer Mann" kann natürlich auch besser streiten. Der spätere frz. "Baron" war dann wohl nicht mehr so streitbar, hatte dafür aber gesellschaftlich umso mehr Gewicht.

    Der dt. "Baron" wird übrigens weiter zurückgeführt auf das germ. "baro" = dt. "freier Mann". Und damit gibt es zumindest einen assoziativen Zusammenhang zwischen dt. "schwer" und dt. "frei".

    Nun fehlt eigentlich nur noch der Blick in Grimm's Deutsches Wörterbuch. Dort findet man, dass das Suffix dt. "-bar" mit lat. "-fer" oder "-ferus" auf den Bedeutungsinhalt dt. "tragen" zurückgeht. Ausdücklich wird darauf verwiesen, dass in dt. "tragbar" "tragen" und "bären" nebeneinander erscheinen und dt. "bar" = "pari" schon an sich "ferendus" oder "portabilis" war.

    Was sich so alles hinter der dt. "Bar" versteckt!?

    Gibt es nun einen Zusammenhang zwischen diesen "bar" und eine gemeinsame Wurzel, oder sind es zufällige Übereinstimmungen?

    Leider scheint kein Berufs-Etymologe bisher die Frage nach einem gemeinsamen Ursprung dieser "bar" gestellt zu haben. Jedenfalls habe ich noch keinen Hinweis gefunden, der dies bestätigt oder widerlegt. Aber ist es wirklich zu weit hergeholt, zwischen "tragen" und "Gewicht" einen Zusammenhang zu sehen? Oder zwischen "Gewicht" und "Schranke", "Sperre"? Lediglich das "freie" "bar" passt nicht in diese Assoziationskette.

    Um nicht in unseriöse Spekulationen abzugleiten möchte ich es bei diesen Anmerkungen belassen.

    Siehe auch die Stichwörter:

    (E1)(L1) http://www.etymonline.com/b2etym.htm


    (E1)(L1) http://www.takeourword.com/TOW151/page4.html#fubar


    (E1)(L1) http://www.takeourword.com/Issue072.html


    (E1)(L1) http://www.takeourword.com/Issue073.html


    (E1)(L1) http://www.word-detective.com/093098.html#bar


    (E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Bar


    (E6)(L?) http://www.industrie.gouv.fr/metro/aquoisert/etymol.htm


    (E6)(L?) http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/


    Erstellt: 2004-04

    abgekanzlert, Kanzler, Kanzlei, Kanzleischrift, abkanzeln, Kanzel, Traufe (W3)

    (E3)(L1) http://www.susas.de/MA3_2.htm#kanzlei


    (E?)(L1) http://moorstation.org/typoasis/designers/steffmann/samples/k/kanzlei.htm


    (E?)(L1) http://www.fontgrube.gmxhome.de/de/hermdec.htm


    (E?)(L2) http://www.typolexikon.de/k/kanzleischrift.html


    (E?)(L?) http://www.typografie.info/


    (E?)(L?) http://www.bundeskanzler.de/


    (E?)(L?) http://www.bundeskanzler.at/


    (E?)(L?) http://www.kanzelgruss.de/
    Am 11.03.2004 war in einer Radiosendung zu hören, dass Gerhard Schröder Journalisten "abgekanzlert" habe. Damit war gemeint, dass er ihnen seine besondere Beachtung entzogen hatte.
    Es ist also ein Wortspiel mit "Kanzler" und "abkanzeln".

    Der "Kanzler" war ursprünglich ein "Vorsteher einer Behörde", ein "cancellarius". Bei den Römern war er sogar nur ein "Amtsdiener", der die Anträge und Bittschriften der Bürger, die hinter der "Schranke", lat. "cancelli", warten mussten und den eigentlichen Amtsinhabern hin und her trug. Aber er arbeitete sich hoch bis zum "Amtsvorsteher". Schliesslich war er ja auch für die Ausfertigung von Staatsurkunden zuständig, was ihn schon zu römischen Zeiten zum hohen Beamten, dem lat. "cancellarius" machte. Er übertrug also die Bezeichnung für seinen eng umgrenzten Arbeitsplatz an den "Schranken" auf das ganze Amt und nannte es "Kanzlei".
    Die "Kanzlei" bestand aus einzelnen Zellen, die mit "Schranken" vom Publikum getrennt waren.
    Nach den in Kanzleien verwendeten Schriften wurde auch eine spezielle "Kanzleischrift" benannt:

    Standartisierte Schreibschrift, die ab dem Mittelalter zur Abfassung offizieller Schriftsätze benutzt wurde.


    Und spätestens mit Bismarck wurde der vom Deutschen Kaiser ernannte Reichs-Kanzler zum Vorsitzenden des Bundesrats, der Schritt für Schritt viele Regierungsgeschäfte übernahm.
    Und als dann Kaiser Wilhelm II. am 09.11.1918 abdankte, nach Niederlande ins Exil ging und damit die Institution des Kaisers auflöste, war es am damaligen Reichs-Kanzler Prinz Max von Baden, die Regierungsgeschäfte komplett zu übernehmen.

    Und nun noch zum zweiten Teil des Wortspiels, dem "abkanzeln". Dies könnte natürlich bedeuten, dass jemand "in seine Schranken verwiesen" wird. Dies bedeutet es auch in gewisser Weise. Aber die Herkunft des Wortes geht auf die Weiterentwicklung der "Schranke" in der Kirche zurück. Dort wurde aus den "cancelli" eine erhöhte "Kanzel", damit auch alle Kirchgänger die Predigt hören konnten. Und es war Sitte am Sonntag von der Kanzel herab die moralischen Leitlinien zu predigen. Und ab und zu gab es dort auch missbilligende Worte zu aktuellen Vorkommnissen in der Gemeinde. Und wenn es Einzelne zu arg getrieben haben wurden Sie auch persönlich vom Kanzelprediger angesprochen, "von der Kanzel herab" gerügt, also "abgekanzelt".

    Dass man heute versucht von der Kanzel herab nicht mehr abzukanzeln sondern zu grüssen zeigt die Site: "www.kanzelgruss.de". Dort geht es um Gottesdienst und Predigt.
    Dort gab es auch eine Rubrik "Traufe". Dabei handelt es sich um ein Wortspiel ("Trauung und Taufe").
    Beim Wort genommen geht "Traufe" zurück auf "triefen", also "die Triefende". Das lässt darauf schliessen, dass die "Dach(-regen-)traufen" in früheren Zeiten nie ganz dicht waren.
    (Nach "Traufe" suchen.)

    In "susas - Fachbegriffe-Lexikon Mittelalter" findet man:

    Erstellt: 2004-04

    heinrich-tischner
    Heinrich Tischner
    Etymologie-Site - Wort- und Begriffserklärungen - Länder- und Völkernamen

    (E1)(L1) http://www.heinrich-tischner.de/anlag/verz/22spra.htm
    Die komplette Site ist eine etymologische Fundgrube. Allerdings ist keine übergreifende Wort-Liste vorhanden. Und so muss man alle Seiten durchklicken. (deshalb (L3)) Dann kann man immer wieder neue etymologische/sprachliche Kleinode entdecken (deshalb (E1)).

    Erstellt: 2004-04

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Duden - Lexikon der Vornamen

    Herkunft, Bedeutung und Gebrauch von mehreren Tausend Vornamen
    Duden-Verlag


    Kurzbeschreibung
    Ist Eike ein Mädchen- oder Jungenname? Weshalb wurde der Name Wolfgang so beliebt? Was haben die Vornamen Ossip, Joseph, Jakob, Jascha, James und Giacomo gemeinsam? Was bedeutet eigentlich der Name Konrad?
    Das Lexikon der Vornamen beantwortet diese und viele andere Fragen; es klärt Bedeutung und Herkunft von mehr als 3000 weiblichen und männlichen Vornamen. Zahlreiche Abbildungen zeigen historische Persönlichkeiten, die mit ihren Namen auf die Namengebung entscheidend eingewirkt haben.
    Ein übersichtliches Register am Ende des Buches gibt Eltern, die für ihr Kind einen Namen suchen, Hinweise auf die schönsten und beliebtesten Vornamen unserer Zeit.


    Erstellt: 2004-04




    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-04-25 - 2004-05-02



    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-05-02 - 2004-05-09






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-05-09 - 2004-05-16



    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-05-16 - 2004-05-23



    Neue Begriffe auf dem Etymologie-Portal - Die Site zur Lehre von der Wortherkunft.

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    mit Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology

    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-05-23 - 2004-05-30



    Das Wort des Monats Mai ist "schanghaien"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir den "Jakobsweg" und "Snopes" vorgenommen.
    Ausserdem das Wort "???".

    Jakobsweg, Jakobsmuschel, Finisterre, Compostela, Santiago, Santiago de Compostela, Jakobskirche, Sternenweg, camino frances, Jakob, Jacob, Matamoros (W3)

    (E?)(L1) http://www.galicia.de/jakobsweg/jakobsweg.html


    (E?)(L1) http://www.kath.de/quodlibe/santiago/santiago.htm


    (E?)(L1) http://www.pilgern.ch/jakobsweg.htm


    (E?)(L1) http://www.ultreia.ch/


    (E?)(L1) http://www.w-akten.de/themaderwoche/jakobsweg.phtml


    (E?)(L1) http://www.xacobeo.es/


    (E?)(L1) http://www.xacobeo.es/comezo.asp?idioma=aleman


    (E?)(L?) http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Jakobus_der_Bruder_des_Herrn.htm
    Jakobus

    (E?)(L?) http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Jakobus_der_Aeltere_der_Grosse.htm
    Jakobus der Ältere

    (E?)(L?) http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Jakobus_der_Juengere.htm
    Jakobus der Jüngere

    Im Mittelalter war Santiago de Compostela nach Rom und Jerusalem der wichtigste Wallfahrtsort der Christenheit.
    Durch ganz Europa zieht sich ein Wegnetz mit dem Ziel: Santiago de Compostela, der Hauptstadt von Galicien (Spanien). In der dortigen Kathedrale liegen die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren. Nach ihm sind die Wege benannt.
    ...
    Ein beliebter Ausgangspunkt ist Roncesvalles in den Pyrenäen. Dort erhält man den Pilgerausweis, der es einem ermöglicht, in den zahlreichen Pilgerherbergen zu übernachten, und die "Jakobsmuschel", das Symbol für Pilger auf diesem Weg.
    Die Legende sagt: Ein junger Adliger tritt ungeachtet der Fluten dem Schiff entgegen, das den Leichnam von "Jakobus nach Galicien" brachte. Als schon die Wellen über ihm zusammenschlagen, hilft ihm Santiago ans rettende Ufer. Pferd und Reiter sind über und über mit Muscheln ("Jakobsmuschel", "la vieira") bedeckt.
    ...
    Die Pilgerurkunde heisst übrigens "Compostela", nach der Stadt "Santiago de Compostela". Dabei bedeutet "Compostela" = Sternenfeld" von lat. "campus stellae". Der Grund dafür soll sein, dass der Eremit Pelayo im Jahr 813 in dem Wald eine starkes Leuchten gesehen hatte. Und dort fand man dann das Grab des "heiligen Jakobs", "Sankt Jakobus" = span. "Santiago". Womit auch der Name "Santiago de Compostela" = "Heiliger Jakob vom Sternenfeld" erklärt wäre.

    Dieser "Jakobus" hat auch der "Jakobskirche" in Jerusalem seinen Namen gegeben. Diese soll an der Stätte seiner Hinrichtung errichtet worden sein.

    Den Höhepunkt einer jeden Pilgerreise auf dem Xacobeo bildet der Gottesdienst. An hohen Festtagen (in heiligen Jahren bei jeder Messe) ist der spektakuläre Höhepunkt der Messe der "Botafumeiro", der große, schon legendäre Weihrauchkessel, der zentnerschwer an einem dicken 35 Meter langen Tau von acht Männern, den "Tiraboleiros", durch das Kirchenschiff geschwungen wird.
    Von "Santiago de Compostela" führt ein weiteres Wegstück nach "Finisterre" = "Ende der Welt". Das Cap liegt am Atlantik, an der "Costa de la muerte" = "Todesküste" und war die Begrenzung der ehemaligen Welt. Hier findet man auch die "Jakobsmuscheln" am Strand.

    Die Sterne tauchen in den Wortgeschichten um den Jakobsweg später noch einmal auf:
    Auf dem Karlsschrein in Achen ist eine Sternengruppe zu sehen, die Karl dem Grossen den Weg nach Santiago gewiesen haben soll. Das gab dem Jakobsweg einen weiteren Namen "Sternenweg".
    Und dann gibt es noch eine weitere Bezeichnung: Da im 11.Jh. anscheinend grosse Gruppen vor allem französischer Pilger den Jakobsweg entlangzogen erhielt er auch die spanische Bezeichnung "camino frances" = "Weg der Franzosen".

    Und da wir nun so viel über den heiligen "Jakob" gesprochen haben, sei auch noch erwähnt, dass das hebr. "Jakob" = "Überlister" bedeutet (was ihm bei seiner Hinrichtung allerdings nicht geholfen hat).
    Aber 800 Jahre später, in der Schlacht der Reconquista bei Clavijo (843) soll er doch noch einmal beritten in den Kampf der Christen gegen die Mauren eingegriffen haben. Und seither trägt er den weiteren Namen "Matamoros" = "Maurentöter".
    (15.05.2004: Ich möchte gern einen kleinen Hinweis über den Jakobsweg machen. "Metamoros" ist unrichtig weil auf Spanisch "töten" man "matar" schreibt. Also das richtiges Wort ist "Matamoros" mit "a". (Chus Latorre) - Vielen Dank für den Hinweis. - Also span. "matar" = "toeten", "umbringen", "Vieh schlachten".)

    Die Links führen zu Seiten mit (teilweise bebilderten) Informationen zum Jakobsweg, zu Pilgerstraßen, Geschichte, Landeskunde und touristische Informationen zu Galizien, sowie zu seinem Namensgeber, Jakob dem Älteren - und zur Jakobsmuschel.

    "Jakobus der Ältere" gilt als Patronat der Apotheker, Arbeiter, Drogisten, Hutmacher, Kettenschmiede, Lastenträger, Soldaten, Strumpfmacher, Wachszieher, Pilger und Reisende, Wallfahrer; und er hilft bei Rheumatismus. Und er ist natürlich der besondere Heilige von Spanien. Und dann hilft er noch beim Gedeihen der Äpfel, der Feldfrüchte, sorgt für gutes Wetter.

    "Jakobus der Jüngere" gilt als Patronat der Gerber, Hutmacher, Konditoren, Krämer, Pastetenbäcker, Walker; und er ist Heiliger von Dieppe, Friesland.

    Im Heiligenlexikon findet man als Bedeutung von "Jakob": "der Nachgeborene" oder "Gott schützt".

    Literatur zum Jakobsweg:

    Erstellt: 2004-05

    snopes
    Urban Legends Reference Pages
    Was der Friseur seinem Einstein erzählt

    (E2)(L1) http://www.snopes.com/


    (E2)(L1) http://www.snopes.com/info/glossary.asp


    Der amerikanische Schriftsteller William Cuthbert Faulkner (ursprünglich "Falkner") (1897-1962) hat in einer Trilogie den Aufstieg einer Familie beschrieben. Die Trilogie bestand aus "The hamlet" = "Das Dorf" (1940), "The town" = "Die Stadt" (1957) und "The mansion" = "Das Haus" (1959). Die rücksichtslose Familie um die es dabei ging hiess "Snopes".

    Diese Familie hat David Mikkelson derart fasziniert, dass er sich zunächst in Newsgroups das Pseudonym "Snopes" gab. Als dann später eine Internet-Site geschaffen wurde, erhielt sie den gleichen Namen "www.snopes.com".

    Der Autor schreibt dazu selbst:


    Snopes
    The Snopes were a family of characters weaved throughout the works of Pulitzer Prize-winning American writer William Faulkner. When David Mikkelson, creator of snopes.com, first came onto the Internet in the late 1980s, he worried even back in those relatively uncrowded days that no one would remember yet another David. He was thus inspired to adopt a nom-de-Net, selecting one that honored those fictional Faulknerian characters, and began signing his newsgroups posts as "snopes."

    Over the years snopes established quite a fearsome online reputation for his ability to thoroughly research and debunk false claims. When it came time to name our domain, www.snopes.com seemed the obvious choice.


    Damit wäre die Namensgeschichte zu dieser Site schon erklärt.

    Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass die Site selbst auch sehr interessant ist und auch etymologische Beiträge bereithält. Die Site sammelt "Urbane Legenden", "Gerüchte" und bewertet sie. Es geht auf dieser Seite um alte und neue Mythen - oder eher vielleicht Irrtümer.

    (E1)(L?) http://www.snopes.com/language/language.asp
    Und so findet man in der Rubrik "Language" auch ein paar sprachliche Legenden, die man als Wortgeschichten durchgehen lassen kann.


    The very tool we use to communicate legends to each other - language - is itself a source of folklore. A number of the words and phrases in use today have interesting origins that have almost become obscured in the mists of time. Equally, our sense of romance leads us to invent unusual origins for commonplace words rather than be satisfied with their mundane beginnings.


    Die Unterkategorien der Kategorie "Language" sind: Die entsprechenden Seiten Listen zunächst eine Sammlung gängiger Worterklärungen auf. Die Statements sind jeweils gekennzeichnet mit: Beim Klick auf die entsprechenden Begriffe öffnet sich schliesslich eine Seite mit der "richtigen" Wortgeschichte.

    Die komplette Site enthält neben den sprachlichen noch weitere Legenden, die in folgende Kategorien unterteilt sind:

    Autos - Business - College - Computers - Crime - Critter Country - Disney - Food - Glurge Gallery - History - Holidays - Horrors - Humor - Inboxer Rebellion - Language - Legal - Lost Legends - Love - Luck - Medical - Military - Movies - Music - Photo Gallery - Politics - Pregnancy - Quotes - Racial Rumors - Radio & TV - Religion - Risqué Business - Science - Sports - Titanic - Toxins - Travel - Weddings - Wooden Spoons - Rumors of War

    Im Glossary findet man ein paar spezifische Besgriffe erklärt:
    This page provides definitions for a number of terms visitors to snopes.com might be unfamiliar with. Some of these terms come from the field of folklore, but others are specific to this site. We hope this additional information helps you enjoy the site better.

    Und hier noch die Eigenbeschreibung der Site:

    Urban legends are a specific class of legend, differentiated from "ordinary" legends by their being provided and believed as accounts of actual incidents that befell or were witnessed by someone the teller almost knows (e.g., his sister's hairdresser's mechanic). These tales are told as true, local, and recent occurrences, and often contain names of places or entities located within the teller's neighborhood or surrounding region.

    Urban legends are narratives which put our fears and concerns into the form of stories or are tales which we use to confirm the rightness of our world view. As cautionary tales they warn us against engaging in risky behaviors by pointing out what has supposedly happened to others who did what we might be tempted to try. Other legends confirm our belief that it's a big, bad world out there, one awash with crazed killers, lurking terrorists, unscrupulous companies out to make a buck at any cost, and a government that doesn't give a damn.

    Folks commonly equate 'urban legend' with 'false' (i.e., "Oh, that's an urban legend!"). Though the vast majority of such tales are pure invention, a handful do turn out to be based on real incidents, and whether or not something actually happened has no bearing on its status as an urban legend. What lifts true tales of this type out of the world of news and into the genre of contemporary lore is the blurring of details and multiplicity of claims that the events happened locally, alterations which take place as the stories are passed through countless hands. Though there might indeed have been an original actual event, it clearly did not happen to as many people or in as many places as the various recountings of it would have us believe.

    Und als letztes noch die Auflösung, warum ich diesem Beitrag die Überschrift "Was der Friseur seinem Einstein erzählt" mitgegeben habe. Dieser Untertitel kam mir spontan in den Sinn, als ich "(e.g., his sister's hairdresser's mechanic)" = "(der Automechaniker des Friseurs meiner Schwester) (hat erzählt, dass ...)".

    Das erinnerte mich sofort an den Buchtitel "Was Einstein seinem Friseur erzählte" von "Robert L. Wolke". Das empfehlenswerte Buch des amerikanischen Chemikers trägt den Untertitel "Naturwissenschaft im Alltag". Es geht also um die Problematik, wissenschaftliche Erkenntnisse so zu vermitteln, dass es auch ein Laie verstehen kann. Und dieses Anliegen behandelt der Autor mit vielen interessanten Beispielen. (Wissen Sie z.B., wohin der Gummi der sich abnutzenden Autoreifen verschwindet?, oder warum eine Kerzenflamme (bei ruhiger Luft) oben spitz zuläuft?, oder warum Hemden knittern und immer wieder gebügelt werden müssen?) Aber auch auf diesem Weg können Legenden entstehen. Ja selbst wissenschaftlich akzeptierte Theorien können sich nach einigen Jahren (, Jahrzehnten, Jahrhunderten) als Legenden erweisen.

    Erstellt: 2004-05

    Uni Marburg - Naeser - Word List - Wort-Liste

    (E1)(L1) http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/ra-mat.htm
    W. Näser hat hier (beginnend im Jahr 1989) eine lange Liste mit Redensarten mir ihren Geschichten zusammengestellt.

    Erstellt: 2004-05

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Duden - Name und Gesellschaft

    Soziale und historische Aspekte der Namengebung und Namenentwicklung
    Duden - Thema Deutsch Band 2, 320S.

    Erstellt: 2004-05

    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2005-05-30 - 2005-06-06



    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-06-06 - 2004-06-13




    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-06-13 - 2004-06-20






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-06-20 - 2004-06-27



    Das Wort des Monats Juni ist "geil".

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir heute das frz. "Patache" und "Tire-lain" vorgenommen.

    Patache (W3)

    "Patache" ist - nach Bernard Pivot - ein im untergehen begriffener Begriff. Das Wort wanderte aus Spanien nach Frankreich ein und bezeichnete einen unbequemen kurzen (Post-)Bus, den Landbewohner gegen einen kleinen Obolus benutzten, um ins nächste Dorf zu kommen. "Patache" kann später dann auch ein altes, unbequemes Auto oder sogar eine Flugkiste bezeichnen. Der Fahrer eines solchen Busses hiess "Patachon" und "la vie de patachon" ist sicherlich nicht das angenehmste Leben.

    Während "Patache" vielleicht wirklich in Vergessenheit gerät, wird "Patachon" in den Stummfilmpionieren "Pat und Patachon" sicherlich noch eine Zeit lang im Kollektiven Gedächtnis bleiben.

    Die beiden feierten in ganz Europa riesige Erfolge und wurden in unzähligen Ländern berühmt - in Deutschland und Österreich als "Pat & Patachon", in Skandinavien als "Fy og Bi", in den Niederlanden als "Watt en 1/2 Watt", in Frankreich als "Doublepatte et Patachon", in Grossbritannien als "Long & Short" (beachte: "Patachon" ist ein kurzer Bus) und in Schweden als "Telegrafstopen och Tilhengern."
    Von der Filmgeschichte wird dieses Duo viel zu wenig beachtet, waren sie doch das einzige Duo, das in Europa die Komödie während des Stummfilms pflegte (wenn man von den Einzelkomödianten Max Linder und Karl Valentin absieht). Als Schöpfer des legendären Duos gilt der Regisseur Lau Lauritzen (1878-1938). Von 1914 bis 1919 arbeitete er bei der Nordisk Film Compagni und drehte in dieser Zeit die unglaubliche Anzahl von über 200 Filmen (meist à 20 Minuten).
    ...

    In ihrem zweiten britischen Film spielten "Pat und Patachon" auch tatsächlich ein Autobusfahrerduo, das sich um den Aufbau eines eigenen Transportunternehmens bemühte.

    Der malende "Patachon", der noch im Netz zu finden ist, scheint in die Fusstapfen des durchs Leben stolpernden "Patachons" zu treten. Aber die Spur ist schon derart ausgetreten, dass es wahrlich kein Kunststück mehr ist, diesem Weg zu folgen.

    (E2)(L1) http://www.chass.utoronto.ca/epc/langueXIX/dg/08_t1-2.htm


    (E?)(L1) http://www.thefreedictionary.com/Patache

    Pa`tache´ - n. 1. (Naut.) A tender to a fleet, formerly used for conveying men, orders, or treasure.

    (E?)(L3) http://perso.wanadoo.fr/ligerien.christian/LA%20PATACHE.htm

    La "patache", est le nom du bateau désaffecté des douaniers chargés de la surveillance du fleuve et surtout du transport du sel.



    (E?)(L?) http://www.cyranos.ch/pata-d.htm


    (E?)(L?) http://www.steffi-line.de/Bildergalerie/Nostalgie2/15_patachon.htm


    (E?)(L?) http://www.filmevona-z.de/filmsuche.cfm?sucheNach=Regie&wert=7399


    (E?)(L?) http://www.uni-oldenburg.de/kunst/mediengeschichte/pat/pat/


    Erstellt: 2004-06

    Tire-laine, Tire-cuir, Robe, Garderobe, tirer (W3)

    Die "tire-laine" (m., invariable) waren Banditen, die den Adligen die Mäntel stahlen (frz. "tirer" = "ziehen", "reissen"), die meist aus Wolle (frz. "laine" = "Wolle") waren. Heute kommt das kaum noch vor. Wenn, dann werden heute Ledersachen eigefordert, was zum Beispiel auf manchen Schulhöfen durschaus praktiziert wird. Der franz. Schriftsteller Bernard Pivot schlägt deshalb einen neuen Begriff "Tire-cuir" vor.

    Interessanterweise gibt es im Deutschen eine ähnliche Wortbildung. Die Entwicklung lief jedoch umgekehrt. Dort war die "Robe" ursprünglich das "geraubte Kleidungsstück" (germ. "rauba" = "Raub", "erbeutete Rüstung"). Später wechselte es dann die Fronten und wurde zum Kennzeichen der Gerichtsbarkeit. Spätestens dann dürfte dann auch die "Garderobe" (frz. "garde-robe") eingeführt worden sein, die dann im Deutschen etwa seit dem 17.Jh. auf die geraubten Kleidungsstücke aufpasste (frz. "garde" = "Verwahrung", "Bewachung").

    Weiter zurückgehend hat man sogar einen Bezug zur Wolle. Das altnord. "ryja", das weiter auf indg. "*reu" = "reissen", "rupfen" zurückgeführt wird, heisst soviel wie "den Schafen die Wolle ausrupfen".

    Und um noch mal auf das frz. "tirer" zurückzukommen: Die Experten sind sich zwar noch nicht ganz einig. Einer der vielen Erklärungsversuche führt es auf ein pers. "tir" = "jeune recrue" = "junges Mitglied", "Rekrut" zurück. Die favorisierte Erklärung ist jedoch ein ger. "*teran" = "abreissen", "losreissen" (vgl. "zerren").

    Ganz schön ruppig diese Wortgeschichte.

    Erstellt: 2004-06

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Pivot, Bernard
    100 mots à sauver

    (E?)(L?) http://www.morgenwelt.de/kultur/010305-bernardpivot.htm


    (E?)(L?) http://www.chez.com/ect/pivot.htm


    (E?)(L?) http://www.tv5.org/TV5Site/lf/langue_francaise.php


    (E?)(L?) http://www.tv5.org/TV5Site/dictee/dictee.php
    erschienen im Verlag "Albin Michel" (FR).

    Nicht nur der deutschen Sprache gehen Wörter verloren, auch die französische Sprache ist vergesslich. Bernard Pivot, fast eine Institution in der französischen Literaturszene, hat ein kleines Buch geschrieben, um 100 dieser vergänglichen Wörter dem Vergessen zu entreissen, oder ihnen zumindest einen würdigen Abgang zu verschaffen. Er geht dabei davon aus, dass Wörter, die nicht mehr in die Standardwerke "Petit Larousse" und/oder "Petit Robert" aufgenommen werden, schon fast dem Untergang geweiht sind. (Wer hat schon das Interesse sich die grösseren Brüder (grand) "Larousse" bzw (grand) "Robert" ins Regal zu stellen.) Seine vielfältigen Aktivitäten rund um die französische Sprache - er hat dem französischen Volk auch in die Feder diktiert - haben seinen Blick auch auf die Veränderungen derselben gerichtet.
    Und so hat er dieses 130-seitige Buch geschrieben, in dem jedem dieser Worte etwa eine Seite gewidmet ist. Jedes Wort ist kurz erklärt und mit einem Zitat aus der Literatur versehen. Zu einigen Begriffen findet man auch detailliertere Hinweise zur Wortgeschichte. Und fast zu jedem Wort gibt es noch einen kleinen "Hep!" einen Blick ins Umfeld des Wortes. Und dabei werden auch noch ein paar zusätzliche Wackelkandidaten erwähnt.
    Folgende Wörter hat sich Bernard Pivot vorgenommen:
    Argousin | Atour | Babillard, Babillarde | Badauderie | Bailler | Bancroche | Barguigner | Bath | Béjaune | Billevesée | Brimborion | Brocard | Brune | Cagoterie | Capon, Caponne | Carabistouille | Caraco | Cautèle | Chemineau | Clampin | Coquecigrue | Débagouler | Déduit | Derechef | Diantre! | Ebaudir(s') | Esbigner(s') | Etalier | Faix | Faquin | Fess-mathieu | Fi! | Fla-fla | Flambard | Flandrin | Fortifs | Gandin | Génitoires | Goguenardise | Gommeux | Goualante | Gourgandine | Gourme | Grimaud | Gueux, Gueuse, Gueuserie | Hommasse | Huis | Icelui, Icelle | Jean-foutre | Jocrisse | Jouvenceau, Jouvencelle | Lupanar | Macache | Mafflu, Mafflue | Manant | Mâtin | Matutinal, Matutinale, Matutinaux | Melliflu, Melliflue | Mirliflore | Momerie | Moult | Nasarde | Nénette | Nitescence | Opiniâtrer(s') | Patache | Pauvresse, Pauvret, Pauvrette | Peccamineux, Peccamineuse | Pékin | Pendard, Pendarde | Péronnelle | Pétuner | Potiner | Potron-minet | Priapée | Purotin | Quia (à) | Radeuse | Rastaquouère | Ribote | Robin | Rufian | Saperlipopette! | Sapience | Scrogneugneu | Seoir | Septentrion | Subséquemment | Suivez-moi-jeune-homme | Tire-laine | Toquer | Torche-cul | Tranche-montagne | Trotte-menu | Turlutaine | Valétudinaire | Venette | Vétille, Vétiller, Vétilleux, Vétilleuse, Vétillard, Vétillarde | Vit | Y


    Bernard Pivot ist der "Literaturpapst" des französischen Fernsehens. Von seiner Kultsendung wird er sich im Juni (2001) verabschieden - zum Leidwesen einer ganzen Nation!
    ...


    Die Diktate, die man bei "TV5" findet sind etwas ladeintensiv. Aber wenn man eines der Diktate ausprobieren möchte, sollte man die Möglichkeit nutzen. (Klicken Sie auf die Diktate "New York", "Alexandrie" oder "Beyrouth" und gedulden Sie sich etwas bis die Übertragung beginnt.) Danach kann man dann die verschiedenen Sequenzen auswählen.

    Erstellt: 2004-06

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    Das Wort des Monats Dezember ist "Puff"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Familie um "Isar" vorgenommen.
    Ausserdem den Ortsnamen "Dirnismaning".

    Isar, aqua, -ei, -ey, eau, -ar-, -a, Fulda, Lahn, Whiskey, Wiese, Wasser, nieseln, pieseln, pissen, -as, -es, -is, -os, -us, Fusel, Fluss, Floss, Flosse, nass, Flotte, flotte, flotta, fluctuare, water, -at (W1)

    Die Isar ist ein schönes Beispiel für die zentrale Rolle die das Wasser seit jeher im Leben der Menschen spielt(e). Neben dem ide. "*akwa", das direkt im lat. "aqua" und in Ortsbezeichnungen auf "-ei" und "-ey" und im frz. "eau" erscheint, kommt es auch in vielen Flussnamen mit "-ar-" oder - stark verkürzt - als Suffix "-a" vor. So etwa in der "Fulda" (= "Land-Fluss") oder "Lahn" ("Fluss durch einen Bergeinschnitt").

    Ein anderer Wasser-Stamm, das keltische "*uisce" (das weiter zurück geht auf ide. "*is" = "Sumpfwasser") hat ebenfalls viele Ableger. Neben "Whiskey" und "Wiese", ja auch dem "Wasser" selbst, steckt es auch in vielen Flussnamen.
    Und in der durch München fliessenden "Isar" scheinen sich beide Wortstämme idealtypisch wieder zu vereinen. Man könnte schon fast von einem "weissen Schimmel" sprechen. Würden doch sowohl "Is-" als auch "-ar" schon genügen, um auf den flüssigen Inhalt schliessen zu lassen.

    Zwar habe ich keine definitiven Hinweis dazu gefunden, aber es ist sicherlich nicht allzu unwahrscheinlich eine Verbindung zu Begriffen wie "nieseln" = "leicht regnen", "pieseln" und das etwas umgs. "pissen" zu sehen. Ja es gibt sogar einen Fluss namens "Pisser".
    Und da nicht nur "-is" auf "Wasser" hindeutet, sondern alle Vokalkombinationen "-as", "-es", "-is", "-os", "-us", ist man auch nicht überrascht, den "Fusel", den "Fluss", das "Floss", die "Flosse" oder einfach das Wort "nass" vorzufinden.

    Zugegeben, dies ist sicherlich eine sehr grosszügige Begriffszusammenstellung, die sich in dieser Form nur ein Hobby-Etymologe erlauben darf - aber der grobe Zusammenhang scheint mir durchaus gegeben.
    Ja man könnte sicherlich noch weitere Kreise ziehen, wenn man sich z.B. die "Flotte" ansieht, die gemeinsam mit frz. "flotte" und it. "flotta" auf das lat. "fluctuare" = "fliessen" zurückgeht. Oder nehmen Sie das engl. "water", in dem das "-as" als "-at" zu finden ist.

    Weiter möchte ich es nun allerdings nicht treiben, obwohl es in diesem Zusammenhang sicherlich noch hunderte, wenn nicht tausende Fluss- und Ortsnamen oder sonstige Bezeichnungen zu entdecken gäbe.

    Erstellt: 2004-07

    Ismaning, -ingen, Dirnismaning (W3)

    (E?)(L?) http://www.wohnen.ismaning.de/info-geschichte


    (E?)(L?) http://www.garching.de/gar.stadtteile.deu.html#Stadtteil%20Dirnismaning


    (E?)(L?) http://www.garching.de/gar.dirnism.bild.deu.html
    Auf der Site von "Ismaning" findet man leider keinen Hinweis zur Namensherkunft.
    Der Suffix "-ingen" drückt (bei Ortsnamen) in der Regel ein Zugehörigkeitsverhältnis aus. Bei "Ismaningen" handelt es sich somit um den "Ort des Isman" oder wie es in alten Quellen zu finden ist "die Leute des Isaman".
    Ob der "Isaman" - entsprechend der Ausführungen unter "Isar" - ein "Wassermann" war, d.h. "der am Wasser lebende" oder ob er überhaupt etwas mit der "Isar" zu tun hatte, ist nicht nachzuvollziehen.

    Auf der Garchinger Seite zu "Dirnismaning" findet man folgenden Hinweis:

    Südlich des Schleißheimer Kanals erreicht man die Flur des nach 200 m beginnenden Stadtteils "Dirnismaning". Der Name deutet auf eine Schwesteransiedlung des Nachbarortes "Ismaning" hin, das "dürre Ismaning". ...


    Erstellt: 2004-07

    ifag - Liste der Staatennamen und ihrer Ableitungen im Deutschen

    (E4)(L1) http://www.ifag.de/kartographie/Stagn/Staatennamen.htm


    (E4)(L1) http://www.ifag.de/kartographie/Stagn/stagn.htm
    Diese Seite enthält zwar keine aufschlussreichen Hinweise zur Herkunft von Staatennamen, aber es ist doch auch interessant, dass es Gremien gibt, die die Staatennamen offiziell festlegen.

    Die auf dieser Seite verlinkten Themen bieten durchaus auch einige interessante Hinweise zur offiziellen Namensgebung. Insbesonder die "Änderungen" spiegeln nicht zuletzt die politischen Randbedingungen wider, die Einfluss auf die Benennung von Staaten haben. Leider sind in den Änderungslisten, weder die expliziten Änderungen erkennbar, noch gibt es Hinweise, warum die Änderungen durchgeführt wurden. Die Beantwortung solcher Fragen muss man sich dann mühsam zusammensuchen.
    Dennoch ist es der Link wert, im Etymologie-Portal vorgestellt zu werden.

    Erstellt: 2004-07

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Duden - Geographische Namen in Deutschland

    Duden Taschenbücher, Bd.25, Geographische Namen in Deutschland
    Herkunft und Bedeutung von Ländern, Städten, Bergen und Gewässern
    von Dieter Berger Broschiert - 318 Seiten - Bibliographisches Institut, Mannheim
    Erscheinungsdatum: 1999

    Auf dem Umschlagstext ist zu lesen:

    Wer wissen will, woher Karlsruhe, Kiel oder Köln ihren Namen haben, was unsere Vorfahren sich bei Buxtehude oder Jüterborg dachten und was Feldberg mit dem Belchen gemeinsam hat, der findet in diesem Buch zuverlässige Antworten.
    In über 1.200 Artikeln werden 1.700 Ortsnamen, Ländernamen, Fluss- und Gebirgsnamen erklärt und die Entstehungsgeschichte der verschiedensten geographischen Namen erläutert.


    Dieses ist sicherlich nicht das einzige Nachschlagewerk für Ortsnamen. Und nach Art und Umfang gibt es sicherlich bessere Literatur. Aber es ist in allen geographischen Namensfragen eines der ersten Bücher, die man zur Hand nimmt, um eine grobe Einordnung vorzunehmen. Und wie oftmals bei geographischen Namen, gibt es in anderen Werken durchaus anderslautende Erklärungen. Aber wer will in etymologischen Fragen schon behaupten die letzte Antwort zu kennen.

    Erstellt: 2004-07




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    Das Wort des Monats August ist "Steckenpferd"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Gross-Familie um die drei Buchstaben "z*p" vorgenommen, auf die ich eher durch Zufall gestossen bin.

    Zippo, Windy, Zippo Click Collectors, Z-Series, z/Series
    zap, zep, zep, zip, zop, zup und ihre Nachkommen (W1)

    Vor einigen Tagen (im August 2004) bin ich zufällig auf "Zippo" aufmerksam geworden. Natürlich war meine erste Frage, wieso dieses Feuerzeug "Zippo" getauft wurde.
    Auf den "Zippo-Seiten" habe ich dazu leider nichts gefunden, aber es gibt (mindestens) zwei Quellen in denen die Namensgebung begründet wird.
    In dem Online-Magazin "Zippo-News" findet man immerhin noch die Geschichte zu "Windy". Dieses Mädchen musste gemeinsam mit dem Zippo-Feuerzeug die Sturmtauglichkeit unter Beweis stellen. Da ergab sich der windige Name von selbst.
    Eine andere - ganz interessante Namensgebung ist der Zippo-Club "Zippo Click Collectors". Mit diesem Namen soll natürlich auf das charakteristische "Click" des Feuerzeugs hingewiesen werden; gleichzeitig kann man damit auch den Begriff "Clique" = "exklusiv und eng miteinander verbundene Gruppe von Menschen" assoziieren. Dieser Club wurde 2002 zum 70-jährigen Firmenjubiläum gegründet.
    Und dann gibt es noch eine interessante Namensgleichheit der Zippo "Z-Series" mit einem von IBM heraus gebrachten Grosscomputer mit der Bezeichnung "z/Series". Bei IBM steht diese Bezeichnung für "zero downtime" = "keine Ausfallzeit" bzw. "ununterbrochene Verfügbarkeit". Bei "Zippo" bezeichnet es die bisher nicht verkauften Prototypen des "pre-production-run", also der "Testproduktion". Da die erprobte Technik dabei jedoch nicht verändert wird, sondern lediglich neues Design und neue Materialien ausprobiert werden, ist kein Qualitätsverlust zu befürchten. - Und durch die geringen Produktionszahlen hat Zippo einen neuen Sammlerbereich geschaffen.

    Und nun endlich die Namensgeschichte zu "Zippo":
    ...
    Alles hatte damit begonnen, dass sich im Country Club ein guter Freund seine Zigarette mit einem klobigen österreichischen Benzinfeuerzeug anzündete. Das brachte den Amerikaner George G. Blaisdell darauf, die österreichischen Rechte eines Sturmfeuerzeugs zu kaufen. Er gestaltete das komplette Design und verchromte die Außenhülle. Es fehlte nur noch der Name, und der war schnell gefunden: Die Erfinder Whitcomb Judson und Gideon Sundback hatten wenige Jahre zuvor den Reißverschluss erfunden, den "zipper". So nannte Mr. Blaisdell sein Feuerzeug "Zippo".

    Der "Zipper" wurde bereits 1917 zum Patent angemeldet, allerdings wurden erst 1930 die ersten Kinderkleidungen damit ausgestattet, so dass im Jahre des Zippo, 1932, diese Erfindung gerade so richtig in den Alltag der Amerikaner Einlass fand.

    Nun hätte ich es eigentlich dabei belassen können und den Beitrag zum Namen der Marke "Zippo" abschliessen können. Aber es quälte mich schon wieder die nächste Frage: Was hat es eigentlich mit dem "zipper" = "Reissverschluss" und dem zu Grunde liegenden "zip" auf sich? Das hätte ich nicht tun sollen; denn es eröffnete sich eine riesige Wiese mit vielen bunten Blumen, die alle darauf warteten "gezupft" zu werden. Und nun waren wieder einige Stunden für weitere Recherchen reserviert. Aber fangen wir an und versuchen einen ansehnlichen Blumenstrauch zusammen zu stellen.

    (E?)(L?) http://inventors.about.com/library/weekly/aa082497.htm


    (E?)(L?) http://wohin.heute.de/tagestipp/tipp1326.html


    (E?)(L?) http://wohin.heute.de/tagestipp/tipp319.html


    (E?)(L?) http://science.howstuffworks.com/zipper.htm


    (E?)(L?) http://www.zippo.com/


    (E?)(L?) http://www.zippo.de/


    (E?)(L?) http://www.zippo.de/uploads/Zippo-150_D.pdf


    (E?)(L?) http://www.zippoclick.com/


    (E1)(L2) http://www.zipposales.de/zh.php3


    (E?)(L?) http://www.zippersource.com/parts/definitions.asp
    Auf der Seite "How Zippers Work" findet man viel Interessantes zum "Zipper" und die Zippersource bietet ein kleines "Zipper-Glossar".

    (E1)(L1) http://www.etymonline.com/z1etym.htm
    Auf der Seite von Douglas Harper findet man die Ableitung des "zipper" von "zip" ("zipper" - 1925, probably from "zip").

    (E?)(L?) http://www.google.de/search?q=zip&ie=UTF-8&hl=de&meta=
    Zu dem Begriff "zip" listet Google viele Millionen Treffer. Diese konnte ich leider nicht alle durchsehen.

    (E?)(L?) http://www.sacklunch.net/BibleNames/Z/Ziph.html


    (E?)(L?) http://www.sacklunch.net/BibleNames/Z/Ziphron.html


    (E?)(L?) http://www.sacklunch.net/BibleNames/Z/Zipporah.html


    (E?)(L?) http://www.sacklunch.net/BibleNames/Z/Ziph.html
    Es gibt aich ein paar Namen, in denen "zip" zu finden ist: "Meaning of Bible Names":

    (E?)(L?) http://www.savoy-truffle.de/zippo/


    (E?)(L?) http://www.savoy-truffle.de/zippo/persoenlich.html


    (E?)(L?) http://www.savoy-truffle.de/zippo/Stationen.html
    Der Musiker und Notenerfinder "Thomas Zippo Zimmermann" trägt sogar "Zippo" als Namensbestandteil. Ob er weiss, was es damit auf sich hat?
    Seine ganze Internet-Site und z.B. der Artikel "Ausgewählte Stationen der Popmusik; eine Seminararbeit von 1996" scheinen mir auch einen Besuch zu lohnen.

    Aber woher kommt nun dieses "zip"?

    (E1)(L1) http://www.etymonline.com/z1etym.htm
    Auf der Seite von Douglas Harper findet man:


    (E1)(L1) http://www.worldwidewords.org/topicalwords/tw-zip1.htm
    Auf der Seite von Michael Quinion findet man schon einen kleinen Blumenstrauss, bestehend aus den Begriffen "zip", "zipping", "Zipper", "zip lock", and the tradename "Ziploc", "zip gun", "zipless fuck", "PKZIP".
    Das "zippen" von Daten zu einer "ZIP-Datei" oder einem "ZIP-File" beruht z.B. darauf, dass dabei nicht nur eine sondern mehrere zu einem zusammenhängenden File "gemischt" werden, die dann durch ein "unzip" wieder auseinander genommen werden können.
    Treffend finde ich auch den von Erica Jong geprägten Ausdruck "zipless fuck" für eine kurze, heftige Affäre, bei der die ""zips" wie Blütenblätter wegfallen".
    Mein Bild mit der Blumenwiese ist also gar nicht so falsch.

    (E?)(L?) http://zip4.usps.com/zip4/welcome.htm


    (E1)(L1) http://www.merriam-webster.com/cgi-bin/dictionary


    (E1)(L1) http://www.britannica.com/eb/article?eu=80505&tocid=0&query=zip%20code&ct=
    Der amerikanische "zip code", der unserer Postleitzahl entspricht, ist die Abkürzung für "Zone Improvement Plan".

    (E?)(L?) http://www.wordspy.com/words/zipcodemarketing.asp


    (E?)(L?) http://www.wordspy.com/words/zipperhead.asp


    Im Deutschen findet man das Wort "zip" nicht, aber dennoch stecken die drei Buchstaben in vielen anderen Begriffen. Die Literatur - von "Duden" und "Kluge" bis zu "Paul" stimmen darin überein, dass "Zipfel", "Zopf" und "Zapfen" etymologisch zusammen hängen. Wie schon oben bei Douglas Harper aufgeführt handelt es sich wohl um eine onomatopoetische Wortfamilie die alle Vokale durchspielen kann, also "zap", "zep", "zip", "zop", "zup". Alle diese lautmalerischen Ausdrücke bezeichnen ein "reissen", "zerren", wobei entsprechende Geräusche entstehen.

    So gibt das ai. "stabaka" = "Grasbüschel", "Blumenstrauss" einen Hinweis auf das ausreissen von Pflanzen. Und so könnte der "Zapfen" in indoeuropäischer Vorzeit ein Grasbüschel gewesen sein, der zum Verstopfen von Löchern diente z.B. im Schuhwerk oder in Hauswänden (die ja einst auch aus einem Stroh-Lehmgemisch gefertigt wurden). Aus diesem "Zapfen" hat sich dann der "Zapfen" zum Verschliessen von Weinfässern und Weinflaschen entwickelt. Dabei hat es in den Begriffen "zapfen", "anzapfen", "Zapfhahn", "Zapfsäule" und "Gezapftes" eine Bedeutungsumkehr erfahren, insofern, dass man damit eher die Vorstellung einer Öffnung (des Trinkgefässes) in Verbindung bringt.
    Als "Zapfen" anderer Art hat sich daraus auch der "Tampon" entwickelt, der in alter Zeit - mangels anderer Stoffe - aus zusammengeknüllten Stoffen bestand und auf ein vermutetes frk. "*tappo" = "Zapfen" zurück geführt wird.

    Dem "Zapfen" haben wir auch den "Zapfenstreich" zu verdanken, mit dem ein Offizier das Ende des Bierausschanks kundtat. Und wenn die mehr oder weniger angetrunkenen Soldaten dann in ihre Kassernen stolperten war es meist schon "zappenduster" (also eben so dunkel wie es nach dem "Zapfenstreich" war.
    Heute hat sich der Begriff "Zapfenstreich" derart verselbständigt, dass es mit der ursprünglichen Bedeutung nichts mehr zu tun hat. Oder was hat eine militärische Musikvorführung mit dem Ende des Alkoholkonsums zu tun.

    Auch wenn der "Kluge" die Herkunft als unklar bezeichnet, würde es mich nicht wundern, wenn "zappeln" auch auf die Urbedeutung "reissen" bzw. "hin-und-her-zerren" zurückgeht.
    Mit Sicherheit geht aber das zum Einführen gedachte "Zäpfchen", der kleine "Zapfen" auf die ausgerissenen Grasbüschel zurück.

    Neben den Bier- und Wein-Zapfen gibt es natürlich auch noch den "Eiszapfen" und den "Tannenzapfen" oder den "Kleiderzapfen", die ihre Bezeichnung der äusseren Ähnlichkeit mit dem zum Verschliessen gedachten Zapfen verdanken.

    Spätestens seit die TV-Geräte fern bedient werden können, ist auch der Ameriaknismus "zappen" in die deutsche Sprache gelangt. Und hier spürt man ja auch noch das "Hin-und-hergerissensein" zwischen den verschiedenen Fernsehprogrammen.

    Ein Beispiel zu "zep" ist mir nicht eingefallen. Allerdings könnte der Name "Zeppelin" dessen Träger "Ferdinand Graf von Zeppelin", der auch dem Luftschiff seinen Namen gab, mit dem Namen "Zepp" zusammenhängen, den "Bahlow" auf "zepfen" = "zapfen" zurückführt. Der "Zeppelin" könnte also ein alter Bier- oder Weinschenk gewesen sein.

    Etwas zu weit hergeholt ist es wahrscheinlich, den "Zepter" in diese Wortfamilie zu zerren. Dieser geht nachweislich auf das griech "skeptron" = "Stab" und "skeptein" = "stützen" zurück. Aber wer weiss - der abdichtende "Zapfen" hatte ja auch eine gewisse stützende Funktion.

    (E?)(L?) http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/
    Kommen wir nun zum Ausgangspunkt, dem "zip". Dieses begegnet uns im "Zipfel" = "Spitze" und im "Zipperlein" = "Trippelkrankheit". Der "kleine Zapfen", der im "Rockzipfel", im "Wurstzipfel" und in der "Zipfelmütze" in Erscheinung tritt, ist natürlich auch geeignet, uns an allen Körperstellen zu "stechen" und uns von grossen Sprüngen abzuhalten. Hier findet man auch das engl. "tip" = "Spitze".

    Der "Grimm" führt neben dem Verb "zipfeln" noch viele andere "zip-Begriffe auf:

    ZIP | ziparte | ZIPEL | ZIPEL | ZIPER | ZIPER | ZIPERBAUM | ZIPERBAUM | ZIPERGRAS | ZIPERN | ZIPERWEIN | ZIPF | ZIPF | ZIPF | -ZIPFEL | ZIPFEL | ZIPFELHAUBE | ZIPFELICHT | ZIPFELKAPPE | ZIPFELKAPPENMÜTZE | ZIPFELN | ZIPFELPELZ | ZIPFELPELZPERÜCKE | ZIPFELPELZREUE | ZIPFELPELZTRITT | ZIPFELPELZWEISE | ZIPFELPELZWERK | ZIPFELPELZZEHEN | ZIPFEN | ZIPFEN | ZIPFICHT | ZIPFICHT | ZIPFIG | ZIPFLER | ZIPKORN | ZIPOLLE | ZIPP | zipp, zips | ZIPPAMMER | ZIPPAMMERDROSSEL | ZIPPE | ZIPPE | ZIPPEL | ZIPPEL | ZIPPELER | ZIPPELFEIGE | ZIPPELN | ZIPPELN | ZIPPELN | ZIPPELN | ZIPPELN | ZIPPELN | ZIPPEN | ZIPPENBEERE | ZIPPER | ZIPPER | ZIPPER | ZIPPER | ZIPPEREINLEIN | ZIPPERFISCH | ZIPPERFLINK | ZIPPERFUSZ | ZIPPERGÜNKISCH | ZIPPERICHT | ZIPPERIG | ZIPPERIG | ZIPPERIG | ZIPPERLEIN | ZIPPERLEINKRAUT | ZIPPERLEINKRAUTLEUTE | ZIPPERLEINKRAUTMANN | ZIPPERLEINKRAUTPLAGE | ZIPPERLEINKRAUTSCHMERZ | zipperleinskraut | ZIPPERLICH | ZIPPERLICH | zipperlicht | ZIPPERLICHT | ZIPPERLING | ZIPPERN | ZIPPERN | ZIPPERN | ZIPPERN | ZIPPERN | ZIPPERN | ZIPPHEIT | ZIPPLER | ZIPPORNAIM | ZIPPSCHWESTER | ZIPPZAPP | ZIPRIANER | ZIPRIANISCH | ZIPS | ZIPS | ZIPSEN | ZIPSEN | ZIPSEN | ZIPSEN

    Weiter im Alphabet geht's zum "Zopf", den auf dem Scheitel stehenden Haarspitzen. Erst im Laufe der Zeit wurden daraus die "geflochtenen Haare" und der "Zopf" erhielt die Bedeutung von etwas Geflochtenem. Dass der Zopf ursprünglich nichts mit dem Pflechtwerk und dem Kuchen zu tun hatte, kann man noch an engl. "top" = "Spitze" und dem seemännischen "Topp" = "oberes Mastende" erkennen. Aber mit der französischen Revolution wurde aus dem "Zopf" ein "alter Zopf", den nur noch konservative Anhänger hatte und deshalb "abgeschnitten wurde".

    Bleibt nun noch "zup", das in "zupfen" überlebt hat, womit wir dem anfänglichen lautmalerischen "z*p" wieder ganz nahe gekommen sind.

    Und auch unseren Blumenstrauss haben wir damit einigermassen vollständig. Allerdings fehlt nun noch der Präfix, Infix oder Suffix "-zip-" wie er z.B. in "Antizipatorisches Levirat", "Emanzipation", "Disziplin", "Konzept", "interdisziplinär", "konzipieren", "Prinzip", "Partizip, "rezipieren" vorkommt.

    Leider ist mir auf meinem Rundgang der schon einmal auf dem Etymologie-Portal gesuchte Begriff "Zipfelklatscher" nicht untergekommen. Es könnte sich dabei aber um einen "Waschmann" gehandelt haben. Dann wäre es als herabwürdigende Bezeichnung für einen Mann zu verstehen, da das Waschen und das damit verbunden Wäscheklopfen ja eher als Frauenarbeit angesehen wurde.

    Es ist doch erstaunlich welches Wortfeuerwerk das alte "ZIPPO" entfacht hat.

    Erstellt: 2004-08

    moneymuseum
    Herkunft bekannter Münznamen

    (E?)(L1) http://www.moneymuseum.ch/


    (E?)(L1) http://www.moneymuseum.com/


    (E?)(L1) http://www.moneymuseum.de/


    (E?)(L1) http://www.moneymuseum.com/standard/site_map/sitemap.html
    Die drei Adressen (*.ch, *.com, *.de) führen alle auf die gleiche Start-Seite des schweizerischen Internet-Museum zum Thema Geld
    Das virtuelle Geldmuseum erklärt anschaulich, welche Rolle das Geld zu allen Zeiten spielte; mit Glossar, Spielbank und Chatroom.

    Das moneymuseum bietet zwar eine immense Fülle an Informationen, aber die Struktur ist umso unübersichtlicher.
    Dennoch habe ich einige Seiten gefunden, die interessante Geschichten zu Münznamen enthalten.

    (E1)(L1) http://www.moneymuseum.com/standard/raeume/geld_lieben/ueberlieferung/sprachliches/merkwuerdige_namen/merkwuerdige_namen.html
    Es gibt eine ganze Reihe sehr merkwürdiger Namen für Münzen, die eine kleine Geschichte dazu zu erzählen haben. Manche nehmen auf die Art ihrer Herstellung Bezug, manche auf das Bild oder das Aussehen der Münze, andere wiederum auf besondere Anlässe oder unsaubere Regierungsmethoden des Regenten.

    (E1)(L1) http://www.moneymuseum.com/standard/raeume/geld_machen/bank/geschichte/namen/merkwuerdige_muenzbezeichnungen/merkwuerdig_unten.html
    Die Münzgeschichte kennt eine Vielzahl von merkwürdigen Begriffen und Namen für Münzen. "Angsttaler" "Sterbetaler", "Nachtschilling" und "Plack" zum Beispiel. Oder wie den Glückstaler mit Fortuna hier links abgebildet.


    (E1)(L1) http://www.moneymuseum.com/standard/raeume/geld_machen/bank/geschichte/muenzen_in_redewendungen/sprueche.html"
    Haben Sie sich auch schon manchmal gefragt, warum man ausgerechnet sein Scherflein zu etwas beiträgt? Warum man alles auf Heller und Pfennig bezahlen soll? Warum ein solider Gegenstand aus echtem Schrot und Korn ist? Warum man sich um so einiges keinen Deut schert? Deut | Heller und Pfennig | Scherflein | | Schrot und Korn

    Oder wer weiss, was es ursprünglich bedeutete, wenn man "etwas auf die hohe Kante legen" will? Heute meint man damit, dass man etwas sparen will. In früheren Zeiten hatten die Tische der Ratsherren einen hochstehenden Rand. Die Abgaben und Steuern, die für den Stadtsäckel zum Sparen bestimmt waren, legte man auf die Eckkante der Tische. So wurde das "Legen auf die hohe Kante" zum Synonym für Sparen. Diese Geschichte wird in Kiel und Lüneburg erzählt.
    Warum reicht es, mit 5 Pfennig zu bezahlen, wenn man für einen "Sechser" Lakritze haben will? Den meisten Leuten ist bekannt, dass ein "Groschen" eine 10-Pfennig-Münze ist. Aber woher stammt das Wort?

    (E1)(L1) http://www.moneymuseum.com/standard/raeume/geld_machen/bank/geschichte/namen/etymologisches/etymologisches.html"
    In Märchen schleppt der Held so manchen "Batzen" mit sich herum. Dagobert Ducks "Taler" häufen sich zu gigantischen Bergen. Den Schweizern sind "Rappen" und "Vreneli" gut bekannt. Die Amerikaner bezahlen heutzutage kaum noch mit "Cash". In Deutschland bekommt man 10 "Pfennige" für seinen "Groschen". Bevor der "Euro" in unsere Finanzwelt Einzug gehalten hat, galt an seiner Stelle bis zum 31.12.1998 der "Ecu" als Rechnungseinheit. Diese und viele andere Wörter sind schon sehr alt. Wie entstanden sie? Dazu hier mehr:
    Batzen | Biessli (Piécette) | Pfennig | Groschen | Cash | Obolus | Mark | Pfund | Franken | Rappen | Penny (Plural Pence) | Taler | Ecu | Vreneli | Stäbler | Farthing | Laubtaler auch Lorbeertaler und Franzgeld genannt | Sechser

    (E?)(L?) http://www.moneymuseum.com/standard_etage_2/raeume/mittelalter/texte/islam/geschichte_arabisch/content.html
    Arabische Geschichte - Kurzführung Etymologie | Wer ist Araber? | Ursprungsland Arabien | Zentralarabien | Nordarabien | Mohammed | Der Koran | Die Pfeiler des Islam | Islamische Kunst | Die Omaijaden-Dynastie | Die Eroberungen | Das Abbassiden-Kalifat | Aufstieg der Städte | Die Entfaltung der arabischen Kultur | Die Arabisierung | Al-Andalus | Die Berber | Die Dynastien Ende des 11. Jahrhunderts | Das Osmanische Reich | Eine Welt der Gegensätze

    Etymologie
    Die Herkunft des Wortes "Araber" ist ungewiss. Die ältesten Quellen finden sich in den assyrisch-babylonischen und hebräischen Schriften des 9. Jhdts v. Chr. Das griechische Wort "saracenoi" ist in "saraceni" latinisiert worden und so schliesslich als "Sarazenen" in die deutsche Sprache eingegangen. Alles Namen für in Arabien heimische Bevölkerungsgruppen.

    (E?)(L?) http://www.moneymuseum.com/standard_etage_3/raeume/mildenberg/
    Traumsammlung Mildenberg - Aus meiner Traumsammlung griechischer Münzen
    Ein Vortrag von Leo Mildenberg, Zürich
    1. Das Material. - Es stammt aus öffentlichen Sammlungen, privaten Sammlungen und Auktionskatalogen.
    2. Traumsammlung - Was heisst das?
    Das ist die Sammlung, von der ich träume und die ich mir kaufen würde, wenn ich Sammler wäre.
    Die Münzen sind für mich unerschwinglich, aber an ihren Abbildungen kann ich mich freuen, und zwar an den schwarz-weissen wie den farbigen.

    (E?)(L?) http://mm3.moneymuseum.com/quiz/index.jsp?lang=de
    Die Quizze des MoneyMuseums:
    Einführung | Geldwissen | Grundwissen MoneyMuseum | Allgemeinwissen | Aus unserer Münzsammlung | Aus unseren Publikationen | Auswertung | English

    Erstellt: 2004-08

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Ehrismann, Otfrid
    Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter

    Ehre und Mut, Aventiure und Minne
    Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter
    von Otfrid Ehrismann, Albrecht Classen, Winder McConnell, Winder MacConnell
    Broschiert - 275 Seiten - C.H.Beck
    Erscheinungsdatum: Oktober 1995

    Erstellt: 2004-08

    Aus Anlass der Buchempfehlung im Newsletter 2004-08 sei als Beispiel ein kurzer Abschnitt aus "Otfrid Ehrismann - Ehre und Mut, Aventiure und Minne" widergegeben.


    "ritter - Der höfische Krieger"

    Als Bezeichnung für einen Krieger erschien neben den Wörtern wie "degen", "wîgant", "helt" oder "recke" erstmals in Handschriften des 11. Jahrhunderts das Wort "riter" als Entsprechnung zu lat. "miles", unter dessen Einfluss es sich offenbar entfaltete (Brogsitter 1977). Es bezog sich hauptsächlich auf den Kriegsdienst zu Pferde. (-> dienest).
    ...
    "Rit(t)er konzentrierte sich auf die Bezeichnung für schwer bewaffnete und auserlesene Reitertruppen. Zu Ende des 12. Jh. Wurden auch Dienstleute grosser Herren und Söldner als "rit(t)er" bezeichnet.
    ...

    Insgesamt ist der Artikel 11 Seiten lang.

    Erstellt: 2004-08




    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-08-29 - 2004-09-05





    Insbesondere zu "Rhein", "schleterkadavski" und "Konfirmandenblase" konnte ich keine verbindlichen Hinweise finden. Ich würde mich freuen, wenn jemand dazu einen Hinweis beitragen könnte.


    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-09-05 - 2004-09-12



    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-09-12 - 2004-09-19






    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-09-19 - 2004-09-26



    Das Wort des Monats September ist "Casanova"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten geht es heute um die beim "Zwiebelfisch" zu findenden Themen "Amerikanismen" und "/-Innen".

    spiegel - Amerikanismen

    (E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,297352,00.html
    Interessant an diesem Artikel des "Zwiebelfisch" ist der Hinweis auf "Amerikanismen", die sich nicht in übernommenen Wörtern zeigen sondern in der Übernahme englischer/amerikanischer Formulierungen. Äusserlich sieht man diesen keinerlei Beeinflussung an, aber innerlich sind sie geprägt von englischer/amerikanischer Sprachkultur.
    So lehnt sich das deutsche "etwas erinnern" (statt "sich an etwas erinnern") an das engl. "I rememeber" an. Das engl. "to meet someone" wird zu dt. "jemanden treffen" statt "sich mit jemandem treffen". Weiter Beispiele sind "das macht Sinn" (statt "das ist sinnvoll", "Ich denke" (statt "ich meine") oder "einmal mehr" (statt "noch einmal").
    Schlimm wird es allerdings, wenn im Deutschen der Sinn verfälscht wird, wie in "Sind Sie bequem?", statt "Sitzen Sie bequem?". Oder "Ich rufe Sie zurück." statt "Ich rufe Sie wieder an.".
    Weitere Beispiele schleichender Amerikanismen sind Ausdrücke wie "Halbzeit zwei", "Minute 68", Weltkrieg II" oder "in 2004".

    Lesen Sie diesen Artikel und achten Sie zukünftig auf solche sprachlichen Unterwanderungen.

    Erstellt: 2004-09

    -Innen (W3)

    (E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,293425,00.html
    Bastian Sick stellt auf dieser Seite die Frage, warum zwar darauf geachtet wird, dass es "KollegInnen" und "StudentInnen" gibt, aber auf die Existenz von "ProletarierInnen" oder gar "VerbrecherInnen" gerne verzichtet wird. Als wortgeschichtlichen Hinweis auf das Auftreten der "-Innen" findet man: 100 Jahre Frauenbewegung haben unsere Gesellschaft deutlich verändert - und unsere Sprache auch.

    Erstellt: 2004-09

    Zwiebelfisch (W3)
    Zweifelsfälle der deutschen Sprache

    (E?)(L?) http://www.spiegel.de/zwiebelfisch/


    (E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,256454,00.html


    (E?)(L?) http://www.zwiebelfisch-magazin.de/


    (E?)(L1) http://www.typolexikon.de/z/zwiebelfische.html
    Die Bezeichnung "Zwiebelfisch" geht in diesem Fall nicht auf den Karpfenfisch "Ukelei", mit der wissenschaftlichen Bezeichnung "Alburnus alburnus" zurück.
    Dieser "Zwiebelfisch" kommt aus der Druckersprache und bezeichnet einen


    Buchstaben innerhalb eines Wortes, der (versehentlich) in einer falschen Schriftart gesetzt wurde. Irgendjemand hatte mal die Assoziation, dass ein Haufen durcheinander geratener Schrifttypen wie ein Schwarm Zwiebelfische aussehe. (Anm.: Also geht es letztlich doch auf den realen "Zwiebelfisch" zurück.) Da die Setzersprache bildhafte Ausdrücke sehr schätzt (man denke an "Hurenkind" und "Schusterjunge"), hat sich der "Zwiebelfisch" als Bezeichnung für falsch gesetzte Lettern etabliert. Und da diese Kolumne es sich zur Aufgabe gemacht hat, "falsch gesetzte" Wörter in deutschen Texten aufzuspießen, also "Zwiebelfische" im übertragenen Sinn, schwamm ihr der Name buchstäblich zu.

    Die Idee, den Begriff "Zwiebelfisch" aus der Buchdruckersprache auf einen weiter gefassten sprachlichen Kontext zu übertragen, ist allerdings nicht ganz neu. Bereits 1910 gründete Franz Blei eine bibliophile Zeitschrift für Literatur und Kunst dieses Namens, die von 1911 an im Münchner Hyperion-Verlag von Hans von Weber und dessen Sohn fortgeführt wurde, bis ihr Erscheinen 1934 eingestellt wurde. Nach dem Krieg lebte die Zeitschrift kurzzeitig wieder auf, und zwar von 1946 bis 1948.

    Heute ziert der Name "Zwiebelfisch" einen kleinen Buchverlag in Berlin, ein Magazin für Gestaltung von der Freien Hochschule für Grafik-Design in Freiburg, eine seit über 30 Jahren bestehende Kneipe in Berlin Charlottenburg sowie etliche Kochrezepte, in denen Fischfilet und jede Menge Gemüsezwiebeln eine Rolle spielen.


    Bastian Sick bietet auf den "SPIEGEL"-Seiten unter der Bezeichnung "Zwiebelfisch" ein Glossar zu den Zweifelsfällen der deutschen Sprache - basierend auf den am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser zu Stil, Rechtschreibung und Grammatik.

    Bei "Kiepenheuer & Witsch" ist auch ein Buch mit 47 ausgewählten Artikeln unter dem Titel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" erschienen.
    Sämtliche "Zwiebelfisch"-Texte sind auch auf der angegebenen Seite abrufbar.

    In den Rubriken "Der Zwiebelfisch | Zwiebelfischchen | Post | Fragen | ABC" findet man viele Artikel rund um die deutsche Sprache. Neben grammatischen Fragen und Antworten findet man auch viele etymologisch interessante Hinweise.

    Eine Gesamtübersicht auf einer Seite vermisse ich, und es wird auch nicht ganz klar, was der Unterschied zwischen den Artikeln unter "Zwiebelfisch" und den Artikeln unter "Zwiebelfischchen" ist. Zu beachten ist auch, dass alle Rubriken mehrere "Übersichtsseiten" haben, die man nacheinander mit "WEITERE ARTIKEL" am Ende der Seite erreicht. - Kurz: Ich finde die Navigation etwas umständlich, und auch mit einem ISDN-Zugang etwas zeitraubend.
    Dennoch ist dieses Angebot des "SPIEGEL" sehr zu empfehlen.

    Die Rubrik "Der Zwiebelfisch" behandelt vorwiegend grammatische Problemfälle. Darunter findet man (aber) immer wieder auch allgemeine sprachliche Anhandlungen und eben auch etymologische Hinweise.
    Beispiele dazu sind auf dem Etymologie-Portal z.B. unter "Amerikanismen (spiegel)" und "-Innen" zu finden.

    Die Rubrik "Der Zwiebelfisch" enthielt am 2004-09-12 folgende Beiträge:

    Die Rubrik "Zwiebelfischchen" behandelt vorwiegend sprachliche Unglücksfälle. Diese sind meist mit einem Bild aus Werbung, Verkehrszeichen oder sonstigen öffentlichen Hinweisen belegt. Als etymologisches Beispiel sei hier auf die Abbildung von Winston Churchill hingewiesen, als er das "V-Zeichen" = "Sieges-Zeichen" (= "Victory-Zeichen") macht. Die Verbreitung dieses Handzeichens wird immer wieder mit ihm in Verbindung gebracht.

    Die Rubrik "Zwiebelfischchen" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:

    Die Rubrik "Post" enthält (thematisch sortierte) Mitteilungen der Leser zu den Artikeln des "Zwiebelfisch". Hier habe ich kaum etymologisch interessante Hinweise gefunden. Aber wussten Sie, dass es einen Ort "Welt" gibt? (E?)(L?) http://www.gemeinde-welt.de/


    Die Rubrik "Post" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:

    Die Rubrik "Fragen" enthält Fragen der Leser an den "Zwiebelfisch" und die Antworten des "Zwiebelfisch". Diese Rubrik scheint mir die meisten etymologisch interessanten Hinweise zu enthalten. Leider ist gerade dieser Bereich noch sehr ausbaufähig. Beispiele finden Sie auf dem "Etymologie-Portal" unter "Nagelprobe", "Puff", "Silvester" und "Faust - wie die Faust auf's Auge".

    Die Rubrik "Fragen" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:


    Die Rubrik "ABC" enthält das (Online-)Abc, das ständig erweitert wird. Jede Woche kommen neue Einträge hinzu, so dass es allmählich zu einem Nachschlagewerk heranwächst. Sollten Sie Ihr Lieblingsstichwort vermissen, so schreiben Sie es uns. Wir werden uns bemühen, es bei nächster Gelegenheit in das Abc einzubauen. Die Neueinträge werden jeweils unter dem aktuellen "Zwiebelfisch"-Artikel und den "Zwiebelfischchen" angekündigt.


    Die Rubrik "ABC" enthielt am 2004-09-12 folgende Beiträge:

    Erstellt: 2004-09

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Sick, Bastian
    Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

    Broschiert - 256 Seiten - Kiepenheuer & Witsch
    Erscheinungsdatum: September 2004


    ... So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, ...


    Erstellt: 2004-09




    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-09-26 - 2004-10-03



    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-10-03 - 2004-10-10






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-10-10 - 2004-10-17



    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-10-17 - 2004-10-24








    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-10-24 - 2004-10-31



    Das Wort des Monats Oktober ist "Kiez"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Als Wortgeschichten habe ich mir heute vorgenommen:
    cloaking | cybersquatting | PageRank | Suchbegriff

    Kloake
    Kloake (W3)

    (E?)(L?) http://beat.doebe.li/bibliothek/w01182.html


    (E?)(L?) http://www.internet-marketing-hilfe.de/suchmaschinen-marketing/suchmaschinen-spam-melden.html


    (E?)(L?) http://www.spiderhunter.com/tutorials/3/


    (E?)(L?) http://www.suchmaschinentricks.de/technik/cloaking.php3


    (E?)(L?) http://www.webopedia.com/TERM/c/cloaking.html
    In unserer Gesellschaft werden nicht diejenigen diskriminiert, die den Abfall produzieren, sondern diejenigen, die ihn beiseite räumen. Und genau dieses Schicksal hat auch die "Kloake" erlitten. Ursprünglich war sie angetreten als Saubermann. Abgeleitet von lat. "cluere" = "reinigen" war sie lat. "cloaca", "cluaca" = "reinigender (Kanal)". Aber der Umgang mit Schmutz macht nun mal schmutzig. Und bald wurde aus dem "Meister Proper" ein "dreister Klopper". Der Wasserkanal wurde überdacht und verkam zum stinkenden Abwasserkanal. Und aus dem "Saubermann" wurde ein "Klabautermann".

    Aber das alte lat. "cluere" kam im Internet nochmal zu neuen "Ehren" - als Amerikanismus "cloaking". Von "cloaking" spricht man, wenn sich eine Intenet-Site dem Roboter einer Suchmaschine anders präsentiert als einem normalen Website-Besucher. Wenn man die Wortherkunft betrachtet, müsste dies heissen, dass der Suchmaschine eine "bereinigte" Fassung angeboten wird, um eine gute Bewertung zu erhalten und dem normalen Besucher wird eine verschmutzte Seite dargeboten. Möglicherweise ist es aber auch genau umgekehrt.

    Interessant ist noch zu erwähnen, dass "cloaking" noch einen kleinen Umweg über die Milchstrasse gemacht hat. Die Klingonen benutzten es, um ihre Raumschiffe unsichtbar zu machen.


    The word "Cloak" comes from Star Trek where the Klingons were capable of "cloaking" their ships invisible. There are three main types of cloaking: IP based, User Agent based, and the combination of those two. ...


    Da schwingt dann schon eine völlige Bedeutungsänderung mit: vom "sauber machen" zum "(überdeckten) Schmutzkanal" zum "verstecken". - Wenn da nicht doch "Meister Proper" seine Putzlappen im Spiel hatte?

    Erstellt: 2004-10

    cybersquatting, squat, squatter, esquatir, quatir, ausquetschen, quetschen, quatschen (W3)

    (E1)(L1) http://www.etymonline.com/index.php?l=s&p=35


    (E?)(L?) http://www.internet-marketing-hilfe.de/suchmaschinen-marketing/suchmaschinen-spam-melden.html


    (E?)(L?) http://owad.de/owad-archive-quiz.php4?id=390


    (E?)(L?) http://squat.net/


    (E?)(L?) http://www.tipz.net/cybersquating.htm


    (E?)(L?) http://www.webopedia.com/TERM/C/cybersquatting.html


    (E?)(L?) http://www.wordspy.com/words/cybersquatting.asp


    (E?)(L1) http://www.www-kurs.de/gloss_c.htm#Cyber-Squatting


    (E?)(L?) http://www.yourdictionary.com/wotd/wotd.pl?word=litigious
    Das engl. "squat" wanderte aus Frankreich ein. Das altfrz. "esquatir" = "zerquetschen", "auspressen" setzte sich zusammen aus "es" = "aus" (das auf lat. "ex" zurückgeht) und "quatir" = "flach machen". Das frz. "quatir" = "pressen" geht weiter zurück auf lat. "coactus", von "coager" = "(zusammen-)pressen". Dieses wiederum setzt sich zusammen aus "co" = "zusammen" und "ager" = "handeln", was wir auch im dt. "agieren" kennen. Komprimiert kann man also "squat" mit "ex-co-ager" = "auseinander-ziehen-zusammen-drücken" ("auseinander-machen-zusammen-machen") widergeben.
    Heute wird "squat" mit "kauern", "hocken" übersetzt.
    Nicht ganz unpassend wurde "Squatter" zur Bezeichnung für "Hausbesetzer" ("squat" = "to illegally occupy an empty house or flat"). Geht es dabei doch immer in unterschiedlicher Art und Weise um "Erpressung", "sich niederlassen", "sich breit machen" und wenn das "sich ausbreiten" misslingt schliesslich oft um "flach machen".

    Aus der Hausbesetzerszene hat das Wort wohl auch seinen Weg ins Internet geschafft. Dort bezeichnet "cybersquatting" eine (unrechtmässige) Aneignung einer fremden Domain, teilweise auch mit leichten (absichtlichen) Rechtschreibfehlern. So kann man von Internetseiten mit vielen Besuchern einen Teil zu eigenen Seiten ableiten. Ein kleiner Tippfehler und schon ist man auf einer Dialer-Site.

    Wer etwas Phantasie hat erkennt also in "cybersquatting" ein echtes "squat-Wort". Zuerst wurde "ex-co-ager" zusammengezogen zu "squat" und dann wieder äusserlich und innerlich auseinandergedrückt zu "cyberquatting" = "Internet-Domain-Besetzer".

    Das dt. "ausquetschen" dürfte dagegen besser davon gekommen sein. Es wurde weniger gequetscht und weniger ausgequetscht, sondern behielt in etwa Form und Inhalt. Und "quatschen" kann man auch besser verstehen als "etwas (verbal) breit treten".
    Allerdings sollte ich korrekterweise darauf hinweisen, dass sich sowohl der "Duden" als auch der "Kluge" schwer tun, diesen Zusammenhang herzustellen. Immerhin bringt der "Duden" das dt. "quetschen" noch mit dem frz. "quasser" = "zerdrücken", "zerbrechen" in Verbindung.
    Wenn man diesen Zusammenhang akzeptiert, dann findet man im Deutschen auch ein paar wortwörtliche "squat-Wörter", wie z.B. die "Quasselstrippe", die "Quetschkommode" oder den "Quatsch-Comedy-Club" in Berlin.
    Hierüber könnte man sich durchaus noch weiter auslassen.

    [squat!net] ist ein internationales HausbesetzerInnen und Wagenburgenmagazin im Internet. Verschiedene Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen (also "Squatters", Computerfreaks, Punks und so) versuchen hier Aktuelles und Wichtiges über Freiräume und Squats anzuhäufen.

    (E?)(L?) http://www.gutenberg.org/ebooks/516
    Von "Robert Louis Stevenson" (1850-1894) gibt es einen Roman "The Silverado Squatters", der im Gutenberg online zur Verfügung steht.

    Erstellt: 2004-10

    PageRank, PR, WebRank, WR (W3)

    (E?)(L?) http://www.abseits.de/linkpopularitaet.htm


    (E?)(L?) http://www.internet-marketing-hilfe.de/suchmaschinen-marketing/link-popularity.html


    (E?)(L?) http://www.kso.co.uk/de/pagerank.html


    (E?)(L?) http://www-db.stanford.edu/%7Ebackrub/google.html


    (E?)(L?) http://www.google.de/intl/de/why_use.html
    Man sollte ja meinen, dass es sich hier um den "Rang einer Seite" im Internet handelt. Und in etwa ist es das auch. Da jedoch eher komplette Angebote also die "Site" beurteilt wird müsste es eigentlich "SiteRank" heissen.
    Die Abkürzung "PR" könnte auch "Public Relation" bedeuten. Und auch das hängt mit dem PageRank zusammen.
    Der "PageRank" hat seinen Namen allerdings von einem seiner Entwickler "Larry Page" übernommen.

    ...
    "PageRank"TM ist das Herzstück von Google's System, Webseiten zu beurteilen. Es wurde von den Google-Gründern "Larry Page" und Sergey Brin an der US-Universität von Stanford entwickelt. Unter Experten wird "Google PageRank" gerne als "PR" abgekürzt.


    ...
    Eine Suchmaschine, bei der die Linkpopularität besonders stark in das Ranking der Treffer eingeht, ist Google. Eine Darstellung des Algorithmus ("PageRank"), mit dem unter anderem Google Seiten bewertet, findet sich im Aufsatz "The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine" von Sergey Brin und "Lawrence Page", Computer Science Department, Stanford University, Stanford, CA 94305, USA, Ziffer 2,1, und wurde 1998 erstmals veröffentlicht. Das "Page" im Name "PageRank" hat nichts mit "Seite" zu tun, sondern bezieht sich auf den Namen eines der beiden Autoren, "Lawrence Page".
    ...

    Erstellt: 2004-10

    Suchbegriff, Suche, suchen, Begriff

    (E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/w/wiki.phtml?PHPSESSID=06b5d73a1fd9cf3182f878c39fd8350f&search=suchbegriff


    (E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Suchen
    Bei diesem "Begriff" muß man gleich zweimal "suchen".
    Die Wurzeln von "suchen" kann man wirklich suchen. Über verschiedene mittelhochdeutsche und germanische Formen geht es zurück zu "*sak-a-st" = "rechten", "streiten"; im Lateinischen ist es zu finden als "sagire" = "spüren" und im Hethitischen als "sak(k)", "sek(k)" = "wissen", "erfahren", "merken".
    Der "Kluge" bringt es in Verbindung mit dem "Wittern" des Hundes, das sowohl als "Suchen" als auch als "Führen" aufgefasst werden kann.
    Und nun suchen wir noch den "Begriff", der mit "begreifen" zu tun hat. Das ahd. "bigrifan" war noch ganz konkret "ergreifen", "umgreifen". Danach beginnt dann auch die Auffassung im übertragenen Sinn "verstehen".
    Zusammenfassend kann man sagen, dass man also schon etwas vorzuweisen hat, wenn man weiss wonach man sucht. Das Ziel ist schon 'mal klar - wir wissen nur noch nicht, wo's lang geht.

    Erstellt: 2004-10

    google - Zeitgeist bei Google - Wörter des Jahres - Suchbegriffe des Jahres

    (E?)(L?) http://www.google.com/press/zeitgeist.html


    (E?)(L?) http://www.google.com/press/zeitgeist2003.html


    (E?)(L?) http://www.google.com/press/zeitgeist2002.html


    (E?)(L?) http://www.google.com/press/zeitgeist2001.html


    (E?)(L?) http://www.google.com/press/zeitgeist/archive.html


    (E?)(L?) http://www.heise.de/newsticker/data/anw-18.12.02-006/
    mit den Top des Jahres 2001-2003
    mit den zehn häufigsten Suchanfragen der aktuellen Woche
    Statistiken zu Betriebssystemen, zur verwendeten Sprache , mit der bei Google gesucht wird
    Auch ein Archiv gibt es: Archived information
    Was Google "Zeitgeist" nennt (auch in der US Version), verraet uns stets und immer aktuell etwas über die Befindlichkeit der westlichen Welt. Hier nämlich sind die wichtigsten Suchbegriffe aufgeführt.
    Ausserdem kann man erfreut feststellen, das inzwischen 10% der Suchanfragen in deutscher Sprache gestellt werden. Alle anderen ausserhalb des Englischen müssen zurückstehen.

    Interessant ist auch, dass Google zur Bezeichnung dieses Angebots den Germanismus "Zeitgeist" verwendet.

    Zeitgeist Explained...
    zeit·geist | Pronunciation: 'tsIt-"gIst, 'zIt | Function: noun | Etymology: German, from Zeit (time) + Geist (spirit) | Date: 1884 | Meaning: the general intellectual, moral, and cultural climate of an era


    Erstellt: 2004-10

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Iburg, Anne
    Käse-Lexikon

    Dumonts Kleines Käselexikon
    Herstellung - Herkunft - Sorten - Geschmack
    Gebundene Ausgabe - DUMONT monte Verlag
    Erscheinungsdatum: April 2003

    Vor einigen Wochen habe ich ein kleines Käse-Lexikon entdeckt in dem auf 300 Seiten einige Käsesorten mit Typ, Herkunft und Verarbeitung, Merkmale, Herstellung und Historisches vorgestellt werden. Für Käseliebhaber ist es ein ansprechender kleiner Ratgeber. Zusätzlich findet man aber in der Rubrik "Herkunft und Verarbeitung" meist auch Hinweise zur Namensgebung, sei es der Name eines Klosters, einer Landschaft, eines Alpentals oder auf Grund seines Aussehens. Also - auch ein Buch für alle, die wissen wollen, warum ein Käse so heisst wie er heisst.

    Folgende Käsesorten sind in dem Buch versammelt:

    Abondance | Allgäuer Bergkäse | Altenburger Ziegenkäse | Appenzeller | Asiago d'allevo | Azeitao | Backsteinkäse | Beaufort | Bierkäse | Bleu d'Auvergne | Bleu de Bresse | Bleu de Gex | Bleu du Haut-Jura | Bleu du Vercors-Sassenage | Brie | Brie de Meaux | Brie de Melun | Brocciu | Bûchette d'Anjou | Cabrales | Caciocavallo | Camembert de Normandie | Chantal | Chabichou du Poitou | Chaource | Cheddar | Cheshire | Chester | Chevrotin | Coeur de Selles | Comté | Crottin de Chavignol | Coulommiers | Deutscher Brie | Deutscher Camembert | Deutscher Edamer | Deutscher Gouda | Edamer | Ekte Gjetost | Emmentaler | Epoisses de Bourgogne | Esrom | Feta | Five Counties | Fontina | Fougeru | Fourme d'Ambert | Frischkäse, Koerniger | Gjetost | Gorgonzola | Gouda | Grana Padano | Graukäse | Greyezer | Gruyère | Havarti | Herrgardost | Herve | Jarlsberg | Kefalotiri | Laguiole | Langres | Leerdamer | Limburger | Livarot | Maasdammer | Mahón-Menorca | Mainzer Käse | Majorero | Manchego | Maroilles | Mascarpone | Mondseer | Montasio | Mont d'Or | Morbier | Mozzarella | Munster | Neufchatel | Norgold | Ossau-Iraty Brebis-Pyrénées | Parmigiano Reggiano | Parmesan | Passendale | Pavé blésois | Pavé Touraine | Pecorino Romano | Pélardon | Pico | Picodon | Pont-l'Evêque | Pouligny Saint-Pierre | Provolone valpadana | Quark | Raclettekäse | Rahmfrischkäse | Reblochon de Savoie | Ricotta | Rocamadour | Romadour | Roncal | Roquefort | Sage Derby | Sainte-Maure | Sainte-Maure de Touraine | Saint-Nectaire | Salers | Samso | Sao Jorge | Sbrinz | Schabziger | Schichtkäse | Selles-sur-Cher | Serra da Estrela | Steinbuscher | Steirerkas | Stilton | Svecia | Taleggio | Tête de Moine | Tetilla | Tilsiter | Tollenser | Vacharin du Haut-Doubs | Vacharin Mont d'Or | Valencay | Weisslacker | Wilstermarschkäse | Zamorano | Ziegenbrie | Ziegencamembert | Ziegengouda | Ziegenkäserolle

    Erstellt: 2004-10




    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-10-31 - 2004-11-07






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-11-07 - 2004-11-14






    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-11-14 - 2004-11-21






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-11-21 - 2004-11-28



    Das Wort des Monats Dezember ist "Playboy"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Statt einzelner Wortgeschichten füge ich einige Abschnitte aus der heutigen Link- bzw. Buchempfehlung ein:

    Beispiele aus: Hermann Paul: Prinzipien der Sprachgeschichte

    (E1)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/paulka04.htm

    ...
    Die angeführten Beispiele zeigen, dass die ältere allgemeinere Bedeutung neben der jüngeren spezielleren ungestört fortbestehen kann. In anderen Fällen ist die erstere untergegangen. Unser Fass hat ursprünglich jede Art von Gefäss bezeichnet (vgl. noch Zusammensetzungen wie Salzfass, Tintenfass etc.); Miete ist ursprünglich überhaupt »Lohn«, »Vergeltung«; List ist noch im Mhd. = »Klugheit« ohne üblen Nebensinn, Reue = »Seelenschmerz« überhaupt, Hochzeit = »Festlichkeit«; Brunnen ist früher = »Quell«, ohne dass eine künstliche Einfassung dabei zu sein braucht (vgl. noch Sauerbrunnen u. dgl.); Lehen ist ursprünglich überhaupt »etwas Geliehenes« (vgl. Darlehen); genesen bedeutet ursprünglich überhaupt »am Leben bleiben«, »mit dem Leben davon kommen«, z. B. auch in einem Kampfe, einer Hungersnot; nähren ist eigentlich das Kausativum dazu, bedeutet also ursprünglich »am Leben erhalten«, z. B. auch mit Bezug auf die Tätigkeit des Arztes oder den Schirm im Kampfe.
    ...


    (E1)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/paulka11.htm

    ...
    Bei der Wendung in die Schanze [218 Elftes Kapitel. Bildung neuer Gruppen.] schlagen denkt man kaum daran, dass man es mit einem andern Worte als dem gewöhnlichen Schanze zu tun hat; es ist = franz. chance.
    ...
    Seltener ist es, dass ein Wort als Ableitung von einem andern gefasst wird, mit dem es ursprünglich nichts zu schaffen hat. Nhd. Sucht wird vom Sprachgefühl als zu suchen gehörig empfunden, ist aber hervorgegangen aus mhd. suht (= got. sauhts), das mit mhd. suochen (got. sôkjan) nichts zu schaffen hat. Die neuhochdeutsche Anlehnung an suchen ist ausgegangen von Kompositis wie Wassersucht, Mondsucht, Gelbsucht, Schwindsucht, Eifersucht, Sehnsucht, Ehrsucht etc., die man als Begierde nach dem Wasser, nach dem Monde, gelb zu werden, zu eifern etc. auffasste. H. Sachs fasst -sucht noch als Krankheit, wenn er sagt wann er hat auch die Eifersucht. Vgl. dagegen den bekannten Spruch Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Laube hat mit Laub, wozu es jetzt gezogen wird, nichts zu schaffen, da die Grundbedeutung »gedeckter Gang« ist. Laute wird als zu Laut gehörig empfunden, ist aber ein aus dem Arabischen stammendes Lehnwort. Bei hantieren aus franz. hanter denkt man an Hand, bei fallieren aus franz. faillir an fallen, bei beschwichtigen, niederdeutscher Form zu mhd. swiften, an schweigen, bei schmälen (eigentlich schmal, klein machen) an schmähen. Herrschaft, herrlich, herrschen sind aus hehr abgeleitet (daher mhd. hêrschaft etc.), werden aber jetzt auf Herr bezogen, womit sie ursprünglich nur indirekt verwandt sind.
    ...


    Erstellt: 2004-11

    spiegel - Paul, Hermann
    Prinzipien der Sprachgeschichte

    (E?)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/autoren/paulh.htm


    (E1)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/paulinha.htm
    Im Projekt Gutenberg findet man auch eine Kurzbiografie von Paul Hermann und seine "Prinzipien der Sprachgeschichte" im Volltext.
    Hermann Paul - Geboren am 7.8.1846 in Salbke bei Magdeburg; gestorben am 29.12.1921 in München.
    Paul war Professor für Germanistik in Freiburg i.Br. und München, einer der Junggrammatiker, Mitbegründer (1876) und Mitherausgeber der Zeitschrift »Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur«, Herausgeber des »Grundriß der germanischen Philologie« (2 Bde., 1891-93) und Begründer (1881) der »Altdeutschen Textbibliothek«.
    Werke u.a.:

    Im Projekt Gutenberg-DE vorhanden: Prinzipien der Sprachgeschichte
    Besonders die Kapitel scheinen mir in etymologischer Hinsicht interessant zu sein.
    Aber vermutlich enthalten alle Kapitel auch interessante etymologische Hinweise. Ich werde die einzelnen Kapitel, sobald ich sie gelesen habe, in die entsprechenden Rubriken des "Etymologie-Portals einordnen.
    So handelt z.B. das Elfte Kapitel "Bildung neuer Gruppen" in weiten Teilen von "Volksetymologie", mit vielen Beispielen falscher etymologischer Zuordnungen. Dieses Kapitel habe ich entsprechend schon in die Rubrik "DE - Falsche Freunde" aufgenommen.

    Erstellt: 2004-11

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Hermann Paul
    Prinzipien der Sprachgeschichte

    Wer statt der Online-Version lieber ein Buch in die Hand nimmt, kann die "Prinzipien der Sprachgeschicht" von "Hermann Paul" auch als broschierte Ausgabe (Niemeyer, Tübingen) erhalten.

    Erstellt: 2004-11

    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2005-11-28 - 2005-12-05



    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-12-05 - 2004-12-12



    Suchbegriffe und neue Wörter der Woche
    2004-12-12 - 2004-12-19






    Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche
    2004-12-19 - 2004-12-26



    Das Wort des Monats Dezember ist "Keks"

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/
    Die Wortgeschichte von Professor Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

    Wortgeschichten

    (E1)(L1) http://www.etymologie.info/


    Schabab (W3)

    (E3)(L1) http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/text/band3/@Generic__BookTextView/94666;cs=default;ts=default;pt=94666;lang=de;nh=1?DwebQuery=schabab+inside+%3CORTH%3E#X


    (E?)(L?) http://www.ub.uni-bielefeld.de/cgi-bin/button.cgi?pfad=/diglib/adelung/grammati/3/jpeg/&seite=00000655.jpg&werk=


    Das mitlerweile schon wieder untergegangene Wort findet man noch bei Adelung, wo es beschrieben wird als:

    ein nur im gemeinen Leben einiger Gegenden übliches, von dem Zeitworte "abschaben" gebildetes Wort, das Unnütze oder Unreine zu bezeichnen, was von einem andern Dinge "abgeschabet", und in weiterer Bedeutung, "abgesondert" wird; das "Schabsel", "Abschabsel", Nieders. "Schabels". Dem Frisch zu Folge wird der Raden in einigen Gegenden "Schabab" genannt, weil er als untauglich von dem Getreide abgesondert werden muß. Daher gebrauchte man es ehedem auch figürlich für "Auswurf", "Ausschuß", "Scheusal" u. s. f. Er mußte von jedermann bey der Pfaffheit "Schabab" seyn, Hedion in der Kirchenhist. bey dem Frisch. Ich zeuch dahin du bist "Schabab", Hans Sachs. Wo es in unsern jetzigen Bibel-Ausgaben, 1 Cor. 4, 13, heißt, und ein Fegopfer aller Leute, - hier nichtlateinischer Text, siehe Image - , da hieß es in den Ausgaben von 1522, 1524 und 1527, und eyns ydermans "schabab". In dem alten Reimspruche hingegen, da man von einem Verstorbenen sagt; Ein Tuch ins Grab, damit "schabab", scheinet es aus "abschieben", Nieders. "abschuven", sich "abführen", "fortmachen", entstanden zu seyn.


    Erstellt: 2004-12

    Schilling
    Produkt
    Product
    (= "eine Tracht Prügel") (W1)

    (E3)(L1) http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/text/band3/@Generic__BookTextView/104340;cs=default;ts=default;pt=104340;lang=de#X


    (E?)(L?) http://www.ub.uni-bielefeld.de/cgi-bin/button.cgi?pfad=/diglib/adelung/grammati/3/jpeg/&seite=00000733.jpg&werk=


    (E?)(L?) http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/text/band3/@Generic__BookView;cs=default;ts=default;lang=de?q=product&DwebQueryForm=%24q+inside+%3CORTH%3E


    Das mittlerweile schon wieder untergegangene Wort findet man noch bei Adelung, wo es beschrieben wird als:

    ...
    2) Oft bedeutet "Schilling" auch eine "Züchtigung", welche einem Verbrecher mit dem Stocke, der Peitsche oder mit Ruthen gegeben wird. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird es daher für den "Staubbesen" gebraucht. Der "Stockschilling" ist in den Gerichten noch jetzt eine "Züchtigung" von dem Stockmeister in dem Stocke oder Gefängnisse. Auch die Züchtigung ungezogener Knaben in den Schulen auf den Hintern führet daselbst den Nahmen des "Schillings". Da Plätzer von platzen in ähnlichem Verstande vorkommt, so könnte man auch "Schilling" in dieser Bedeutung von "schallen" ableiten, wenn es nicht wahrscheinlicher wäre, daß es auch hier von der vorigen Bedeutung entlehnet worden, und ursprünglich "eine bestimmte Zahl Streiche, etwa 12 oder 30", bedeutet habe. S. Pfund.
    ...
    Bei "Nabil Osaman" findet man unter "Schilling" weiterhin die Anmerkung:

    Nachdem der "Schilling" zu einem allzu offensichtlichen Euphemismus für "eine Tracht Prügel" geworden war, musste ein neuer Ausdruck her. Im 16. Jahrhundert bildete sich schließlich eine Euphemismus für den Euphemismus heraus. "Produkt", das die "12 Stockhiebe" mit der Vorstellung "3*4" (oder "3*10") umschrieb.
    während Adelung den "Product" folgendermaßen erklärt:

    ... in den Schulen, eine feyerliche Züchtigung ungezogener Schüler vor dem Hintern. Einem Kinde einen "Product" geben. Vermuthlich von dem mittlern Lat. "producere", "productus", "mit Gewalt hervor führen", weil dieses gemeiniglich mit einem "Schul-Producte" verbunden ist, da es denn eigentlich die zur Züchtigung bestimmte Person mag bedeutet haben.


    Erstellt: 2004-12

    bib-bvb
    Adelung, Johann Christoph
    Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, 1811

    (E3)(L1) http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung


    (E?)(L?) http://www.weltchronik.de/ws/bio/a/adelungJC/aj01806a-AdelungJohannChristoph-17320808b-18060910d.htm


    (E?)(L?) http://www.lexikon-definition.de/Johann-Christoph-Adelung.html


    Alle vier Bände des Wörterbuchs in der Ausgabe von 1811 sind nun als Volltext und Image verfügbar.
    Wir wollten mit der Veröffentlichung dieser Prototyp-Version eine wichtige Quelle der deutschen Sprachgeschichte einer Nutzung durch die Wissenschaft verfügbar machen.

    Jeder Eintrag ist mit einem Link zu der eingescannten Original-Seite versehen.

    Erstellt: 2004-12

    Uni Bielefeld
    Adelung, Johann Christoph
    Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, 1808

    (E?)(L?) http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/adelung/grammati/


    (E?)(L?) http://www.weltchronik.de/ws/bio/a/adelungJC/aj01806a-AdelungJohannChristoph-17320808b-18060910d.htm


    (E?)(L?) http://www.lexikon-definition.de/Johann-Christoph-Adelung.html


    Digitale Rekonstruktion der Ausgabe von 1808.
    Die eingescannten Seiten (Farbe; ca. 950x1300px) können durchblättert werden.

    Erstellt: 2004-12

    Buchtipp

    Die Buchempfehlung für heute ist:

    Osman, Nabil (Hrsg.)
    Kleines Lexikon untergegangener Wörter

    beck'sche Reihe

    In dem von Nabil Osmann herausgegebenen kleinen Werk findet man eine grosse Anzahl von untergegangenen oder zumindest befremdlich wirkenden Worten. Die Sammlung wird eingeleitet von einer Vorbemerkung von Werner Ross und einem Vorwort mit allgemeinen Hinweisen zum Thema des Buches.
    Interessant ist, dass zu jedem Wort auch der "Untergangsgrund" angegeben ist, z.B. "mißlungene Neubildung", "artikulatorische Schwierigkeiten" oder "Homonymie" und viele andere Gründe.

    Abgeschlossen wird das Werk mit 12 Seiten Hinweisen zu "I. Kulturgeschichtliche Bedingungen", "II. Bewußt wirkende Bedingungen" und "III. Unbewußt wirkende Bedingungen" (zum Untergang von Wörtern).
    Hilfreich ist auch das 7-seitige Literaturverzeichnis mit "Lexikalische Quellen" und "Sekundärliteratur".


    Wörter werden geboren, sie welken und sterben. (O. Violan, Am Quell der Sprache)


    Das "Wörterverzeichnis" enthält die Wörter:

    abergläubig | abfällig | Abgängling | Abgötter | abhelflich | Abhub | ablang | ableeren | Absatz | Absteuer | Abwesen | Afterkind | Afterwelt | aehnlichen | Alberkeit | allerseitig | altvettelisch | Ammern | anderns | Anerkenntnis | Angel (= "Stachel") | Angelöbnis | Angelstern | ängsten | anhaltsam | anheute | anländen | annahen | ansiegen | anstören | Apologist | argwöhnig | artlich | Aufacht | aufenthalten | auferbauen | auferwachen | auffragen | auffußen | aufhüllen | Aufkunft | aufmahnen | ausantworten | ausersinnen | ausfenstern | ausheimisch | aussehen | aussprechlich | austräglich | auswarten | Ballenfieber | bändig | -bäre | Bärmutter | be- (Präfix in heute nicht mehr gebräuchlichen Zusammensetzungen) | beabsichten | bebinden | beblechen | bebluten | bebrämen | bebrücken | beeisen | beekeln | befechten | befeilen | befischen | beflammen | befressen | befrieren | begittern | beglauben | begliedern | begüten | behändigen | behangen | beheulen | behörig | Beichtiger | beidlebig | beiten | bekappen | beklügeln | beleibzüchtigen | beliegen | bemeldet | bemengen | bemorgengaben | benebst | bepurpurn | Bequemheit | berosten | berühmen | berupfen | beschäften | beschälen | beschehen | beschlingen | beschmausen | beschönen | beschulden | beschwängern | bestreifen | bethun | Beute (= "Bienenstock") | Bewegungsgrund | bewitthumen | bezwisten | bidmen | Biergeld | bildern | bittlich | Blume (= "Menstruation") | Brachmonat (= "Juni") | Brandader | brandmahlen | Brast | Brau | bräuchlich | Bruch (= "Hose") | Brühl | Christmonat (= "Dezember") | dahlen | Danknehmigkeit | dannenhero | darsetzen | darwägen | Demütigkeit | Denkzeit | Docke (= "Puppe") | doppelherzig | doppeln | Dränger | DunsDurst (= "Kühnheit") | e-Abstrakta (Die Femininbildungen auf ahd. "-i" und mhd "-e" werden immer häufiger durch andere Ableitungen ersetzt. (Beispiele: ahd. "sconi", suozi", mhd. "schoene", "sueze") | Ehehaft | ehrbarlich | Eidam | Eigenwille (= "Monarchie"), eigenwillig (= "monarchisch") | Eigner | einbildisch | einbinden (= "empfehlen", "einschärfen" | Einkindschaft | Einmuth | einschattig | einschildern | einschläfen | einsten | einverstehen | Einzögling | Eiß (= "Eiter") | Elend (= "Exil") | Empfehl | Empfindnis | Endschaft | englisch (= "engelhaft") | Enthalt | entknüpfen | entküssen | entschlafen | entstehen (= "mangeln", "fehlen") | entwehren | entzwischen | -enzen (als Endung von Zeitwörtern, die eine Nachahmung bedeuten, wie "bockenzen", "kupferenzen", "bergenzen", brenninzen", "schlammenzen", "fischenzen". Benutzt werden z.B. noch "faulenzen" und "kredenzen") | Erdbau | erdummen | erdursten | erfreien | erkennnen (= "beischlafen") | erkriegen (= "bekommen", "durch den Krieg erhalten") | erlauern | Erntemonat (= "August") | errufen | ersingen | erstummen | ertauchen | ertreten | erwerfen | fadennackend | fahen | Fahr | fährlich | Fasson | Faustrecht | federhart | Federleser | Feine | feldschön | feldsiech | festen | festiglich | Feuersäule (= "Pyramide") | flauen | fodern | Fortschreitung | fragselig | fräßig | Freudenleben | freyen | Freyhalter | Frohheit | fruchtbarlich | frühklug | Gaden | ganghaft | Gälpe | Gastgeboth (= "Schmaus") | Gebärerin | Gebefall | Geburtsgeile (= "Hoden") | gegentheils | Gegitter | Gehörkunst, Gehörlehre | gehorsamen | gelenksam | Gelust | Gemächt | Genieß | geschlank | Gesicht (= "Sehkraft") | gevollmächtigen | Gilbe | gilblich | glatzig | Gleiche | gleichgültig (= "gleichbedeutend", "sinnverwandt") | Glockenist | glum | greiflich | gulden | Gutthat | Haarwachs (= "das sehnige Ende der Muskel") | Haberecht | haberechten | Halbe (= "Seite") | Hälberling (= "Bastard") | halbig | Halbscheid | Handelschaft | Harnrophet (= "Arzt") | bärtiglich | bartlehrig | Haupt- (= "Kopf-"; zum Beuspiel in "Hauptbinde", "Hauptbohrer", "Hauptgrind", "Hauptkrankheit", "Hauptküssen", "Hauptpolster", "Hauptschmerz", "Hauptsucht", "Hauptübel", "Hauptweh", "Hauptwunde") | Hauptsprache | hausarm | haushältig | Heimsucht | Heitere | heitern | herbergieren | Herbstmonat (= "September") | Herzenszähmerin (= "Dichtkunst") | Heuchelung | Heumonat (= "Juli") | Hinde | hinum | hinterhältisch | hitzen | hochmögend | hofieren (= Euphemismus für "kacken") | Hofschranze | höhen | höhlen | Hornung (= "Februar") | -icht (in vielen Wörtern von "beinicht" bis "weihnicht") | idealisch | -ig, -iglich | Insicht (= "Beschuldigung") | jahen | Haherr | Jungfernschloß (= "Hymen") | kalten | kaltsinnig | Kammerlauge (= "Urin") | Kaufschlag | keichen | kennbar | Klageendung (= "Akkusativ") | Kläger (= "Akkusativ") | Kläre | klärlich | Kleine | kleinfügig | Klinge (= "Talschlucht") | Klinggedicht | Klinse | Klöße (= "Hoden") | Kneipschenke | Kosent | kostbar (= "preziös", "gekünstelt") | Kram (= "Laden") | kreisschattig (= "polarisch") | kriegen (= "Krieg führen") | Kriegsbaumeister (= "Ingenieur") | Künfigkeit | kurzweien | Küssen (= "Kissen") | Lächler | läffeln | Lähme | langen | langsichtig | laß (heute noch als "lasch") | Laßdünkel | lauben | Lauer (= "lauernder, listiger Mensch") | lecken (= "laufen", "springen") | Leberreim | ledigen | Lehde | Leibrock | Leibstuhl | Leibzucht | Leichte | leichtern | Lenzmonat (= "März") | Liberey | Lindigkeit | Lustreiz | Mage (= "Verwandte") | Mahlschatz | malmen | maßen | Materie (= "Eiter") | materien | Maul | Maus (= "Muskel") | mausen | Meerschäumer | Miethling | mildiglich | Miselsucht | miß- (in einigen "Miß-bildungen von "Mißbild" bis "Mißzug" bzw. von "mißfassen" bis "mißzieren") | mißbeliebig | mißbieten | mißbündnis | Mißfall | mißgehen | Mißgeboth | Mißschlag | mißschwören | Mißtritt | mißtun | Mißverhalten | Mißverstand | Mönchsschrift | Näber | Nachbild | nächten | Nachtmütze | Näher | Naivheit | namen (= "nennen") | Namenbuch (= "Wörterbuch") | Narrenteidung | Nebenschrift | Nebenmensch | Nehmending (= "Ablativ") | Nehmfall (= "Ablativ") | neidig | Nennendung (= "Nominativ") | Niederkleid | niederträchtig | niedlich (= "lecker", "appetitlich", "schmackhaft") | -nis (Beispiele: "Anerkenntnis" bis "Zerstörnis" und von Heine bevorzugte Wörter von "Begabnis" bis "Zwingnis") | Oberstrich (= "Apostroph") | Obsorge | ohn- (von ohnaufhörlich" bis "ohnverführt") | Orlog (= "Krieg") | Ostermonat (= "April") | pechen | Pedanterey | Pennal | Personendichtung | Pfipps | pflichtbrüchig | Pinkel, Pinken, Pinkendarm (= "Mastdarm") | Pläne (= "Ebene") | Plotz | Poetenkasten (= "Hinterteil des Kopfes") | Poeterey | Porte | Prachtkegel (= "Obelisk") | preislich (= "preiswürdig" | Privet | Produkt (= "Züchtigung") | Quarre | Quehle (= "Tuch") | Rachgrimm | Räder (= "Sieb") | rahmen | Raspelhaus | rathfragen | Rathküssen | Rathschlagung | rauch | Rauhe | Rege | Reimfüller | reitergar | Reitermesse | renten | Rentenierer | resten | ringern | Ritterzehrung | Rooß (= "Wabe") | ruchtbar | Rückenhalter | Rufendung (= "Vokativ") | Ruffall (= "Vokativ") | Sachführer | säcken (= "ertränken") | Sarder | sättig | sauersichtig | Schabab | Schandgemählde | Schandschrift | Scheibeninstrument | Scheidekünstler | Schelsucht | scheusälig | schiel | schiffen (= "navigare") | Schilderey | schildern (= "malen") | Schilling (= "eine Tracht Prügel") | schlägefaul | Schlendergang (= "Spaziergang" | Schmack | Schnur (= "Schwiegertochter") | Schöne | Schrittschuh (= "Schlittschuh") | Schuldherr | schuldigen | Schwäher | Schwertmage | Schwieger | schwind | Secret (= "Abort") | Seelgeräth | segnen (= "verfluchen") | Sehe (= "Sehkraft") | seigern | Selbstheit | Send | Senkler | seuchtig | Sichermahl (= "Ziel") | siech | sint | sintemahl | so (= "welcher", "welche", "welches") | söhnen | Sondersieche (= "Aussätzige") | Sonnenluft | sothan | Span | Spannader (= "Nerv") | Spillmage | Spitzsäule | Sprachlehrer (= "Grammatiker") | Stachelschrift (= "Satire") | Starkgeisterei | Steife (= "Stärke") | strack | Stückgestell | stümmeln | Süße | Tagesatzung | Tagewähler | Tändelwoche | täuben | Terminey | Theiding | Theuere | Tollhaus | träglich | Trau | Trockene | Trügerei | Trümmer | Tünch | überjahrt | überley | übermachen | übermeistern | übermögen | übersommern ("überwintern" wird heute noch benutzt) | übrigen | Uchse | Umschattige | umzechig | un-Bildungen (von "Undienst" bis "unerleidlich") | Unbau | Unbelieben | unbeliebig | Undauung | Undienst | Unehe | unerleidlich | Unfreund | Unfreundschaft | ung-Bildungen (von "Beweisung" bis "Wegnehmung") | Ungeberde | ungemach | ungeschmack | Ungüte | unmeidlich | Unterstrich (= "Komma", "Beistrich") | Unweg | Urgicht | urkunden | Ursacher | Urtheiler | Valant (= "Teufel") | Valetrede | Valetschmaus | ver-Bildungen | Veracht | verarten | verbesserlich | verbösern | verbothschaften | verbuttern | verdringen | verewigt (= "verstorben") | verfuchsschwänzen | vergeringern | vergleichlich | vergrünen | verharrlich | verhausen | verhenkert | verhitzen | verhoffentlich | verköstigen | Verlassenschaft | verlockern | vernützen | verstarren | verstören | vertragsam | Vertraute (= "Verlobte/r" | verunruhigen | vervortheilen | verzüglich | Vieharzt | Vocativus | vogtbar | Vorbewußt | Vorfallenheit (= "Vorfall") | Wornennwort (= "Pronomen") | vorträglich | Vorweser | Worwort (= "Präposition") | waglich | Wahlkind | Währmann | walgen | walten | Wandel (= Fehler") | wannenher, wannenhero | Wannewehr (= "Turmfalke") | waser (= "was für") | waserei | Warthe | Watsack (= "Felleisen") | Wehtage | weiden (= "aus Weidenholz" | Weigand, Wigand (= "Kämpfer") | Weinmonat (= "Oktober") | Weltkörper | Weltling | Wendelstein | Wetterableiter | Widerchrist | widerstehlich | Wildschur | Windmonat (= "November") | Wintermonat (= "November") | wirthbar | Wohlfeile | Wonnemonat (= "Mai") | zärteln | zehrfrei | zernichten | zerscheitern | Zeugfall (= "Genitiv") | Zeugemutter (= "Natur") | Zierling | Zinshaus | Zitternadel | Zobelthier | zollbar | Zollstätte | Zuckerschachtel | züntbiethen | Zufall (= "Anfall") | Zugehör | zunöthigen | Zulp | Zungenheld | zuplumpen | Zurede | Zurückkehr | zusterben | zwagen (= "waschen", "baden") | zwier (= "zweimal")

    (Fehler beim Abtippen dieser ungewohnten Wörter bitte ich zu entschuldigen, bzw. mir mitzuteilen.)

    Erstellt: 2004-12


            .oooO
            (   )      Oooo.
    -------- \ ( ----- (   )--------
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    ♔ ♕ ♖
    ♗ ♘ ♙
    ♚ ♛ ♜
    ♝ ♞ ♟

    ⚀ ⚁ ⚂ ⚃ ⚄ ⚅

    🀀 🀁 🀂 🀃 🀄
    🀅 🀆 🀇 🀈 🀉
    🀊 🀋 🀌 🀍 🀎
    🀏 🀐 🀑 🀒 🀓
    🀔 🀕 🀖 🀗 🀘
    🀙 🀚 🀛 🀜 🀝
    🀞 🀟 🀠 🀡 🀢
    🀣 🀤 🀥 🀦 🀧
    🀨 🀩 🀪 🀫

    🀱 🀲 🀳 🀴 🀵 🀶 🀷
    🀸 🀹 🀺 🀻 🀼 🀽 🀾
    🀿 🁀 🁁 🁂 🁃 🁄 🁅
    🁆 🁇 🁈 🁉 🁊 🁋 🁌
    🁍 🁎 🁏 🁐 🁑 🁒 🁓
    🁔 🁕 🁖 🁗 🁘 🁙 🁚
    🁛 🁜 🁝 🁞 🁟 🁠 🁡

    🁣 🁤 🁥 🁦 🁧 🁨 🁩
    🁪 🁫 🁬 🁭 🁮 🁯 🁰
    🁱 🁲 🁳 🁴 🁵 🁶 🁷
    🁸 🁹 🁺 🁻 🁼 🁽 🁾
    🁿 🂀 🂁 🂂 🂃 🂄 🂅
    🂆 🂇 🂈 🂉 🂊 🂋 🂌
    🂍 🂎 🂏 🂐 🂑 🂒 🂓

    🂡 🂢 🂣 🂤 🂥 🂦 🂧
    🂨 🂩 🂪 🂫 🂬 🂭 🂮
    🂱 🂲 🂳 🂴 🂵 🂶 🂷
    🂸 🂹 🂺 🂻 🂼 🂽 🂾
    🃁 🃂 🃃 🃄 🃅 🃆 🃇
    🃈 🃉 🃊 🃋 🃌 🃍 🃎
    🃑 🃒 🃓 🃔 🃕 🃖 🃗
    🃘 🃙 🃚 🃛 🃜 🃝 🃞





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