Neue Artikel im Etymologie-Portal 2003




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Suchbegriffe der Woche 2003-01-05 - 2003-01-12


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Suchbegriffe der Woche 2003-01-12 - 2003-01-19


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Argwohn

besteht aus zwei Wortteilen, die allein kaum noch auftauchen: "Arg" = "schlimm", "böse" und "Wohn" von "Wahn" = "Vermutung", "Verdacht"

driessen - verdriessen (W2)

Wenn Sie "driessen" nicht kennen, braucht Sie das nicht zu "verdriessen" - Denn wir gehen jetzt "unverdrossen" auf die Suche nach seiner Herkunft.

Nun - "driessen" ist in den bekannten Nachschlagewerken schon mal nicht zu finden. - Also doch "Verdruss"!?

Zu dt. "verdriessn" findet man dann allerdings "Ärger bereiten" oder "missmutig machen". Und hier taucht auch das mhd. "driezen" = dt. "drängen", "treiben", "drohen" auf. Und (zumindest im Saarland) gibt es umgs. noch "jdn. driezen" / "jdn. triezen" = dt. "jdn. ärgern" oder auch dt. "jdn. stark belasten", "jdn. schinden".

Und nun zeigt sich die grosse Verwandtschaft von dt. "driessen". Da gibt es unterschiedliche Formen in verschiedenen germ. Sprachen wie u.a. ndl. "verdrieten" oder schwed. "tryta" = dt. "mangeln", "fehlen", "ausgehen". Auch im Lat. findet man lat. "trudere" = dt. "stossen", "drängen". Selbst im Russ. findet man russ. "trud" = dt. "Mühe", "Arbeit".

Bei den "Indogermanen" gab es angeblich ein ide. "*treud" = dt. "quetschen", "stossen", "drücken".

Die weitere Verwandschaft besteht nun aus dt. "verdrossen" = dt. "mürrisch", "lustlos" und entsprechend dt. "Verdrossenheit". Das Gegenteil ist dt. "unverdrossen" = dt. "unermüdlich". Weiter gibt es dt. "Verdriesslichkeit", "Verdruss" und "Überdruss".

Bevor Sie diesen Wortes nun "überdrüssig" werden möchte ich mit dem Hinweis auf griech. "térys" = dt. "zart", "schwach" nun dem Ende "entgegendrängen".

Linktipps

Als heutige Linktipps möchte ich Ihnen anbieten:

reppa
Das große Münzlexikon

(E1)(L1) http://www.reppa.de/lexikon/
Dieses Münzlexikon richtet sich zwar an Numismatiker, aber die vielen Hinweise zur Herkunft von numismatischen Bezeichnungen sind einen Besonderen Hinweis auf dieses Lexikon wert.

Aus dem Vorwort zum Lexikon
...
Im Jahr 1996 beauftragte mich das Münzenversandhaus Reppa, ein neues Lexikon der Münzkunde zu erstellen, das auf die aktuellen Bedürfnisse der gestiegenen Zahl von Sammlern ausgerichtet ist. Die Aufgabe, aus dem umfangreichen Wissensgebiet und dem gewachsenen Anspruch der Numismatik und Geldgeschichte das Wesentliche in einem Lexikon zu konzentrieren, ohne wichtige Einzelheiten und Besonderheiten außer Acht zu lassen, war kein leichtes Unterfangen. Neben dem antiken, mittelalterlichen, neuzeitlichen und modernen Münzgeld sowie neben Marken, Notgeld und sonstigen Münzersatzmitteln mussten auch Medaillen und Plaketten, Rechenpfennige, Jetons und andere numismatische Zeichen Berücksichtung finden. Münzähnliche Objekte wie Gemmen und Siegel usw. werden erklärt, auch auf münztechnische Begriffe, Münzmetalle und -legierungen wird eingegangen. Traditionelle prämonetäre Geldformen im Bereich von Natural,- Geräte- und Schmuckgeld sind detailliert beschrieben, daneben fanden auch wirtschaftstheoretische Begriffe wie Geldtheorie und Inflation Aufnahme. Aus dem mittlerweile sehr umfassenden Bereich des Papiergeldes, zu dem eigenständige Lexika erschienen sind, werden einige Frühformen des europäischen Staatspapiergeldes sowie Wechsel, Aktie usw. definiert und in ihrer geldgeschichtlichen Bedeutung erklärt. Einige der wichtigsten Medailleure sind gewürdigt, auch das Wirken der für das Geld- und Finanzwesen wichtigen Familien der Medici, Fugger und Rothschilds wurde beschrieben. Es liegt in der Natur des Lexikons, dass der Raum nicht ausreichte, um alle Möglichkeiten ausreichend auszuschöpfen. Deshalb kann das Lexikon dem Interessierten erste Information sein, die zur weiterführenden Beschäftigung anregen soll. Eine bibliographische Auswahl aus dem umfangreichen Fundus der numismatischen Literatur erscheint am Ende des Lexikons.
Pirmasens, im November 1999
Hans-Peter Reinhard

Hierzu ein Beispiel:

Numismatik

(E1)(L1) http://www.reppa.de/lexikon/
Die Wissenschaft, die sich mit dem historischen Geldwesen beschäftigt. Der Begriff geht heute weit über den Begriff Münzkunde hinaus. Er leitet sich von griech. 'nomisma', lat. 'nummus' ab (wörtlich übersetzt: 'Münze', sinngemäß: Geld). Die Numismatik beschreibt, analysiert und katalogisiert nicht nur die Münzen, sondern kümmert sich auch um andere Geldformen, u.a. Papiergeld, Münzersatzmittel und vormünzliche Zahlungsmittel. Aus Letzterem entwickelte sich in der 2. Hälfte des 7. Jh.s v.Chr. das Münzgeld, teilweise haben sich diese Geldformen noch bis heute als Zahlungsmittel neben dem Kursgeld gehalten. Zu den vormünzlichen Zahlungsmitteln zählen Naturalgeld (nicht-metallisch), Schmuckgeld, Barren und Gerätegeld (einschließlich der Kümmer- und Wucherformen).
Zum Papiergeld zählen Staats- und Banknoten, Schecks, Wechsel, Wertpapiere wie Aktie und Obligation, auch ein Teil des Notgeldes ist auf Papier gedruckt worden. Das Papiergeld gewann in Europa seit dem 19. Jh. an Bedeutung. Nach dem 2. Weltkrieg nahmen vor allem die elektronischen Zahlungsmittel zu, in letzter Zeit gibt es Pläne, die Kredit- und Scheckkarten durch die Chipkarte zu ersetzen. Dieser Bereich ist vor allem mit dem modernen Bank- und Kreditwesen verbunden.
Auch der Münze verwandte Formen, die keinen Geld- oder Kurswert besitzen (pseudomonetäre Formen), wie Medaillen, Plaketten, Medaillons (auch die Kontorniaten), Rechenpfennige, Jetons, Ehren- und Verdienstzeichen (Orden, Verdienstmedaillen etc.) zählen dazu. Ebenso berührt die Numismatik münzähnliche oder münzverwandte Objekte, wie Gemmen, Kameen, Bullen, Siegel und Petschafte.
Gegenstand der Numismatik ist ferner die Herstellung von Münzen und Medaillen von der Entstehung der Modelle bis zum fertigen geprägten oder gegossenen Stück. Dieser Bereich beinhaltet Münztechnik, Münzwerkstoffe, Münzwerkzeuge, Prägewerkzeuge und -maschinen, Fehlprägungen, Stempelfehler, Abschläge und hybride Münzen. Zum Münzwesen gehören auch Spielmünzen, Münzgewichte, Münzwaagen, Münzverträge , -ordnungen, -verordnungen und -edikte, das Rechenwesen sowie das Bankwesen.

Und nun etwas für französische Biologen:

bacterio

(E1)(L2) http://www.bacterio.cict.fr/bacdico/etymologies.html
Étymologie des noms des taxons cités dans "Dictionnaire de bactériologie vétérinaire"
L'étymologie permet de comprendre l'origine d'une nomenclature et de mieux mémoriser le nom et l'orthographe d'un taxon bactérien. Toutefois, l'étymologie des noms de bactéries est parfois surprenante (voir philomiragia ou tarantellae), parfois obscure (voir casseliflavus ou chondrophila) et elle peut même aboutir à des absurdités lorsqu'une espèce est transférée dans un nouveau genre sous la forme d'une nouvelle combinaison (Campylobacter rectus signifie, étymologiquement, le bacille incurvé droit !).
Beispiel:
tarantellae:
n. italien tarantella : tarentelle (danse du sud de l'Italie au rythme très rapide) ; n. N.L. tarantella -ae : tarentelle ; n. gén. N.L. tarantellae : de la tarentelle (nom donné à Eubacterium tarantellae car les poissons infectés ont une nage erratique et très rapide).

Buchtipps

Die beiden Buchtipps sind keine etymologischen Werke. Dennoch sind sie hervorragende Quellen für Wortgeschichten.

Schumann, Walter

Edelsteine und Schmucksteine
Alle Arten und Varietäten der Welt
1.600 Einzelstücke
blv, 312S.
Das schöne, handliche Büchlein liefert zu jedem vorgestellten Edelstein auch Hinweise zur Etymologie.
Hierzu ein Beispiel:

Diamant

Den Namen bekam der 'Diamant' von seiner Härte (griech. 'adamas' = 'der Unbezwingbare'). Tatsächlich gibt es nichts gleich Hartes oder gar noch Härteres als Diamant.
...

Krämer, Walter
Trenkler, Götz
Die besten Geschichten für Besserwisser

Serie Piper, 123S.
Ein kleines Büchlein mit interessanten Erklärungen. In vielen Fällen gehen damit auch etymologische Hinweise einher.

Aus der Kurzbeschreibung von Amazon:
Wußten Sie schon, daß Spaghetti gar nicht aus Italien stammen und daß Kamele keineswegs Wasser in ihrem Höcker speichern? Mit dem Wissen um die Wahrheit hinter diesen und anderen Irrtümern und Mißverständnissen können Sie schnell zum Mittelpunkt jedes intelligenten Gesprächs werden.

Bereits im letzten 'kleinen Etymologie-Newsletter' hatte ich auf das "Wort des Monats" aufmerksam gemacht. Dennoch möchte ich auch hier nochmal darauf hinweisen.

Herr Christoph Gutknecht hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die Wortgeschichten zu dieser Rubrik beizusteuern. Herr Gutknecht hat bereits einige Bücher mit Wortgeschichten veröffentlicht und ist möglicherweise dem einen oder anderen Leser schon bekannt. Durch seine "Vergangenheit" (nicht zuletzt durch seine Rundfunksendungen und seine über drei Jahrzehnte währende Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg) ist er also bestens vorbereitet. Die ersten beiden Wortgeschichten für Januar und Februar sind bereits eingestellt. Sie sind durch einen Link in der linken Navigationsspalte direkt aufrufbar.

(Nur um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich noch darauf hinweisen, dass Herr Gutknecht nicht die Rolle eines wissenschaftlichen Beraters für das Etymologie-Portal übernommen hat. Das heisst alle inhaltlichen Fehler, die sich dort einschleichen gehen einzig und allein zu meinen Lasten.
Herr Gutknecht stellt lediglich die Wortgeschichten für das "Wort des Monats" zur Verfügung. Ich freue mich darüber und möchte mit diesem Hinweis verhindern, dass er in irgendeiner Weise mit wissenschaftlich nicht haltbaren Thesen auf dem Etymologie-Portal in Verbindung gebracht wird.)

Wortgeschichten

Die heutigen Wortgeschichten stammen nochmals aus der Reihe "Untergegangene bzw. untergehende Wörter" (Ich hoffe, das tut der Sache keinen Abbruch!):

tun (W1)

'Tun' oder nicht 'tun' - das ist hier die Frage.
Jeder kennt es, jeder gebraucht es und jeder braucht es. Und dennoch 'tut' man sich schwer damit. Man weiss nie, ob man sich damit als Sprachbanause outet. Manche Dinge 'tut' man einfach nicht. 'Tun' ist eben nicht so richtig salonfähig.
Und deshalb habe ich es zu den untergegangenen bzw. untergehenden Wörtern gesteckt, obwohl es im Alltag noch quicklebendig seine Arbeit 'tut'. Da kann man durchaus etwas in die Schublade 'tun' oder etwas in den Kofferraum 'tun'. Aber in die vornehme Gesellschaft darf 'tun' nur in Begleitung. Dort ist 'tun' etwas, das man 'tunlichst' vermeiden sollte. Oder es darf in feststehenden Wendungen erscheinen, wie "Sein 'Tun' und Lassen war für uns alle segensreich." Es gibt sogar Fälle, in denen man sich schwer tut, auf 'tun' zu verzichten, etwa in "Würden Sie mir bitte einen Gefallen tun?"
Also 'tun' ist in aller Munde - und dennoch bleibt es einem manchmal im Halse stecken, obwohl man es schon auf der Zunge hatte.
Damit möchte ich 'tun' allerdings nicht einfach abtun. Schliesslich habe ich noch gar nicht von seiner Herkunft gesprochen.
Der "Kluge" widmet 'tun' zunächst nur einen kurzen Abschnitt. Es geht zurück auf Bedeutungen wie 'setzen, stellen, einrichten'. Das griech. 'tithemi' = 'ich setze, tue' zählt zu seinen Vorfahren. Das lat. 'condo' = 'zusammensetzen, zusammentun' (vgl. engl. 'do') wird mit 'gründen, erbauen, anlegen' übersetzt.
Die Brisanz steckt - wie so oft - im Kleingedruckten. Und da ergreift man einen Faden, der im Gegensatz zum Ariadnefaden nicht aus dem Labyrinth herausführt, sondern in dieses hinein.
Da sind neben den direkten Verwandten 'Tat', 'vertun', 'ab-, an-, um-, zutun' auch aufgeführt 'infizieren', 'Theke', 'betulich', 'Miete', '-tum', 'Untertan' und 'Widerton'.
Für 'infizieren' = 'mit etas (Gift) anmachen', das auf das lat. 'facere' = 'machen' zurückzuführen ist, werden nur drei Zeilen spendiert. Aber auch hier geht das Kleingedruckte über eine halbe Seitenlänge. Da finden sich dann Beziehungen zu 'Faksimile', 'Fazit', 'Affäre', 'Profit', 'Konfetti', 'Fashion', 'fesch', 'Malefiz', 'modifiziern', 'Zertifikat' und noch viele andere.
Die 'Theke' ist die Kiste, in die man etwas 'setzt'. Daraus entstand dann die 'Lade als Verkaufstisch' und dann der 'Schanktisch'. (Und in der Theke steckt also auch noch ein wenig von der Schub'lade', die oben schon mal in einem Bespielsatz aufgetaucht ist.)
Und natürlich hat auch die Theke wieder Verwandte wie die 'Apotheke', die 'Diskothek', die 'Hypothek' und einige andere.
Und da war ja auch noch die 'Miete', die auf den ersten Blick nichts mit 'tun' zu tun hat. Hierzu muss man dann schon in die indogermanische Entwicklungsgeschichte eintauchen. Dort wird ein '*dhe' = 'setzen' postuliert, genau jenes, aus dem auch 'tun' hervorging. Über die 'Tausch-Setzung' kam es zu '*meios' = 'Tausch' zu 'mizda' = 'Lohn, Bezahlung', 'midha', griech 'misthós' und etwa im 8.Jh. zu ahd. 'mieta' im Sinne von 'Entgelt für Wohnungen'.
'Widerton' ist die Bezeichnung für verschiedene Moose und Farne, die zurückgeht auf die Nutzung als Zauberpflanze mit deren Hilfe ein Gegenzauber ausgeübt ('getan') werden konnte.

Man darf allerdings nicht zu weit gehen. Der 'Thunfisch', der eine Verwandschaft geradezu aufdrängt, geht auf hebr. 'tannin' = 'grosser Fisch' zurück (heisst also 'grosser Fisch-Fisch').

Wie immer bei solchen Begriffen, sollte der interessierte Leser natürlich die entsprechenden Lexika selbst zur Hand nehmen.

Ich hoffe, Sie können mir verzeihen, dass dieser Beitrag sowohl etwas länglich als auch etwas konfus ausgefallen ist, und zeihen mich nicht der Wortvergewaltigung.

zeihen - verzeihen (W2)

Da statt "verzeihen" auch "vergeben" benutzt werden kann, könnte "zeihen" etwas mit "geben" zu tun haben. Und "vergeben" ist ja wohl das Gegenteil von "geben" und bedeutet "wegnehmen" und zwar "die Schuld wegnehmen".
Aber nun zu "zeihen". Dieses mhd. "zihen" hat die Bedeutung "beschuldigen" und hängt mit "verweigern" und in den indoeuropäischen Wurzeln mit "zeigen" zusammen (vgl. griech. "deiknymi" = "ich zeige, erkläre, beweise" und lat. "dicere" = "sagen", "erklären", "meinen").
Im Germanischen wurde die Bedeutung auf den juristischen Bereich eingeengt. Also heisst "zeihen" "beschuldigen" und "verzeihen" "entschuldigen", also "die Schuld von jemandem nehmen".
Haben nun aber "zeihen"/"beschuldigen" und "geben" etwas miteinander zu tun?

Linktipps

Als heutige Linktipps möchte ich Ihnen einmal anbieten: eine Zusammenstellung überlebender sächsischer Wörter im Englischen. Und weiterhin finden Sie eine kleine Linksammlung zur europäischen Währung.

ibiblio

(E1)(L2) http://www.ibiblio.org/lineback/words/sax.htm


Henry Watson Fowler (1858-1933)
The Fowler Collection of Words of Anglo-Saxon Origin
The vocabulary of Englisch during the Anglo-Saxon period (from 449 through 1066 AD) was mostly Germanic in origin, with reluctant borrowings from Latin, Greek, Celtic, Scandinavian, and French. Many words had a single syllable, and compounding was a common practice.
Most of the Old English words are no longer in use. Replacements, mostly from French and Latin, now represent about 70% of the vocabulary.
Here are a few of those Saxeon words that have survived, often with interesting changes in meaning.

Euro

(E?)(L?) http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2gerlw/ede/kommentar/euro_etymologie.html
Zu Etymologie und Wortbildung

Euro (€)

Das Zeichen für den Euro repräsentiert eine Kombination aus dem griech. 'Epsilon' als Symbol für die Wiege der europäischen Zivilisation, dem Buchstaben E für Europa und parallelen Querstrichen als Zeichen der Stabilität.
Quelle: Duden-Newsletter

Der Genitiv von Euro darf mit oder ohne Genitiv-s gebildet werden. Im Plural trägt der Euro dagegen stolz ein s. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Steht der Euro in Verbindung mit einer Zahl, bleibt er endungslos. "Das Buch kostet 50 Euro", "Kaufpreis: 1.000.000 Euro", "die 200-Euro-Banknote".
Quelle: Duden-Newsletter (s.a. Etymologie: Geld)

Viele Redensarten sind durch den Euro bedroht - Was wird z.B. aus dem 'Pfennigfuchser'?

Buchtipps

Die beiden Buchempfehlungen für heute sind aktuelle Neuerwerbungen. Sie sind sicherlich nicht als Nachschlagewerke für etymologische Studien zu gebrauchen. Aber als lockere Lektüre zum Auffinden von Wörterspuren sind sie sehr gut geeignet.

Duve, Karen
Völker, Thies
Lexikon berühmter Pflanzen
Vom Adamsapfel zu den Peanuts

Sanssouci, 320S.
Nach den Tieren haben sich Karen Duve und Thies Völker nun den Pflanzen zugewandt. Dazu haben sie gesammelt, was es zu berühmten Pflanzen zu finden gab. Dass diese Pflanzen nicht immer im Pflanzenreich zu finden sind, lassen die folgenden Begriffe erahnen.
Die kleinen Geschichten stellen im wissenschaftlichen Sinne sicherlich keine etymologischen Untersuchnungsergebnisse dar. Dennoch erhält man einen Einblick in die Entstehungsgeschichte vieler Begriffe aus dem Pflanzenreich, die wir im Alltag benutzen, ohne uns über deren genauen Sinn und deren geschichtlichen Hintergrund im Klaren zu sein. Allerdings muss ich gestehen, dass hier auch viele Pflanzenbegriffe behandelt werden, die ich vorher noch nie gehört habe.

Die folgenden Begriffe werden jeweils in einem eigenen Kapitel behandelt.

Adamsapfel - Adventskranz - Äpfel der Hesperiden (Goldene Äpfel) - Äpfel der Unsterblichkeit (Äpfel der Iduna, Äpfel der Jugend) - Apfel der Eris (Apfel des Paris, Goldener Apfel) - Ahorn von Trun - Aloe vera - Alraun oder Alraune - Ananas - (Pflanzliche) Anaphrodisiaka - Andy-Warhol-Banane - Angosturastrauch - (Pflanzliche) Aphrodisiaka - Aphrodites Rosenstrauch - Apple (Logo) - Aronstab - Aschenputtels Haselreis - Askr und Embla (Askr und Emola, Askr und Emla) - Atompilz - Audrey II - Baccara-Rose - Bachblüten - Bäckerblume - Balzer Herrgott - Baobab - Barbarazweige - Barnacle Goose Tree - Baukis und Philemon - Baum der Dreifaltigkeit (Adams Baum) - Baum der Erkenntnis - Baum des Lebens (Lebensbaum, Baum des Mitleids) - Bella Donna - Bilsenkraut - Binsen - Biollante - Der Birnbaum des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland - Birne (Le roi-poire) - Bitterer Reis - Blaue Blume - Blaue Kornblume - Blümchen - Blüte - Blume - Die Blume des Bösen - Blumenkinder - Bodhi-Baum (Sambodhi, Mahabodhi) - Bonsai - Boston-Tea-Party-Tee - Bounty-Ladung - Brennender Dornbusch (Rubus ardens) - Buddha-Lotos (Padma) - La carotte rouge - Charta-Eiche von Connecticut (Charter Oak of Connecticut) - Christdorn - Deganawida-Fichte - Demeter-Ähre - Deutsche Blumen - Deutsche Eiche - Die Distel - Dodoänische Eiche - Donar-Eiche - Dorn im Auge - Dornröschen - Drei Orangen - Eberwurz (Kraftwurzel, Carlina, Silberdistel) - Edelweiß - Der einsame Baum (Caspar-David-Friedrich-Eiche) - Einsamster Baum - Eisblumen - Eisenhut (Sturmhut, Akonitum, Venuswagen) - El Drago - Elisabeth-Rosen - Englands Rose (Weiße Rose von England) Erbse - Feldbusch - Feme-Eiche von Erle - Fingerhut (Elfenhandschuh) - Fleur de Iys - Fliegende Banane - Floire et Blanceflor (Flore und Blanscheflur) - Florin (Florijn, Florino d'Oro) - Freiheitsbaum (Arbre de la Liberté) - Die Früchte und Blumen der heiligen Dorothea - Gänseblümchen (Marienblümchen, Maßliebchen) - General Sherman - Gerstenkorn - Gingo biloba (Goethe-Baum) - Ginseng - Glastonbury-Dorn (Glastonbury Thorn) - Glücksklee - Glückspilz - Goldene Rose - Goldener Zweig (Goldner Reis) - Grand Connétable (Grand Bourbon) - Grashalme (Leaves of Grass) - Gretchens Sternblume - Grüne Tomaten - Grüner Zweig (Grüner Ast) - Guarana Trend-Aufputschmittel - Gürtelrose - Halloween-Kürbis Horrorgemüse - Halub-Baum - Hanf - Hatim - Heidenröslein - Herbe de la Reine ( Kraut der Königin) - Hildesheimer Rosenstock (Tausendjähriger Rosenstock) - Hiroshima-Ginkgo / Ginkgo von Hosenbo -Hyakinthos (Hyazinthus) - Irisches Kleeblatt - Jack-in-the-Green (Laubmännchen, Green Boy) - Jericho-Rose - Jesse-Baum (Wurzel Jess) - Johanniskraut (Tüpfelhartheu, Jageteufel, Tausendlöcherlkraut) - Johannisrosen - Jojoba - Judasbaum -Die Judenbuche - Kamelien - Kanzlerbäume (Bundeskanzlerbäume) - Karat - Karotte - Karin - Kaugummi - Kibele-Bäume - Killertomaten - Kirschen der Freiheit - Kopfnuß - Kotzebue National Forest - Der künstliche Baum - Kumi Ori - Kunigunden-Linde - Kyparissos - Liberty Tree (Tree of Liberty, Liberty Pole) - Lilien - Limmersdorfer Stufenlinde - Der Lindenbaum - Linné-Baum - Lippische Rose - Lorbeer - Lotis - Lutherbaum - Luther-Rose - Luthers Apfelbäumchen - Luzienweizen - Machandelbaum (Machandel-Boom) - Magic Mushrooms - Maibaum - Maien - Manets Spargel (L'Asperge) - Maple Leaf - Margerita de Piedra - Marie Antoinettes Nelke - Marienmandel (Mandorla) - Marienstab - Mauerblümchen - Mauritiuspalme - Mayflower - Melone - Merlins Kiefer (Kiefer von Barenton) Methusalem-Mimose - Mistel - Moly - Muttergottesdorn - Myrrhe - Nabelpflanze von Limoges - Napoleonsweide - Napoleonsveilchen (Violette) Narkissos - Nefertem - Nesselblatt (Holsteiner Nesselblatt) - Newtons Apfel - Der Niembaum - Noldes Blumen - O-Kiku -Okumé (Gaboon, Gabun-Mahagoni) - Olivenbaum der Athene - Olympia-Eichen - Palme von Südcarolina (Palmetto of South Carolina) - Paradeisl (Paradiesbaum) - Passionsblume - Peanuts - Pemba - Peyote / Peyotl - Philosophischer Baum der Alchimisten (Arbor philosophica) - Pimpernuß - Pitys - Plantagenet - Die Pril-Blume - The Purple Rose of Cairo - Puteri und Tunggal - Questenbaum - Rapunzel - Red Poppy - Reichsapfel (Sphaira) - Rosa mystica - Romularius (Ruminal) - Die Rose des kleinen Prinzen - Rose von Georgia - Rose von Lima (Santa Rosa de LIma) - Rose von Stambul - Rose von Tokio - Rose von Tralee - Rosen für den Staatsanwalt - Rosen und Rosenstöcke - Rosenroman-Rose - Rote Nelke - Die Roten Rosen - Roter Zweig - Royal Oak - Salbei - Saure Gurke - Schafgarbe (Josefskraut) - Schöne Eiche von Harreshausen - Schottlands Distel - Die schwarze tulpe - Semper Augustus - 7.000 Eichen (Beuys-Bäume in Kassel) - Das siebte Kreuz - Siegfrieds Lindenblatt - Silberne Zitrone - Silbernes Lorbeerblatt (Silberlorbeer) - Die Spray-Banane - Sprechende Tigerlilie - Springwurz (Sprengwurz, Spechtwurzel) - Stadionbanane - Stammbaum - Sub-Rosa-Rose - Syrinx - Die tätowierte Rose - Der Tannenbaum - Tanzkastanie von Hitzacker - Tashjians Seyschellennuß - Tausendjähriger Rosenstock - Tee - Teebaum - Tempolinsen - Thimmamma Marrimanu - Tollkirsche - La Tourmentine (Kraut des Vergessens) - Tudor-Rose - Tulip / die singende Tulpe - Tutti Frutti - Tyborn Tree (Tyburn Cross) - Uhland-Ulme - Uthlanga (Uhlanga) - Van Goghs Sonnenblumen - Vater der Wälder - Veilchen - Venusfliegenfalle - Viola Tricolor - Wales-Lauch - Wasa (Vasa) - Weihnachtsbaum (Christbaum) - Weihrauch und Myrrhe - Weiße Nelke - Weiße Rose - Weißer Lotos (Pailien-sheh) - Wilde Erdbeeren (Smultromstället) - Wilde Orchidee - Willow Tree - Die Windbuchen auf dem Schauinsland - WPN-114 - Yggdrasil (Yggdrasil askr, Läradr, Mimameidr) - Ylang-Ylang - Zeder des Libanon - Zonen-Gabys erste Banane - Zweigeteilte Eibe von Balderschwang

Erstellt: 2003-02

Zeitgeschichtliches Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache

Herausgegeben von Georg Stötzel und Thorsten Eitz
unter Mitarbeit von Astrid Jährling-Marienfeld, Lea Plate u.a.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 527S.
Bei Amazon findet man leider keine Abbildung und auch keine näheren Details. Als Mitglied der "Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, Darmstadt" kann man dieses Werk in einer (etwas günstigeren) Lizensausgabe erhalten.

Das Werk erhebt nicht den Anspruch, ein etymologisches Standardwerk zu sein. Es versteht sich als Spezialwörterbuch, das "grosse Wörterbücher des Deutschen, die den Gesamtwortschatz zu erfassen suchen" ergänzt. Jedem der Wortartikel ist eine Worterklärung des zehnbändigen "Grossen Wörterbuchs der deutschen Sprache" des Duden-Verlags (1999) vorangestellt.
In diesen Worterklärungen sind i.d.R. auch etymologische Hinweise zu finden. Die darauf folgenden "Wortgeschichten" beleuchten jeweils einen Begriff in der nahen Vergangenheit. Die Autoren haben dafür "die zeitliche Grenze auf den 08. Mai 1945 festgelegt". Das Werk stellt also so etwas wie eine Mikro-Etymologie der letzten 50 Jahre dar. Unter den Begriffen befinden sich demnach auch solche, die erst im gesellschaftlichen Umfeld dieser Jahre entstanden sind.
Insgesamt sind in diesem Werk "1.700 diskursrelevante Vokabeln" zu finden. Davon ist den folgenden Vokabeln jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet.
Abtreibung / Schwangerschaftsabbruch - Abtreibungspille / RU486 - Aids - Arbeit / Familienarbeit / Pflegearbeit - Atom- vs. Kern- - Ausserparlamentarische Oposition (APO) - Baader-Meinhof-Gruppe / -Bande - Behinderte - Beitritt / Anschluss - Beratungsschein / Schwangerenkonfliktberatung - Berufsverbot - Bulle - Demokratie / Demokratisierung - Doppelpass / doppelte Staatsbürgerschaft - Doppelverdiener - Dritte Welt - Ehe - Einheit der Nation - Einwanderungsland - Eiserner Vorhang - Elite - Emanzipation - Embryonale Stammzellenforschung - Entartete Kunst - Establishment - Fixerstuben - Friedliche Revolution / Wende - Gastarbeiter - Grün / Die Grünen - Hirntod - Homo-Ehe - Hure - Klonen - Konzentrationslager - Lauschangriff - Leitkultur / Deutsche Leitkultur - Lesbe - Mauer - Mischehe - Mitteldeutschland - Neue Armut - Neue Mitte - Oder-Neisse-Linie / Oder-Neiss-Grenze - Pille / Anti-Baby-Pille - Pornographie - Quotenfrau / Frauenquote - Rechter Terrorismus - Rechtschreibreform - Reichstag - Runde Tische - Schwul - Senioren - Sexuelle Revolution - Smog - Soziale Marktwitschaft - Standort Deutschland - Sympathisant - Terrorismus - Umwelt - Uneheliche Kinder - Viertes Reich - Waldsterben - Wiederaufarbeitungsanlage / Wiederaufbereitungsanlage - Wiedervereinigung

Erstellt: 2003-02

Suchbegriffe der Woche 2003-03-02 - 2003-03-09

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-03-09 - 2003-03-16

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-03-16 - 2003-03-23

ter verschickt. Das hing zum Einen daran, dass "freefind", der Suchdienst des Etymologie-Portals für zwei Wochen keine Auswertung der gesuchten Begriffe schickte.
Das hing aber auch daran, dass ich am 11.02.2003 von einer Abmahnwelle betroffen war, die meine Motivation stark belastete. Ich habe aus diesem Anlass den Begriff "abmahnen" im Etymologie-Portal aufgenommen. Etymologisch hängt 'abmahnen' zusammen mit 'wegdrängen'. Und genau darum geht es ja wohl in den meisten Fällen. Oder es geht einfach um die schnelle Mark - pardon - den schnellen EURO. Ich möchte Sie aber an dieser Stelle nicht weiter damit belasten; wer das Problem kennt oder sich einfach einmal informieren möchte, welchen Umfang die Abmahnmaschinerie mittlerweile angenommen hat, kann sich einen ersten Eindruck unter dem genannten Begriff verschaffen.

Bei den heutigen Begriffen bin ich etwas von meinem 'roten Faden' abgewichen und habe keine untergegangenen Begriffe ausgewählt. Heute geht es um die indogermanischen Stämme 'me' und 'ten'. Was alles aus diesen 2 bzw 3 Buchstaben hervorgegangen ist, sehen Sie weiter unten.

Die Linktipps sind heute französisch/deutsch (Herkunft von französischen Vornamen und Bezeichnungen von Mineralien) gehalten.

Die Buchtipps behandeln einmal die europäische Sprachentwicklung und zum anderen den Einfluss der arabischen Sprachen im Deutschen.

Nicht versäumen möchte ich, auf das "Wort des Monats" aufmerksam zu machen. Sie finden es auf dem Etymologie-Portal. Im März heisst es 'Seine Worte auf die Goldwaage legen'.

Wortgeschichten

Meditation (W1)

von lat. 'meditatio' = 'Nachdenken' ('meditari' = 'meditieren') steht für sinnende Betrachtung, auch mystische oder religiöse Versenkung;
Genau genommen geht es hier um ein (geistiges) Ermessen (einer Sache) um ein 'Ausmessen' der 'Mitte' (lat. 'medium' = 'Mitte') einer Sache oder der eigenen Person.
Auf einer etwas banaleren Ebene spricht man auch von Steak-'medium', dem halb, ('mittig') durchgebratenen Steak.
Trotz seiner Banalität eröffnet sich aber mit diesem Hinweis eine grosse Fülle von Wortverwandschaften. Geht doch 'medium' genau wie 'Mal' und 'Mahl(zeit)' auf einen Stamm ide. "*me(d)" zurück. - Aber nun etwas der Reihe nach.
Aus dem ide. "*me(d)" = "wandern", "(ab)schreiten", "abstecken", "messen" ist nicht nur 'Meditation' sondern sind ganze Wortgruppen hervorgegangen.
So gehören alle Wortbildungen mit 'Maß', 'Muße' und 'müssen' hierher. 'Müssen' tut man das 'was einem (als Aufgabe, als Tagewerk) zugemessen' wurde. Der 'Medicus' (der Arzt) ist der kluge, der abwägende, der 'abmessende' Ratgeber. Und die Medizin ist demnach die Wissenschaft des rechten 'Abmessens' (hier ist noch der Anspruch der präventiven Medizin zu erkennen).
Aber es wird noch interessanter:
Die Bezeichnung für den 'Mond', der seine ihm 'zugemessene' Bahn am Himmelszelt zieht geht auf den Bedeutungsinhalt 'wandern' zurück.
Und eine weitere Linie eröffnet sich über 'Mal'. Der 'Mond' der täglich sein 'Muss' erfüllt, wandert viele 'Male' um die Erde. Mit Hilfe des "Eeinmaleins" kann man 'ermessen' wieviel 'Mal' eine Sache ausgemessen und hinzugenommen wurde. Das 'Mahl' (die Mahlzeit) findet zu einem festen, einem 'abgemessenen' (oder auch 'angemessenen') Zeitpunkt statt, an dem jeder das ihm 'Zugemessene' zu essen bekommt - und zwar 'mehrmals' am Tag.
Und um jetzt 'nochmal' den grossen Bogen zum Ausgangspunkt zu schlagen. Den Zusammenhang von 'wandern' und 'messen' kann man noch in dem Brauch erkennen, an einem bestimmten Tag im Jahr die Grundstücksgrenzen oder Gemeindegrenzen 'abzuwandern' und damit immer wieder neu 'abzumessen' und erkennbar 'abzustecken'.
Dass auf diesen Brauch auch der Ausdruck 'sich etwas hinter die Ohren schreiben' zurückgeht, ist wieder eine andere (Wort)geschichte.
Und wenn Ihnen all diese Wort-Zusammenhänge keinen Anlass zu 'Muße' und 'Meditation' geben, dann weiss ich auch nicht mehr weiter - das 'müssen' Sie sich dann selbst zu'messen'.

Linktipps

boku - Gesteine und Mineralien

(E2) homepage.boku.ac.at/h9440283/getymol.htm
Etymologie der Bezeichnungen von Gesteinen und Mineralien, Geologischen Formationen, Typuslokalitäten Etymologie von lokalen Formationsnamen von Österreich und Umgebung
mit Links zu folgenden Quellen:

Buchtipps

Die beiden Buchempfehlungen für heute sind:

Duden-Band "Deutsch - Englisch - Europäisch"

(E?)(L?) http://www.duden.de/


Deutsch - Englisch - Europäisch
broschiert, 352 Seiten, Bibliographisches Institut, Mannheim

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache hat die Dudenredaktion Beiträge von mehr als zwanzig namhaften Autoren wie Harald Weinrich oder Julian Nida-Rümelin gesammelt. In den einzelnen Beiträgen werden vor allem drei Themenkomplexe behandelt:
die Situation der Sprachen in der Welt und in Europa,
das Verhältnis von Deutsch und Englisch in Geschichte und Gegenwart sowie
der Einfluss der beiden Sprachen aufeinander.
Das 384 Seiten umfassende Sammelwerk ist der dritte Band in der Reihe "Thema Deutsch" und wendet sich an Lehrende, Schüler und Studierende und an alle, die an der gegenwärtigen Entwicklung der deutschen Sprache interessiert sind. Seit Oktober 2002 ist er für 25 Euro im Handel erhältlich.
Duden online: mit Newsletter der Duden-Sprachberatung, Crashkurs, aktuellen Infos zur neuen Rechtschreibung, Links und Beiträgen rund um die deutsche Sprache, Produktinformationen, Gesamtkatalog, Online-Bestellfunktion und seit September 2002 mit Service und Informationen in Sachen "Schule und Lernen".

Osman, Nabil
Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft

beck'sche Reihe

Aus der Kundenrezension bei Amazon:

Der Autor geht in seiner Vorbemerkung auf den Weg dieser Wörter ins Deutsche ein. Dabei wird die Geschichte der Mauren in Spanien sowie die Blütezeit der Naturwissenschaften in den arabischen Ländern kurz dargestellt.


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 23.03.2003-30.03.2003


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-03-30 - 2003-04-06


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-04-06 - 2003-04-13


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-04-13 - 2003-04-20


Wortgeschichten

Heute möchte ich die Reihe "untergehende Begriffe" fortführen.

Vor ein paar Tagen hörte ich mich plötzlich sagen "Ich bin nicht davor 'gefeit' ...". Und gleichzeitig fragte ich mich, was das denn genau bedeute, d.h. was denn das vermutete 'feien' bedeutet. Ich nahm den Faden bei nächster Gelegenheit auf und gelangte von 'gefeit' zu 'feien', 'Fee', 'weihen', 'widmen', 'Witwe' zu 'grüne Witwe'.

feien (W2)

Ich kenne das Wort 'feien' nicht. Allerdings benutze ich ab und zu den Ausdruck 'gegen etwas gefeit sein' oder eine ähnliche Form. Dieses fast ausgestorbene 'feien' geht zurück auf ein mhd. 'veinen' = 'nach Art der Feen durch Zauber schützen' (mhd. 'fei(e)' = 'Fee').

Erstellt: 2003-04

Fee (W3)

Die "Fee", die "Zauberin" kommt meist im Paar vor, einmal als gute und einmal als böse "Fee". Beide stammen ab von der lat. "Fata" = "Schicksalsgöttin" (Das lat. "fatum" = "Schicksal" war neutral und konnte Gutes und Schlechtes gleichermassen bringen.)

"Fatalerweise" konnten beide ihrem Schicksal nicht entgehen über das frz. "fée" = "Fee", "Zauberin" in die deutsche Sprache einzugehen.

Erstellt: 2003-04

weihen (W3)

Obwohl man einen Zusammenhang von 'feien' mit 'weihen' vermuten könnte, geht 'weihen' auf ahd. 'wihen' bzw. 'wih' = 'heilig' zurück und bedeutet damit 'heiligen'. Zu erkennen ist dies noch in 'Weihnacht'. Die Bezeichnung lässt sich noch weiter auf heidnische Ursprünge zurückführen, dem lat. 'victima' = 'Opfer(tier)', das 'dem Opfer geweihte' (Tier). Im Englischen hat 'victim' noch diese Bedeutung.
Ich denke damit sollten Sie in die Geheimnisse von 'weihen' eingeweiht sein. - Und ich überlege, ob 'feihen' nicht doch etwas mit 'weihen' zu tun hat.

Erstellt: 2003-04

widmen (W3)

geht auf ein ahd. "widimen" bzw. "widimo", "Wittum" zurück. Dieses "Wittum" war nach germanischem Recht eine Vermögensleistung des Bräutigams an die Braut bei der Eheschließung und sollte u.a. im Falle des Falles die Versorgung der Witwe gewährleisten.

Ob die Zeit, die man einer Sache widmet immer einer Versorgungsvorsorge dient hängt heute allerdings stark von der Sache ab, der man seine Zeit widmet.

Über das griech. "hedna" ist es mit "Mitgift" verwandt. Und weiter hängt es mit dem ide. Stamm "*uedh" = "heimführen", "heiraten" zusammen. Im Litauischen heisst der "Freier" z.B. "vedys".

(Die Zeit, die ich dem Etymologie-Portal "widme" ist in diesem Sinne sicherlich schlecht investiert und trägt im Sterbensfall sicherlich nicht zur "Witwen"-Versorgung bei.)

Erstellt: 2003-04

Witwe (W3)

Die 'Witwe' von ahd. 'wituwa' ist 'die (ihres Mannes) Beraubte'. Interessant ist, dass die 'Witwe' auf einen Stamm ide. "*ueidh" = "trennen" zurückgeht (womit übrigens auch das lat. 'di-videre' = 'trennen' zusammenhängt. Wenn man dies nun mit dem Stamm '*uedh' = 'heimführen, heiraten' vergleicht, könnte diese auch die 'Trennung (der Frau) von der Familie' bedeutet haben.

Erstellt: 2003-04

Witwe - grüne Witwe (W3)

Eine Ehefrau, die das Pech hat(te) den Tag in ländlicher Umgebung (also 'im Grünen') allein in ihrer Wohnung verbringen zu müssen nennt man 'Grüne Witwe'.

Erstellt: 2003-04

klor (W2)

Das saarländische Wort 'klor' ist ein sehr vielschichtiges Wort. In der Aussage 'das ist klor' bedeutet es etwa 'das ist interessant, spassig, sonderbar'. Wohingegen es in der Aussage 'du bischt velleicht klor!' bedeuten kann 'bist du jetzt durchgedreht?'. Es kann also je nach dem Kontext zwischen einem freudigen Bewundern und einem ablehnenden Verachten pendeln. Und es gibt Mitmenschen, die das Wort sehr häufig verwenden.
Jedenfalls habe ich mich schon seit langem gefragt, wo dieses Wort wohl herkommt. Ich habe schon viele Einheimische darauf angesprochen, aber niemand hatte eine Idee.
Ich versuchte es mit 'Chlor' dem chemischen Element, das ja ätzend ist, aber ich konnte keine Verbindung dazu finden.
Nun ist mir gestern Abend das Wort 'glorreich' = 'rühmlich, ehrenhaft' aufgefallen. Damit hängt auch die 'Gloriole' = 'Heiligenschein' und 'mit Glanz und Gloria' zusammen.
Meine (bisher allerdings unbestätigte) Theorie lautet nun folgendermassen: Die Saarländer haben in ihrer wechselvollen Geschichte das frz. 'gloire' = 'Ruhm, Ehre' (im Deutschen gibt es auch ein veraltetes 'Glorie') bzw. das Adjektiv 'gloreux, gloreuse' = 'ruhmvoll' in ihren Sprachschatz aufgenommen und im Laufe der Zeit zu einem schillernden Begriff abgeschliffen.

Falls Sie eine bessere Erklärung kennen, bitte ich Sie es mir mitzuteilen.

Erstellt: 2003-04

Linktipps

beyars - Edelsteinlexikon, Kunstlexikon, Schmucklexikon

(E1)(L1) http://www.beyars.com/
hat drei hervorragende Lexika ins Netz gestellt. Und wenn man noch Platz im Bücherregal hat, ist man sofort geneigt, sich die Print-Ausgaben zuzulegen.
Auch etymologische Hinweise kommen in den Lexika nicht zu kurz. Alle können über die Startseite unproblematisch erreicht werden.
(Auf der ersten Seite des jeweiligen Lexikons auf den Link "Hier steigen Sie in das xxx-lexikon zur Auswahl der Buchstaben ein".)
Neben den aufgeführten Lexika gibt es noch weitere interessante Rubriken: Also ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Erstellt: 2003-04

Buchtipps

Die beiden Buchempfehlungen für heute sind:

50 Klassiker Mythen

Gerstenberg Verlag
Die bekanntesten Mythen der griechischen Antike
dargestellt von Gerold Dommermuth-Gudrich
unter Mitarbeit von Ulrike Braun

In den 50 kurzweilig geschriebenen Geschichten erhält man einen guten Überblick über die griechischen Mythologie. Nebenbei werden einige Begriffe geklärt, die wir heute noch benutzen.
Als Beispile seien genannt: Unter den Rezensionen bei Amazon sind noch einige weitere Beispiele zu finden.

Erstellt: 2003-04

Scholz & Friends (Hrsg.)

Werbisch
Werbisch-Deutsch
Das ultimative Wörterbuch der Werbung - unzählige Stichwörter und Wendungen aus der europäischen Top-Kreativ-Agentur
REDLINE WIRTSCHAFT bei ueberreuter
184S.

Das kleine Taschenbuch liefert zwar keinerlei etymologische Herleitungen; aber die Zusammenstellung von Begriffen aus der Werbekultur ist ja auch schon ein Hinweis zur Herkunft der Neologismen.
Die Erklärungen sind nicht immer ganz ernst zu nehmen, was aber die Lesbarkeit deutlich verbessert.

Erstellt: 2003-04

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-04-20 - 2003-04-27



Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-04-27 - 2003-05-04



Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-05-04 - 2003-05-11



Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-05-18 - 2003-05-25



Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-05-25 - 2003-06-01



Wortgeschichten

Granatapfel (W1)

Der 'Granatapfel' hiess bei den Römern wegen seiner vielen Samenkerne 'malum granatum' = 'kernreicher Apfel' ('granatus' = 'kornreich'). Diese Bezeichnung wurde ins deutsche entlehnt. Das lat. 'granum' = 'Korn, Kern' steckt auch in 'Granit' (wegen seiner 'körnigen' Teile von Feldspat, Quarz u. Glimmer), in dem Schmuckstein 'Granat' (wegen der roten Farbe), in 'Granate' und 'Grenadier', dem 'Handgranatenwerfer'.
Die 'Granate' hat ihren Namen dabei nach dem 'Granatapfel' der seine vielen 'Samenkerne' auch explosionsartig verteilt, wenn man ihm gewaltsam zu Leibe rückt.
Das Kürbisgewächs 'Melone' hingegen hat ihren Namen von einer Kurzform des lat. 'melo pepo' = 'reifer Apfel'. Dieses steckt auch in unserer 'Marmelade' und im frz. Honig 'le miel'.
Ich wundere mich nur, dass das lat. 'malum' eigentlich 'das Schlechte' heisst. Oder ist dies eines der Beispiele dafür, dass ein Wort gleichzeitig beide Bedeutungen, die positive und die negative, in sich trägt. Der 'reife' = 'gute' Apfel kann kurze Zeit später schon über'reif' und damit 'schlecht' sein.
Hier sind die "gelernten Etymologen" gefragt.
Zu dem 'melo pepo' fällt mir noch ein, dass der frz. Apfel ja 'pomme' heisst, also wohl auf den zweiten Teil der Bezeichnung zurückgeht.
Und dann landet man auch bei den frz. 'pommes de terre' den 'Kartoffeln' aus denen die 'Pommes frites' (also eigentlich die 'fritierten Äpfel') hergestellt werden und die im Saarland 'Grummbeere' = '(Erd-)krumenbeeren' heissen. Und es sollte mich doch stark wundern, wenn in den 'Krümeln' des lat. 'grumus' = 'Erdhaufen' neben den '(Acker-)Krumen' nicht auch noch ein 'granum' zu finden wäre.

Erstellt: 2003-05

Schnaps (W3)

Die Bezeichnung für den 'Branntwein', die auch in andere Sprachen übernommen wurde, hat einen minimalen Auslöser. Ein 'Schnaps' war (und ist auch heute noch) ein kleines Glas Branntwein, dessen Inhalt man mit einem Schluck 'schnappen' kann (nd. 'snappsen' = 'sich einen Schluck genehmigen'). Und diese Bezeichnung für die übliche Dareichungsform wurde zum Gattungsbegriff erhoben.

Erstellt: 2003-05

Schnapszehl (W3)

Das Vorkommen zweier oder mehrerer Zeichen in einer Zahl (z.B. '11', '22', ...) wird auch als 'Schnapszahl' bezeichnet. Dies geht auf die Assoziation zurück, dass man im betrunkenen Zustand die Augenmuskulatur nicht mehr unter Kontrolle hat und somit oftmals Informationen doppelt im Gehirn ankommen.

Erstellt: 2003-05

Linktipp

Der Linktipp für heute ist:

clo7

(E1)(L1) http://membres.multimania.fr/clo7/plan.htm
Sans aucune prétention, cet espace n’a d’autre ambition que de vous emmener dans un voyage au pays des mots et de la langue française parce que "Mieux connaître, c’est mieux aimer…" Auf dieser wirklich umfangreichen Site rund um die französische Sprache findet man auch viele interessante etymologische Hinweise. Da die Site wirklich sehr gross ist, muss man etwas sichen. Unter Unter "GRAMMAIRE ET ORTHOGRAPH" z.B. findet man unter anderem die Überschrift "Vocabulaire"; und darunter wiederum folgende Artikel mit einigen etymologisch interessanten Hinweisen:

Erstellt: 2003-05

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Duden: Deutsches Universalwörterbuch

Auf der (Offline-)Suche nach dem Begriff 'Unterpfand' blieb ich lange erfolglos. Der "Kluge" hatte zwar den Begriff 'Pfand' aufgeführt, aber was es denn nun mit 'Unterpfand auf sich hatte, erklärte er auch nicht.
In letzter Verzweiflung versuchte ich es im "Duden: ???".
Dabei stellte ich fest, dass dieses Werk, das etwas verwaist in meinem Bücherregal steht, doch auch ein gutes etymologisches Wörterbuch abgibt. Zwar ist es nicht so tiefgründig wie andere Spezialwerke. Dafür erklärt es aber auch Begriffe, die diesen zu banal sind oder aus anderen Gründen nicht behandelt werden.

Erstellt: 2003-05

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-06-01 - 2003-06-08

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-06-08 - 2003-06-15

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-06-15 - 2003-06-22

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-06-22 - 2003-06-29


Das Wort des Monats Mai ist "Delikatessen"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten gibt es heute mal wieder zwei untergegangene/untergehende/seltene Begriffe:

baldowern - ausbaldowern

'baldowern' kommt hauptsächlich als 'ausbaldowern' vor; Es geht zurück auf einen Ausdruck der Gaunersprache 'baldower' = 'Auskundschafter' in dem das 'hebr. "ba'al" = 'Herr' und 'davar' = 'Sache' steckt. Somit ist der 'baldower' also 'Herr der Sache', weil er sich vorher 'sachkundig' gemacht hat.

Erstellt: 2003-06

forensisch (W2)

Obwohl der Begriff 'forensisch' in den Lexikas als veraltet bezeichnet wird, ist er mir gerade in der Bezeichnung 'Forensische Analysen' über den Weg gelaufen.
Das lat. 'forensis' bedeutet 'zum Forum gehörend'. Aus der politisch, gesetzgebenden Bedeutung des Forums leitet sich die heutige Bedeutung als 'gerichtlichen oder kriminologischen Zwecken dienend' ab. Und so gibt es denn noch in vielen Disziplinen 'forensische' Teildisziplinen. Zum Beispiel behandelt die 'forensische Chemie' die 'Chemie im Bereich der Gerichtsmedizin'; entsprechend dann auch die 'forensische' Medizin, die alles einschliesst, was mit dem Nachweis von Vergiftungen zu tun hat. Der Jugendstrafvollzug und damit zusammenhängende Massnahmen werden gerne als 'forensische' Pädagogik umschrieben. Und dass es entsprechend auch eine 'forensische' Psychologie gibt, ist nun kaum noch sprachlich interessant.

Interessanter dürfte noch die Entwicklung von 'Forum' sein. Hervorgegangen aus lat. 'forum' der Bezeichnung für den altrömischen Marktplatz, der üblicherweise auch als öffentlicher Gerichtsort genutzt wurde. Aus der allgemeinen Bedeutung 'etwas in der Öffentlichkeit erörtern' wurde es zunehmend eingeengt und hat heute eher die Bedeutung 'etwas in einem kleinen Kreis von Spezialisten erörtern'.

Und sowohl die sprachliche Bedeutung von 'forensisch' als auch die Inhalte der o.g. 'forensischen' Spezialdisziplinen dürften nur einem kleinen Kreis von Spezialisten bekannt bzw. zugänglich sein. Und so wurde aus dem marktschreierischen, aber demokratischen 'Forum' eine disziplinierte, aber eher undemokratische - um nicht zu sagen 'forensische' - Veranstaltung.

Bleiben noch die zu Beginn genannten 'Forensischen Analysen'. Diese habe ich kennengelernt im Zusammenhang mit Computersystemen und -netzen, die im Hinblick auf ihre Angreifbarkeit untersucht, also einer Analyse unter Security-Gesichtspunkten unterzogen werden; mit dem Ziel gerichtsverwertbare Hinweise zu finden und zu dokumentieren.

Erstellt: 2003-06

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Casson, Lionel

(E?)(L1) http://www.alazharonline.org/


(E?)(L1) http://www.bibalex.gov.eg


(E?)(L1) http://www.vaticanlibrary.vatlib.it/BAVT/default.asp


(E?)(L?) http://www.loc.gov/
Bibliotheken der Antike
Artemis & Winkler, 220S.

Von der Keilschrift auf Tontafeln, zur Verwaltung der königlichen Bestände, von den Vorläufern der heutigen Bibliotheken (griech. theke = Aufbewahrungsort) in Griechenland, von privaten Schriftrollensammlungen, von den Anfängen des Buchhandels bei Griechen und Römern, von der Bibliothek von Alexandria (siehe: www.bibalex.gov.eg), von Papyrus und Pergament, von Kodizes, von den Anfängen des Katalogsystems, von schreibenden und kopierenden Mönchen - von all dem handelt dieses Werk.

Das Buch ist kein etymologisches Nachschlagewerk, aber die vielen Geschichten und Anekdoten bergen viele Hinweise, die auch zu kleinen Wortgeschichten "ausarten" können. Eingebettet in ihren thematischen und geschichtlichen Kontext gewinnen dies zusätzlich an Plastizität.

Die folgenden Begriffe sind meines Erachtens aus etymologischer Sicht interessant:

Erstellt: 2003-06

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-06-29 - 2003-07-06



        .oooO
        (   )      Oooo.
-------- \ ( ----- (   )--------
          \_)       ) /
                   (_/

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-07-06 - 2003-07-13


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-07-13 - 2003-07-20



Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-07-20 - 2003-07-27


Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten gibt es heute mal wieder zwei untergegangene/untergehende/seltene Begriffe:

dreschen - abgedroschen

Das Getreide wurde gedroschen, bis alle Körner herausgelöst waren und nur noch leeres 'Stroh' (= 'Aus-, Hingestreutes') übrigblieb. Und manche Reden oder Aussagen sind so abgedroschen, dass ihnen jedes Körnchen Wahrheit und Weisheit abhanden gekommen ist, werden aber immer wieder 'unters Volk gestreut'.

Erstellt: 2003-07

Floskel

ist eine kleine Blume; (lat. 'flosculus' = 'Blümchen'); Es handelt sich also um einen kleinen bunten Spruch (der nicht allzuviel zum eigentlichen Gesprächsgegenstand beiträgt). Bei einer grösseren/längeren Ansprache spricht man eher von einer 'blumigen Rede'.

Erstellt: 2003-07

Der Linktipp für heute ist:

Heute geht es mit dem Linktipp mal wieder nach Frankreich. Die "Académie française" ist für Aussenstehende ja doch etwas mysteriöses. Wie fällt eine Entscheidung, ein Wort in den lexikalischen Bestand der französischen Sprache aufzunehmen? Ganz konnte ich diese Frage noch nicht klären, aber die folgenden Links geben einen kleinen Einblick hinter die Kulissen.

Und um Ihnen etwas Arbeit zu ersparen habe ich eine Liste der gefundenen Wörter (über 800) auf einer Seite des Etymologie-Portals zusammengestellt.

academie-science
Le Comité de terminologie et de néologie

(E?)(L?) http://www.academie-sciences.fr/


(E?)(L?) http://www.academie-sciences.fr/comites/comite_terminologie.htm


Erstellt: 2003-07

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Wellmann, Karl-Heinz
Haben Fische Durst?

111 Antworten auf Fragen, die Ihnen schon immer auf den Nägeln brannten.
Jonas Verlag, 120S.

Das kleine Büchlein behandelt Fragen, die von Hörern und Hörerinnen des hr1 in der Sendung "hr1 Profil" gestellt und von Experten beantwortet wurden. Im Vordergrund stehen dabei nicht etymologische Fragen sondern Fragen nach dem Wie und Warum.
Dennoch behandeln mindestens 50% der Fragen und Antworten Themen, die auch kleine oder grössere Wortgeschichten enthalten. Im folgenden die Liste der Stichwörter, die mir in diesem Sinne aufgefallen sind:
(Einige Stichwörter sind auch auf dem Etymologie-Portal zu finden)

Erstellt: 2003-07

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-07-27 - 2003-08-03


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-08-03 - 2003-08-10


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-09-07 - 2003-09-14


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-09-14 - 2003-09-21


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-09-21 - 2003-09-28


Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Familie um den "Beutel" und das frz. 'berlingot' vorgenommen.

Beutel, Beule, Geldbeutel, Beutelschneider, gebeutelt, Windbeutel, böse, Bauch, Bausch, Puste, Busen, Busch, Böschung, Pausbacken, pauschal, Pause, durchpausen, Bouteille, boule, Boulevard, Bohlen (W1)

Auf den "Beutel" bin ich durch die Anfrage eines Besuchers zur Herkunft von "Kulturbeutel" gestossen. Und siehe da der unscheinbare "Beutel" entpuppte sich als wahres Füllhorn.

Der "Beutel" lässt sich zurückführen auf ein ahd. "butil", das "Aufgeschwollenes" bedeutet und mit der "Beule" zusammenhängt. Bleiben wir aber zunächst noch bei unserem "Beutel". Dieser steckt zum Beispiel noch im "Geldbeutel", der füher auch wirklich noch ein bauschiger "Beutel" war und dem "Beutelschneider" Gelegenheit gab, ihn vom Gürtel anderer Leute zu schneiden. Aber auch der Hodensack einiger Tiere wird als Beutel bezeichnet und niemand hält es für anrüchig statt vom Frankenwein vom "Bocksbeutel" zu sprechen (weil er in bauchigen Flaschen abgefüllt wird, die ...). In der Gattungsbezeichnung (?) "Beuteltier" diente allerdings die Hautfalte zur Aufbewahrung der Jungtiere als Namensgeber.

Und dass man heute auch "gebeutelt" sein kann liegt daran, dass die grossen Mehlsiebe der Müller auch als "Beutel" bezeichnet wurden. Und das heftige Schütteln zum Sieben des Mehles wurde demzufolge als "beuteln" bezeichnet. Man könnte also stattdessen auch "durchgesiebt" sagen. ;-)

Natürlich gibt es noch weitere Beutel wie z.b. den "Windbeutel", der von den Treibgasen "aufgeschwollen" wird und den (ubertragenen) Windbeutel, der nichts als Luft enthält). Aber wenden wir uns dem anderen Familienmitglied zu.

Die "Beule" bedeutete in alten Zeiten "Schwellung", was ja heute noch nachzuvollziehen ist, wenn man sich den Kopf anstösst. Dass man heute auch von "Beule" im Autoblech spricht, ist genaugenommen nicht ganz korrekt, da es sich dabei nicht um ein geschwollenes sondern um ein verbogenes Blech handelt.

Man geht davon aus, dass sich die "Beule" aus einem wortmalerischen Ursprung, dem Geräusch beim Aufblasen der Backen ("puh", "peuh") entwickelt hat. Und diese Eigenschaft hat die "Beule" dann nicht mehr abgelegt. Es hat sich immer weiter aufgeblasen und hat einen Begriff nach dem anderen produziert. Aus dem "aufgeblasenen" Mitmenschen wurde ein "böser" Mitmensch. Dieser schlägt sich auch heute noch auf anderer Leute Kosten den "Bauch" voll und macht sich noch in "Bausch" und "Bogen" lustig über die Geschröpften.

Aber immer noch geht der "Beule" die "Puste" nicht aus. Den Ärger im "Busen" unterdrückend, verdrückt sich der Geschädigte daraufhin zu allem Überdruss peinlich berührt hinter den nächsten "Busch" oder der nächsten "Böschung" (der "Aufbauschung").

Aber all das ist immer noch besser als die "Pocken" mit ihren aufgeschwollenen "Pusteln" zu bekommen. Und da kann man doch vor Erleichterung wieder die Luft aus den "Pausbacken" lassen und die Dinge etwas "pauschaler" (= "alles zusammengenommen" also "geschwollen") betrachten.

So - nun wird es aber doch Zeit, eine "Pause" zu machen. Diese hat jedoch nichts mit den "Pausbacken" zu tun sondern geht auf lat. "pausa" = "Innehalten" zurück.

Und durchpausen" geht auch nicht auf die "Beule" zurück. Dieses ist nach dem "Bimsstein" = frz. "ponce" benannt auf den es über frz. "poncer" = "mit dem Bimsstein bearbeiten" und daraus frz. "ébaucher" = "entwerfen" zurückgeht.

Dennoch würde es auch zur "Beule" passen, da bei einigen "Pausverfahren" ja minimale "Bausen" (saarl.) entstehen.

Allerdings würde es mich nicht wundern, wenn die frz. "Bouteille" = "Flasche" (lat. "butticula") aus der aufgeblasenen Familie des Beutels stammen würde. (Im 17.Jh. hatte es die Bedeutung "bulle" = "Blase".) Und irgendwie dürfte hier auch die "Buddel" voll Rum hingehören.

Und natürlich gehört auch das frz. "boule" = "Kugel" hierher (und damit auch der frz. "Boulanger"), das auf lat. "bulla" zurückgeführt wird.

Der frz. "Boulevard" allerdings scheint zumindest nicht direkt mit "Boule" zusammenzuhängen. Der "Boulevard" ist eigentlich ein deutsches "Bollwerk" (über ndl. "bolwerc"), das widerum "Schutzwerk aus Bohlen" bedeutet. Diese kantigen Holzteile scheinen ja gar nichts bauchiges zu haben. Allerdings wird "Bohlen" dann wieder mit "Balken", "Baum" (anord. "bolr, bulr") und auch mit ahd. "bolen" = "rollen, wälzen" (vgl. "Böller") in Zusammenhang gebracht. Und von da ist es ja dann auch nicht mehr weit zur "boule" und zum "Beutel".

Jedenfalls wurden die Bollwerke irgendwann nicht mehr gebraucht. Die Städte wuchsen ausserdem über die ursprüngliche Begrenzung hinaus und so lag es nahe, die Bollwerke niederzureissen und an ihrer Stelle (breite) Strassen anzulegen. Diese übernahmen die Bezeichnung und wurden schliesslich sogar zu Nobelstrassen. Den gesellschaftlichen Aufstieg hat ganz ähnlich auch die engl. "Wallstreet" geschafft, die an Stelle des "Schanzwalls" geschaffen wurde.

Auf dem "Boulevard" findet man Klatsch und Tratsch von Hollywood bis Adel.

Für die Autorin ist Winnie Pooh (der bausbäckige Bär) einer der tollsten Bären der Welt. - Aus diesem Grund hat sieihm und seinen Freunden, diese Seiten gewidmet.

(E?)(L1) http://winnie.designcms.de/index2.php


(E?)(L3) http://www.laboulebleue.fr/


Erstellt: 2003-09

Berlingot, berline, berlingue (W1)

(E1)(L1) http://www.berlingot-de-carpentras.com/


(E?)(L?) http://www.mathcurve.com/surfaces/berlingot/berlingot.shtml


(E?)(L?) http://staging.foodtv.com/foodtv/recipe/0,6255,24977,00.html
Die angegebenen Links führen einige Erklärungen zur Herkunft der Bezeichnung für die französische Bonbon-Sorte auf (die weiter unten teilweise zitiert sind). Eine schöne Wortgeschichte dazu findet sich auch in dem franz. Büchlein "Les mots d'origine gourmande" von Colette Guillemard, das im Verlag Belin erschienen ist. Hier sinngemäss die Wortgeschichte:

Demnach benutzten Victor Hugo und Octave Feuillet "Berlingot" irrtümlicherweise für "berline", der Bezeichnung für eine Kutsche, deren Bezeichnung auf "Berlin" zurückgeht, da sie dort um 1670 in Mode gekommenen war und auch in Frankreich anscheinend Anklang fand.
Aber eigentlich bezeichnete "Berlingot" ab dem 17Jh. eine Bonbon-Sorte. Diese wurden in lange Stangen gepresst und dann in noch zähem Zustand auf einem Tisch in mundgerechte Stücke geschnitten. Dieser Tisch wurde mit einem ital. umgangssprachlichen Wort "berlingozzo" bezeichnet, das sich als "Berlingot" auf die Bonbons übertrug.
Durch die beschriebene Herstellungsmethode erhielten die Bonbons eine charakteristische Tetraederform. Das führte wiederum dazu, dass "Berlingot" zur Bezeichnung entsprechender Milchbehälter aus Karton benutzt wurde. Auch nachdem die Form der Milchbehälter modernen Herstellungsmethoden angepasst wurde (also nicht mehr tetraedrisch geformt war), konnte sich die Bezeichnung erhalten. Heute ist es vielfach durch das "franglaisische" "pack" ersetzt worden.
Auch Zigarren können "coupés en berlingots" sein.
Abbildungen von "Berlingots" können Sie auf den angegebenen Seiten finden.
Aber die Wortgeschichte ist damit noch nicht zu Ende.
Die Franzosen können "Berlingot" auch zur Bezeichnung der männlichen Hoden benutzen (wegen der Ähnlichkeit der Form). Genauso leicht assoziieren sie es aber auch mit der Form der weiblichen Klitoris, das um 1925 "dans la langue argotique" aufkam. Daraus wiederum leitet sich die Bedeutung "berlingue" = "Jungfräulichkeit", das elliptisch (aussparend) aus "berlingot intact" entstand. Und so ist die Anstandsdame eine "Madame, qui protége le berlingot de la demoiselle".

Und nun noch ein paar Zitate aus den verlinkten Seiten:

...
Une légende voudrait que ce fût un pâtissier du Pape Clément V (1305-1314) résidant à Carpentras, qui pour fêter la dissolution de l'Ordre des Templiers, confectionna une gourmandise.
Ce serait donc au cours d'un banquet, qu'un dénommé Sylvestre, ayant confectionné un flan caramélisé se trouva avec une quantité de sirop inutilisé. Il eut donc l'idée de recuire ce caramel en rajoutant du citron et de la menthe. Il l'étira en bâtonnets et l'offrit au Pape avec ces mots : " Honneur à Bertrand de Got, à découper avec des ciseaux d'or "
Clément V , sujet français, ancien évêque de Bordeaux, de son vrai nom 'Bertrand de Got', aurait donné ce nom à ce bonbon. Au fil des ans, la partie centrale de son nom se serait transformé dans le langage courant en 'BER-LIN-GOT'.
D'autres pensent que le nom viendrait de l'italien 'berlingozzi', désignant les célèbres sucres d'orge italiens.
La transition entre tian et berlingot est facile quand on découvre que Frédéric Mistral ( 1830-1914), écrivain français d'expression provençale, prix Nobel de littérature en 1904 , employait le mot berlingueto pour désigner une brouillade d'œufs aux herbes accompagnée d'une sauce verte. Peut être parce que du temps de Voltaire (1694-1778) le mot 'berlingot' désignait une 'berline coupée', c'est à dire n'ayant qu'un fond.. Il ecrivit : " Comme il partait, passa sur cette terre , en berlingot, certain pair d'Angleterre " Le mot berlingueto désignait-il pour Frédéric Mistral un récipient tel un plat non couvert?
Ce même Mistral, comparait les berlingots à des osselets, berlingaù en provençal ou berleng en vieux français, désignant " jeu de dés ".
...

Erstellt: 2003-09

workpage - Kleines etymologisches Lexikon

(E1)(L1) http://www.workpage.de/etym.php
der Gustav-Heinemann-Schule in Mülheim a.d.Ruhr
Hier hat sich anscheinend eine kleine Projektgruppe viel Mühe gegeben.

Am 2003-07-17 waren folgende Begriffe zu finden:

Erstellt: 2003-09

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Guillemard, Colette

Les mots d'origine gourmande
Belin, 287S.

Das Büchlein enthält viele französische Wortgeschichten zu Wörtern rund ums Essen. Es ist Teil einer ganzen Reihe von Büchern unter der Bezeichnung "Collection Le Français Retrouvé". Natürlich sollte man Französisch soweit können, um sich mit Hilfe des Wörterbuchs einzuarbeiten. Viele Begriffe sind für Nichtfranzosen vielleicht uninteressant. Aber es gibt auch sehr viele Begriffe, die ihren Weg in andere Sprachen, insbesondere in die deutsche Sprache, gefunden haben. Und da kann man dann schon einige interesante Erklärungen finden.

Erstellt: 2003-09

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-09-28 - 2003-10-05


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-10-05 - 2003-10-12


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-10-12 - 2003-10-19


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-10-19 - 2003-10-26


Das Wort des Monats Oktober ist "TZ - bis zum TZ"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Familie um die drei Buchstaben 'rap' und den "Dünger" vorgenommen.

Raffel, Raffeleisen, rap, Rapmusik, rapacious, Raffgier, rapid, rape, rapturous, Rapier, Rapp, Rappel, rappeldürr, rappeln, Rappelche, coitus interruptus, raffen, Rappelche, Raffke (W1)

Im Saarland (und möglicherweise auch in anderen Landesteilen) kann man in manchen Situationen das umgspr. "Raffel" = "Mund" vernehmen. Auch gibt es den Ausdruck "Raffeleisen" = "Reibeisen". Im ersten Moment fällt auf, dass man es hier mit zwei Mahlwerkzeugen zu tun hat. Aber die genauere Betrachtung fördert eine grosse Familie zum Vorschein.
Ich möchte zunächst mal den Stamm vorstellen, der hinter dieser Wortfamilie steht: 'rap' = "Stossen, Klopfen, Reissen".
Im englischen ist 'rap' = 'Klopfen, Klaps' noch präsent. Im Deutschen ist es durch die "Rapmusik" wieder eingeführt worden. Kennzeichen der Rapmusik ist der abgehackte, stossweise Sprechgesang. Im englischen Wörterbuch folgen dann weitere Begriffe wie "rapacious" = "habgierig", "räuberisch". Man braucht nicht viel Phantasie, um diese Art von "einnehmendem Verhalten" mit "Stossen" und "Reissen" in Verbindung zu bringen. Daraus leitet sich dann das friedlichere engl. "rapacity", die "Habgier" ab. Im Deutschen heisst dies dann auch "Raffgier" (= "Gier, etwas an sich zu reissen").
Auch das in vielen Sprachen vorkommende "rapid" = "schnell" ("rapidity" = "Schnelligkeit") geht auf das lat. "rapere" = "fortreissen" zurück.
Im engl. "rape" = "Vergewaltigung", kann man die Untat fast spüren. Aber "rap" dient auch dazu das gegenteilige Empfinden auszudrücken. Das Adjektiv zu engl. "rapture" = "Entzücken", "rapturous" ("entzückt") wird sicherlich nicht zufällig mit "hingerissen (sein)" (oder "stürmisch") übersetzt.

Aber wenden wir uns doch nun den deutschen Familienmitgliedern zu. Der französische Import "Rapier" = "Reibeisen" ist gleichsam die hochsprachliche Variante zu "Raffeleisen" obwohl es auch kaum noch benutzt wird. Ein anderes umgs. Wort "Rapp" = "Kamm" bezieht sich auch auf Kämme, die als (Woll-)Rupf-Werkzeuge benutzt wurden.
Ein weiterer schöner umgs. Ausdruck ist "den Rappel kriegen". Wie "sich aufrappeln" = "sich losreissen" ist auch der "Rappel" eine plötzliche, ruckartig Erscheinung. Oft sagt man ja auch mageren Menschen ein eher etwas fahriges Wesen nach und nicht umsonst bezeichnet man sie als "rappeldürr". In "rappeldürr" hört man sogar noch das "Klappern" der Knochen heraus - man könnte auch von "rappeln" sprechen.
Ein Griff in die Kindersprache fördert auch noch das umgs. "Rappelche (machen)" = "sein Geschäft erledigen" hervor. Hier treten "losreissen" und "Krach machen" sogar in Personalunion auf.
Nun kommen ich langsam zum Ende dieses Familienzweiges. Erwähnen könnte man vielleicht noch den "coitus interruptus", den unterbrochenen Geschlechtsverkehr, der oft auch mit einer "ruckartigen" Aktion verbunden ist.

Wenden wir uns jetzt aber nochmal dem Familienzweig "raffen" zu. Die "Raffel" (für "Mund") kann also sowohl auf die Bedeutung "Klopfen" und damit "Lärm machen" zurückgehen (vgl. "den Mund aufreissen"), aber auch auf die Zähne anspielen, die ja auch eine Art Kamm zum "Reissen" der Nahrung bilden.
Der Ausdruck "etwas raffen" = "etwas verstehen" bringt auch zum Ausdruck, dass man etwas (losreisst und) in seinen Besitz bringt. Nicht von ungefährt sagt man dazu auch "(etwas) begreifen".
Menschen mit einem besonders einnehmenden Wesen muss es schon immer gegeben haben. Und so bildete sich auch irgendwann (angeblich besonders in und um Berlin) der Familienname "Raffke".

Ich habe mich bemüht, hier viele Nachkommen von "rap" zusammenzutragen. Ich hoffe, dass mich dabei nicht die Raffgier zur Übertreibung verführt hat. Immerhin habe ich es unterlassen auch noch auf "rupfen" und "raufen" einzugehen, die zu "rap" zumindest wesensverwandt sein dürften.

Erstellt: 2003-10

Dünger, Dung, düngen (W1)

Wer einen Garten hat oder sogar einen landwirtschaftlichen Betrieb, für den dürfte "Dünger" nichts Unbekanntes sein. Und dass "Dünger" etwas mit "Dung" zu tun hat, erfährt man schon, wenn einem die Nachbarin rät, die Rosen mit "Pferdedung" zu "düngen" und für die Überwinterung abzudecken.
Aber was hat es nun sprachlich mit dem "Dünger" auf sich?
Man ist sich zwar nicht hundertprozentig sich, aber alle Quellen gehen in etwa von folgendem Sachverhalt aus:
Der "Dünger" in seiner heutigen konzentrierten Form hat seinen Namen vom Verb "düngen" erhalten. Und "düngen" ist das Anreichern der Erde mit Nährstoffen. - Aber das war anscheinend nicht immer so. In Zeiten, in denen man auf langfristige Felderbewirtschaftung noch keinen Wert legte, dachte man auch noch nicht ans "Düngen". Wenn die Erde nichts mehr zum Leben bot, packte man die Koffer und zog weiter. Dennoch hatte man auch da schon das Problem des Winters. Und so nutzte man den Dung der Tiere einmal zum Feuern aber vor allem auch zum isolieren, zum Abdecken der Vorratsräume und Webkammern (soweit man eben von Räumen sprechen konnte). Und das ist nun auch die vermutliche Quelle: "Dung" = "das Bedeckende".
Der Begriff blieb einmal an dem Deckmaterial hängen, auch nachdem man längst andere Materialien zum Abdecken von Hütten und Häusern benutzte. Man fand also eine neue Verwendung für den "Dung", nämlich das "Düngen". Und der "Dünger" hat diese Bezeichnung übernommen, auch wenn er weder etwas mit dem ursprünglichen "bedecken" noch mit dem ursprünglichen Deckmaterial gemein hat.
Andererseits ist der ursprüngliche Begriff aber auch auf das "Bedeckte" übergegangen. So gibt es z.B. noch ein aengl. "dung" und ein - mittlerweise auch schon etwas antiquiertes - "dungeon" = "Kerker, Verlies". Im anord. "dyngjy" = "Frauengemach" und im lit. "dengti" = "decken" kann man noch Spuren davon erkennen.
Was mir weiterhin aufgefallen ist - auch wenn davon nichts in den Lehrbüchern steht - ist die Nähe zur lat. "tunica" = "Untergewand, Haut, Hülle", die wie "tünschen" auf die Bedeutung "be-, verdecken" zurückgeht. Und gibt es nicht auch heute noch Erdenbewohner, die ihre Häuser mit "Dung" "tünschen"?

Ich hoffe, ich konnte damit etwas zur "Entdüngung" des "Düngers" beitragen.

Erstellt: 2003-10

blueprints

(E1)(L2) http://www.blueprints.de/
Der etwa wöchentlich erscheinende Newsletter von blueprints enthält immer eine Rubrik "Wort des Tages", in der ein Ausdruck und seine Herkunft erklärt wird.

Die behandelten Begriffe können auch auf der Internetsite nachgeschlagen werden.

Erstellt: 2003-10

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Michelin - Le Guide Vert

(E?)(L?) http://www.michelin.com/


Alsace Lorraine : Vosges
Alpes du Nord
Alpes du Sud : Haute-Provence
Alsace Lorraine : Vosges
Aquitaine : Pays basque, Béarn
Auvergne : Bourbonnais
Berry, Limousin
Bourgogne : Morvan
Bretagne
Champagne, Ardenne
Corse 2003
Côte d'Azur : Principauté de Monaco
Forêt Noire - Alsace - Vallée du Rhin
Languedoc Roussillon : Gorges du Tarn, Cévennes
Midi-Pyrénées
Normandie, Cotentin : Îles Anglo-Normandes
Normandie, Vallée de la Seine
Paris
Périgord, Quercy : Dordogne
Picardie, Flandres, Artois
Provence

Die grünen Urlaubsführer von Michelin waren schon immer eine empfehlenswerte Urlaubslektüre. Bei meinem letzten Aufenthalt in der Bretagne leistete ich mir eine neue Ausgabe. Die alte war schon fast 20 Jahre alt und schon einigermassen abgegriffen.
Zu meiner Freude fanden sich in der neuen Ausgabe (2003) nicht nur ein paar farbige Illustrationen und hie und da eine bessere Information - es war auch zu jedem Ort ein Abschnitt "Le nom" eingefügt worden, in dem der jeweilige Ortsname erklärt wird.
Ich habe daraufhin in einer Buchhandlung Stichproben in mehreren (französischsprachigen) "GuideMichelin" vorgenommen. Dabei habe ich keinen Ortsnamen ohne eine Namenserklärung gefunden. Diese Werke sind also auch unter etymologischen Gesichtspunkten rundum empfehlenswert.

Erstellt: 2003-10

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-10-26 - 2003-11-02


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-11-02 - 2003-11-09


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-11-09 - 2003-11-16


2003-11-14 - Frage:

Any idea about the etymology of the word "Rotterdam"? Does the word "Metzengerstein" have any meaning in German? Any similarity?
Regards
(A: roza)

Da ich Besserung gelobt habe hier also gleich die Fragen eines Besuchers 2003-11-14:
Nach "Rotterdam" musste ich lange suchen, um den Hinweis zu finden, dass es im 13.Jh. durch einen "Damm" gegen die "Rotte" einen (wahrscheinlich modrigen (engl. "rotten") Nebenarm des Rheins im Mündungsdelta entstanden ist.
"Metzengerstein" habe ich noch nie sagen hören. Allerdings kenne ich den Begriff "Metz" als Abkürzung für "Metzgerei" und diese hiess ahd. auch "metzigerei". Es könnte also ein Stein sein, den ein Metzger bei der Ausübung seines Handwerks benutzt.
Andererseits gibt es aber auch den Ort "Metzingen", wo es vielleicht einen alten "Menhir" gibt der eben "Metzengerstein" genannt wird.
Vielleicht hat ein Besucher weitere Informationen zum Namen der Stadt "Rotterdam" bzw. kennt den Begriff "Metzengerstein"?
Hinweise sind herzlich willkommen.

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-11-16 - 2003-11-23


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-11-23 - 2003-11-30


Das Wort des Monats November ist "Miete - das ist schon die halbe Miete"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute eine Familie vorgenommen, deren Vertreter den unterschiedlichen gesellschaftlichen Kreisen angehören. Ich beginne jedoch mit dem schwarzen Schaf der Familie.
Ausserdem stelle ich noch eine anstrengende Wortfamilie vor.

Scheisse
shit
scheiden
consciousness
science
conscience
conscientiousness
entscheiden
scissors
Schere
Schizophrenie (W1)

Ich hoffe, ich brüskiere Sie mit dieser Überschrift nicht allzusehr.

Ich kann mich daran erinnern, einmal bei Tucholsky gelesen zu haben: "... der pfeift immer so unanständige Lieder ...". Seit ich mich mit Etymologie beschäftige komme ich mehr und mehr zur Einsicht, dass man diese Ironie verallgemeinern könnte zu: "... der sagt immer so unanständige Wörter ...".

Was ich damit sagen will: die Wertigkeit von Wörtern entsteht in unserem Kopf. - Aber genug dieser Philosophiererei, kümmern wir uns also um die "Scheisse".

Geht man ganz weit zurück, so findet man ein ide. "*skei-". Dieses hatte noch gar nichts anrüchiges an sich. Es bedeutete soviel wie "schneiden, teilen, scheiden". Und nicht zufällig sagen wir ja heute auch noch, "dass etwas mit dem Stuhlgang ausgeschieden wird". Aber dieses unscheinbare Wörtchen, das natürlich auch das engl. "shit" hervorgebracht hat, kann auch auf ganz noble Abkömmlinge verweisen.

Nichts weniger als das "Bewusstsein" und die "Wissenschaft" hat "*skei-" hervorgebracht, nämlich im engl. "consciousness" und "science" (auch dt. "gescheit" = dt. "unterscheidungsfähig"). (Und entsprechende Abkömmlinge, wie "conscience" = "Gewissen", "conscientiousness" = "Gewissenhaftigkeit".)

Das lat. "scio" = "scheiden" heisst auch "wissen", "verstehen", "entscheiden". Und die Wissenschaft schafft Wissen, indem sie das Wesentliche vom Nutzlosen "scheidet". Und der lat. "scissor", der die Speisen vorschnitt und die engl. "scissors (pair of)" und entsprechend die dt. "Schere" sind auch Abkömmlinge, zwar weniger nobel, aber auch nicht vulgär.

Aber auch andere Abkömmlinge lassen sich finden. So ist das engl. schedule" = "Zeitplan" ein Instrumentarium um die Zeit "einzuteilen".

Und dann haben wir auch noch einen Vertreter, der es in die medizinisch-psychologische Abteilung geschaft hat, die "Schizophrenie", das gespaltenen Bewusstsein. (Einige haben es allerdings geschafft, daraus Kapital zu schlagen indem sie es zur dichterischen Aussage erhöhten: "... zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust ...").

Nun bleibt mir nur noch die Hoffnung, dass Sie diesen Beitrag mit wissenschaftlichen Augen sehen und es kein Grund ist, sich vom Etymologie-Portal zu "scheiden".

(E1)(L?) http://www.phrases.org.uk/meanings/


Erstellt: 2003-11

Treidelpfad, traktieren, Trailer, Traktat, Traktor, trainieren, train, Trakt, Trainee, Trainingsanzug, Kontraktion, Kontrakt, Subtraktion, Attraktion, abstrakt, Extraktion, traiter, malträtieren, trait, Porträt, traire, traite (W1)

Zunächst fiel mir beim "Treidelpfad" die Assoziation "treideln" / "trillern" (umgs. "drehen") ein, wonach es auf die "gedrehten" Seile zurückgehen könnte, mit denen die Schiffe vom Ufer aus gezogen wurden.
Ein Blick in die Wort-Vergangenheit lehrt uns allerdings, dass "treideln" mit engl. "trail" = "ziehen, schleppen" zusammenhängt. Demnach ist der "Treidelpfad" also der "Schlepppfad".
Damit hängt auch "traktieren" (= "schlecht behandeln, schlagen") zusammen, das auf das lat. "tractare" = "herumzerren, bearbeiten" zurückgeht.
Beim Film wird auch noch ein Stück nachgeschleppt, der "Trailer".
Und das "Traktat" ist die nachgezogene Abhandlung. Und dienten die "Traktätchen" nicht auch dazu, uns moralisch wieder nach oben zu ziehen?
In der Landwirtschaft kennt man noch den "Traktor", den "Schlepper".
Auch im Sport kommt man ohne "schleppen" nicht aus; oder warum "trainieren" die Sportler permanent? Immerhin haben sie es nicht so schwer wie der engl. "train", der schon einiges mehr zu schleppen hat. Und ausserdem können sie sich in den lang-"gezogenen" "Trakten" der "Trainingslager" erholen.
Während nun der "Trainer" andere zum "Schleppen" bringt wird der "Trainee" durch alle Abteilungen eines Unternehmens geschleppt, um die Firma kennen zu lernen.
Der "Trainingsanzug" ist mittlerweile allerdings zum Hausanzug verkommen. Dort schleppt man sich nur noch von der Couch zum Kühlschrank.
Weiter gehört hierher die "Kontraktion" = "Zusammenziehung" und der "Kontrakt", der Vertrag, der zwei "Kontrahenten" zusammenbindet.
Aber was man zusammenziehen kann kann man auch auseinanderziehen. Und so gibt es auch die "Subtraktion" (eigentlich "Herunterziehung"), die den Schulanfängern so viel Freude bereitet. Dabei gäbe es ausserhalb der Schule viel interessantere "Attraktionen", die einen magisch anziehen.
Und wenn man jetzt von all diesem absieht (und alles "abzieht"), wenn man sich nur noch auf den Kern der Sache konzentriert, dann wird es "abstrakt". (Das Gegensatzpaar "abstrakt" - "konkret" wurde übrigens von dem Römer Boethius in die Philosophie eingeführt.)
In der Marmelade möchte ich allerdings keine Kerne, da schmeckt mir die "Extraktion" (d.h. der herausgezogene und verdickte Saft) besser.
Das lat. "trahere" = "ziehen" hat aber auch im Französischen seine Spuren hinterlassen. Da gibt es z.B. "traiter" = "behandeln", das u.a. das deutsche "malträtieren" = "schlecht behandeln" nach sich zog.
In diese grosse Familie gehört auch "le trait" = "der Charaker-/Gesichtszug", der in einem "Porträt" (frz. "portrait") ans Licht der Öffentlichkeit gezogen wird.
Sicher sind noch viele Begriffe durchs Schleppnetz (lat. "tragula") gegangen; aber wir haben "treideln" nun genug gemolken (frz. "traire"), (frz. "la traite" = "das Melken").

Erstellt: 2003-11

galli-institut
Das Wichtigste auf dieser Welt - Geld

(E1)(L1) http://www.galli-institut.de/geld.htm
Die Seite ist nicht mehr erreichbar.


Redewendungen: Oft verwendet, Ursprung unbekannt?!
von Anton Zacharias
Wenn Ihnen jetzt als unbelehrbarer Romantiker beim Wichtigsten auf dieser Welt spontan "Liebe" eingefallen ist, dann gratuliere! Sie leben auf dem falschen Planeten!
Natürlich ist das Geld viel wichtiger, denn notfalls kann man mit Geld u.a. auch Liebe, oder was manche Leute dafür halten, bedarfsgerecht einkaufen. Bekanntlich regiert Geld die Welt, d.h. unsere persönliche potentielle Zahlungsfähigkeit spielt in so ziemlich allen Lebenslagen die entscheidende Rolle. So bestimmen die vorhandenen oder geliehenen "Moneten" (vom lateinischen "monetae" = "Münzen") z.B. unsere Attraktivität beim anderen Geschlecht.
...
Es folgt ein Artikel, in dem weitere Ausdrücke für 'Geld' erklärt werden (Ich möchte nicht alles kopieren, deshalb sollten Sie die Seite am Besten direkt aufrufen und lesen.):


Erstellt: 2003-11

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Schmid, Ulrich
275 populäre Irrtümer über Pflanzen und Tiere

Von blühenden Algen, fliegenden Fischen und singenden Seekühen
KOSMOS, 222S.

Wie dem Titel zu entnehmen ist, behandelt das Buch aus dem Kosmos-Verlag keine Sprachirrtümer sondern Irrtümer bzgl. der Vorstellungen zur Biologie von Pflanzen und Tieren. Dennoch findet man auch viele sprachliche Hinweise und kleine Wortgeschichten, die auch dem etymologisch interessierten Anregungen und Hinweise geben, z.B.: und dergleichen mehr.

Erstellt: 2003-11

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-11-30 - 2003-12-07


Die Einträge sind unter dem entsprechenden Stichwort zu finden.

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-12-07 - 2003-12-14


Ich interessiere mich für die Geschichte des Worts minimal, konnte aber auf Ihrer Website leider nichts dazu finden. Habe ich nur nicht richtig oder nicht mit genug Ausdauer gesucht?

(A: rosa)

(E?)(L?) http://www.gfds.de/
In unserer Zeitschrift "Der Sprachdienst" brachten und bringen wir etwas zu "Bagalut(en)".

Eine Deutung erscheint zumindest momentan kaum möglich.

Näheres auf Wunsch. Siehe www.gfds.de.

Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden

(A: gemu)

Ich bin M. T. und studiere Fremdsprachen und Wirtschaft an der Universität in Brescia "Italien". Ich werde mein Studium in Kürze abschliessen. Des Weiteren verfasse ich eine Dissertation über das Marketing des Agriturismus in Italien und die entsprechenden Bauernhofe in Deutschland.

Ich möchte wissen in welchem Zeitalter sich die Vokabel "Bauernhof" mit der touristischen Konnotation angereichert hat. Oder besser, wenn Sie über eine Datenbank verfügen, wann, in der Geschichte, der Ausdruck "Urlaub auf dem Bauernhof" zum ersten Mal erschienen ist.

Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen im voraus.
(A: mato)

Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-12-14 - 2003-12-21


Suchbegriffe und neue Begriffe der Woche 2003-12-21 - 2003-12-28


Das Wort des Monats Dezember ist "Artischocke"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Familie um "genug" vorgenommen.
Ausserdem den engl. "calculator".

genug, Vergnügen, assez (W1)

Getreu dem Motto "genug ist nicht genug" stürzen wir uns heute ins Vergnügen.
'genug' (engl. 'enough', frz. 'assez') gab es schon als mhd. 'genuoc' und ahd. 'ginuoc' = 'ausreichend'. Verwandt damit ist auch das 'Vergnügen', das ursprünglich eigentlich 'Bezahlung; Zufriedenstellung' bedeutete ('vergenügen', also 'ausreichend zufrieden stellen').
Anscheinend handelt es sich dabei um ein altes germanisches Wort, das weiter zurückgeführt wird auf ide. "*nek" = "tragen", "erlangen".
Ich könnte mir vorstellen, dass in Zeiten der (Völker-)Wanderschaft jeder sich mit dem 'genügen' musste, was er auch 'tragen' konnte. Später nahm man dann Tiere zu Hilfe, so dass sich die Genügsamkeit etwas erweitern konnte, auf das, was die vorhandenen Lasttiere 'tragen' konnten.
Mit zunehmender Technisierung verlor der Mensch den Massstab. Für jede Menge an Besitztümern gibt es mittlerweile Hilfsmittel, um das Transportproblem zu lösen. Dadurch weiss heute niemand mehr, was eigentlich 'genug' bedeutet. Und 'Genugsamkeit' kennt heute auch niemand mehr.
Im frz. 'assez' steckt das lat. 'satisfacere' = 'Genüge leisten, befriedigen' (lat. 'satis' = 'genug' und 'facere' = 'tun').

Erstellt: 2003-12

calculator
Die Steinschleuder, verkalkulieren, Jemandem Steine in den Weg legen, Kalkül, calculer, calx, kalkulieren, Kalkulator, calculus, calculus of probabilities, wahr (W1)

(E1)(L1) http://agora.qc.ca/mot.nsf/Dossiers/Calcul


(E1)(L1) http://www.reunion.iufm.fr/recherche/irem/histoire/dictionnaire.htm


(E?)(L?) http://eurekaweb.free.fr/invh1.htm


(E?)(L?) http://www.eurekaweb.fr/


(E2)(L2) http://trucsmaths.free.fr/etymologie.htm


(E?)(L?) http://www.westegg.com/etymology/
Wenn es die Menschheit nicht zu mathematischen Höchstleistungen gebracht hätte, wäre aus dem engl. "calculator" vielleicht eine "Steinschleuder" geworden. So aber ist es eine "Rechenmaschine" geworden. Als die Herden der ersten Schafhirten grösser wurden und die Schafe nicht mehr an zwei Händen abzuzählen waren, nahmen sie Steine zu Hilfe. Morgens nahmen sie für jedes Schaf einen "(Kalk-)Stein" (lat. "calx" = "Kalk") und bei der abendlichen Parade warfen Sie pro Schaf wieder einen Stein weg. War ein Stein zu viel, hatten Sie ein Schaf zu wenig. War ein Stein zu wenig, hatten sie sich auch "verkalkuliert" und bekamen womöglich auch Probleme.

Im Laufe der Entwicklung kam man auch auf die Idee, die Steine besonders zu kennzeichnen und Ihnen damit höhere Wertigkeiten zu verleihen. Und so kam es, dass auch die Steine nicht alle gleich, sondern einige gleicher waren. Einige repräsentierten 10 Schafe andere vielleicht sogar 100 Schafe. Dadurch hatte man natürlich auch weniger Steine zu schleppen.

Vor diesem Hintergrund erhält auch die Redewendung "Jemandem Steine in den Weg legen" nochmal eine ganz besondere Bedeutung.

Jedenfalls entwickelte sich die Menschheit weiter und aus den Kalksteinen wurden Rechensteine (lat. "calculus"). Und um Sie nicht immer wieder vom Boden auflesen zu müssen reihte man sie zuerst auf Steinplatten und später dann auf Drahtgestelle und hatte so den ersten Rechenschieber. - Der Abakus war geboren.

Mit dem Aufkommen des Papiers zog man weitere Möglichkeiten der Notation ins "Kalkül" (frz. "calcul", "calculer" von lat. "calculare" = "mit Rechensteinen rechnen, berechnen", "calculus" = "Rechenstein"; "calx" = "Kalk").

Der Stein wurde also zu Papier, auf das man nun die Steinzeichen malte. Und so ging das auch eine ganze Weile gut. Das "Kalkulieren" wurde einfacher, aber auch komplizierter. Was man an der Handhabbarkeit gewann, wurde durch zunehmend komplexer werdende Aufgaben wieder zunichte gemacht. Und da ein Blatt Papier zwar recht leicht ist, ein ganzer Ordner davon aber genauso schwer wie ein Beutel Steine sein kann, sann man schon wieder nach Alternativen.

Und da kamen die Erkenntnisse der Elektrizität und des Magnetismus gerade recht. Wozu sollte man sich weiter mit Steinen und Papier plagen, wenn es doch die vielen winzig kleinen Elektronen gab.

Gesagt getan - man entwickelte einen "Kalkulator" (engl. "calculator") mit Drähten und Magentspeichern. Und nun schaufelte man alles in diese Blechkisten - und siehe da auch diese hatten ein gutes Gewicht, um all die Elektronen auf den richtigen Platz zu setzen. Aber da die Menschheit ja selbst das Wetter "kalkulierbar" machen möchte reduzierte man die Dicke und die Länge der Drähte, verkleinerte die Chips und die Transistoren und packte schliesslich ein ganzes Rechenzentrum in einen tragbaren Laptop. - Und da stehen wir ungefähr heute.

Aber auch das wird nicht der letzte Stand der Dinge bleiben. Es gibt ja heute bereits Laborversuche, um biologische Computer (auch Gehirne genannt) ganz eng mit den Eisengehirnen (Computer genannt) zu verbinden.

Und irgendwann hat vielleicht auch der engl. "calculator" den Weg von der anorganischen zur organischen Lebensweise geschafft.

Nach diesem Schnelldurchgang durch die Geschichte der Rechenmaschinen kommen wir nochmal auf den etymologischen Aspekt der Geschichte zurück. Dass der "Kalkulator" seine Existenz den "Kalksteinen" zu verdanken hat wissen zumindest noch die Mediziner. Bei diesen heissen die Blasen-, Gallen- und Nieren-Steine heute noch "calculus" (Plural: "calculi").

Schön finde ich übrigens auch engl. "calculus of probabilities" = "Wahrscheinlichkeitsrechnung" - eine Verbindung der handfesten Materie mit einer diffusen Vermutung. Dass man dieser Verbindung nicht wirklich vertrauen kann (ahd. "war" = "vertrauenswert") zeigt schon das geflügelte Wort "Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast".

Erstellt: 2003-12

newadvent
Catholic-Encyclopedia

(E3)(L2) http://www.newadvent.org/


(E3)(L2) http://www.newadvent.org/cathen
Alle Bände im englischen Volltext (online)
Die Artikel sind zwar schon etwas älter, aber die Fülle der Informationen ist wirklich immens.
Etymologisch interessant sind die Hinweis zu der Bedeutung biblischer Namen.

Auf der Startseite findet an die Kategorien: Am interesantesten finde ich davon die "Catholic Encyclopedia".

An international work of reference on the constitution, doctrine, discipline, and history of the catholic church. Ed. by Charles G. Herbermann et.al. New York: Appleton 1907-13.
Fathers of the church, summa theologica, acts of the apostles and "catholic" concepts.
1908 Preface. The Catholic Encyclopedia, (1908), as its name implies, proposes to give its readers full and authoritative information on the entire cycle of Catholic interests, action and doctrine. What the Church teaches and has taught; what she has done and is still doing for the highest welfare of mankind; her methods, past and present; her struggles, her triumphs, and the achievements of her members, not only for her own immediate benefit, but for the broadening and deepening of all true science, literature and art -- all come within the scope of the Catholic Encyclopedia.
In all things the object of the Encyclopedia is to give the whole truth without prejudice, national, political or factional.
The work is entirely new, and not merely a translation or a compilation from other encyclopedia sources. The Editors have insisted that the articles should contain the latest and most accurate information to be obtained from the standard works on each subject.

Zwei Beispiele zu Namenserklärungen seien angefügt:

Emmanuel (W3)

Emmanual (Septuagint Emmanouel; A.V., Immanuel) signifies "God with us" (Matthew 1:23), and is the name of the child predicted in Isaias 7:14: "Behold a virgin shall conceive, and bear a son, and his name shall be called Emmanuel". The various views advanced as to the identity of the child cannot be fully explained and discussed here; the following observations must suffice:
...

Zacharias (W3)

(Heb. zekharyahu and zekharyah; meaning "Yahweh remembers", Sept. Zacharia and Zacharias), son of Barachias, son of Addo, a Prophet who rose in Israel in the eighth month of the seventh year of the reign of King Darius, 520 B.C. (Zach., i, 1) just two months after Aggeus began to prophesy (Agg., i, 1). The urgings of the two Prophets brought about the building of the second temple (1 Esdr., v and vi). Addo was one of the chief priests who, in the first year of the reign of Cyrus 538 B.C., returned with Zorobabel from captivity (II Esd., xii, 4). Sixteen years thereafter, during the high priesthood of Joacim (verse 12), Zacharia, of the family of Addo (Heb. of verse 16), is listed as a chief priest. This Zacharia is most likely the Prophet and author of the canonical book of the same name. It is not at all probable that the Prophet Zacharias is referred to by Christ (Matt., xxiii, 35; Luke, xi, 51) as having been slain by the Jews in the Temple; that Zacharias was the son of Joiada (II Par., xxiv, 20). Moreover, the Jews of Zorobabel's time obeyed the Prophet Zacharias (Zach., vi, 7); nor is there, in the Books of Esdras, any trace of so heinous a crime perpetrated in the Temple court.
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Ansonsten findet man viele Biographien und Erklärungen zu Themen aus dem kirchlichen und religiösen Umfeld. Dazu Informationen zur entsprechenden Lehre, Literaturhinweise und Links zu weiterführenden Informationen.

Erstellt: 2003-12

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Erstellt: 2003-12


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