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Etymologie-Newsletter 2002-12

PIE
Proto-Indo-European (W1)

(E1)(L1) http://www.yourdictionary.com/library/ling007.html
For a larger slice of PIE, read "How is a Hippo like a Feather?" in our library.
Die Wortgeschichte zum Zusammenhang zwischen dem schwergewichtigen Nilpferd und einer Feder ist wirklich faszinierend.
Das Nilpferd heisst in der Fachsprache und im Englischen 'Hippopotamus'; griech. 'hippo' = 'Pferd' und 'pot' = 'fly, flow' also zusammen 'Flusspferd' das ide. '*pot' steckt aber auch in engl. 'feather' bzw. 'Feder' (und 'fliegen').
Aber dennoch dürfte dem Flusspferd das Fliegen recht schwer fallen.
Etwas genauer finden Sie es unter dem angegebenen Link erklärt. (englisch)

"PIE" is an abbreviation of "Proto-Indo-European" believed to be the ancestor of most of the languages of Europe (except for Basque, Hungarian, Finnish, and Estonian) and India (except for the Dravidian languages in the south). It probably existed around 5,000 years ago. The Sanskrit Rig Vedas date back as far as 900-1500 BC so PIE must have antedated them. This language over time developed dialects, such as those between the northern and southern U.S. states. However, the people speaking these dialects migrated away from the center and the dialects became so strong that people speaking different ones eventually could not understand each other. At this point we say they were speaking different languages. Now, the people speaking these new languages developed dialects and the process continued on and on until today (and continues today). For an idea of which languages developed this way from the original Proto-Indo-European, read "How is a Hippo like a Feather" in our library.

Linktipps

Als Linktipp möchte ich heute auf eine Vorlesungsreihe aufmerksam machen:

eki

(E1)(L1) http://www.eki.ee/knn/lingid2.htm
mit wirklich vielen Links zum Thema "Geographische Namen"
Estonia
Other countries
United Nations
Geographical names of the World
International
Links on links

Buchtipps

Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie

(E?)(L?) http://home.arcor-online.de/carsten.brettschneider/works/etymologie.htm
Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.
Schlussbetrachtung zur Untersuchung der 4 Etymologischen Wörterbücher

Grimm, Jacob und Wilhelm

Deutsches Wörterbuch
Leipzig 1854ff. (33 Bde.)

Kluge, Friedrich
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache,23. Auflage, Berlin 1995.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. [1883].
gerade (2002-11) kommt die Auflage 24 in den Handel (mit CD-ROM)

Paul, Hermann
Deutsches Wörterbuch

Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatze
10., überarbeitete und erweiterte Auflage von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel
Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 2002

Pfeifer, Wolfgang
Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Berlin 1993
Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer

Der Wörterbuchvergleich macht deutlich, dass sich Etymologie und Wortgeschichte nur schwer voneinander trennen lassen. Dem Kluge gelingt dies zwar konzeptionell, aber nur, da er erst gar nicht versucht, jene wortgeschichtlichen Fragen zu beantworten, die sich dem Rezipienten bei der Lektüre stellen. Wie am Pfeifer deutlich wird, macht es jedoch auch keinen Sinn, in erster Linie Etymologie liefern zu wollen und die Wortgeschichte nur peripher zu streifen. Umgekehrt können es sich die wortgeschichtlich orientierten Nachschlagewerke nicht leisten, auf periphere Angaben zur Etymologie eines Wortes zu verzichten, da für die weitere diachrone Betrachtung der Einzelbedeutungen und des Bedeutungswandels des Lemmas die Beschreibung des Ursprungspunktes von grundlegender Bedeutung ist.

Insgesamt wird deutlich, dass es bei der Konzeption eines diachronen Wörterbuches sinnvoll ist, Schwerpunkte zu setzen. In diesem Sinne erfüllen der Paul und der Kluge ihre Aufgabe am adäquatesten, da sie sich für jeweils eine der Betrachtungsweisen entschieden haben und somit hier auch ihre Stärken entwickeln, während der Pfeifer versucht, den Mittelweg zu gehen, doch sowohl bezüglich Etymologie und Wortgeschichte weder dem Paul noch dem Kluge viel entgegensetzen kann. Dass man nicht alles bieten kann, ohne letztlich an Übersichtlichkeit und Handlichkeit einzubüßen, wird vor allem auch am Grimm deutlich, der seinem eigentlichen Ziel, ein Hausbuch der deutschen Sprache zu sein, allein schon aufgrund seiner enormen Größe nicht entsprechen kann (vgl. Kirkness et al, xxiii).

Ein ideales etymologisch-wortgeschichtliches Wörterbuch wird es, zumindest für die deutsche Sprache, nicht geben können. Die Benutzung eines der vier behandelten Wörterbücher hängt ist immer stets gekoppelt mit der Frage, die der Rezipient beantwortet haben möchte. Wenngleich sich der Paul für wortgeschichtliche und der Kluge für etymologische Fragen am besten eignen, so wird man in vielen Fällen - insbesondere bei seltenen Wörtern oder unsicheren etymologischen Herleitungen - nicht um die Konsultation anderer Nachschlagewerke herumkommen können.

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Schnittstelle

(E?)(L?) http://www.t0.or.at/~tissa/media/medusa.html
... Das Problem aller dieser Wörter kommt nicht daher, dass es Anglizismen sind, sondern weil sie zu einem bestimmten Fachwortschatz gehören. Wichtig ist nun, wie man Begriffe aus einem Fachwortschatz erklären kann. Die Fremdwörtbücher, die nur einzelne Wörter erklären (oder auch nicht), können die Fachsprache nicht in den Griff bekommen. Sinnvoller ist es daher Bücher zu schreiben, die auch den Verwendungszweck der Wörter behandeln. Man gelangt so wenigstens zu einer vagen Vorstellung, um was es sich handelt. Und Erklärungen - auch aus Spezialbereichen - können immer wieder benötigt werden; z. B. wenn jemand seinen Computer ausbauen will, und im Geschäft nach der Art der Schnittstelle befragt wird (Stichwörter USB-Schnittstelle, Bus); also in einer Alltagssituation. Das bloße Verdeutschen genügt aber nicht. Zum wirklichen Erfassen des Sinns ist eine Beschreibung, basierend auf dem alltagssprachlichen Verhalten, von Nöten.

und

Schnittstelle

In der Film- bzw. Kinoindustrie handelt es sich wirklich um eine 'Schnittstelle' = engl. 'cut'. In der Computerei spricht man auch von 'Interface' = 'Verbindungsstelle zwischen Funktionseinheiten eines Datenverarbeitungs- oder -übertragungssystems, an der der Austausch von Daten oder Steuersignalen erfolgt'.
Am passendsten wäre vielleicht noch 'Nahtstelle' = 'Stelle, an der zwei verschiedene Dinge, Bereiche aufeinander treffen'.

Wortgeschichten

Ich möchte die Reihe der untergegangenen bzw. evtl. im Untergehen begriffenen Worte noch etwas fortführen.

In der Rubrik 'untergehende bzw. untergegangene' Wörter bin ich wieder Fündig (oder 'findig') geworden. Ich setze die Serie also fort mit 'knusen' und 'pönen'.

knusen

= "zerdrücken, mit den Zähnen zermalmen" - Die Bedeutung von "knusen" geht also auf "verdauen" zurück; und wenn man eine Sache (auch im übertragenen Sinne) nicht richtig "verdauen" kann, dann kann man sie eben nicht "verknusen".
Beim Verdauen entsteht übrigens auch ein ziemlicher "Knust" (ein "zerdrückter" Verdauungsbrei).
Der "Knast" geht allerdings auf jid. "Knast" = "Geldstrafe" zurück. Vermutlich ging die Bezeichnung auf die "zwangsweise Einquartierung" über, da diese ersatzweise (bei fehlenden finanziellen Mitteln) verordnet wurde.

pönen - verpönen

'pönen' habe ich noch nicht frei vorkommen gesehen. Es tritt normalerweise in der Form 'verpönen, verpönt' auf. Es geht jedenfalls zurück auf die Bedeutung 'Strafe', was noch erkennbar ist in 'Pein', lat. 'poena' = 'Buße, Sühnegeld', engl. 'pain' = 'Schmerz, Qual, Sorge'. 'Verpönt' ist also etwas, das 'bei Strafe verboten' bzw. etwas abgemildert 'verrufen, missbilligt, abgelehnt' ist/wird.

Linktipps

Gewürze

(E1)(L1) http://gernot-katzers-spice-pages.com/germ/
Gernot Katzers Gewürzseiten - 113 verschiedene Gewürzpflanzen; Verwendung dieser Gewürze in ethnischen Küchen, besonders in Asien; Geschichte, Inhaltsstoffe und Etymologie der Pflanzennamen; zahlreiche Photos, die die lebenden Pflanzen oder die getrockneten Gewürze zeigen;
(E1) enthält ca. 4.000 Namen für weit mehr als 100 verschiedene Gewürze mit etymologischen Erklärungen.
"Englische und deutsche Namen wird man zu jedem Gewürz finden, genauso wie Termini aus den botanischen oder pharmazeutischen Fachsprachen. Für die bekannteren Gewürze konnte ich auch zumeist französische, spanische, italienische oder schwedische Namen angeben; andere europäische Sprachen (Portugiesisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch und Finnisch sowie Estnisch) konnten zu einem geringeren Ausmaß berücksichtigt werden."

Adiowan Anis Annatto Asant Bärlauch Basilikum Beifuß Bockshornklee Bohnenkraut Boldoblätter Cardamom Ceylonesischer Zimt Chamäleonpflanze Chili Chinesischer Zimt Curcuma Curryblätter Dill Eberraute Estragon Färbersaflor Felsenkirsche Fenchel Fingerwurz Gagel Gewürznelke Granatapfel Großer Galgant Indisches Lorbeerblatt Ingwer Jesuitentee Kaffernlimette Kaper Kerbel Kleiner Galgant Knoblauch Kokos Koriander Kren Kresse Kreuzkümmel Kubebenpfeffer Kümmel Langer Koriander Langer Pfeffer Lavendel Liebstöckel Limette Lorbeer Majoran Mandel Mango Mexicanischer Blattpfeffer Mohn Mohrenpfeffer Mönchspfeffer Muskatnuß & Muskatblüte Myrte Nigella Olive Orange Oregano Pandanusblätter Pandanusblüten Paprika Paradieskörner Perilla Pfeffer Pfefferminze Piment Reisfeldpflanze Rosa Pfeffer Rose Safran Salbei Schwarzer Senf Schwarzer Kreuzkümmel Schwarzer Cardamom Sellerie Sesam Silphion Sternanis Sumach Süßdolde Szechuanpfeffer Tamarinde Tasmanischer Pfeffer Tonkabohne Vanille Vietnamesischer Koriander Vietnamesischer Zimt Wasabi Wasserpfeffer Weinraute Weißer Senf Winterestragon Ysop Zitronenmelisse Zitrone Zitronengras Zitronenmyrte Zitronenverbene Zitwer Zwiebel

und englisch:

Ajwain Almond Allspice Anis Annatto Asa foetida Basil Bear's Garlic Black Cardamom Black Cumin Black Mustard Boldo Borage Caper Caraway Cardamom Cassia (Chinese Cinnamon) Celery Ceylon Cinnamon Chameleon Plant Chaste Tree Chervil Chile Chive Cicely Clove Coriander Coconut Cresses Cubeb Pepper Cumin Curry leaf Epazote Dill Fennel Fenugreek Fingerroot Gale Garlic Ginger Grains of Paradise Greater Galangale Horseradish Hyssop Indian Bay-leaf Juniper Kaffir Lime Laurel Lavender Lemon Lemon Balm Lemon Grass Lemon Myrtle Lemon Verbena Lesser Galangale Licorice Lime Long Coriander Long Pepper Lovage Mahaleb cherry Mango Marjoram Mexican Pepper-leaf Mexican tarragon Mugwort Myrtle Negro Pepper Nigella Nutmeg & Mace Olive Onion Orange Oregano Pandanus flower Pandanus leaf Paprika Parsley Pepper Peppermint Pepper Rosé Perilla Pomegranate Poppy Rice paddy herb Rose Rue Safflower Saffron Sage Savory Sichuan Pepper Silphion Southernwood Star Anis Sumac Tamarind Tarragon Thyme Tonka bean Turmeric Vanilla Vietnamese Cinnamon Vietnamese coriander Wasabi Water pepper White Mustard Zedoary

Buchtipps

Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

(E?)(L?) http://home.arcor-online.de/carsten.brettschneider/works/etymologie.htm
Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer
Berlin 1993
dtv

Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.

Das Etymologische Wörterbuch des Deutschen von Pfeifer ist in einem Zeitraum von 9 1/2-Jahren am Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer erarbeitet worden. 1989 zunächst in drei Bänden erschienen, wurde es 1992 in leicht bearbeiteter Fassung in zwei Bänden wiederveröffentlicht. Des Etymologische Wörterbuch des Deutschen versteht sich als ein Wörterbuch, dass sowohl über die Entstehung wie auch der Verwandtschaft und der Entwicklung der Wörter Auskunft geben will, insofern Etymologie mit Wortgeschichte verbinden möchte(vgl. Pfeifer, v).
Bezüglich der etymologischen Angaben kann es mit dem Kluge zwar mithalten - es nennt Grundwort, Benennungsmotiv, Bildungstyp - ihn jedoch nicht gänzlich ersetzen. Wenngleich es im Gegensatz zum Kluge auch den slawischen Wortschatz mitberücksichtigt, liefert es insgesamt weniger etymologische Belege. Des weiteren werden nur in äußerst seltenen Fällen wissenschaftliche Quellenbelege zu den etymologischen Herleitungen genannt.
Mehr dazu unter der angegebenen Adresse.

Gutknecht, Christoph
Lauter blühender Unsinn
Erstaunliche Wortgeschichten von Aberwitz bis Wischiwaschi

(E?)(L?) http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/fb07/EnglS/H_gutkne.htm


(E?)(L?) http://rhein-zeitung.de/on/02/01/24/magazin/news/buc-sprache.html?a
228S., Beck
'Dufte', das Adjektiv und Adverb, hat nichts mit 'Duft' zu tun und 'betucht' nichts mit 'Tuch'. Das wissen vielleicht auch viele Sprachkundige nicht. Ebenso wenig, wie ihnen das Entstehen von pseudoenglischen Worten wie 'Musikbox' und 'Twen' bekannt ist.

Der Umschlagstext lautet:
Warum ist der "blaue Montag" blau, woher kommen Wörter wie "Muckefuck" und "hanebüchen und Redensarten wie "am Hungertuch nagen" oder "es zieht wie Hechtsuppe"?
Was ein "Schlauberger" ist, weiss jeder, aber woher kommt das Wort?
Christoph Gutknecht geht in diesem sprachgeschichtlichen Buch auf unterhaltsame Weise sogenannten "Volksetymologien" nach, räumt in witziger und scharfsinniger Form mit vielen sprachlichen Missverständnissen auf, geht dem blühenden Unsinn vieler Aus- und Umdeutungen auf den Grund und klärt nicht zuletzt die entscheidende frage, was hinter dem Ausdruck "frech wie Oskar" wirklich steckt.

Das "Verzeichnis der Stichwörter" enthält Verweise auf folgende Begriffe: Damit hat sich Christoph Gutknecht wieder einige interessante Begriffe vorgeknöpft und in kurzweilige Wortgeschichten untersucht.

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Wortgeschichten

Hege, hegen

(E?)(L?) http://www.hag.de/historie/f_historie.html
Dieses Wort kennt sicherlich noch jeder, dennoch klingt es etwas alltertümlich und kommt eher als 'umhegen' oder in dem Wortpaar 'hegen und pflegen' vor. Es hat die Bedeutung 'mit einem Hag umgeben' wobei 'Hag' = 'Zaun' bedeutet. Daraus entwickelte sich dann die Bedeutung 'pflegen, bewahren'.
'Hag', der Name des (zumindest ehemals) bekannten Schonkaffees lässt leicht eine gedankliche Verbindung zu 'hegen und Pflegen' zu. Dennoch ist der Name ganz banal die Abkürzung von 'Handels-Aktien-Gesellschaft', die im Jahre 1906 das Patent für das Entcoffeinierungsverfahren erteilt bekam. Ludwig Roselius gründete die erste Gesellschaft der Welt, die entcoffeinierten Kaffee auf den Markt brachte.

Zusätzlich gibt es heute noch die Hinweise zu einer "Besucheranfrage":
"Wissen sie die Herkunft des Begriffes "Meister Lampe" für Hasen und ähnliche?"

Hierzu findet man:

Meister Lampe

(E?)(L?) http://www.das-tierlexikon.de/echte_hasen.htm
Der "Kluge" leitet die Bezeichnung "Lampe" (der Name des Hasen in der Tiersage) auf die Kurzform des Eigennamens "Lamprecht" zurück. Und verweist darauf, dass auch andere Tiernamen der Tierfabel von menschlichen Eigennamen übernommen sind. Im "Bühlow" werden "Lampert", "Lamprecht" und "Lambert" auf "Landbesitzer" zurückgeführt und im "Reclam Namenbuch" steht dann kurz '"Lambert" (ahd. "lant beraht" = "(im Besitz von) Land", "glänzend"'

Im o.g. Link findet man noch folgenden Hinweis.

Die Bezeichnung 'Meister Lampe' für den Feldhasen stammt aus dem "Jägerlatein". Im folgenden Ausschnitt aus dem "Tierlexikon" sind einige weitere Begriffe erwähnt.

"Der Europäische Feldhase (Lepus europaeus) kommt in unseren Breiten vor. Er hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 60-70 cm, eine Schwanzlänge von 10 cm und ein Gewicht von 4-5 kg. Die 'Blume' (wie der Schwanz in der Jägersprache genannt wird) ist auf der Oberseite fast schwarz und auf der Unterseite weiß. Aufgestellt ist diese 'Lampe' ein deutlich sichtbares Signal für die Artgenossen. Die 'Löffel' (die Ohren in der Jägersprache) sind länger als der Kopf. Während der Paarungszeit finden zwischen den 'Rammlern' (Männchen) heftige Rivalenkämpfe statt. Dabei betrommeln sie sich mit den Vorderläufen und bespritzen den Gegner mit Harn (dieses Abwehrmittel wird auch gegen Feinde eingesetzt). Die Häsin kann bis zu viermal im Jahr jeweils bis zu 4 Junge werfen. Bei der Geburt sind die Jungen bereits behaart und die Augen geöffnet. Während Häsinnen tragend sind, sind sie weiterhin befruchtungsfähig. So kann es passieren, dass eine Häsin mit zwei Würfen gleichzeitig trächtig sein kann. Schon zwei Wochen nach dem ersten Wurf, kann der zweite Wurf folgen. Die Tragzeit pro Wurf beträgt ca. 42 Tage. Hasen sind Einzelgänger. Mit den Kaninchen leben sie in Feindschaft. Die Feldhasen bewohnen besonders die Randzonen zwischen dem Wald und der offenen Landschaft. Auch in landwirtschaftlich stark genutzten Gegenden sind sie nicht selten. Wenn sich der Hase bedroht fühlt, sucht er sein Heil in der Flucht. Er kann eine Geschwindigkeit von 50 km/h erreichen. Seine bodenlebenden Feinde, wie Wolf oder Fuchs haben es schwer, ihm zu folgen. Wenn ihn ein Feind fast erreicht hat, ändert der Hase abrupt seine Richtung, es kommt zum bekannten Zickzacklauf. Selbst Raubvögeln, wie Habicht und Adler fällte es so schwer, einen erwachsenen Hasen zu schlagen. Der Hase selber ernährt sich von jungen Trieben, verschiedenen Kräutern, Samen und Baumrinden. Mitunter frisst er auch Kohl oder Rüben, wenn er sich auf Äckern oder in abgelegenen Gärten aufhält. Als besonderer Leckerbissen gilt Petersilie."

Meister

"Die alten Funktionäre vermieden bei Siegerehrungen noch so vulgäre Begriffe wie 'champion', was schlicht '(Feld)-Kämpfer' heißt (vom lat. 'campus' = das 'Feld'). Es kam ihnen auf die Sache selbst an. 'Meister' nämlich "geht auf lat. 'magister' = 'Vorsteher, Leiter, Lehrer' zurück" (Duden). Darin steckt das Adverb 'magis' = 'mehr, von höherem Rang sein', von 'magnus' = 'groß, bedeutend, mächtig'."

Lampe

Der "Beleuchtungskörper" ist eine Entlehnung aus dem Französischen und geht zurück auf lat. "lampada" = "Fackel" bzw. griech. "lampo" = "ich leuchte".
Auch die "Ampel" (in der das "L" nicht von rot nach grün sondern von vorn nach hinten springt) und der "Lampion" gehören hier hin.

Nun bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie im Hasen - wegen seines schnellen Laufs - eher den "Landbeherrscher" sehen wollen oder ihn eher an seinem 'leuchtenden' Schwanzstummel erkennen wollen.

Den letzten Erklärungszusammenhang muss ein Berufener formulieren.

Linktipps


Grimm

(E1)(L1) http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/
Das 'Deutsche Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm' im Internet
Auch auf die Gafahr hin, dass Sie komplett abwandern und "http://www.etymologie.info/" nie mehr besuchen: Wenn Sie etwas längere Wartezeiten in Kauf nehmen, aber dafür "ALLES" finden wollen, suchen Sie im "Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm" im Internet.
Klicken Sie auf 'Online-DWB'

Heute gibt es 'mal einen Hinweis auf die Etymologie der chemischen Elemente. Dazu findet man einige Hinweise unter der folgenden Linkadresse:

chemie-master

(E2)(L1) http://www.chemie-master.de/pse/start_IE.html
Das Periodensystem der Elemente für den Schulgebrauch (Hinweis: Die chemischen Elemente im Periodensystem anklicken!)
Mit Hinweisen zur Herkunft der Namen der chemischen Elemente.
Als Beispiel: 'Cobalt': Name Von »Kobold«, da man die Cobalt-Erze früher für verzaubert hielt.

Zum Aufruf auf die chemischen Elemente im Periodensystem klicken.

Buchtipps


Heute finden Sie hier den Hinweis auf die neuen Wortgeschichten von Christoph Gutknecht und das Etymologische Wörterbuch von Kluge.

Gutknecht, Christoph
Pustekuchen!
Lauter kulinarische Wortgeschichten
beck'sche Reihe

Das Verzeichnis der Stichwörter gibt einen Eindruck der zu findenden Wortgeschichten. Es sind zwar nicht zu allen Begriffen etymologische Hinweise zu finden, aber in allen Fällen interessante Wortgeschichten.

Aal grün - Aalsuppe - Alkohol - Altbier - Apfelsine - Appetit - Artischocke - ausfressen - ausgekocht - Auster - Backfisch - Backtrog - Bauch - Berliner - Berliner Weisse - Betriebsnudel - Bier - Biskuit - Bissen - bisschen - Blümchenkaffe - Bockbier - bocksbeutel - Bockwurst - Bohne - Bohnenkafee - Borschtsch - Bratwurst - Brezel - Brosamen - Brot - Bückling - Bulette - Butter - Chop Suey - Curry - Currywurst - Delikatessen - Diner - Döner Kebab - Dreikäsehoch - Ei - Eierkopf - einwecken - Eisbein - enteisent - Epikureer - Erbsenzähler - essen - Farce - Fett - Fisch - Fressen - Frikadelle - Froschsuppe - Früchte - Gänsefüsschen - Gin-Tonic - Gourmet / Gourmand - grosskotzig - Hamburger - Hans Dampf - Hans Wurst - Hechtsuppe - Hering - Honig - Hopfen und Malz - Hunger - Ingwer - Kaffee - Kaffehaus - Kaffeeklatsch - Kakao - Karotte - Kartoffel - Kasseler / Rippenspeer - Kaviar - Kekse - Ketchup - Kir Royal - Kirsche - Klee - Koch - Kohldampf - Koscher - Küche - Kuvert - Labskaus - Leber - Löffel - Lorbeer - Lukullus - Lungenbraten - Maggi - Makkaroni - Metzger - Mokka - Mondamin - Muskatnuss - Müsli - Obst - Ohrfeige - Orange - Palatschinken - Petersilie - Pfeffer - Pfifferling - Pizza Margherita - Plumpudding - Pomeranze - Potpourri - Präsentierteller - Pumpernickel - Punsch - Pustekuchen - Quark - Quintessenz - Rebhuhn - Rentier - Rechaud - Rettich - Roesti - Sauerkohl - Sauerkraut - sauertoepfisch - Sauregurkenzeit - Schaum - Scherbengericht - Schlaraffenland - Schlemmer - Schmalhans - Schmarren - Schnecken - Schnittlauch - Schnitzel - Schorle - Schrippe - Schrot - Selbstbedienungsrestaurant - Senf - Sirup - Sorbet - Spanferkel - Speise - Spinat - Stoffwechsel - Süssholz - Suppe - Suppenkasper - Tablett - Tafel - Tatar / Beafsteak - Tauben - Teefix - Terrine - Tischgespräch - Tischtuch - Tischzucht - Toast - Tollkirsche - Tomate - Torte / Linzer Torte - Tulpe - Turtle - Tutti frutti - Vegetarier - Verdauungsstörung - Vitamin - Wachtel - Walnuss - Wasser - Weichselkirsche - Wein - Würstchen - Wurst / Wurscht - Zankapfel - Zimtziege - Zuckerboltje - Zwetsche / Zwetschge - Zwiebel

und

(E?)(L?) http://home.arcor-online.de/carsten.brettschneider/works/etymologie.htm


Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.

Kluge, Friedrich
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. [1883]

23. erw. Aufl. Berlin; New York 1999

Das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache von Friedrich Kluge in der mittlerweilen leicht redigierten 23. Auflage stellt eine komplette Neubearbeitung der 21./22. Auflage dar. Zu seinem Vorgänger unterscheidet es sich vor allem in einer stärkeren Systematisierung des Artikelaufbaus, sowie einer Straffung der Kernartikel auf die etymologische Kerninformationen. Der neue Kluge verzichtet somit im Vergleich zu seinen früheren Auflagen gänzlich auf die Erörterung wortgeschichtlicher Fragen, bezüglich der es im Vorwort auf das Deutsche Wörterbuch von Paul verweist, und will sich somit als ein rein für "Etymologie im Sinne der Herkunft der Wörter" konzipiertes Nachschlagewerk verstanden sehen.Dementsprechend entfaltet es auch auf diesem Gebiet seine Stärken.
So schreitet der Kluge bei Erbwörtern weitaus konsequenter vom Mittelhochdeutschen auf die älteren germanischen und indoeuropäischen Vorstufen zurück, und bietet auch bei weitem mehr Vergleichsformen und Parallelen sowohl im Indogermanischen wie auch in den anderen vormodernen und modernen germanischen Sprachen.Des weiteren datiert es als einziges Nachschlagewerk der hier vorgestellten Wörterbucher sämtliche Lemmata bezüglich ihres Entstehungszeitpunktes vollständig.
Mehr dazu unter der angegebenen Adresse.

In der Woche 2002-09-15 bis 2002-09-22 wurden folgende Begriffe gesucht:

In der Woche 2002-09-08 bis 2002-09-15 wurden folgende Begriffe gesucht:

In der Woche 2002-09-01 bis 2002-09-08 wurden folgende Begriffe gesucht:

In der Woche 2002-08-25 bis 2002-09-01 wurden folgende Begriffe gesucht: In der Woche 2002-08-18 bis 2002-08-25 wurden folgende Begriffe gesucht:

Wortfunktionen auf http://www.etymologie.info/

Heute möchte ich Ihnen ein paar Funktionen auf 'http://www.etymologie.info/' vorstellen. Als "Amateur"-Betreiber dieser Homepage kann ich keinen umfassenden lexikalischen Bestand vorweisen, wie dies z.B. der Duden kann. Dennoch möchte ich so viel wie möglich Mehrwertdienste einbinden, um Ihnen den Besuch der Homepage zu einem ergiebigen Ausgangspunkt zur "Wortsuche" zu machen.

Sie finden also darauf neben den vielen Wort- und Linklisten 5 "Wort-Funktionen", die permanent direkt nutzbar sind:

Zunächst ist neben dem "Haftungsausschluss" ein Suchfeld zur Suche von Worten auf der Homepage selbst. Der Service wird von "www.freefind.com" (bisher) kostenlos zur Verfügung gestellt. Jeden Sonntag wird die Site komplett indexiert. Für ein eingegebenes Suchwort wird jedes Vorkommen auf der Site "http://www.etymologie.info/" angezeigt. Dass diese Funktion schon eifrig genutzt wird, kann ich an der wöchentlichen Übersicht erkennen, die ich von freefind erhalte. Das ermöglicht es auch, gezielt auf gesuchte Begriffe einzugehen. Auf Grund der Menge ist es mir allerdings nicht möglich, alle Begriffe zu behandeln. Eine entsprechende Rückmeldung erhalten Sie mit dem wöchentlichen "kleinen" Newsletter.

Die dritte Funktion ist "Mr.Check". Dieser liefert zu einem eingegeben Wort eine deutschsprachige Erklärung. Normalerweise kann man ein Wort mit "Doppelklick" markieren und klickt danach auf "Mr.Check" um in einem separaten Fenster die Erklärung zu erhalten. Der Doppelklick kommt allerdings mit der fünften Funktion in Konflikt, so dass das Wort mit festgehaltener linker Maustaste markiert werden muss und dann "Mr.Check" angeklickt werden kann.

Die fünfte Funktion ist unsichtbar. Wenn Sie ein englisches Wort per "Doppelklick" markieren erhalten Sie von "www.WordReference.com" eine umfangreiche Beschreibung diese Begriffes u.a. auch mit etymologischen Hinweisen.

Wortgeschichten

Ich möchte die Reihe der Untergegangenen bzw. evtl. im Untergehen begriffenen Worte noch etwas fortführen.

erkiesen (W3)

"erkiesen" scheint wirklich komplett ausgestorben zu sein. Ich habe es auch nur in einem Nachschlagewerk gefunden. Und dennoch haben Sie fast alle eine Vergangenheitsform dieses Verbs schon 'mal benutzt. Lebendig ist es noch in Aussagen wie "Er hat sie auserkoren". - Ja - es ist die Präsenzform von "erkoren".

Der "Grimm" führt "kiesen" zurück auf eine Bedeutung "sehen". Deutlich wird das in der synonymen Aussage "Er hat sie ausersehen".

Textstellen finden sich z.B. bei Jean Paul, Fouqué, Liliencron.

(E?)(L?) http://www.logoslibrary.eu/
Die Suche nach: liefert:


Context information for: kiesen
Match N. 1
Author: Ibsen Henrik
Title: Catilina
Source: http://gutenberg.aol.de/autoren/ibsen.htm
Subject: GERMAN FICTION (833)
... AMBIORIX. Und mit gutem Grund. Voll Eifersucht ist Rom auf seine Macht. Und wisse wohl, daß diesem stolzen Weltreich Nicht Häuptlinge gebieten, wie bei uns. Daheim befiehlt der Weise oder Krieger; Im Rat den obersten, im Streit den größten, Ihn kiesen wir zum Führer unsres Stamms, Zum Richter und zum Herrscher unsres Volks. Doch hier CATILINA (ruft ihnen von oben zu:) - hier herrscht Gewalt und Eigennutz; Durch List und Ränke wird man Herrscher hier! OLLOVICO. O weh uns, Brüder, er behorchte

Match N. 2
Author: Straßburg Gottfried Von
Title: Tristan
Source: http://gutenberg.aol.de/autneu.htm
Subject: POETRY (811)
... sô nenne wir in Tristan. « nu heizet triste triure, und von der âventiure sô wart daz kint Tristan genant, Tristan getoufet al zehant. von triste Tristan was sîn nam. der name was ime gevallesam und alle wîs gebaere. daz kiesen an dem maere. sehen wir trûreclîch ez was, dâ sîn sîn muoter genas. sehen wie vruo im arbeit und nôt ze rucke wart geleit. sehen wie trûreclîch ein leben ime ze lebene wart gegeben. sehen an den trûreclîchen tôt, der

Match N. 3
Author: Wagner Richard
Title: Die Walküre
Subject: DRAMA (812)
... Aug'' erschaute, was tief im Busen das Herz zu heil''gem Beben mir traf. Scheu und staunend stand ich in Scham. Ihm nur zu dienen konnt'' ich noch denken: Sieg oder Tod mit Siegmund zu teilen: dies nur erkannt'' ich zu kiesen als Los! Der diese Liebe mir ins Herz gehaucht, dem Willen, der dem Wälsung mich gesellt, ihm innig vertraut, trotzt'' ich deinem Gebot. Wotan So tatest du. Was so gern zu tun ich begehrt, doch was nicht zu tun die

Match N. 4
Author: Wagner Richard
Title: Die Walküre
Subject: DRAMA (812)
... Frau, noch für ihres Schosses Frucht! Brünnhilde Sie wahret das Schwert, das du Siegmund schufest. Wotan Und das ich ihm in Stücken schlug! Nicht streb, o Maid, den Mut mir zu stören; erwarte dein Los, wie sich''s dir wirft; nicht kiesen kann ich es dir! Doch fort muss ich jetzt, fern mich verziehn; zuviel schon zögert'' ich hier; von der Abwendigen wend ich mich ab; nicht wissen darf ich, was sie sich wünscht; die Strafe nur muss vollstreckt ich sehn! Brünnhilde

Match N. 5
Author: Wieland Christoph Martin
Title: Oberon
Source: http://gutenberg.aol.de/wieland/oberon/oberon.htm
Subject: GERMAN FICTION (833)
... 10 Doch, wenn ihr etwa lieber schwört In seinen Eisenthurm geraden Wegs zu dringen, Und meine Angela allein zurück zu bringen, So habt ihr freye Wahl, und seyd noch Dankes werth. Prinz, sprach der Paladin, was braucht's hier erst zu kiesen? Genug, daß ihr die Ehre mir erwiesen! Kommt, einen Ritt mit euch und eurer ganzen Zahl, Vom übrigen ein andermahl! 11 Der schöne Ritter stutzt, doch läßt er sich's gefallen: Sie reiten, die Trompeten schallen, Und, kurz, Herr Hüon legt

Match N. 6
Author: Morgenstern Christian
Title: In Phanta's Schloß
Source: http://gutenberg.aol.de/morgenst/phanta/phanta.htm
Subject: GERMAN SATIRE & HUMOR (837)
... Dämmer keine Muße. Denksam saß ich. Moose stach ich aus des Waldgrunds braunem Tuch. Und der frische Erdgeruch tat mir wohl, und heiter sprach ich: Wahrlich, ich vergleich euch Riesen unerbittlichen Gedanken, die sich ohne weichlich Wanken Höhenluft der Wahrheit kiesen. Philosophin Mutter Erde hat euch klar und schlicht gedacht, jeglichem zu Lehr und Acht, wie man teil des Lichtes werde. Stolz aus lauem Dämmer flüchten, Rast und Abweg herb verachten, nur das eine Ziel ertrachten also muß der Geist sich

Match N. 7
Author: Arndt Ernst Moritz
Title: Märchen und Sagen
Source: http://gutenberg.aol.de/autoren/arndt.htm
Subject: POETRY (811)
... allen Minschen recht to dhon: denn to schellen un to brümmeln giwt et jümmer watt, solang de Welt steit. Un nu spitzt de Uhren un markt up, Jungs! De Deerde weren eenes Dags uneenig unner sich, wen se tom Köning kiesen schullen. De olde Löwe was dood, un eenen Löwen wullen se nich wedder; denn se seden: De hett scharpe Tänen un eenen Buk as een Oss un frett in Eenem furt, un man schall et sich noch as eene Gnad

Match N. 8
Author: Straßburg Gottfried Von
Title: Tristan
Source: http://gutenberg.aol.de/autneu.htm
Subject: POETRY (811)
... sîner bettemaere mit ir pflac, er leite ir aber mit vrâge sîne stricke und sîne lâge unde betrouc si aber dar în. « seht « sprach er « vrouwe künigîn, ich waene, es muoz uns nôt geschehen. nu lât mich kiesen unde sehen, wie vrouwen kunnen lant bewarn. vrouwe, ich muoz von dem lande varn, und ir hie derbî bestân bî mînen vriunden, die ich hân. ez sî der mâc, ez sî der man, der mir dekeines guotes gan, der muoz


Bill (W3)

kommt vor z.B. in 'Unbill' = 'Unrecht' und 'Unbilden' = '(sehr) schlechtes Wetter'.
Wahrscheinlich gehen beide auf mhd. 'unbil' = 'ungemäß' zurück (vgl. 'das ist mir 'billig', 'billigen'). Dahinter steht das Bild des 'Bildes'. Ein Bild, das einem 'gemäß' ist kann man durchaus 'billigen'. Und ein 'Bild', das einem nicht 'gemäß' ist, tut einem 'Unrecht' evtl. in Form von 'Unförmigkeit'.
'billig' heisst also 'im Wert angemessen sein'. Heute hat dieses Wort allerdings eine negative Bedeutung erhalten: "Was billig ist kann ja nichts Wert sein." heißt aber genau genommen: "Etwas was seinem Wert entsprechend verkauft wird, kann nichts Wert sein." Man kann sagen, das Wort 'billig' ist so 'entwertet' worden, dass man heute geradezu von 'Unbilligkeit' sprechen müsste.
Ja und 'bill' (nicht zu vergessen) ist also etwa das 'Gebilde'.

ziemen (W3)

geht zurück auf '(zusammen)fügen, bauen' und hängt mit 'Zimmer' zusammen (vgl. 'zimmern'). Und demnach ist etwas, das 'sich ziemt', etwas, was 'sich fügt, (an)passt'. Das sich daraus entwickelnde 'ziemlich' kann wiederum etwas sein, was gar nicht passend ist, sondern z.b. übermässig gross ist, wenn es 'ziemlich' gross ist.
Auf 'ziemen' geht auch die 'Zunft' zurück, und da kann es durchaus auch einmal ganz 'zünftig' zugehen. Und wenn es zu vorgerückter Stunde zu 'zünftig' zugeht, muss man die Gemüter auch einmal 'zähmen'.

chambrieren (W3)

Bisher habe ich nur Links mit Schulnoten bewertet. 'chambrieren' ist nun das erste Wort, das ein (W1) von mir erhält. - Warum? - Nun: Dieses Wort ist ein "Quadratwort". (Diese Bezeichnung habe ich gerade aktuell kreiert.) - Aber nun zur Sache:
'chambrieren' kommt zunächst einmal ganz unspektakulär vom fr. 'chambre' = 'Zimmer' und bedeutet 'den Wein (oder auch Käse) auf Zimmertemperatur bringen'. Nun gehört aber 'Zimmer' zu dem an anderer Stelle behandelten 'ziemen' = 'zusammenfügen, passend machen'. Das 'Zimmer' ist also das durch Anpassung (der verschiedenen Baumaterialien - vgl. engl. 'timber' = 'Bauholz') Geschaffene.
Und darin findet nun ein weiterer Anpassungsprozess statt.
Es handelt sich also um eine 'Anpassung' im 'Angepassten'.
Ich hoffe, Sie können meinen Gedankengängen folgen, die von meiner mathematischen Ausbildung geprägt sind. Und entsprechend könnte man auch von einer rekursiven Funktion sprechen.
Jetzt denken Sie wahrscheinlich, dass das 'ziemlich' weit hergeholt ist.
Interessieren würde mich allerdings brennend, ob bei der Bildung des Wortes 'chambrieren' die ursprüngliche Bedeutung eine Rolle gespielt hat, oder ob lediglich die Zielvorgabe "'Zimmer'temperatur" ausschlaggebend war.

Linktipps

Als Linktipp habe ich heute etwas für alle Frankophilen:

inalf

(E?)(L?) http://www.inalf.fr/tlfi/
Für alle, die an etymologischen Hinweisen zur französischen Sprache interessiert, sind hier ein ausgezeichnetes Angebot der atilf (= "Analyse et Traitement Informatique de la Langue Francaise"). Leider ist die Bedienung sehr komplex und damit umständlich. Ohne den Hinweis in der "écoute" (09/2002) hätte ich den tieferen Wert dieser Site gar nicht erkannt. Man muss Geduld haben, um diesen 'Trésor de la langue francaise' zu erschliessen.
100.000 Wörter mit ihrer Historie, 200.000 Definitionen, 430.000 Beispiele.
"Mais ce n'est pas tout. Il est également possible, de trouver tous les mots francais qui se termine en '-able'; d'identifier tous les mots d'origine espagnole, russe ou arabe; ou encore de connaître le nombre de citations comprenant le mot 'manière' dans l'oeuvre de Victor Hugo etc."

Also seien Sie hartnäckig um alle diese Funktionen auszutesten; und schauen Sie zuerst unter "Aide" nach. Leider ist mir die Nutzbarmachung dieses Schatzes noch nicht ganz gelungen; z.B. habe ich noch nicht herausgefunden, wie man alle Worte einer entsprechenden Herkunft (espagnole, russe ou arabe) herausfiltern kann.

Wenn es irgendjemand gelingt: Teilen Sie mir bitte mit, wie es geht!!!

Buchtipps

Gutknecht, Christoph
Lauter böhmische Dörfer
Wie die Wörter zu ihrer Bedeutung kamen

Nach der kleinen Vorstellungsreihe der Bücher von Klaus Bartels werde ich Ihnen als weiteren Autor von Wortgeschichten Christoph Gutknecht vorstellen, dessen Bücher ich Ihnen in einer kleinen Reihe empfehlen möchte.

In dem Taschenbuch aus der Beck'schen Reihe sind folgende Kapitel zu finden:
Affengeil - Sprache im Wandel
Schwarz auf Weiss - Wortzauber und Sprachbilder
Das ist ja Wahnsinn - Herkunft und Bedeutung
Böhmische Dörfer - Sind Namen Schall und Rauch?
Kaichnichzustimmen - Was ist ein Wort?
Four-letter words - Tabus und Schönrednerei
Reiberdatschi - Dialekte - "Atem der Seele"?
Tacheles reden - Jiddisch und Yinglish
I like Fremdwörter - "Eindringlinge" oder "Internationalismus"?
A:schwarz, E:weiss, I:rot - Poeten und die Sprache
Die Rehlein beten zur Nacht - Ironisches und Parodistisches
Das Verzeichnis der aufgeführten Wörter geht über 13 Seiten.

Paul, Hermann
Deutsches Wörterbuch

Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatze
10., überarbeitete und erweiterte Auflage von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel
Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 2002

Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.

Hermann Paul, Deutsches Wörterbuch, Tübingen 1992.
In Hermann Pauls Konzeption des Deutschen Wörterbuches, das als ein "historisches Bedeutungs- und Belegwörterbuch" angelegt ist und die Darstellung des semantischen Wandels des deutschen Wortschatzes beabsichtigt, spiegelt sich seine eigene Auffassung von den Aufgaben der Wortforschung wider, mit der auch eine kritische Haltung gegenüber dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm verbunden ist.
Statt die Stichwörter streng alphabetisch aufzulisten, werden etymologisch-semantisch zusammenhängende Wörter, sowohl rechtserweiternde wie linkserweiternde, zusammen in einem Artikel aufgelistet.
Etymologische Information sind, wie im Grimm, meist unmittelbar am Anfang eines des Wörterbuchartikels gegeben. Sie sind in den überwiegenden Fällen knapp gehalten und nennen neben Herkunft und Bildungsweise in der Regel auch das Benennungsmotiv. Eine explizite Datierung der Stichwörter wird jedoch erst ab der frühneuhochdeutschen Zeit vorgenommen. Bei älteren Wortformen geben lediglich die Angabe der sprachhistorischen Stufe und die Datierung der Quellenbelege Auskunft über das zeitliche Auftreten der Wortform.
Mehr dazu unter der angegebenen Adresse.

In der Woche 2002-08-11 bis 2002-08-18 wurden folgende Begriffe gesucht: In der Woche 2002-08-04 bis 2002-08-11 wurden folgende Begriffe gesucht: In der Woche 2002-07-28 bis 2002-08-04 wurden folgende Begriffe gesucht: In der Woche 2002-07-21 bis 2002-07-28 wurden folgende Begriffe gesucht:

Wortgeschichten

Nachdem ich im "nullten" Newsletter im Juli auf das gar nicht so harmlose Wörtchen 'Hehl' aufmerksam gemacht habe, möchte ich heute auf zwei weitere Worte aufmerksam machen, die alleinstehend kaum anzutreffen sind und eventuell dem Untergang geweihte Archaismen sind.

Harm (W3)

'Harm' gehört auch zu den Begriffen, die ich noch nicht alleinstehend gesehen habe. Es ist anzutreffen in Verbindungen wie 'harmlos' oder 'abgehärmt'.
'Harm' wird auf eine Wurzel mit der Bedeutung 'Kränkung, Kummer, Qual, Scham, Schande, Schmach' zurückgeführt. Demnach steht 'harmlos' für 'ohne Qual, ohne Leid' und hat wohl über 'keinen Kummer bereitend' mittlerweile den Bedeutungsinhalt 'unschädlich, ungefährlich' angenommen.

Und nun finde ich doch im Kluge den Hinweis, dass 'Harm' auf Grund von Sprachvergleichen mit 'p' angelautet haben muss, und schließlich die Wurzel ide. "*pek" = "die Haare raufen" sein könnte. (Ich kann mir zwar noch vorstellen, dass man von '*pek' auf 'pectere' und dann auf 'fuchteln' kommt; aber wie man von'*pek' auf 'Harm' kommt kann ich nicht ganz nachvollziehen. Aber die professionellen Etymologen werden sich etwas dabei gedacht haben.) Jetzt wäre es doch wirklich interessant, die sprachliche Entwicklung von '*pek' in einem Schnelldurchlauf wiederholen zu können und zu beobachten wann und wo die Gabelung in 'Fuchtel' und 'Harm' erfolgte, aber es ist wirklich 'zum Haare raufen' - diese Gelegenheit werden wir nicht mehr bekommen.

Linktipp

prismenfernglas

(E1)(L?) http://www.prismenfernglas.de/etymologie.html
Die Seite bietet einige Erläuterungen zur Lehre von der Herkunft und Bedeutung der Wörter. - Homepage von Hartmut Blessing
Etymologie, Hobbies, Animierte Gifs, Artikel, Galerie, Links

Buchtipps

Bartels, Klaus
Wie der Steuermann im Cyberspace landete
77 neue Wortgeschichten

176S., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998

Folgende Wörter läßt der Autor sprechen: (und sie haben viel und Interessantes zu erzählen)
Affäre und Skandal, Agenda, Amateur und Dilletant, Amüsement, Anekdote, Auto, Autorität, Belletristik, Bikini, Börse und Bursche, Bravo!, Castor, Chance, Cyberspace, Demokratie, Diner, Dinosaurier, Direktor, Droge, Effizienz, Eventuell, Experte, Fasten, Fest- und Feiertage, Glas, Gratis, Grill, Grippe, Grotesk, His Story, Hybrid, Individuum, Infotainment, Installation, Investition, Kalender, Katastrophe, Kavalier, Klischee, Klonen, Kolumne, Kompost, Kontakt, Kostüm, Kritik, Labor, Manager, Mobing, Multimedia, Nano-, Panik, Pauschal, Pause, Pavillon, Pedant, Philologie, Pille, Proaktiv, Profit und Defizit, Proliferation, Prominent, Qualifikation, Quote, Radar, Raffiniert, Rap, Rivalen, Sekretär und Sekretärin, Service, Skizze und Stegreif, Spargel, Sparte, Stil, Symposion, Synergie, Tresor, Visionen, Zins

Grimm, Jacob und Wilhelm

Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854ff. (33 Bde.)
Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.

Von seinen Begründern als "philologisch orientiertes Belegwörterbuch mit sprachhistorischer Ausrichtung" konzipiert und die "vollere, lebendige" Sammlung aller deutschen Wörter anstrebend, gilt es heutzutage als "worthistorisches Grundlagenwerk für die deutsche Sprache." Wenngleich es kein rein auf etymologische oder wortgeschichtliche Ansprüche konzipiertes Wörterbuch darstellt, darf es hier dennoch nicht fehlen.
Das Deutsche Wörterbuch von Grimm strebt, wie in der Neubearbeitung formuliert, an, ein Verzeichnis des hochdeutschen, schriftsprachlichen Wortbestand von der Mitte des 15. Jahrhunderts, dem Beginn des Buchdrucks, bis zur Gegenwart zu liefern, wobei es sich, wie oben schon angedeutet, auf den im älteren Neuhochdeutschen gebräuchlichen Wortschatz beschränkt.
Nach "Grimm" ist Etymologie "das Salz, die Würze des Wörterbuches", "ohne deren Zuthat seine Speise noch ungeschmack bliebe."
Die Neubearbeitung des Grimm, die 1958 auf zehn Bände angelegt wurde, wartet vor allem mit einer klareren Gliederung und einer stärkeren Straffung der Wörterbuchartikel auf. Längere Wörterbuchartikel verfügen so zum Beispiel über einen Einleitungsteil, in dem neben etymologischen Informationen auch gesondert phonologische, sowie bei Bedarf grammatische und wortgeographische Informationen gegeben werden. In Ausnahmefällen wird auch eine Übersicht der nachfolgenden Bedeutungsgliederung gegeben. Des weiteren wurde auf eine stärkere Vernetzung des Wortschatzes geachtet. Lemmata, Zitate, Nummern und Erläuterung werden durch unterschiedliche Zeichensatzattribuierungen entsprechend hervorgehoben. Insgesamt ist die Neubearbeitung des Grimm übersichtlicher und systematisch durchdachter als die alte Ausgabe, wovon vor allem die wortgeschichtliche Darstellung profitiert, während die etymologischen Angaben in erster Linie auf den aktuellen Stand gebracht worden sind.
Mehr dazu unter den angegebenen Link-Adressen.

Wer kennt das Wort

Und wer kennt seine Geschichte?

Folgende Ausdrücke kenne ich aus einem teils umgangssprachlichen Kontext. Wenn Sie diese Worte kennen und eine Erklärung zu ihrer Herkunft haben, lassen Sie es mich wissen!!!

BegriffBedeutung
Bierernstkann jemand erklären, wo der Ausdruck 'Bierernst' herkommt und was er genau zu bedeuten hat?
bosselnetwas basteln, in Ruhe, qualitativ eher wertfrei
faselnetwas ungeordnet reden
petzenetwas verraten


In der Woche 2002-07-21 bis 2002-07-28 wurden folgende Begriffe gesucht:

Begrüßung

(a few english words soon)

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüße Sie zum neuen Etymologie-Newsletter.

Dies ist der 'nullte' Etymologie-Newsletter. Das heißt, es ist zunächst einmal als Testlauf gedacht.

Am Freitag 2002-07-12 habe ich die ISSN für den "Etymologie-Newsletter" erhalten. Vielen Dank an die Miterbeiterinnen der Deutschen Bibliothek, die mehrmals auf meine E-Mails eingingen.

Diese ISSN ist (meines Wissens) zwar nicht unbedingt notwendig für die Veröffentlichung eines Newsletters, aber erhält dadurch doch etwas mehr Seriosität. Und seriös soll dieser Newsletter sein. Zwar nicht im Sinne verkrampfter Ernsthaftigkeit, aber im Sinne von Anständigkeit. Damit meine ich Regelmäßigkeit( soweit es meine Zeit erlaubt), keine Werbung (es sei denn für andere Websites bzw. Bücher, die mit dem Thema zusammen hängen), keine SPAM (abgesehen von dieser "nullten" Ausgabe). Und natürlich, dass alle Aussagen nach bestem Wissen und Gewissen gemacht werden.

Einleitung

(E?)(L?) http://www.americandialect.org/
Vor einigen Monaten habe ich Zugang zur Mailingliste der 'American Society of Dialect' gefunden. Dies ist eine wirklich aktive Mailingliste mit täglich bis zu 30 Beiträgen. Bis jetzt ist es mir jedoch noch nicht gelungen, eine ähnliche Mailingliste im "deutschsprachigen Internet" zu finden. Generell habe ich bei meinen Surftouren im Netz den Eindruck gewonnen, dass es im "englischsprachigen Web" und auch im "französischesprachigen Web" wesentlich mehr Aktivitäten rund um die Sprache und die Etymologie gibt als im "deutschsprachigen Web".
Wenn dies ein falscher Eindruck ist, teilen Sie mir Ihre Linkempfehlungen mit!
Wenn es ein richtiger Eindruck ist, tragen Sie dazu bei, dies zu ändern.

Dabei gibt es doch durchaus eine große Anzahl von Etymologen und Linguisten. - Wo sind nur all die Germanistikstudenten und -Professoren, die "Griechen" und "Lateiner" die die besten Voraussetzungen haben, eine Diskussionsrunde rund um die Geschichte von Wörtern im Netz zu betreiben. Ich kann mir nicht vorstellen, daß hier wirklich Funkstille herrscht! Nur - wo ist der Eingang zu dieser Welt - zur Welt der etymologischen Forschung?
(Wer sich etwas auf meiner Internetseite http://www.etymologie.info/ umsieht, der wird mir sicherlich zugestehen, daß ich mich redlich bemüht habe, einen Einstieg zu finden.)
Vielleicht habe ich auch wirklich eine Marktlücke entdeckt (nicht im kommerziellen Sinn). Dann würde ich mich wirklich freuen, viele kompetente - oder auch "nur" Interessierte wie mich - Sprachamateure und Sprachprofis für die Teilnahme an der Etymologie-Mailingliste zu begeistern (siehe Impressum).
Ich würde mich freuen, wenn es mir gelänge, eine lebhafte Diskussionsrunde ähnlich der ADS für den deutschsprachigen Raum zu etablieren, in dem sich Amateure und Profis zusammenfinden, um auf unverkrampfte Art und Weise die Begeisterung für die Geschichte von Wörtern zu fördern.

A few words in english

A few words specially for the members of the American Dialect Society: I hope you will excuse me that I used all your e-mail-addresses I could get. But perhaps some of you are interested in joining the "Etymologie-Mailingliste" or the "Etymologie-Newsletter" in the future. And as far as I know , there are some members who know German and are ialso interested in "German words". So, please feel free to join. This will be the only "Etymologie-Newsletter" you will get without request.

SPAM-Hinweis

Im Zeitalter des SPAM sehe ich mich verpflichtet noch folgenden Hinweis zu geben: Ich habe als Empfänger dieses Newsletters alle E-Mail-Adressen genutzt, die sich im Laufe der Zeit in meinem Adressbuch angesammelt haben. Irgendwie muß ich ja versuchen, mein Angebot / Anliegen publik zu machen und um Teilnehmer zu werben. Ich werde dies nicht wiederholen. Ich bitte deshalb alle Interessierten, sich in die beiden Listen "Newsletterliste" und "Mailingliste" einzutragen (siehe Impressum), damit Sie zukünftig den monatlichen Etymologie-Newsletter erhalten bzw. sich innerhalb der Etymologie-Mailingliste mit anderen Etymologie-Enthusiasten austauschen können.
Sollten Sie Bekannte haben, die möglicherweise zu dem angesprochenen Personenkreis gehören, leiten Sie diese E-Mail bitte weiter.

Können Sie mit dieser E-Mail absolut nichts anfangen, dann habe ich nicht die richtigen Worte gefunden oder Sie möchten nicht die richtigen Worte finden. - Dann löschen Sie diese E-Mail und Sie werden keine weitere Belästigung vom Etymologie-Newsletter erfahren.

Sollten Sie allerdings interessiert sein, jedoch Probleme bei der Registrierung für den Etymologie-Newsletter bzw. die Etymologie-Mailingliste haben, zögern Sie nicht, sich diesbezüglich direkt an mich zu wenden. mailto:conrad-horst@etymologie.info (Beim ersten Newsletter dieser Art sind ein paar erklärende Worte durchaus angebracht.)

Doch nun geht's langsam zur Sache

Wissen Sie übrigens, was eine kritische Masse ist?
Über das griech. 'kritikós' = 'zur entscheidenden Beurteilung gehörig, entscheidend' geht das Wort zurück auf ide. '*(s)ker' = 'schneiden'. (Auch die 'Krise' ist eine Situation, in der etwas auf Messers 'Schneide' steht.) Die 'Masse', die sowohl einen 'Klumpen, einen ungestalteten Stoff' als auch einen 'Haufen, große Menge' bezeichnen kann, geht zurück auf griech. 'mássein' = 'kneten, pressen, drücken, streichen, wischen' das gemeinsam mit 'machen' auf das ide. "*mag" = "kneten" zurückgeführt wird.

Die kritische Masse ist also die Menge an der die Wende einsetzt von der Situation, daß keiner etwas 'macht' weil keiner etwas 'macht' zur Situation, daß viele etwas 'machen', weil viele etwas 'machen'.
Helfen Sie mir bitte, eine 'kritische Masse' 'kritischer Macher' zu erreichen um viele interessante Wortgeschichten auszutauschen.

Feedback / Korrekturen

Der 'nullte' Etymologie-Newsletter ist sicherlich noch mit einigen Fehlern inhaltlicher oder formaler Art behaftet. Falls Ihnen etwas auffällt, zögern Sie bitte nicht, mir eine entsprechende Rückmeldung zu geben.

Wortgeschichte 1

Etymologie ist die Lehre von der Herkunft und Entwicklung der Wörter. Es geht also um die historisch-vergleichende Wortforschung. Es leitet sich her von griech. "étymos" = "wahrhaft", "wirklich" und griech. "logikós" = "das Wort", "die Vernunft", "das Denken betreffend".

Hinter dem griech. "toó étymon" = "der wahre Sinn eines Wortes" steckt noch die mittelalterliche Vorstellung, dass man über die Erschließung der ursprünglichen Wortbedeutung auch Zugang zum Wesen der bezeichneten Sache erhalten könnte.

Der Begriff der Etymologie ist also noch von der Vorstellung geprägt, dass es eine den Worten innewohnende Wahrheit oder Bedeutung gibt. Diese Betrachtungsweise ist mittlerweile der Untersuchung der Wortherkunft bzw. der Wortgeschichte gewichen. Nach meiner Vorstellung ist auch die Suche nach der Wortherkunft äußerst fragwürdig. Sind wir doch immer nur in der Lage, die Worte bis zu einem gewissen Entwicklungsstand zurück zu verfolgen. Und die Angaben der ide. Wortwurzel sind in der Literatur immer mit einem "*" versehen, was besagt, dass es sich um eine konstruierte Wurzel handelt. (Und selbst wenn wir Aussprache, Betonung und Schreibweise dieser Worte kennen würden: es bliebe die Frage nach dem "Woher". Aus welchen Grunzlauten sind diese Artikulationen erwachsen?)

Ich denke seriöserweise kann man immer nur von einer Wortgeschichte sprechen. Man nimmt ein Wort in einem bestimmten - noch nachvollziehbaren - Stadium auf und verfolgt seine weitere Entwicklung bis zum heutigen Stand. Aber schon diese "eingeschränkte" Möglichkeit eröffnet oftmals faszinierende Einblicke in Vorstellungswelten, die mit den Worten in den verschiedenen Entwicklungsstufen verknüpft waren. Und die verwandtschaftlichen Beziehungen von Worten sind manchmal wirklich überraschend.

In diesem Zusammenhang ist vielleicht noch die Theorie erwähnenswert, wonach alle Worte aller Sprachen über maximal 6 Zwischenschritte miteinander in Beziehung stehen.

Wortgeschichte 2

Als zweites Wort habe ich 'Newsletter' ausgewählt.
Newsletter ist normalerweise eine kleine Publikation als (Flug-)Blatt oder Zeitung, mit aktuellen Informationen für eine spezielle Gruppe. Die Herkunft des Wortes ist relativ unspektakulär.

Das engl. 'new' geht wie das deutsche 'neu' zurück auf ahd. 'niuwi', mhd. 'niuwe', 'niwe', 'niu' = 'neu, frisch, veränderlich, unbeständig'. Neben vielen ähnlichen Wortformen anderer german. Sprachen gibt es auch die aind. Form 'návah' = 'neu, frisch, jung' und das griech. 'néos' = 'neu, jung'; lat. 'novus', russ. 'nóvyi; und andere;

Das engl. 'letter' = 'Buchstabe, Brief' geht wie das spätmhd. 'litter' = 'Buchstabe' und das fr. 'lettre' auf lat. 'littera' = 'Buchstabe' zurück. Die weitere Ableitung ist unklar.

Übrigens hängt damit auch die 'Literatur' zusammen über lat. literatura' = 'Buchstabenschrift, Sprachlehre'. Der 'Buchstabe' war übrigens laut Duden zunächst ein ahd. 'buohstap' = 'Stab mit (Runen-)Zeichen' wurde dann erst auf mhd. 'buoche' = '(Rot)Buche' bezogen und schließlich als 'Stab aus Buchenholz' aufgefasst.

Wortgeschichten-Link

Wissen Sie, was ein Hehl ist? - nein? - Dennoch haben Sie es sicherlich schon benutzt. Z.B. wenn Sie kein Hehl daraus machen, dieses nicht zu wissen. 'Hehl' hat eine riesige Verwandtschaft, die Sie mit Sicherheit kennen. Allerdings werden Sie bis jetzt die wenigsten als solche Verwandte vermuten.
Schauen Sie nach unter: ../d_/de-unterg.html#Hehl

Linktipp

(E?)(L?) http://www.miskatonic.org/slang.html
Twists, Slugs and Roscoes: A Glossary of Hardboiled Slang
This is the language spoken by Philip Marlowe, Sam Spade, Mike Hammer and the Continental Op. When Cagney, Bogart, Robinson and Raft got in a turf war, this is how they talked.
Also: Slang der Humphrey Bogart Krimis
Die Wortliste ist eine Seite mit etwa 34.000Bytes.

Buchtipp

Dies ist das Buch mit dem für mich die Begeisterung für die Etymologie anfing.

Bartels, Klaus
Wie Berenike auf die Vernissage kam
77 Wortgeschichten

190S., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1996

Folgende Wörter läßt der Autor sprechen: (und sie haben viel und Interessantes zu erzählen)

Akademiker, Amethyst, Arzt, Asphalt und Beton, Atelier, Automat, Bilanz, Bits und Bytes, Bürokratie, Charakter, Charme und Charm, Clown, Code, Computer, Diamant, Digital, Diskette, Dosis, ECU, Elektronisch, Embargo, Energie, Esoterik, EURO-, Fachidiot und Laie, Fax, Finanzen, Frenetischer Beifall, Frugal, Gastronomie, Giro, Herzinfarkt, Industrie, Information, Kader, Kanal, Kanzler, Karat - Talent - Skrupel, Karikatur, Kassette, Kater, Kontamination, Kosmos und Kosmetik, Kran, Krater, Leitfaden, Mappe, Maschine, Ökumene, Palaver, Paragraph, Penicillin, Pilot und Pirat, Porzellan, Profil, Protokoll, Rakete, Rekord, Schule, Sport, Stadion, Statistik, Strolch, Symbol, Sympathie, Takt, Techno, Tempo, Termin, Themen - Thesen - Infotheken, Theorie, Tourist, Uran, Vernissage, Zoll, Zyniker

Gerade noch rechtzeitig, um es in diesen Newsletter aufzunehmen habe ich gestern den Band 9 aus der Reihe "Phraseologie und Parömiologie" erhalten

Hartmann, Dietrich / Wirrer, Jan - Wer A sägt, muss auch B sägen

Beiträge zur Phraseologie und Sprichwortforschung aus dem Westfälischen Arbeitskreis
Schneider Verlag Hohengeren GmbH, 450S., 29,80EURO

Aus der Vorbemerkung der Herausgeber:
"Der Westfälische Arbeitskreis kann im Jahr 2001 auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Die Tagungsergebnisse sind in einer mittlerweile stattlichen Anzahl von Bändern dokumentiert. Seit 1991 fördert er durch seine alljährlichen Arbeitstreffen mit Teilnehmer(inne)n aus dem westfälischen, aber auch aus dem gesamten europäischen Raum die Erforschung der festen Wendungen (Phraseologismen) in den europäischen Sprachen von den Begrüßungsformeln wie beispielsweise "Guten Tag" über Idiome wie "sich sein Brötchen verdienen" bis hin zu Redensarten und Sprichwörtern wie beispielsweise "Wer A sagt, muss auch B sagen".
Einen Pressetext finden Sie im Internet (Prof. Dietrich Hartmann, Germanistisches Institut, Ruhr-Universität Bochum)

(E?)(L?) http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemitteilungen-2002/msg00189.html


In der Woche 2002-06-30 bis 2002-07-07 wurden folgende Begriffe gesucht:

In der Woche 2002-06-23 bis 2002-06-30 wurden folgende Begriffe gesucht:

Wer kennt das Wort

Und wer kennt seine Geschichte?

Folgende Ausdrücke kenne ich aus einem teils umgangssprachlichen Kontext. Wenn Sie diese Worte kennen und eine Erklärung zu ihrer Herkunft haben, lassen Sie es mich wissen!!!

BegriffBedeutung
Bierernstkann jemand erklären, wo der Ausdruck "Bierernst" herkommt und was er genau zu bedeuten hat?
bosselnetwas basteln, in Ruhe, qualitativ eher wertfrei
faselnetwas ungeordnet reden
GrammDie auf den ersten Blick etwas alleinstehende Gewichtseinheit dt. "Gramm" (= 1/4 Unze) hat bei näherer Betrachtung recht viele Verwandte. Da gibt es dt. "Monogramm", "Programm", "Stenogramm", "Telegramm" und "Grammophon" aber auch die "Grammatik". Aber was verbindet diese Familienmitglieder? "Gramm" geht zurück auf griech.-lat- "grámma" = dt. "Geschriebenes", "Schrift", "Schriftzeichen" (dazu gehört auch griech. "gráphein" = dt. "schreiben" ("Graphik") und dessen große Verwandtschaft).

Leider läßt sich der "Duden" nicht darüber aus, wieso "Schrift" zur Bezeichnung einer Gewichtseinheit benutzt wurde.

Da bleibt Raum für Spekulationen: Ist die Verbindung darin zu suchen, dass beim Schreiben ein gewisser Druck ausgeübt werden musste? Oder darin, dass die Schrift aus der Notwendigkeit des Handels und der "Steuererfassung" entstanden sein könnte und damit eben die entsprechenden Gewichtseinheiten notiert wurden?

Wer kann hier weiterhelfen?
petzenetwas verraten


In eigener Sache

1) Ich benutze ganz allgemein die 'männliche Ansprache' weil es leichter zu schreiben und zu lesen ist. Ich hoffe, dass mir dies keine allzu großen Anfeindungen verschafft.

2) Ich benutze ganz allgemein das 'Sie' weil ich auch im 'normalen' Leben nicht gleich jeden mit 'Du' anrede. Und die Verwendung von Du/Sie-Formulierungen ist ebenfalls schwer zu schreiben und zu lesen.

3) Ich bin noch neu im Newsletter-Geschäft. Es kann deshalb zu Darstellungsproblemen kommen. Wenn Sie solche feststellen und/oder wenn Sie Vorschläge haben, wie ich diese verbessern kann, nehme ich Ihre Tipps gerne entgegen.


             ´´~``
            ( o o )
-------.oooO--(_)--Oooo.--------
        .oooO
        (   )      Oooo.
-------- \ ( ----- (   )--------
          \_)       ) /
                   (_/



♔ ♕ ♖
♗ ♘ ♙
♚ ♛ ♜
♝ ♞ ♟

⚀ ⚁ ⚂ ⚃ ⚄ ⚅

🀀 🀁 🀂 🀃 🀄
🀅 🀆 🀇 🀈 🀉
🀊 🀋 🀌 🀍 🀎
🀏 🀐 🀑 🀒 🀓
🀔 🀕 🀖 🀗 🀘
🀙 🀚 🀛 🀜 🀝
🀞 🀟 🀠 🀡 🀢
🀣 🀤 🀥 🀦 🀧
🀨 🀩 🀪 🀫

🀱 🀲 🀳 🀴 🀵 🀶 🀷
🀸 🀹 🀺 🀻 🀼 🀽 🀾
🀿 🁀 🁁 🁂 🁃 🁄 🁅
🁆 🁇 🁈 🁉 🁊 🁋 🁌
🁍 🁎 🁏 🁐 🁑 🁒 🁓
🁔 🁕 🁖 🁗 🁘 🁙 🁚
🁛 🁜 🁝 🁞 🁟 🁠 🁡

🁣 🁤 🁥 🁦 🁧 🁨 🁩
🁪 🁫 🁬 🁭 🁮 🁯 🁰
🁱 🁲 🁳 🁴 🁵 🁶 🁷
🁸 🁹 🁺 🁻 🁼 🁽 🁾
🁿 🂀 🂁 🂂 🂃 🂄 🂅
🂆 🂇 🂈 🂉 🂊 🂋 🂌
🂍 🂎 🂏 🂐 🂑 🂒 🂓

🂡 🂢 🂣 🂤 🂥 🂦 🂧
🂨 🂩 🂪 🂫 🂬 🂭 🂮
🂱 🂲 🂳 🂴 🂵 🂶 🂷
🂸 🂹 🂺 🂻 🂼 🂽 🂾
🃁 🃂 🃃 🃄 🃅 🃆 🃇
🃈 🃉 🃊 🃋 🃌 🃍 🃎
🃑 🃒 🃓 🃔 🃕 🃖 🃗
🃘 🃙 🃚 🃛 🃜 🃝 🃞





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